Eine Monte dei Paschi-Bank in Siena © REUTERS/Max Rossi

Italiens drittgrößtes Bankhaus Monte dei Paschi könnte als erstes Institut des Landes in der Euro-Schuldenkrise staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das unter Kapitalmangel leidende Bankhaus verhandelt Medienberichten zufolge mit dem Finanzministerium und der Zentralbank in Rom . Es gehe dabei um die Ausgabe von staatlich garantierten Anleihen im Wert von mindestens einer Milliarde Euro, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Trotz laut Insidern enger Kontakte zur Bank hat die staatliche Seite den Anleihen bislang nicht zugestimmt . Hintergrund des Finanzbedarfs sind Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) an die 1472 gegründete Bank mit Sitz in Siena: Bis Ende Juni muss Monte dei Paschi, die älteste Bank der Welt, das Kapital um rund 3,3 Milliarden Euro aufstocken.

Vorstandschef Fabrizio Viola habe die Kapitalsituation der Bank mit Sparmaßnahmen verbessert, berichtete Ansa weiter. Allerdings fehlten ihm immer noch 1 bis 1,4 Milliarden Euro um die finanziellen Lücken zu füllen. Die für Montag geplante Vorstellung eines Geschäftsplanes verschob der Vorstand des Instituts aus "organisatorischen Gründen" auf Dienstag.

Italiens Banken sind generell in einem stabileren Zustand als im Euro-Krisenland Spanien . Doch im Gegensatz zu anderen Instituten wurde Monte dei Paschi von den Turbulenzen hart getroffen, vor allem weil die Bank eine große Menge an italienischen Staatsanleihen hält. Die Bilanz für 2011 weist Verluste von 4,7 Milliarden Euro auf, hierbei handelt es sich überwiegend um Wertberichtigungen.