Energieversorgung: Nabucco-Pipeline soll deutlich kürzer werden
Die von der EU gewünschte Gaspipeline Nabucco bekommt nun doch noch eine Chance: Als verkürzte Version bis zur Türkei soll sie über 1.300 Kilometer gebaut werden.
Die Gaspipeline Nabucco soll anders als geplant den wertvollen Rohstoff nicht mehr direkt vom Kaspischen Meer nach Europa transportieren. Nach einer Einigung zwischen der Türkei und der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan über eine gemeinsame Gasleitung kürzt das vom deutschen Energieriesen RWE geführte Konsortium die Pipeline von knapp 4.000 Kilometern auf 1.300 Kilometer.
Die Betreiber des aserbaidschanischen Gasfeldes Shah Deniz II kündigten an, die verkürzte Leitung als bevorzugte Route für Lieferungen nach Westen nutzen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung über den Bau von Nabucco ist damit aber noch nicht gefallen. Erst nächstes Jahr will sich das Shah-Deniz-Konsortium festlegen, ob das Gas über die nördliche Route via Nabucco oder über eine Südroute via Italien nach Europa fließen soll. Dennoch sprach Nabucco-Geschäftsführer Reinhard Mitschek von einem "wichtigen Meilenstein" für das Projekt.
Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger zeigte sich zufrieden. "Dies ist ein Erfolg für Europa und für unsere Versorgungssicherheit", sagte Oettinger. Nabucco-West soll an der türkisch-bulgarischen Grenze an die nun beschlossene türkisch-aserbaidschanische Transanatolische Pipeline Tanap anschließen und Gas bis nach Österreich liefern.
Grund für die verkürzte Version ist die Einigung von Aserbaidschans autoritär regierendem Präsidenten Ilham Alijew und dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan, die am Dienstagabend den Bau der etwa 5,6 Milliarden Euro teuren Tanap-Leitung von Aserbaidschan bis an die türkisch-bulgarische Grenze beschlossen hatten. Die Pipeline soll jährlich 16 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Türkei transportieren, davon sind 10 Milliarden Kubikmeter für Europa vorgesehen. Der Bau soll spätestens Anfang 2014 beginnen.
Nabucco vorerst gerettet
Trotzdem gilt die kürzere Nabucco-Pipeline als Erfolg, weil das gesamte Projekt zuletzt vor dem Aus stand: Der Bau hatte sich immer weiter verteuert und verzögert, nach dem Ausstieg eines ungarischen Konzerns drohte die Finanzierung zusammenzubrechen. Die Kurzversion Nabucco West reicht nun von der türkisch-bulgarischen Grenze bis nach Österreich – und wird dadurch deutlich billiger als die ursprüngliche Version.
Die Europäische Union hatte sich für Nabucco stark gemacht, die Europa unabhängiger von russischem Gas machen soll. Die Leitung soll jährlich bis zu 23 Milliarden Kubikmeter Gas liefern. Russland will ab Ende 2012 seine Konkurrenz-Pipeline South Stream durch das Schwarze Meer bauen.




...sollte man meiner Meinung nach doch lieber mir den Russen zusammenarbeiten. Das trägt mehr Früchte als dieses sinnlose Geldverpulvern im Sinne einer fehl- und ideologiegeleiteten Aussenpolitik gegen Moskau.
Aber manche haben immer noch nicht verstanden dass der kalte Krieg um ist. Da werden bald wieder Erinnerungen an den 4. Kreuzzug wach.
Von welchem Despoten wollen Sie ihr Gas denn haben?
ES geht bei der Nabucco, darum das Risiko der Abhängigkeit zu halbieren.
Sonst würde man das Monopol Russlands doch nicht in Frage stellen.
Offensichtlich ist ein Konkurrent in der Preisbildung, billiger samt Pipeline als die Monopolabhängigkeit von Russland.
Länder wie Iran, Azerbajdschan und Turkmenistan auf eine Stufe zu stellen ist doch ziemlich gewagt. Russland ist immer noch eine Präsidialdemokratie, ein Land mit einer Opposition und einer offenen Diskussionskultur (schauen Sie mal russisches Fernsehen wenn sie die Sprache verstehen), das andere sind Gottesstaaten oder offene Diktaturen. Da werden die Kosten zwangsläufig kommen, sowie bei der Abhängigkeit von Golfemiren, die sich still und leise die deutsche Wirtschaft unter den Nagel reißen und nun Gefolgschaft in Sachen Außenpolitik dafür im Gegenzug fordern (Stichwort Syrien!).
Hinzu kommt die einseitige Anhängigkeit vom Transitland Türkei. Sie tauschen eine gleichberechtigte Partnerschaft mit Russland gegen ein Unterwerfungsverhältnis mit Erdogen und Konsorten. Das sieht mir nicht nach einem guten Geschäft aus.
Länder wie Iran, Azerbajdschan und Turkmenistan auf eine Stufe zu stellen ist doch ziemlich gewagt. Russland ist immer noch eine Präsidialdemokratie, ein Land mit einer Opposition und einer offenen Diskussionskultur (schauen Sie mal russisches Fernsehen wenn sie die Sprache verstehen), das andere sind Gottesstaaten oder offene Diktaturen. Da werden die Kosten zwangsläufig kommen, sowie bei der Abhängigkeit von Golfemiren, die sich still und leise die deutsche Wirtschaft unter den Nagel reißen und nun Gefolgschaft in Sachen Außenpolitik dafür im Gegenzug fordern (Stichwort Syrien!).
Hinzu kommt die einseitige Anhängigkeit vom Transitland Türkei. Sie tauschen eine gleichberechtigte Partnerschaft mit Russland gegen ein Unterwerfungsverhältnis mit Erdogen und Konsorten. Das sieht mir nicht nach einem guten Geschäft aus.
Länder wie Iran, Azerbajdschan und Turkmenistan auf eine Stufe zu stellen ist doch ziemlich gewagt. Russland ist immer noch eine Präsidialdemokratie, ein Land mit einer Opposition und einer offenen Diskussionskultur (schauen Sie mal russisches Fernsehen wenn sie die Sprache verstehen), das andere sind Gottesstaaten oder offene Diktaturen. Da werden die Kosten zwangsläufig kommen, sowie bei der Abhängigkeit von Golfemiren, die sich still und leise die deutsche Wirtschaft unter den Nagel reißen und nun Gefolgschaft in Sachen Außenpolitik dafür im Gegenzug fordern (Stichwort Syrien!).
Hinzu kommt die einseitige Anhängigkeit vom Transitland Türkei. Sie tauschen eine gleichberechtigte Partnerschaft mit Russland gegen ein Unterwerfungsverhältnis mit Erdogen und Konsorten. Das sieht mir nicht nach einem guten Geschäft aus.
Das lässt sich eigentlich ganz einfach erklären: weil es der Gazprom, nicht weil es Deutschland schaden würde. Derzeit zahlt Deutschland einen Preis für das Gas an die Gazprom, der in etwa das Dreifache des Weltmarktpreises beträgt.
Warum ist das so? Weil die Gazprom mehr oder minder ein Monopol in weiten Teilen der Gasversorgung hat. Um zu verhindern, dass Deutschland auf andere Anbieter ausweichen kann, bemüht man sich nach Kräften Nabucco zu verhindern.
Nicht nur über die eigene Förderung, sondern auch durch die Durchleitung von Gas verdient die Gasprom prächtig. An Usbekistan und Turkmenistan zahlt man den Marktpreis von 100$ und verkauft dieses Gas zum doppelten Preis weiter. Eine Möglichkeit dieses Gas direkt aus den Förderländern zu erheblich niedrigeren Preisen zu beziehen besteht nicht.
Die vollkommen unnötige, einseitige Abhängigkeit von der Gazprom lässt sich nicht rechtfertigen. Sie schadet allen, bis auf ein paar wenige russische Oligarchen im Dunstkreis der Gazprom.
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