Nordirische Schüler begrüßen die britische Königin mit Flaggen ihres Königreiches. © David Moir/Reuters

Mit einem Händedruck haben die britische Königin Elizabeth II. und der frühere IRA-Anführer Martin McGuinness symbolisch das Ende des jahrzehntelangen Nordirland-Konflikts besiegelt. Die Queen kam in Belfast zu einem historischen Treffen mit dem früheren Anführer der katholischen Untergrundorganisation zusammen.

Gleich zweimal reichten sich die Queen und der heutige nordirische Vize-Regierungschef McGuinness die Hand: einmal hinter verschlossenen Türen eines Theaters in der nordirischen Hauptstadt, einmal vor Kameras, als sie das Gebäude verließen. Dabei hielt McGuinness für einige Momente die Hand der lächelnden Elizabeth II . "Auf Wiedersehen und Gott sei mit Ihnen", sagte er ihr auf Irisch beim Abschied.

Das Treffen nach dem drei Jahrzehnte dauernden gewaltsamen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland gilt als wichtiger Schritt in den Beziehungen zu Großbritannien . McGuinness war ein ranghoher Anführer der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee ( IRA ), als diese 1979 den Cousin der Queen, Louis Mountbatten, bei einem Bombenanschlag tötete. Bisher wurde die Queen, die formell auch Oberbefehlshaberin der britischen Streitkräfte ist, bei den nordirischen Republikanern stets als Feindbild angesehen.


Das Treffen mit Elizabeth II. sei "sehr nett" gewesen, sagte McGuinness. Seine katholisch-republikanische Partei Sinn Fein lehnt die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich allerdings auch heute noch ab und fordert stattdessen eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland. McGuinness setzt sich aber seit Jahren für Frieden zwischen Katholiken und Protestanten ein. Die IRA hat dem bewaffneten Kampf inzwischen abgeschworen.

Das Treffen wurde allgemein begrüßt. Der Händedruck habe die Beziehungen zwischen Großbritannien und Nordirland "auf eine neue Ebene" gehoben, sagte ein Sprecher des britischen Premiers David Cameron . Vor ein paar Jahren noch wäre eine solche Geste nicht möglich gewesen, sagte der Londoner Nordirland-Minister Owen Paterson.

Der Nordirland-Konflikt , in dem mehr als 3.000 Menschen ums Leben kamen, war im Jahr 1998 durch das sogenannte Karfreitagsabkommen beendet worden. Trotzdem gibt es immer wieder gewalttätige Zwischenfälle und Bombendrohungen, vor allem aus Protest gegen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien. So hatte es in der Nacht zum Mittwoch in Belfast Zusammenstöße der Polizei mit etwa hundert randalierenden Jugendlichen gegeben.