FinanzindustrieWie Steuerzahler die Banken füttern

Banken erhalten vom Staat Milliarden an Unterstützung und werden im Notfall auch noch vor der Pleite bewahrt. Nur einen Bruchteil des Geldes treibt der Staat wieder ein.

Es war schon lange nicht mehr eine Frage des "Ob", sondern nur noch eine des "Wie": Seit Wochen war klar, dass Spaniens Banken ohne Milliardenhilfen des Staates nicht überleben würden. Offen war nur, woher das Geld kommen würde. Die Regierung des Mittelmeerlandes allein konnte die Sache nicht mehr stemmen. Jetzt gibt der Euro-Rettungsschirm bis zu 100 Milliarden Euro, um die Geldinstitute mit neuem Kapital auszustatten.

Die Banken einfach sterben zu lassen, war keine Option - denn zu wichtig sind sie für die Stabilität des Finanzsystems und der Realwirtschaft. In der Finanzbranche sind die Gesetze der Marktwirtschaft damit weitgehend außer Kraft gesetzt: Normale Unternehmen gehen pleite, wenn sie schlecht wirtschaften; Banken werden vom Staat gerettet.

Anzeige

Dieser unausgesprochene staatliche Rettungsschirm ist für die Institute Milliarden wert - das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie der ehemaligen Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro und Kenichi Ueda, Ökonom im Forscherstab des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Geldinstitute mit staatlicher Rückendeckung sind sicherer", schreiben Weder di Mauro und Ueda. "Investoren verlangen von ihnen daher niedrigere Risikoaufschläge."

Die Studie erhält besonderes Gewicht dadurch, dass sie als Arbeitspapier des IWF erschienen ist. Solche Studien spiegeln zwar nicht zwangläufig die offizielle Position des IWF wider, unterliegen aber einer strengen wissenschaftlichen Qualitätskontrolle.

Pikant ist zudem, dass Weder di Mauro seit kurzem dem Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS angehört. Die Arbeiten an der Studie seien schon länger abgeschlossen gewesen; beim IWF habe sich die Veröffentlichung in die Länge gezogen, sagte sie dem Handelsblatt. Mit Blick auf ihre Funktion bei der UBS lehnte Weder di Mauro jeden Kommentar zu der Studie ab.

Um den Wert der unausgesprochenen Staatsgarantien zu ermitteln, griffen Weder di Mauro und Ueda auf Einschätzungen der Ratingagentur Fitch zurück. Die bewertet nicht nur die individuelle Finanzkraft der jeweiligen Bank, sondern auch das Ausmaß der staatlichen Rückendeckung. Je größer ein Geldinstitut, desto wahrscheinlicher ist es laut Fitch, dass es im Fall der Fälle von der Regierung aufgefangen wird.

Mit komplexen statistischen Verfahren berechneten die Forscher, wie die staatliche Rückendeckung und auch die Finanzkraft der Regierung des jeweiligen Heimatlandes das Gesamtrating einer Bank beeinflussen. Die Ergebnisse sind beachtlich: Deutsche Banken würden vier bis fünf Ratingstufen schlechter bewertet, wenn es keine unausgesprochenen staatlichen Garantien gäbe. Deutsche Bank und Commerzbank, derzeit von Fitch mit "A+" bewertet, würden dann auf "BBB" oder gar "BBB-" abrutschen.

Leserkommentare
  1. komplexen statistischen Verfahren jeder Kaufmann mit Sachverstand kann einem das sagen. Es zeigt aber wie unnütz Volkswirte sind, denn sie sind im Prinzip alles nur Historiker, die aber keinen Beitrag fürs jetzt und schon gar keinen Erkenntnisgewinn für die Zukunft liefern.
    Falls sich hier Volkswirte oder BWLer finden und auf den Schlips getreten fühlen, bitte mal ein Modell nennen, das die jetzige Situation auch nur annähernd vorhergesagt hätte.

    17 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Unsinn. Es ist doch sinnvoll, solche Effekte methodisch sauber zu beschreiben und zu belegen. Dann hat man nämlich eine belastbare Quelle und muss nicht auf Stammtischschwätzer zurückgreifen. Dinge, "die jeder weiß", stimmen nämlich allzu oft nicht. Und selbst wenn sie stimmen, fehlt dem Stammtischwissen meist der Maßstab: Wie stark sind denn bestimmte Effekte wirklich? Wie groß ist der Schaden oder Nutzen von etwas Bestimmtem?

    Und was das Vorhersagen angeht: Natürlich sind die Modelle der Wirtschaftswissenschaftler nicht perfekt. Allerdings haben sie auch meistens nicht alle relevanten Informationen, weil Banken und Staaten die ziemlich oft nicht so gern öffentlich machen. Und Untersuchungen wie die in diesem Artikel beschriebene helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen. Vielleicht kann man die nächste Krise wenn schon nicht vermeiden, so doch abschwächen. Alles in allem sehe ich nicht, wieso die Studie überflüssig sein soll.

    • Moika
    • 18.06.2012 um 12:36 Uhr

    Ich fühle mich keineswegs auf den Schlipps getreten, aber Sie haben vermutlich die Quintessenz dieser Studie nicht verstanden: Was viele von uns insgeheim vermuteten, wird hier empirisch belegt. Mit dieser Studie an der Hand gibt es ganz andere Möglichkeiten, aus denen heraus die Politik mit den Banken verhandeln kann.

    Wenn die das nicht wollen und glauben, ob ihrer Größe und damit ob ihrer Systemrelevanz können sie so weitermachen wie bisher, sollte man schon ein paar Stöckchen dazwischen schieben.

    Oder sie notfalls unter staatliche Obhut stellen. Eine andere Möglichkeit, sie zur Vernunft zu bringen, sehe ich da nicht.

    • joG
    • 18.06.2012 um 13:18 Uhr

    ....Ich bin nivht ganz sicher, was Sie sagen wollen, aber dier beschriebene Effekt ist kein Neuland und wurde bereits in der Literatur und politischen Eliten (wenn auch im Ausland) diskutiert im Zusammenhang mit "Too big to fail". Weniger klar ist, was man daraus ableiten will.

    http://en.wikipedia.org/w...

    • tokos
    • 18.06.2012 um 13:41 Uhr

    "...jeder Kaufmann mit Sachverstand kann einem das sagen."

    Was der Kaufmann oder die schwäbische Hausfrau in ihrem Wirkungskreis für ökonomisch halten, muss auf eine Volkswirtschaft bei weitem noch nicht zutreffen.
    Wenn ich z.B. in meinem privaten (oder unternehmerischen) Haushalt meine Ausgaben verringere, dann erziele ich einen Einnahmeüberschuss, d.h. mein Geldvermögen wächst. In der gesamten Volkswirtschaft hingegen führt ein Ausgaberückgang eines Wirtschaftssubjekts stets zu einem Einnahmerückgang eines Anderen. Das Geldvermögen ist dort immer konstant und beträgt 0 (NULL), weil der Einnahmeüberschuss des Einen der Ausgabeüberschuss (Verschuldung) des Anderen ist.

    Wem das nicht logisch vorkommt, was beim Verfolgen der vielen Talkshows im TV schon mal passieren kann, dem empfehle ich zur Einstimmung diesen Link:

    http://pinkepinke-ab2daet...

    Wer nach Volkswirtschaftlern sucht, die nicht die angesagte neoliberale Linie von der Selbstheilungskräfte der Märkte vertreten, dem empfehle ich z.B. Heiner Flassbeck:

    http://youtu.be/mfKuosvO6Ac

    Der hat die augenblickliche Entwicklung schon vor etlichen Jahren vorausgesagt. Und der hat auch 2010 festgestellt: "Für die Demokratie entsteht aus dem vernebelten volkswirtschaftlichen Denken eine massive Gefahr."

    Außerdem ist es geschickt, die Situation als unvorhersehbare höhere Gewalt einzuordnen, statt als unweigerliche Folge einer Wirtschaftspolitik nach neoliberaler Denke.
    Das würde die damiligen Entscheidungsträger als Verantwortliche und Schuldfähige entlarven.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen:

    "Solche Studien spiegeln zwar nicht zwangläufig die offizielle Position des IWF wider, unterliegen aber einer strengen wissenschaftlichen Qualitätskontrolle."

    "Wissenschaftliche Qualitätskontrolle" in der VWL... ja, mit was soll man das vergleichen?

    Vielleicht könnte ein Historiker sich einmal mit den Voraussagen des Orakels von Delphi befassen und schauen, wie viele Voraussagen später tatsächlich eingetroffen sind - egal ob mittels Schafmagen oder Vogelflug prophezeit.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das griechische Orakel in solch einer "wissenschaftlichen Qualitätskontrolle" besser abschneidet, als unsere selbsternannten "Wissenschaftler der Ökonomie".

    gilt es stets zu prüfen, wer, wo, für wen arbeitet. Ein Michael Hüther (VWLer), als Kurator der INSM z.B. wird selbstverständlich Modelle vertreten, die seinem Geldgeber (hier Gesamtmetall) nutzen.

    Das Problem sind unsere Politiker, die entweder nicht darauf achten sich von unabhängigen VWLern beraten zu lassen, oder die selbst damit liebäugeln nach ihrer Politkarriere Fuß in der Wirtschaft zu fassen.

    Warum sollte ich mich von jemandem auf den Schlips getreten fühlen, der offenkundig keine Ahnung hat, wovon er redet? Vor "der derzeitigen Situation" wurde in einem öffentlichen Manifest 1998 von über 160 Ökonomie-Professoren gewarnt. Aber polemisieren Sie ruhig weiter herum.

    Unsinn. Es ist doch sinnvoll, solche Effekte methodisch sauber zu beschreiben und zu belegen. Dann hat man nämlich eine belastbare Quelle und muss nicht auf Stammtischschwätzer zurückgreifen. Dinge, "die jeder weiß", stimmen nämlich allzu oft nicht. Und selbst wenn sie stimmen, fehlt dem Stammtischwissen meist der Maßstab: Wie stark sind denn bestimmte Effekte wirklich? Wie groß ist der Schaden oder Nutzen von etwas Bestimmtem?

    Und was das Vorhersagen angeht: Natürlich sind die Modelle der Wirtschaftswissenschaftler nicht perfekt. Allerdings haben sie auch meistens nicht alle relevanten Informationen, weil Banken und Staaten die ziemlich oft nicht so gern öffentlich machen. Und Untersuchungen wie die in diesem Artikel beschriebene helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen. Vielleicht kann man die nächste Krise wenn schon nicht vermeiden, so doch abschwächen. Alles in allem sehe ich nicht, wieso die Studie überflüssig sein soll.

    • Moika
    • 18.06.2012 um 12:36 Uhr

    Ich fühle mich keineswegs auf den Schlipps getreten, aber Sie haben vermutlich die Quintessenz dieser Studie nicht verstanden: Was viele von uns insgeheim vermuteten, wird hier empirisch belegt. Mit dieser Studie an der Hand gibt es ganz andere Möglichkeiten, aus denen heraus die Politik mit den Banken verhandeln kann.

    Wenn die das nicht wollen und glauben, ob ihrer Größe und damit ob ihrer Systemrelevanz können sie so weitermachen wie bisher, sollte man schon ein paar Stöckchen dazwischen schieben.

    Oder sie notfalls unter staatliche Obhut stellen. Eine andere Möglichkeit, sie zur Vernunft zu bringen, sehe ich da nicht.

    • joG
    • 18.06.2012 um 13:18 Uhr

    ....Ich bin nivht ganz sicher, was Sie sagen wollen, aber dier beschriebene Effekt ist kein Neuland und wurde bereits in der Literatur und politischen Eliten (wenn auch im Ausland) diskutiert im Zusammenhang mit "Too big to fail". Weniger klar ist, was man daraus ableiten will.

    http://en.wikipedia.org/w...

    • tokos
    • 18.06.2012 um 13:41 Uhr

    "...jeder Kaufmann mit Sachverstand kann einem das sagen."

    Was der Kaufmann oder die schwäbische Hausfrau in ihrem Wirkungskreis für ökonomisch halten, muss auf eine Volkswirtschaft bei weitem noch nicht zutreffen.
    Wenn ich z.B. in meinem privaten (oder unternehmerischen) Haushalt meine Ausgaben verringere, dann erziele ich einen Einnahmeüberschuss, d.h. mein Geldvermögen wächst. In der gesamten Volkswirtschaft hingegen führt ein Ausgaberückgang eines Wirtschaftssubjekts stets zu einem Einnahmerückgang eines Anderen. Das Geldvermögen ist dort immer konstant und beträgt 0 (NULL), weil der Einnahmeüberschuss des Einen der Ausgabeüberschuss (Verschuldung) des Anderen ist.

    Wem das nicht logisch vorkommt, was beim Verfolgen der vielen Talkshows im TV schon mal passieren kann, dem empfehle ich zur Einstimmung diesen Link:

    http://pinkepinke-ab2daet...

    Wer nach Volkswirtschaftlern sucht, die nicht die angesagte neoliberale Linie von der Selbstheilungskräfte der Märkte vertreten, dem empfehle ich z.B. Heiner Flassbeck:

    http://youtu.be/mfKuosvO6Ac

    Der hat die augenblickliche Entwicklung schon vor etlichen Jahren vorausgesagt. Und der hat auch 2010 festgestellt: "Für die Demokratie entsteht aus dem vernebelten volkswirtschaftlichen Denken eine massive Gefahr."

    Außerdem ist es geschickt, die Situation als unvorhersehbare höhere Gewalt einzuordnen, statt als unweigerliche Folge einer Wirtschaftspolitik nach neoliberaler Denke.
    Das würde die damiligen Entscheidungsträger als Verantwortliche und Schuldfähige entlarven.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen:

    "Solche Studien spiegeln zwar nicht zwangläufig die offizielle Position des IWF wider, unterliegen aber einer strengen wissenschaftlichen Qualitätskontrolle."

    "Wissenschaftliche Qualitätskontrolle" in der VWL... ja, mit was soll man das vergleichen?

    Vielleicht könnte ein Historiker sich einmal mit den Voraussagen des Orakels von Delphi befassen und schauen, wie viele Voraussagen später tatsächlich eingetroffen sind - egal ob mittels Schafmagen oder Vogelflug prophezeit.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das griechische Orakel in solch einer "wissenschaftlichen Qualitätskontrolle" besser abschneidet, als unsere selbsternannten "Wissenschaftler der Ökonomie".

    gilt es stets zu prüfen, wer, wo, für wen arbeitet. Ein Michael Hüther (VWLer), als Kurator der INSM z.B. wird selbstverständlich Modelle vertreten, die seinem Geldgeber (hier Gesamtmetall) nutzen.

    Das Problem sind unsere Politiker, die entweder nicht darauf achten sich von unabhängigen VWLern beraten zu lassen, oder die selbst damit liebäugeln nach ihrer Politkarriere Fuß in der Wirtschaft zu fassen.

    Warum sollte ich mich von jemandem auf den Schlips getreten fühlen, der offenkundig keine Ahnung hat, wovon er redet? Vor "der derzeitigen Situation" wurde in einem öffentlichen Manifest 1998 von über 160 Ökonomie-Professoren gewarnt. Aber polemisieren Sie ruhig weiter herum.

  2. dass viele das gar nciht sehen wollen.
    Zu viel Stress für die Menschen, die sich immer wieder gegen Ungerechtigkeit stemmen müssen. Da schaltet sich oft das Hirn einfach ab und man lässt es. Bringt ja eh nichts...

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gorgo
    • 22.06.2012 um 9:01 Uhr

    Nichts tun wird sich rächen - die Rechnung kommt,schon bald mit Kürzungen von Sozial- und Gesundheitsleitungen, und langfristig natürlich dadurch, dass unsere Ersparnisse entwertet und unsere Renten als "Sicherung" vergeben sind...

    • gorgo
    • 22.06.2012 um 9:01 Uhr

    Nichts tun wird sich rächen - die Rechnung kommt,schon bald mit Kürzungen von Sozial- und Gesundheitsleitungen, und langfristig natürlich dadurch, dass unsere Ersparnisse entwertet und unsere Renten als "Sicherung" vergeben sind...

  3. und ist illegal, bei den Banken wäre es mir egal ob sie im Ranking, ein paar Plätze fallen. Lasst sie doch mit BBB- bewertet werden, wenn es ehrlich ist. Schummeln könnte man auch noch dazu sagen.
    Jedenfalls gehören die Banken in keinster Weise vom Staat unterstützt, ich frag mich, wer denen diesen Floh ins Ohr gesetzt hat, das die Banken so Relevant sind, das die Steuerzahler ihre Gewinne verbürgen.
    Die einzige Bank die zu Retten gewesen wäre, war die Staatsbank, aber dort werden Immobilien samt Mieter verkauft um dem Privatisierungswahn weiter zu gewährleisten.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hier einige, wirklich toll gemachten Grafiken zu den Summen über die immer geschrieben werden. Z. B. Frankreichs Staatschulden...tres chic

    Ich lache jeden aus, der mir dann immer noch erzählt, irgendeines Dieser Länder könnte jemals seine Schulden zurückzahlen. Unten auf der Seite auch noch ähnliche Vergleiche zum Derivatemarkt (da wird einem dann richtig schwindelig, weil das Firmen sind, nicht etwa Staaten) und es wird gezeigt, wo sich Griechenland verschuldet hat. Sehr einleuchtend, warum Sarkozy sich so lange gegen einen Haircut gewehrt hat.

    Niemals können diese Berge von Geld zurückgezahlt werden. Es geht nur darum immer mehr Zinsen aus der Bevölkerung zu pressen.

    Konsolidierung? Wollt ihr mich verscheißern?

    graphicdog

    Hier einige, wirklich toll gemachten Grafiken zu den Summen über die immer geschrieben werden. Z. B. Frankreichs Staatschulden...tres chic

    Ich lache jeden aus, der mir dann immer noch erzählt, irgendeines Dieser Länder könnte jemals seine Schulden zurückzahlen. Unten auf der Seite auch noch ähnliche Vergleiche zum Derivatemarkt (da wird einem dann richtig schwindelig, weil das Firmen sind, nicht etwa Staaten) und es wird gezeigt, wo sich Griechenland verschuldet hat. Sehr einleuchtend, warum Sarkozy sich so lange gegen einen Haircut gewehrt hat.

    Niemals können diese Berge von Geld zurückgezahlt werden. Es geht nur darum immer mehr Zinsen aus der Bevölkerung zu pressen.

    Konsolidierung? Wollt ihr mich verscheißern?

    graphicdog

  4. Soso, empirische Belege sind also genausp unnötig, wenn sie mit Stammtischparolen übereinstimmen, da der Stammtisch ja bereits vorher richtig geraten hat, wie das Lernen aus Fehlern der Vergangenheit?

    Haben sie denn vorher alles Überblickt und vielleicht etwas Gegen die Gefahren unternommen, die sie vorhergesehen haben, oder verallgemeinern sie nur hinterher gemütlich Äpfel mit Birnen, weil es so schön einfach ist?

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Raten muss man nur zu dem Teil, der zu Bruch gegangen wäre, wenn die Hilfen nicht gekommen wären. Also: Bankrott der Bank oder Teile davon, Folgeeffekte etc. Da hat die Studie auch keinen neuen Erkenntnisse gebracht.

    Was es den Staat kostete, konnte schon zuvor an den entsprechenden Haushaltsposten abgelesen werden. Haushaltsposten, die zu den immer schneller steigenden Haushaltsverschuldungen geführt haben.

    Alles was die Studie tatsächlich aufgerechnet hat, ist, wie die Banken profitieren, so lange klar ist, dass sie gerettet werden. Banken in anderen Ländern sind von Anfang an verstaatlicht (China). Vielleicht sind diese Garantien nötig, um westliche Banken mit asiatischen konkurrenzfähig zu halten?

    Haben nicht die asiatischen Chip-Firmen oder Solarpanel-Hersteller gezeigt, dass sie europäische Firmen alleine mit supergünstigen Krediten für Investitionen aus dem Wettbewerb kegeln können? Die Stundenlöhne Angelernter sind in automatisierten Fabriken egal.

    Die Asiaten haben uns an den kapitalistischen Eiern. Anders als die Russen haben sie sich von hinderlichen ideologischen Teilen ihrer Wirtschaftsordnung befreit. Die Chinesen lernen jeden Tag ihre Konkurrenzvorteile zu mehren und sie machen uns als willige, moralfreie Warenabnehmer zu einem ihrer stärksten und effektivsten Werkzeuge.

    Raten muss man nur zu dem Teil, der zu Bruch gegangen wäre, wenn die Hilfen nicht gekommen wären. Also: Bankrott der Bank oder Teile davon, Folgeeffekte etc. Da hat die Studie auch keinen neuen Erkenntnisse gebracht.

    Was es den Staat kostete, konnte schon zuvor an den entsprechenden Haushaltsposten abgelesen werden. Haushaltsposten, die zu den immer schneller steigenden Haushaltsverschuldungen geführt haben.

    Alles was die Studie tatsächlich aufgerechnet hat, ist, wie die Banken profitieren, so lange klar ist, dass sie gerettet werden. Banken in anderen Ländern sind von Anfang an verstaatlicht (China). Vielleicht sind diese Garantien nötig, um westliche Banken mit asiatischen konkurrenzfähig zu halten?

    Haben nicht die asiatischen Chip-Firmen oder Solarpanel-Hersteller gezeigt, dass sie europäische Firmen alleine mit supergünstigen Krediten für Investitionen aus dem Wettbewerb kegeln können? Die Stundenlöhne Angelernter sind in automatisierten Fabriken egal.

    Die Asiaten haben uns an den kapitalistischen Eiern. Anders als die Russen haben sie sich von hinderlichen ideologischen Teilen ihrer Wirtschaftsordnung befreit. Die Chinesen lernen jeden Tag ihre Konkurrenzvorteile zu mehren und sie machen uns als willige, moralfreie Warenabnehmer zu einem ihrer stärksten und effektivsten Werkzeuge.

  5. Man muss ja nicht gleich alle privaten Banken vollständig verstaatlichen, aber man sollte schon überlegen, ob dasjenige, was so gerne systemrelevant genannt wird, nicht eine staatliche Aufgabe ist, die auch von der Gemeinschaft übernommen wird. Dann bliebe den privaten Banken nur das Geschäft mit dem ganz großen Geld, manche werden sagen die Zockerei. Dann kann man gut sehen, wohin die Zockerei alleine führt. Wenn sie nicht glückt, sind die privaten Banken eben pleite. Sollte man dann feststellen, dass wir uns das auch nicht leisten können, könnte man für die Geschäfte noch besondere Rahmenbedingungen schaffen, die so gestaltet werden, dass die Gemeinschaft nach Möglichkeit von etwaigen Pleiten nicht mehr ernstlich betroffen ist. In der jetzigen Form hat das Bankensystem für die Gemeinscahft wenigsten kaum einen Sinn, sondern führt nur zur Sozialisierung von Verlusten und Risiken.

    15 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Otto2
    • 19.06.2012 um 7:01 Uhr

    "In der Finanzbranche sind die Gesetze der Marktwirtschaft damit weitgehend außer Kraft gesetzt: Normale Unternehmen gehen pleite, wenn sie schlecht wirtschaften; Banken werden vom Staat gerettet."
    Womit Herr Storbeck zugibt, dass der heutige Kapitalismus als Gesellschaftsmodell diesen selbst infrage stellt.
    Alle heiligen Kühe wie Marktwirtschaft, private Verantwortung für privates Risiko, nur das freie Spiel der Kräfte der Marktteilnehmer garantieren Freiheit usw., werden durch diese Aussage (eigentlich durch die Tatsachen, die sie beschreibt) als das, was sie sind gewertet - Propaganda.
    Zusammenfassung: Da, wo das meiste Geld und die größte Macht ist, funktioniert der Kapitalismus nicht mehr. Wer ihn retten will muss völlig neu denken.

    • Otto2
    • 19.06.2012 um 7:01 Uhr

    "In der Finanzbranche sind die Gesetze der Marktwirtschaft damit weitgehend außer Kraft gesetzt: Normale Unternehmen gehen pleite, wenn sie schlecht wirtschaften; Banken werden vom Staat gerettet."
    Womit Herr Storbeck zugibt, dass der heutige Kapitalismus als Gesellschaftsmodell diesen selbst infrage stellt.
    Alle heiligen Kühe wie Marktwirtschaft, private Verantwortung für privates Risiko, nur das freie Spiel der Kräfte der Marktteilnehmer garantieren Freiheit usw., werden durch diese Aussage (eigentlich durch die Tatsachen, die sie beschreibt) als das, was sie sind gewertet - Propaganda.
    Zusammenfassung: Da, wo das meiste Geld und die größte Macht ist, funktioniert der Kapitalismus nicht mehr. Wer ihn retten will muss völlig neu denken.

  6. wenn man bedenkt, was man alles mit den zig milliarden euro im sozialbereich finanzieren hätte können, die den banken ungefragt dort rein geschoben wurden, wo es immer dunkel ist. man darf dabei aber nicht außer acht lassen, dass sich das banken lobbying insbesondere dadurch aus zeichnet, dass banker direkten zugang zur politik haben und dort zumeist auf offene ohren stoßen. ein sachverhalt, der den meisten bürgern verwehrt bleibt.

    20 Leserempfehlungen
  7. 7. .....

    Es bedarf Politikern vom Format eines Franklin D. Roosevelt, um dieser skandalösen Ausplünderung des Gemeinwesens ein Ende zu setzen. Solche sind derzeit nicht in Sicht, und ob Hollande für diese Rolle geeignet ist, muß sich noch zeigen.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die USA konnten machen was sie wollen, das kleine Frankreich, an der Leine von Merkel und Co. kann das nicht. Insofern muss man da gerecht sein.
    Merkel hat für Ackermann eine Party im Kanzleramt geschmissen. Das sagt doch alles. Dass sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste welche Rolle die Banken spielen, ist nicht wahrscheinlich.
    Übrigens es gibt eine Aktion "Krötenwanderung". Wir brauchen den Banken ja nicht auch noch als Bürger das Geld reinschieben.

    Die USA konnten machen was sie wollen, das kleine Frankreich, an der Leine von Merkel und Co. kann das nicht. Insofern muss man da gerecht sein.
    Merkel hat für Ackermann eine Party im Kanzleramt geschmissen. Das sagt doch alles. Dass sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste welche Rolle die Banken spielen, ist nicht wahrscheinlich.
    Übrigens es gibt eine Aktion "Krötenwanderung". Wir brauchen den Banken ja nicht auch noch als Bürger das Geld reinschieben.

    • Bus-x
    • 18.06.2012 um 12:08 Uhr

    Es sollte eher heißen: Wie Politiker den Steuerzahler in Haftung nehmen um die Banken füttern und zu reparieren. Da ist doch wieder die Sache mit den Augen und den Raben????

    8 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service