Rio+20-Gipfel"So haben wir einen Lebenserhalt, für uns und unsere Kinder"
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Kolumbien: Fair gehandeltes, sauber gefördertes Gold

Goldwäscherin Nubia Mosquera

Goldwäscherin Nubia Mosquera  |  © Alejandro Cock/Oro Verde

Der Abbau von Gold verursacht in der Regel große Schäden . Der Verbrauch von Wasser und Land ist immens. Zur Förderung werden giftige Chemikalien verwendet, die Menschen krank machen und die Umwelt belasten. Die Arbeit in den Minen kann lebensgefährlich sein.

Die Goldwäscher von Oro Verde (grünes Gold) in Kolumbien wollen es besser machen. Sie leben im  Chocó , einem Regenwald-Gebiet, das sich von Panama im Norden bis Ecuador im Süden entlang der Pazifik-Küste erstreckt. Das Chocó-Becken gehört zu den artenreichsten Regionen der Erde. Hier sammelt sich das Gold, das der Regen aus dem Gestein der Anden gewaschen hat. Das Edelmetall gehört, neben Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, zu den wichtigsten Einnahmequellen der Menschen hier.

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Auch im Chocó hat die mechanisierte Form der Goldgräberei Zehntausende Hektar von Wäldern zerstört, die Flüsse mit Quecksilber vergiftet und die Menschen verarmen lassen. "In den Dörfern hat der Bergbau, der in großem Maßstab betrieben wird, nur Tristesse hinterlassen", sagt Américo Mosquera, ein Goldwäscher aus der Gemeinde Tadó.

Pflanzenextrakt statt Quecksilber

Oro Verde geht dagegen an. Die Organisation wurde um die Jahrtausendwende von mehreren Gruppen aus der Region ins Leben gerufen. Sie zahlt den von ihr zertifizierten Goldwäschern, die das Edelmetall von Hand fördern, mit Spaten, Schalen und Sieben, etwas mehr als die anderen Ankäufer. Zudem gibt sie technische und finanzielle Unterstützung. Dass die Goldwäscher im Gegenzug ohne Chemie und möglichst umweltfreundlich arbeiten, ist Bedingung. Statt Quecksilber oder Zyanid nutzen die Familien beispielsweise ein Pflanzenextrakt und die Schwerkraft, um Sand und Metall voneinander zu trennen.

Alexandra Endres
Alexandra Endres

Alexandra Endres ist Redakteurin im Ressort Wirtschaft bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Die Goldwäscher forsten auch Land auf, das der mechanisierte Bergbau kahl zurückgelassen hat, sie legen Terrassen an und bewirtschaften Felder. Das verschafft ihnen zusätzliche Nahrung oder ein Extraeinkommen. Durch Oro Verde müssten sie keinen Hunger mehr leiden, sagt Américo Mosquera.

Etwa 114 Familien, das sind 377 Goldwäscher, aus den zwei Gemeinden Tadó und Condoto arbeiten mit Oro Verde zusammen. "Unser Gold ist grünes Gold, ganz ohne Chemie", sagt Mosquera. "Eine Maschine würde die Erde in zwei oder drei Arbeitsgängen ausbeuten. Aber dieses Geld bringt uns nichts, denn morgen schon hätten wir nichts mehr davon", ergänzt Nubia Mosquera, deren Gold ebenfalls durch Oro Verde zertifiziert wurde. "Wir aber gehen und finden jeden Tag ein Korn, und die Erde bleibt dort. So haben wir einen Lebenserhalt, für uns und unsere Kinder."

Verkauft wird das grüne Gold in den USA und Europa . Jedes Stück, das daraus entsteht, trägt eine Nummer, mit deren Hilfe die Käufer den Weg der Ware bis zu den Goldwäschern zurückverfolgen können.

Normalerweise kämpfen die Menschen im Chocó um das tägliche Leben. Oro Verde will ihnen eine langfristige Perspektive verschaffen. "Die Umwelt ist das Wichtigste in unserem Leben", sagt Américo. "Wenn wir sie zerstören, zerstören wir uns selbst." In Kolumbien ist ein Großteil der artenreichen Regenwälder schon abgeholzt. Würde sich die Idee von  Oro Verde ausbreiten, hätten die Menschen, die in den Wäldern leben, eine nachhaltigere Perspektive. Alexandra Endres

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Leserkommentare
  1. Ich finde, man liest und hoert viel zu wenig ueber solche Projekte in den Medien.

    4 Leserempfehlungen
    • keibe
    • 22. Juni 2012 22:07 Uhr

    z. B. das Bild zu diesem Artikel mit dem Bild von

    http://www.zeit.de/zeit-w...

    und dann lese man

    "Man braucht nicht unbedingt UN-Konferenzen, um die Welt zu verbessern"

    Nein, nicht unbedingt. Aber ich möchte da nicht urteilen und überlasse dies hoffnungsvoll meinen Folgekommentatoren/rinnen.

  2. Brasilien, als Schwellenland, entwickelt sich zur Zeit zu einem der größten Wald Vernichter unserer Welt. Zu Gunsten der Holz Lobby und einiger Groß Grundbesitzer wird "eine Lunge der Erde" vernichtet. Ein par kleine, Alibi Projekte sollen uns Sand in die Augen streuen um den "Fortschritt" in einem Schwellenland ins "Gute Licht" zu stellen.

    Was sind die "Bemühungen" der führenden Industrie Nationen wert wenn sie ihre "Dreckschleudern" in Schwellenländer oder gar in die so genannte "Dritte Welt" verlagern. Umweltschutz ala Niebel und Merkel sind reine Makulatur da sie "Profit orientiert" die realen Probleme lediglich verlagern. China, Indien und Brasilien entwickeln sich zur Zeit zur größten Gefahr für unsere Umwelt, Demokratie ist dort offensichtlich ein Fremdwort - Gewalt und Korruption beherrschen dort den Neo Kapitalismus.

    NGO welche das Problem erkannt haben, Urwälder aufkaufen um sie zu schützen werden von der Merkel Regierung nicht unterstützt. Man behandelt sie wie "Spinner; Fantasten oder gar Umwelt Terroristen"!

    Umwelt Konferenzen sind wichtig. Man sollte diese Konferenzen in Länder verlagern die sich tatsächlich bemühen in ihrem kleinen Umfeld die Lebensbedingungen zu verbessern. Hier gibt der Artikel gute Ansätze um Plätze für die kommenden Konferenzen fest zu legen. Die Unsummen die solche Konferenzen verschlingen kämen dann wohl am richtigen Platz an.

    Man könnte hier gute Zeichen, ohne Alibi Funktion setzen!!!

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  • Schlagworte Niger | Edelmetall | GIZ | Gold | Hungersnot | Kolumbien
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