Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker wird zerschlagen. Darauf habe sich der Gläubigerausschuss geeinigt, teilte die Insolvenzverwaltung mit. Das Gremium sehe "keine Perspektive für die wirtschaftlich vertretbare Fortführung von Schlecker oder die Veräußerung des Gesamtkonzerns an einen Investor".

Von den 14.300 Mitarbeitern von Schlecker bekämen rund 13.200 bis Ende Juni die Kündigung. Für die 1.110 Angestellten des Tochterunternehmens Schlecker XL gebe es dagegen "eine eigenständige Zukunft", hieß es. Das gelte auch für die zu Schlecker gehörende Drogeriekette IhrPlatz mit 490 Filialen und rund 3.990 Mitarbeitern.

"Ich bedaure diese Entscheidung im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren", sagte I nsolvenzverwalter Arndt Geiwitz . Ende März hatten bereits 11.000 Schlecker-Beschäftigte im Zuge der Insolvenz ihren Arbeitsplatz verloren.

Der Gläubigerausschuss tagte an einem geheimen Ort in Berlin . Zu dem Gremium gehören die Kreditversicherung Euler Hermes, der Finanzdienstleister Markant Finanz AG für die gleichnamige Lieferantengruppe und die Agentur für Arbeit Ulm . Auch die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften waren mit einem Vertreter dabei.

Geiwitz hatte bis zuletzt mit den zwei verbliebenen Interessenten verhandelt: Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und US-Investor Cerberus Capital Management. Vergangenen Freitag hatten die Gläubiger eine letzte Frist von einer Woche eingeräumt, damit die Interessenten ihre Angebote nachbessern konnten. "Die Angebote waren nicht akzeptabel, weil sie deutlich unter einer Zerschlagung lagen", erklärte Geiwitz.

Ausverkauf bei Schlecker

Bevor die rund 2.800 Läden schließen, soll es einen groß angelegten Schlussverkauf geben. Er solle voraussichtlich Ende der kommenden Woche beginnen und bis Ende Juni, längstens Mitte Juli andauern, sagte Gleiwitz. Bereits Ende März hatten knapp 2.000 Läden dicht gemacht. Davor hatte die Drogeriekette mit Rabatten von mindestens 30 Prozent in die betroffenen Filialen gelockt. Teilweise waren Produkte um mehr als die Hälfte reduziert worden.

Beobachter gehen davon aus, dass zudem bald die Vermögenswerte von Schlecker verkauft werden: restliche Auslandsgesellschaften und Immobilien wie Lager. Mit den Einnahmen könnten zunächst laufende Kosten gedeckt werden: zum Beispiel Gehälter, Warenbestellungen aus der Zeit der Insolvenz und die Tätigkeit der Insolvenzverwaltung. Der Rest käme in einen Topf, der unter den Gläubigern aufgeteilt würde.