InsolvenzSchlecker-Mitarbeiter sollen in Kitas und Pflegeheimen arbeiten

Arbeitsministerin von der Leyen will Schlecker-Beschäftigte zu Erziehern und Altenpflegern umschulen lassen. Diese Idee stößt auch bei ver.di auf Zustimmung.

Nach der Insolvenz von Schlecker suchen Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Gewerkschaft ver.di für die betroffenen Mitarbeiter neue berufliche Perspektiven. In strukturschwachen Gebieten könnten etwa Umschulungen zur Erzieherin oder Altenpflegerin angeboten werden, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten, kündigte von der Leyen zusammen mit Bundesarbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise an.

Akut betroffen von der Schlecker-Zerschlagung sind nach Angaben von der Leyens etwa 25.000 Beschäftigte, überwiegend Frauen. Von den 11.190 bereits im Frühjahr Entlassenen seien bislang etwa 5.000 in einen neuen Arbeitsplatz oder Fördermaßnahmen vermittelt worden. Weniger als 2.500 hätten dabei einen vollwertigen Job angetreten. "Das ist keine Zahl, die beruhigt, sie zeigt aber eine gewisse Dynamik", sagte Weise. Viele Schlecker-Beschäftigte hätten wertvolle Berufserfahrung und würden auf dem Arbeitsmarkt gesucht.

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Dort gibt es nach Angaben von Ver.di-Chef Frank Bsirske allerdings zu viele Bewerber. Im Einzelhandel gebe es bei 25.000 offenen Stellen derzeit etwa 360.000 Arbeitssuchende. Viele Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen seien nach der ersten Kündigungswelle lediglich in unbezahlte Praktika oder Urlaubsvertretungen vermittelt worden. "Es kann nicht sein, dass sie jetzt als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen", sagte er.

Bsirske begrüßt die Umschulungspläne. Da bei Erziehern und Altenpflegern eine "ausgesprochene Mangelsituation" herrsche, biete sich für die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter in diesem Bereich eine Qualifizierung an. Dies könne sowohl für die Betroffenen als auch "für die Gesellschaft insgesamt" eine Chance sein, sagte Bsirske.

Nach Angaben von der Leyens stehe das Geld für die Umschulungen mit der sogenannten Initiative zur Flankierung des Strukturwandels zur Verfügung. Außerdem gelte für die Schlecker-Mitarbeiter, die sich für eine Weiterqualifizierung entscheiden würden, Bestandsschutz, "wenn ein Kind da ist". Sie erhielten für die Dauer der Umschulung das Arbeitslosengeld I.

Schlecker-Mitarbeiter fordern Transfergesellschaft

In Dresden protestierten Schlecker-Mitarbeiter und Gewerkschafter vor dem Wirtschaftsministerium des Bundeslandes – mit Fahnen, Tröten und Transparenten wie "Schämt Euch, Schlecker-Clan!" oder "Was wird aus uns?". Auch in Hannover demonstrierten Hunderte Schlecker-Mitarbeiter und forderten Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) auf, eine neue Initiative zur Gründung einer Transfergesellschaft zu starten. "Das ist nach wie vor eine vernünftige Lösung, um Zeit zu gewinnen. Wir fordern Sie auf, das Möglichste zu tun", sagte Ver.di-Landeschef Detlef Ahting bei der Demonstration vor dem Wirtschaftsministerium.

Am Freitag beginnt der Ausverkauf in den Schlecker-Filialen. "Das wird für uns alle ein schwerer Gang", sagte eine Mitarbeiterin, die mit den Tränen kämpfte. Sie bitte daher alle Kunden, Solidarität mit den Verkäuferinnen zu zeigen.
 

 
Leserkommentare
  1. wohl entscheident was die Mitarbeiter möchten, ihnen vorzuschreiben seitens des Ministeriums und der Gewerkschaft was sie zukünftig machen sollen empfinde ich als anmaßend und unverschämt.

    Eine Verschnaufpause und darüber nachdenken wie es weiter gehen soll hat doch wohl jede/r der entlassen wurde oder noch wird.

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    Wenn es ihnen das Ministerium und die Gewerkschaften nicht vorschreiben, dann eben später die Arbeitsagentur. Wer Arbeitsangebote ohne trifftigen Grund ausschlägt, verliert den Anspruch auf Leistungen. Und das ist auch gut so: "Beggars can`t be choosers .."

    Wenn es ihnen das Ministerium und die Gewerkschaften nicht vorschreiben, dann eben später die Arbeitsagentur. Wer Arbeitsangebote ohne trifftigen Grund ausschlägt, verliert den Anspruch auf Leistungen. Und das ist auch gut so: "Beggars can`t be choosers .."

    • Bus-x
    • 07.06.2012 um 19:23 Uhr

    Gut so. Es muss was passieren und all diese Leute haben immer mit Verantwortung gearbeitet und gelebt. Gute Idee!

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    • Stroke
    • 07.06.2012 um 20:49 Uhr

    Die Arbeit in Kitas ist nervenaufreibend und anstrengend, Altenpfleger ein extrem aufreibender Job, den die meisten Pflegerinnen nicht viel mehr als fünf Jahre aushalten, dann droht das "Burn-out".

    Mit der relativ ruhigen Arbeit in den damaligen Schleckerfilialen haben die empfohlenen Tätigkeiten wenig zu tun. Das einzige Gemeinsame dieser Jobs: die extrem miese Bezahlung und dass sie dem klischeehaften deutschen Rollenbild für erwerbstätige Frauen entsprechen, das ausgerechnet von einer PolitikerIn bedient wird.

    • Stroke
    • 07.06.2012 um 20:49 Uhr

    Die Arbeit in Kitas ist nervenaufreibend und anstrengend, Altenpfleger ein extrem aufreibender Job, den die meisten Pflegerinnen nicht viel mehr als fünf Jahre aushalten, dann droht das "Burn-out".

    Mit der relativ ruhigen Arbeit in den damaligen Schleckerfilialen haben die empfohlenen Tätigkeiten wenig zu tun. Das einzige Gemeinsame dieser Jobs: die extrem miese Bezahlung und dass sie dem klischeehaften deutschen Rollenbild für erwerbstätige Frauen entsprechen, das ausgerechnet von einer PolitikerIn bedient wird.

  2. Manchmal weiß man gar nicht, bei welcher Schlagzeile, einem zuerst das Lachen und dann die Tränen kommen sollen....

    Ich hoffe F.von der Leyen, stellt als erste, für ihre Kinder, eine
    weitergebildete Verkäuferin (Pädagogin) ein.

    Übrigens, ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, ich habe
    höchsten Respekt vor der Arbeitsleistung der Schleckermitarbeiter!

    23 Leserempfehlungen
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    Jede normale Mutter ist grundsätzlich zur Kinderbetreuung geeignet. Dazu bedarf es nicht stets einer überkandidelten Pädagogenausbildung.

    Diese Ausbildung ist vor allem bei Problem- und Konfliktfällen angebracht, aber für normale Kindern kaum erforderlich.

    Wenn in einem Kindergarten zwei Betreuerinnen anwesend sind, reicht es durchaus, dass eine davon halbakademisch gebildet ist.

    Jede Mutter ist ...

    ach so, der Vater also nicht......

    in welcher Welt leben sie eigentlich ????

    Übrigens bei solchen Sätzen "Diese Ausbildung ist vor allem bei Problem- und Konfliktfällen angebracht, aber für normale Kindern kaum erforderlich." wird mir schlecht!

    Was ist ein normales Kind ??????????????????????????????????

    >> Ich hoffe F.von der Leyen, stellt als erste, für ihre Kinder, eine weitergebildete Verkäuferin (Pädagogin) ein. <<

    Dass das nicht so ist, da können Sie ganz sicher sein. Sollte es tatsächlich noch Kinder von den "von der Leyens" bundesweit geben, die noch keinen Privatkindergarten besuchen, wird sich bei der Einteilung des Kräfte eine "helfende" Hand finden, die dafür sorgt, dass das schön getrennt bleibt, die Schleckergärtnerinnen im Problemviertel, und die richtig Ausgebildeten in der gepflegten Vorstadt.

    Nur konsequent, die Spaltung der Gesellschaft auch auf dieses Gebiet auszudehnen.

    ...da wird ständig darüber diskutiert, wie wir es schaffen könnnen frühkindliche Bildung und Förderung voranzutreiben und dann so ein Vorschlag. Mal schnell zum Erzieher umschulen. Sicherlich muss nicht jede Mutter Akademikerin sein... wenn ich diesen Job jedoch professionel machen will, sollte ich schon über mehr als ein paar Grundlagen verfügen. Das zeigt mal wieder als wie wichtig Erziehung in Deutschland gesehen wird. Warum lernt man eigentlich nicht endlich mal von Ländern wo es sehr gut funktioniert? Dort kann nicht jeder Depp Erzieher werden (damit meine ich jetzt nicht die Schlecker-Mitarbeiter). Wenn ich mir überlege, dass gerade Menschen mit dem niedrigsten Bildungsabschluss Erzieher werden können, da frage ich mich schon wo ich eigentlich lebe.

    Jede normale Mutter ist grundsätzlich zur Kinderbetreuung geeignet. Dazu bedarf es nicht stets einer überkandidelten Pädagogenausbildung.

    Diese Ausbildung ist vor allem bei Problem- und Konfliktfällen angebracht, aber für normale Kindern kaum erforderlich.

    Wenn in einem Kindergarten zwei Betreuerinnen anwesend sind, reicht es durchaus, dass eine davon halbakademisch gebildet ist.

    Jede Mutter ist ...

    ach so, der Vater also nicht......

    in welcher Welt leben sie eigentlich ????

    Übrigens bei solchen Sätzen "Diese Ausbildung ist vor allem bei Problem- und Konfliktfällen angebracht, aber für normale Kindern kaum erforderlich." wird mir schlecht!

    Was ist ein normales Kind ??????????????????????????????????

    >> Ich hoffe F.von der Leyen, stellt als erste, für ihre Kinder, eine weitergebildete Verkäuferin (Pädagogin) ein. <<

    Dass das nicht so ist, da können Sie ganz sicher sein. Sollte es tatsächlich noch Kinder von den "von der Leyens" bundesweit geben, die noch keinen Privatkindergarten besuchen, wird sich bei der Einteilung des Kräfte eine "helfende" Hand finden, die dafür sorgt, dass das schön getrennt bleibt, die Schleckergärtnerinnen im Problemviertel, und die richtig Ausgebildeten in der gepflegten Vorstadt.

    Nur konsequent, die Spaltung der Gesellschaft auch auf dieses Gebiet auszudehnen.

    ...da wird ständig darüber diskutiert, wie wir es schaffen könnnen frühkindliche Bildung und Förderung voranzutreiben und dann so ein Vorschlag. Mal schnell zum Erzieher umschulen. Sicherlich muss nicht jede Mutter Akademikerin sein... wenn ich diesen Job jedoch professionel machen will, sollte ich schon über mehr als ein paar Grundlagen verfügen. Das zeigt mal wieder als wie wichtig Erziehung in Deutschland gesehen wird. Warum lernt man eigentlich nicht endlich mal von Ländern wo es sehr gut funktioniert? Dort kann nicht jeder Depp Erzieher werden (damit meine ich jetzt nicht die Schlecker-Mitarbeiter). Wenn ich mir überlege, dass gerade Menschen mit dem niedrigsten Bildungsabschluss Erzieher werden können, da frage ich mich schon wo ich eigentlich lebe.

  3. Ich bin dem Vorschlag sehr ambivalent gegenüber eingestellt.

    Einerseits kann es eine sogar sehr erfüllende Aufgabe sein, die für die ein oder andere Verkäuferin eine Weiterentwicklung ist.

    Andererseits sind das beides Jobs, für die man geeignet sein muss!

    Es droht durch Maßnahmen dieser Art eine Abwertung der Berufsbilder Pflege und Erzieher. Wenn wir unsere Kinder und Alten qualifiziert betreut haben wollen, dann kann man daraus keine ABM für Jedermann draus machen! Empathie, emotionale Kompetenz, innere Stabilität, das sind nur einige, "weichere" Faktoren die gefragt sind.

    Es gab schon in den letzten Jahren diese Initiativen, HartzIV-Empfänger im großen Stil zu "qualifizieren". Und dann sieht man plötzlich Weiterbildungsanbieter wie Pilze aus dem Boden schießen, die neben Gabelstaplerfahrern und Lagerarbeiter plötzlich Pflegekräfte - und künftig wohl auch Erzieher ausbilden?!?!

    Das kann und darf nicht die Lösung sein! Aber ich habe das Gefühl, dass Frau vdL mal wieder derart abgehoben in ihrem Elfenbeinturm sitzt, dass sie diese Realität und ihre Konsequenzen nicht mitbekommt.

    19 Leserempfehlungen
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    dürfte zeit ihres Lebens sehr gepampert worden sein; die Realität der heutigen Welt hat sie vermutlich nie kennengelernt. Mit Sicherheit hatte sie früher und hat vermutlich noch heute Angestellte: Hausmädchen, Erzieher und Betreuer für die Kinder, Köchin und Putzfrau etc, den Chauffeur stellt ihr ja der Staat.

    Schon der Vorschag zeigt, daß es nur darum geht "Lücken" zu füllen. Dazu die "Arbeitspflicht", durchgesetzt von den ARGEN, nun, woran erinnert das ? Qualifizierte Betreuung alter Menschen ist von den Arbeitgebern schon jetzt nicht organisiert. Bei den KITA`s kenne ich mich da nicht aus. Ich kann den betroffenen Damen trotzdem nur raten: geht in die Kita`s. Der Knochenjob im Altenheim zerstört euch physisch und psychisch. Die direkten Vorgesetzten treiben euch und die Alten sind hilflos. Und glaubt ja nicht die Arbeitsbedingungen werden besser, nur weil ihr für wenig Lohn mehr werdet. Dagegen war euer SCHLECKER Job ein schöne Sache.

    Umschulung? Eine reguläre Ausbildung zur Erzieherin dauert fünf Jahre, wo bleibt die Qualität wenn man die Berufsbezeichnung nun auch durch eine Umschulung erhalten kann?

    Die Idee, ist grundsätzlihc nicht verkehrt, nur die Ausgestalltung und der Sinn sollte gut überdacht werden. M.E. wäre es Sinnvoll die im nachhinein Qualifizierten zusätzlich zu den bereits vorhandenen Stellen aufzustocken. Wenn es aber darauf hinausläuft, dass dann die Fachkräfte in Kitas und Altenheimen abgebaut werden, weil es ja auch mit billigeren Arbeitskräften zu machen ist, dann läuft das alles in die vollkommen falsche Richtung.

    Wann sieht unsere Regierung endlich ein, dass auf unserem Arbeitsmarkt leider nicht mehr jede einzelne Person gebraucht werden kann und lässt sich für diese mal etwas einfallen wie sie ihr Leben trotzdem noch lebenswert gestalten können!???

    dürfte zeit ihres Lebens sehr gepampert worden sein; die Realität der heutigen Welt hat sie vermutlich nie kennengelernt. Mit Sicherheit hatte sie früher und hat vermutlich noch heute Angestellte: Hausmädchen, Erzieher und Betreuer für die Kinder, Köchin und Putzfrau etc, den Chauffeur stellt ihr ja der Staat.

    Schon der Vorschag zeigt, daß es nur darum geht "Lücken" zu füllen. Dazu die "Arbeitspflicht", durchgesetzt von den ARGEN, nun, woran erinnert das ? Qualifizierte Betreuung alter Menschen ist von den Arbeitgebern schon jetzt nicht organisiert. Bei den KITA`s kenne ich mich da nicht aus. Ich kann den betroffenen Damen trotzdem nur raten: geht in die Kita`s. Der Knochenjob im Altenheim zerstört euch physisch und psychisch. Die direkten Vorgesetzten treiben euch und die Alten sind hilflos. Und glaubt ja nicht die Arbeitsbedingungen werden besser, nur weil ihr für wenig Lohn mehr werdet. Dagegen war euer SCHLECKER Job ein schöne Sache.

    Umschulung? Eine reguläre Ausbildung zur Erzieherin dauert fünf Jahre, wo bleibt die Qualität wenn man die Berufsbezeichnung nun auch durch eine Umschulung erhalten kann?

    Die Idee, ist grundsätzlihc nicht verkehrt, nur die Ausgestalltung und der Sinn sollte gut überdacht werden. M.E. wäre es Sinnvoll die im nachhinein Qualifizierten zusätzlich zu den bereits vorhandenen Stellen aufzustocken. Wenn es aber darauf hinausläuft, dass dann die Fachkräfte in Kitas und Altenheimen abgebaut werden, weil es ja auch mit billigeren Arbeitskräften zu machen ist, dann läuft das alles in die vollkommen falsche Richtung.

    Wann sieht unsere Regierung endlich ein, dass auf unserem Arbeitsmarkt leider nicht mehr jede einzelne Person gebraucht werden kann und lässt sich für diese mal etwas einfallen wie sie ihr Leben trotzdem noch lebenswert gestalten können!???

    • TDU
    • 07.06.2012 um 19:35 Uhr

    Frauenförderung an allen Ecken und Enden. Ist ja gut, haben sie ja auch verdient. Und wenn die 100% Frauenquote in Staat, Medien und vor allem in der Erziehung erreicht ist, hat Mann endlich seine Ruhe. Mehr als das fällt mir nicht ein, wenn Frau v.d.L. eine Idee hat.

    5 Leserempfehlungen
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    • cornus
    • 08.06.2012 um 9:53 Uhr

    Ja, dieser Vorschlag von Frau v.d.L. (kommt er wirklich von ihr?) hat es in sich.

    1. Im Einzelhandel gibt es genügend freie Stellen. (Deshalb hatte die FDP auch recht, mit der Weigerung, eine Auffangs- bzw. Transfergesellschaft zu installieren.)

    2. Wenn man so werbewirksam Arbeitsstellen anbietet, die eine Weiterbildung erfordern, dann sollten es doch bitte ein breit gefächertes Angebot geben. Nur Lücken zu stopfen, weil es sich mal so anbietet - na, ja typisch für die kopflose Politik des Ministeriums.
    In anderen Ländern, in denen man die staatliche Betreuung und Erziehung im Kindesalter ernst nimmt, erfordert der Beruf der Erzieherin/ des Erziehers! (ja, die gibt es auch, Frau v.d.L.) ein Studium.

    3. Als Gewerkschaftsmitglied schüttle ich mal wieder den Kopf, denn leider sitzen auch dort oft nur Leute, denen wenig zu Arbeitsmarktstrukturen und deren Verbesserung einfällt - diese Erfahrung habe ich im Laufe meines Arbeitslebens schon öfter gemacht. Vollmundig werden Forderungen 'rausgepustet, was dann hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist eine andere Sache. Die Gewerkschaftsspitze macht mit Vorliebe Politik auf dem Podium - das Fussvolk in den Verbänden kann dann sehen....

    • siar
    • 08.06.2012 um 20:39 Uhr

    Stört es Sie, dass fast alle Schlüsselpositionen von Männern besetzt sind? Ich nehme an eher nicht.
    Warum lasten Sie es den Frauen an, wenn Männer nicht als Erzieher arbeiten wollen? Es wird kein Mann daran gehindert diesen Beruf zu wählen. Ach, die wollen nicht, wegen der geringen Aufstiegschancen und der miserablen Bezahlung?

    • cornus
    • 08.06.2012 um 9:53 Uhr

    Ja, dieser Vorschlag von Frau v.d.L. (kommt er wirklich von ihr?) hat es in sich.

    1. Im Einzelhandel gibt es genügend freie Stellen. (Deshalb hatte die FDP auch recht, mit der Weigerung, eine Auffangs- bzw. Transfergesellschaft zu installieren.)

    2. Wenn man so werbewirksam Arbeitsstellen anbietet, die eine Weiterbildung erfordern, dann sollten es doch bitte ein breit gefächertes Angebot geben. Nur Lücken zu stopfen, weil es sich mal so anbietet - na, ja typisch für die kopflose Politik des Ministeriums.
    In anderen Ländern, in denen man die staatliche Betreuung und Erziehung im Kindesalter ernst nimmt, erfordert der Beruf der Erzieherin/ des Erziehers! (ja, die gibt es auch, Frau v.d.L.) ein Studium.

    3. Als Gewerkschaftsmitglied schüttle ich mal wieder den Kopf, denn leider sitzen auch dort oft nur Leute, denen wenig zu Arbeitsmarktstrukturen und deren Verbesserung einfällt - diese Erfahrung habe ich im Laufe meines Arbeitslebens schon öfter gemacht. Vollmundig werden Forderungen 'rausgepustet, was dann hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist eine andere Sache. Die Gewerkschaftsspitze macht mit Vorliebe Politik auf dem Podium - das Fussvolk in den Verbänden kann dann sehen....

    • siar
    • 08.06.2012 um 20:39 Uhr

    Stört es Sie, dass fast alle Schlüsselpositionen von Männern besetzt sind? Ich nehme an eher nicht.
    Warum lasten Sie es den Frauen an, wenn Männer nicht als Erzieher arbeiten wollen? Es wird kein Mann daran gehindert diesen Beruf zu wählen. Ach, die wollen nicht, wegen der geringen Aufstiegschancen und der miserablen Bezahlung?

  4. Frau Leyen meint vermutlich, wer vordem schon Billiglöhner war, könne auch weiter Billiglöhner bleiben - von der Schleckerkasse zum Altenheim und als Pfleger arbeiten, ist ja auch nur ein Katzensprung.
    Das ist in meinen Augen Zynismus pur und ich würde Frau v.d. Leyen mal dringend empfehlen, nur für vier Wochen als Altenpflegerin und für das Gehalt eines Altenpflegers zu arbeiten, am besten über eine Zeitarbeitsfirma.
    'Viele Schlecker-Beschäftigte hätten wertvolle Berufserfahrung und würden auf dem Arbeitsmarkt gesucht.', so äußerte sich Herr Weise, der mutmaßlich mit mehreren Tausend Euro im Monat nachhause geht - bei 25000 offenen Stellen und über 300.000 Arbeitssuchenden ist das Finden eines neuen Arbeitsplatzes (ich will es nicht Job nennen, diese Bezeichnung setzt sich sowieso immer mehr und mehr durch und stört mich seit langem) auch sicherlich ein Klacks.
    Wie kommt es eigentlich, daß solche Leute mit so hochdotierten Positionen meinen, sich auch noch zynisch (jedenfalls in meinen Augen) äußern zu dürfen?

    Die Schleckerfrauen haben meine volle Solidarität - und Anton Schlecker sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden, daß er noch vor kurzem ein Logistikzentrum in Österreich an seine Kinder verscherbelt hat, obwohl die Insolvenz schon abzusehen war.
    http://www.spiegel.de/wir...

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  5. ...und sollte dann bald die ein oder andere Autofirma pleite gehen, dann machen wir aus ihnen Ärzte, wenn es mal an solchen mangeln wird. Lasst uns die Lückem füllen mit dem was gerade zur Hand ist.
    Ein greifbareres Beispiel zu meinem ironischen Kommentar? Ich fülle im Bad die Fugen doch auch nicht mit Kaugummi weil grad kein Silikon da ist!

    Hiermit möchte ich keinen der Schlecker-Mitarbeiter angreifen, im Gegenteil! Ich bin mir sicher, dass unter ihnen einige tatkräftige und kompetente Mitarbeiter sind! Ich finde es nur eine Unverschämtheit über die Köpfe der Betroffenen hinweg die Fehler der Politik ausgleichen zu wollen - in gewisser Weise auf dem Unglück anderer Leute.
    Wenn ein Mitarbeiter gerne eine Umschulung machen möchte, dann fände ich eine Unterstützung mehr als gerechtfertigt - aber warum nicht z.B. auch zum Bäcker?

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  6. Um das Ganze mal in der Realität zu betrachten:
    viele Schleckerfrauen werden keinen neuen Arbeitsplatz mehr finden oder allerhöchstens zu prekären Bedingungen.
    Umschulungen werden den älteren ehemaligen Schleckerangestellten mit Sicherheit nicht mehr angeboten werden, schon garnicht als Altenpflegerinnen; die Altenpfleger/innen, die ich kenne, sind im Höchstfall Mitte bis Ende 40, die meisten eher noch jünger, da läuft niemand mit 62 Jahren herum und arbeitet.
    Wenn die ehemaligen Schleckerangestellten ganz großes Pech haben, sind sie nach einem Jahr noch nicht einmal Hartz-IV-berechtigt, da ihre Ehemänner zuviel verdienen - nach Logik des Arbeitsamtes natürlich. Daß sie jahrzehntelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, spielt ja nach der Agenda 2010 keine Rolle mehr.
    Ich halte es da wie Max Liebermann, wenn ich mir dieses System im heutigen Deutschland anschaue: nach 20/30 Jahren auf den Müll geworfen, nicht einmal die eingezahlten Beiträge können u.U. in Anspruch genommen werden.

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