Spanien : "Wir sind pleite, Merkel wird uns retten"

Spaniens Bürger, frustriert und misstrauisch, richten sich auf die Rettung ihres Landes ein. Sie fürchten den Einfluss der Deutschen – und Angela Merkel.
Proteste in Madrid © Dominique Faget/AFP/GettyImages

Eine gute Nachricht aus Spanien : Wer auf der iberischen Halbinsel sein Geld mit der Herstellung von Privatsafes verdient, profitiert von der Bankenkrise im Land. Das Geschäft mit den handlichen Stahlschatullen für den Wäscheschrank daheim boomt. Der spanische Mittelstand transferiert neuerdings einen Teil seiner gesparten Euros vom Konto ins Eigenheim. Dort hortet er sie, gebündelt und gepanzert. Denn wer weiß, ob der Geldautomat der Hausbank demnächst noch reagiert?

Was beim Abendessen im Freundeskreis noch Heiterkeit auslöst, illustriert im Alltag den Ernst der Lage. In Spanien ist das Vertrauen in die Banken, in die Wirtschaft, in die Politik und in die Zukunft des Landes, gelinde gesagt, schwer angeschlagen. Was vor einem Jahr von der Bewegung der Indignados, der "Empörten" , als antikapitalistische Systemkritik formuliert wurde, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hier empfindet man nicht Wut und Empörung, sondern Enttäuschung, Misstrauen, Resignation. Umfragen zeigen, dass die Spanier immer weniger von der Demokratie erwarten. Das Vertrauen, dass Spanien aus eigener Kraft die Finanzkrise bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten.

"Das gemeinsame Gefühl ist gezeichnet von einer kollektiven Depression", sagt der Politikwissenschaftler Fernando Vallespín in Madrid . "Das Land steckt in einer dreifachen Krise: wirtschaftlich, sozial und moralisch." Eine Situation, in der man eine professionelle Führung braucht. Also genau das, was Spanien zurzeit am meisten fehlt, abgesehen von den Euro-Milliarden, die offenkundig überforderte Bank- und Sparkassenmanager zusammen mit unfähigen und zum Teil korrupten Regional- und Lokalpolitikern buchstäblich verspielt haben. Die aus der Fusion regionaler Sparkassen entstandene und nun selbst vom Bankrott bedrohte Bankia ist ein Paradebeispiel für das Chaos im spanischen Finanzsystem, das Europas Börsen und die Regierungen der Euro-Länder in Angst versetzt.

"Wir sind nicht deutschenfeindlich"

Politisch verantwortlich für das Schlamassel ist in erster Linie die aktuelle Regierung. Vor einem halben Jahr ist sie mit der damals schon etwas vollmundigen Zusage angetreten, die Folgen der siebenjährigen sozialistischen Misswirtschaft aufzuräumen und das Land zu sanieren. Danach verschwand der neue Regierungschef Mariano Rajoy von der Bildfläche, mied Pressekontakte und Mikrofone und überließ die Verkündung unangenehmer Nachrichten seinen Ministern – vor allem jene über Einschnitte und Kürzungen bei Sozialleistungen, die er im Wahlkampf noch für unantastbar erklärt hatte. Hin und wieder, so hörte man, telefonierte er mit Angela Merkel .

Wenn man den Zeitungen, den politischen Insidern und den unpolitischen Normalbürgern im Freundeskreis traut, ist es die deutsche Kanzlerin, die den Spaniern sagt, wo es von nun an langgeht. "Wir sind pleite, Merkel wird uns retten", kommentierte neulich ein spanischer Freund, beruflich ein Deutschlandexperte, per SMS die Lage. Das war ironisch gemeint, fasste aber die allgemeine Stimmung gut zusammen. "La Merkel" und ihr Berliner Spardiktat für Europa füllt die Kommentarspalten längst auch in Spanien. Und Rajoys Minister sind damit beschäftigt, öffentlich dem Eindruck entgegenzutreten, dass sie Order auf Deutsch bekämen: Ja, Brüssel wird schon helfen. Nein, Berlin will Spanien nicht unter den Rettungsschirm zwingen. Ja, es wird eine europäische Lösung geben. Nein, es wird keine "Troika" nach Athener Vorbild nach Madrid reisen. Und nein, die deutsche Kanzlerin habe nichts dergleichen gefordert, auch nicht Wolfgang Schäuble .

Spanische Germanophobie? "Wir wissen, dass wir es ohne deutsche Hilfe nicht schaffen", sagt Vallespín, "aber wir sind nicht deutschenfeindlich." Ein anderer Kolumnist, Suso de Toro, umschreibt die Fixierung der öffentlichen Debatte auf die Deutschen mit dem Wortspiel über die manische Fixierung auf Alemania (Deutschland): Das sei eben eine Alemanía (wichtig ist dabei das í). Über die verwirrt-verwirrende Öffentlichkeitsarbeit, mit der die Regierung der allgemeinen Konfusion Herr zu werden versucht, machen sich Freund und Feind der Konservativen inzwischen offen lustig. Oder sie reagieren verärgert, vor allem die Kommentatoren, die dem rechten Flügel von Rajoys Volkspartei (PP) nahestehen. Vor allem El Mundo . Das konservative Blatt warnt Rajoy davor, sich auf eine griechische Lösung – mit Überwachung durch die internationale Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds – einzulassen. Angesichts der wenig überzeugenden Dementis wird es nicht müde, vom deutschen Druck auf Madrid zu berichten und darüber, dass man in "G-7-Kreisen" über den "spanischen Stolz" spotte und von einer "fatalen Arroganz" der Spanier spreche.

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Kommentare

262 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

"Das Vertrauen, dass Spanien aus eigener Kraft die Finanzkrise..

... bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten."

Diese Einsicht scheint mir recht realistisch und entspricht einer Aussage von vor zwei Jahren, die mir gegenüber einer der 5 Weisen machte. Das ist nicht somit sehr neu.

"Das Vertrauen, dass Spanien aus eigener Kraft die Finanzkrise.

.... bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten."

Jahrzehntelang wurden die Deutschen verlacht, ob ihrer restrektiven Steuergesetzgebung, des Handelrechts, des Bilanzwesens, des dualen Ausbildungssystems, Meldewesens, Kontrollgremien, etc., etc ! Dagegen schien das südländische "easy going" immer erstrebenswert, tja, bis das Geld alle war ! Jetzt wollen sie Hilfe (in Form von Geld), aber bitte ohne Einmischung von Aussen, was wieder nur dazu führt, dass die Kohle nur verbraten wird und in einem halben Jahr der Urzustand wieder da ist. Ein ineffektiver und aufgeblähter Beamtenapparat wie in Spanien würde das Geld so schnell schreddern, dass einem normalen Bürger der Kopf brummen würde ! Erst die Ursache bekämpfen, dann neues Geld!
GoG

Den Eindruck hatte ich bisher

nicht, dass in Spanien alles einfach so "easy going" geht. Ihre reichlich überhebliche Sicht von Deutschland auf "die" Spanier halte ich für ziemlich unangemessen. Deutschland verfügt über ganz andere industrielle Strukturen als Spanien. Sicherlich auch ein historisch bedingter Verdienst denn Deutschland ist mit anderen Vorzeichen in die EU und den EURO gestartet als Spanien. Unbestreitbar haben die spanischen Regierungen (und natürlich vor allem Banken) in den letzten 10 Jahren Fehler gemacht. Doch viele spanische Unternehmer, Arbeiter und Angestellte haben ziemlich gute Arbeit geleistet und das Land vorangebracht. Dies ist für mich ein Hauptunterschied zu Griechenland wo sich sehr viele mit einem korrupten System arrangiert haben und jeder versuchte für sich das Maxixum heraus zu holen.

Sie wünschen sich den Untergang....

Abgesehen davon, daß Ihr Wunsch daß Deutschland aus EU und Euro austritt nicht die geringste Chance auf Realisierung hat, wäre dies der Weg ins absolute Desaster.

Die wirtschaftlichen Folgen für dieses Land und den Kontinent wären unabsehbar und vermutlich schlimmer als die Weltwirtschaftskrise in den 1930 Jahren. Ich hätte auch Angst, daß der unselige Nationalismus wieder auferstehen könnte und auch kriegerische Auseinandersetzung nicht mehr ausgeschlossen wären.

In jedem Fall würde Europa - und Deutschland - in der Bedeutungslosigkeit untergehen.

Europa hat vor dem EURO bestanden -

und wird auch nach dem EURO weiterbestehen.

Eine immer engere Union gegen den Willen der Bewohner kann aber auch in eine jugoslawische Situation führen ...

Eine erzwungene Einheit ist das sicherste Mittel, ein Wiederaufleben des Nationalitätenhasses zu befördern. Das zeigen vielfältige historische Erfahrungen.

Aber unsere EUromantiker weigern sich einfach, diese geschichtlichen lehren zu sehen.

@77marcaurelSiewünschen

@77marcaurel, Bitte Argumente. Man muss objektiv aufrechnen, was eine Daueralimentierung der Südstaaten kosten würde. Ich verstehe ja Ihre Angst vor kriegerischen Auseinadersetzungen (Ängste sind nun mal irrational). Aber schauen Sie bitte was vor nicht allzu langer Zeit in der Mitte Europas geschah: Trotz Einheitswährung "Dinar" gab es grausamen Krieg in Jugoslawien (Tschetschenien ebenfalls). Die einfache Denke: "gleiche Währung - kein Krieg" ist naiv, wie die Geschichte zeigt. Die Ängstlichen jedoch halten verkrampft an ihrem Dogma fest.
Und was ist, wenn D "Bedeutungslos" wäre, so wie die anderen 150 Staaten auf unserem Planeten? Ich mag das imperialistische, etwas anmaßendes Gehabe der Eurobefürworter nicht. Bedeutungslos, aber frei, souverän, demokratisch und friedlich- toll. Woran messen Sie "Bedeutungslosigkeit"? An Fortschritt, Wohlstand oder dem Vermögen andere Staaten zu manipulieren? Ich hoffe mal: das erstere. Auch da zeigt sich: viele "kleine, bedeutungslose" Staaten haben einen größeren Fortschritt, Wohlstand als manche Eurozonenstaaten.

Nicht nur das,

sondern dieselben Leute, die uns erzählen, was für ein Erfolg der EURO für Deutschland war, erklären uns, dass gerade die deutsche "unlautere" Konkurrenz die südlichen EURO-Länder kaputtgemacht habe, und dass "wir" aber unbedingt den EURO behalten müssten, weil es "uns" damit so gut geht, und dass "wir" aber dafür den anderen finanziell unter die Arme greifen müssten, weil "unsere" Konkurrenz an allem schuld sei.

Und bemerken nicht einmal die Widersprüchlichkeit ihrer Argumentation!

Wieso überheblich ?

Das "südländische" Problem liegt in der mangelnden Steuerehrlichkeit der Bürger und/oder Firmen und der Unfähigkeit der Staaten diese zu ahnden, da seine Beamten kaum dafür, wenn überhaupt, ausgebildet sind.
Diese Schlitzohrigkeit hat zugegebener Weise einen gewissen Charme, gerade für uns Deutsche, die wir über unseren Bürokratismus stöhnen, aber für diese Länder ist das einfach "too much" !

Ja, es scheint mir immer etwas frech, wenn....

....ich lese Dieser oder Jener hätte gerade wieder gesagt, Deutschland hätte profitiert aus dem Euro. Es wird interessant sein zu sehen, wenn der Staub sich gelegt hat, wie sich die gewinne der Langen Stagnation nach dem Eintritt in den Euro und nun die Verluste in der Krise sich addieren und eine klare Rechnung zeigt, wie sehr der Deutsche profitiert hat. Ich denke wir werden sehen, dass die behaupteten Gewinne das sind: Behauptungen.

Das komische daran ist, dass Politiker noch immer von diesen Gewinnen sprechen ohne die Rechnung aufzumachen. Natürlich verlagert sich die Begründung zunehmend in windigere Behauptungen, man müsse groß und stark sein um in der Großen Welt in Zukunft mitzureden. Aber es wird nicht gesagt, wieso das sein sollte. Werden wir weiterhin als Nation Europa 27 Sitze in der UNO und zwei Vetos am hohen Tisch haben? Wieso? Die Amis haben jeweils eine Stimme. Ähnlich ist es in WTO, OECD, IWF oder Weltbank. Wir koordinieren doch bereits jetzt den Auftritt, würde man meinen. Und mit der EU Verfassung? Wer blickt da schon durch? Ich kenne kaum Einen, der sie gelesen hat. Und verstanden?

Mag sein, dass Ein Europa eine tolle Idee ist. Aber so wie man es bisher macht fehlt dem Ding die Fähigkeit und die Legitimität. Das ist alles nichts. Und wer anderes behauptet, dem kann man nicht trauen.

Am deutschen Wesen...

Ist Ihnen eigentlich klar, dass die Länder der Südperipherie auch "jahrzehntelang" gut ohne deutsches Kulturgut ausgekommen sind? Man stelle sich sogar vor, dass vor Jahrzehnten GR heftigsten Widerstand gegen die leibhaftig gewordene deutsche Besserwisserei in Springerstiefeln geleistet hat.
Von den einstigen Weltreichen der Spanier und Portugiesen gar nicht zu reden. Als man in "Deutschland" noch auf einer Fahrt von München nach Hamburg 20 Grenzkontrollen über sich ergehen lassen musste.

Also erstmal den Ball flachhalten, am deutschen Wesen wird auch diesmal nicht die Welt genesen, sondern wie immer auch schon zuvor, schlicht und einfach in den Untergang gestürzt werden.

ich will das Europa unabhängig bleibt

Im 21. Jahrhundert werden die Entscheidungszentren der Welt Washington, Moskau, Peking, Dheli, Brasilia heissen.

Die Welt wird sich multipolar um einige wenige Zentren drehen, die die notwendigen Entscheidungen treffen, wer was zu tun hat und was bekommt. Niedliche Miniaturstaaten wie wir sie in Europa haben, werden auf dieser Ebene nicht mehr vorkommen und haben bestenfalls noch die Wahl, wessen Vasallen sie sein wollen.

Die einzige Chance, die europäischen Interessen - ausdrücklich: nicht militärisch oder imperialistisch - zu artikulieren ist die Europäische Union.

Dies hat sicher nichts mit Großmacht tun, sondern mit dem Wunsch die europäische Lebensweise zu erhalten

tut mir leid für sie

aber dass sie sich mit einer gesamten volkswirtschaft vergleichen, d.h. mit dem leben von ca.40 mio menschen, erscheint mir eine überhebliche provokation...aber vielleicht wollten sie genau das und freuen sich über jede empörte antwort auf ihr kommentar.
wirtschaftskrisen haben aber, die geschichte des 20. jh. belegt es, zu humanitären katastrophen und kriegen geführt, und anstatt immer nur "nie wieder" zu sagen, finde ich es gut einzugreifen, solange es nicht zu spät ist.

Vor der Krise eingreifen!

Noch besser wäre es, einzugreifen, bevor es zu einer Wirtschaftskrise kommt.

Da dürfte man dann allerdings die Anzeichen, die es ja immer gibt, nicht verleugnen und wegdiskutieren. Auch für den Privatmann kann es bitter sein zu erkennen, dass er über seine Verhältnisse lebt, wenn er aber rechtzeitig anfängt zu sparen, kann er die Insolvenz in der Regel vermeiden.

Es ist mir schon bewusst, dass bei Staaten rechtzeitiges Sparen bedeutet, größere Arbeitslosigkeit und größere Armut hinzunehmen. Das ist aber immer noch erträglicher, als in eine Insolvenz zu steuern, aus der den Staat vielleicht niemand mehr herauskauft. Auch die Leistungsfähigkeit Deutschlands ist mit der Rettung ganz Europas überfordert, selbst wenn wir wollten.

Wenn die Rettungspolitik wie bisher fortgesetzt wird, ist am Ende ganz Europa insolvent. Für mich persönlich kann ich nur hoffen, bis dahin nicht mehr zu leben.

ursprung dieser krise?

jedes krisenland hat eine eigene krise, damit meine ich dass die gründe verschiedene sind. der ursprung war gar nicht in europa, sondern in den usa 2008. das problem ist die grosse spekulation die zur zeit die krisenstaaten in die knie drängt und diese nicht mal die zeit gibt reformen durchzusetzten. die spekulation einzudämmen wäre die aufgabe der reigerenden, d.h. frau merkels.
ich erinnere daran, dass deutschland mit der agenda 2010 fast 10 jahre brauchte um die geplanten reformen durchzusetzten und gerade in diesen jahren hielt deutschland die defizitziele nicht ein. jetzt verlangt man 0 defizit und reformen von den krisenstaaten und das in 1 oder 2 jahren.
...dazu noch müssen sich die bürger der vershuldeten staaten "schuldig" fühlen.

Besorgniserregend

"Das Ziel von Rajoys Zugehen auf Europas Linke: deren Unterstützung bei EU-Hilfen und der Bankia-Rettung – und zwar ohne einen Teil der Kontrolle über die Gesamtwirtschaft außer Landes geben zu müssen. An diesem Punkt muss der spanische Regierungschef sein Gesicht wahren."

Insbesondere der letzte Satz aus dem Zitat ist besorgniserregend. Rajoy geht es offenbar nicht um die Rettung seiner Volkswirtschaft, denn es ist völlig klar, das andere Staaten einer Hilfe ohne jegliche Kontrolle - und sei es in Form einer gemeinsamen EU-Bankenaufsicht - niemals zustimmen werden.

Doch in falschem Stolz fährt er sein eigenes Land gegen die Wand, statt zu Hause die Zocker in Haftung zu nehmen. Bankia ist in Spanien das Finanzinstitut mit der höchsten Pfändungsquote von Immobilien.

Heißt: Wenn Sie in Spanien pleite gehen, fliegen Sie aus Ihrer Wohnung. Und wenn die Bank, bei der Sie die Hypothek haben, pleitegeht, dann geht Mariano bei seinen europäischen Kollegen mit dem Klingelbeutel sammeln - "Ihr zahlt das jetzt, und zwar ohne Kontrolle, meine alten Sparkassen-Freunde wollen schließlich auch künftig noch weiterspielen mit ihren Jetons....IHR könnt Euch UNSERE Pleite gar nicht leisten"

Das glaube ich Ihnen nicht ;-)

Aber Spass beiseite. Sowohl Privatleute als auch Unternehmer müssen eben mit ihren Mitteln haushalten. Wenn ihnen das nicht gelingt gehen sie halt in die Insolvenz. Bekommen auch keine Kredite mehr; nicht einmal mit horrenden Zinsen. Das ist der Unterschied zur Staatsverschuldung. Da wird mit Anleihen gezockt bis der ( griechische, spanische ... => beliebig erweiterbar) Staus quo erreicht ist. Die globalisierte Welt ist ein Hütchenspiel.

Provokation

in Diskussionen (solange DIE ZEIT sie nicht zensiert) schafft die Möglichkeit zur Reflexion auch dessen, was ansonsten nur noch selbstverständlch erscheint.

Insofern würde ich mich nicht als "überheblich" bezeichnen, sondern als jemand, der zu Gegenargumenten einlädt.

Das mit den 40 Mio ist ein GUTES.

Dennoch eine weitere Frage: In Deutschland würden MIR Insolvenzrecht und Sozialstaat helfen. Auf europäischer Ebene haben wir Hilfsmechanismen die NICHT den 40 Mio (dem Gegenstück zu dem nicht unüberlegt großgeschriebenen "mir") helfen, sondern den für die Krise verantwortlichen nstitutionen das von diesen verschleuderte Geld quasi noch einmal zur Verfügung stellen.

Kennen Se die Geschichte mir der Staatspleite von Neuseeland? Oder der von Argentinien? Beide waren in kürzerer Zeit durchgestanden als unsere europäische Krise jetzt schon dauert.

Ich fürchte, wir lösen das Problem nicht, wir verlängern es.

Und natürlich haben die 40 Mio jede Hilfe verdient. Aber ob sie dort auch ankommt?

ANDERS GEFRAGT: Warum schnürt man nicht unmittelbare Hilfspakete für eine in Not geratende Bevölkerung und deren Notfälle, sondern stützt das für die Notfälle verantwortliche System?

Rekapitalsierung von Banken ist notwendig

Hier hat nicht irgendein "System" versagt, sondern Menschen haben die vorhandenen Möglichkeiten falsch, leichtsinnig und zuweilen strafwürdig ausgenutzt.

Prinzipiell ist nichts schlechtes daran, wenn jemamnd zur Bank geht und diese ihm Geld leiht. Wenn dies aber ohne ausreichende Riskioprüfung hinsichtlich Rückzahlungswahrscheinlichkeit und Sinnhaftigkeit des Projekts geschieht ist es dennoch schecht.

In Spanien hat nicht ein "System" versagt, sondern Menschen und Banken haben enorme Menge von Geld in Beton gestckt, den heute niemand mehr haben möchte. Das "System als solches hat gut funktioniert und das getan was es tun sollte.

Man kann sich darüber ärgern, daß die Banken rekapitalisiert werden sollen, ich halte dies aber im Interesse der Menschen für absolut notwendig, denn ohne Banken, funktioniert nun mal keine Volkswirtschaft. Es ist auchnicht im Interesse der Menschen, daß Banken bankrott gehen, und die Kapitaleinlagen von Menschen, Unternehmen oder anderen Banken weg sind. Einen Bankenrun braucht niemand.

Ich halte die Rekapitalisierung der spanischen Banken - natürlich bei Enteignung der bisherigen Besitzer - für eien richtige Maßnahme

Haftung ist tatsächlich der springende Punkt

..
Am Ende des Euro muss eine Kultur der Aufarbeitung stehen. Wer hat wann, warum und unter welchen Umständen. Aber das darf nicht reichen, das Verbrechen des Euro am deutschen Volk ist zu schwerwiegend.

Helmut Kohl, Helmut Schmidt etc. müssen bestraft werden.

[...]

Bitte verzichten Sie auf rufschädigende oder diffamierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

Ich bin Schmidt und Kohl zutiefts dankbar für ihr Handeln

Erstens irren Sie, daß die Schuldenkrise durch den Euro ausgelöst wurde. Die Ursache der Krise ist nicht unsere Währung, die sehr erfolgreich ist,sondern daß Staaten mehr ausgegeben haben als sie verdienen.

Zweitens irren Sie, daß der Euro abgeschafft würde, das Gegenteil ist richtig, wir beide werden in diesem Land keine andere Währung mehr erleben - und ich denke noch einige Jahrzehnte zu leben.

Drittens sollten wir weisen Poltikern wie Schmidt und Kohl dankbar sein, daß sie den Euro und die europäische Vereinigung vorbereitet und voran getrieben haben.

ihre meinung in allen ehren

die kann und darf jeder haben.
wenn sie aber ihre augen vor einer objektiven ursachenanalyse verschliesen, koennen sie niemals zur loesung des problems beitragen.

beispiel:

"Ursache der Krise ist nicht unsere Währung, die sehr erfolgreich ist,sondern daß Staaten mehr ausgegeben haben als sie verdienen."

passt sicherlich auf griechenland und italien.
bei irland und spanien sieht die welt schon wieder anders aus.

wie man ein waehrung die staendig gerettet werden muss, als erfolgreich bezeichnen kann, erschliest sich mir ebenso nicht.

Ja, Haftung ist der springende Punkt

Aber nicht Schmidt, oder Kohl würde ich für ihre Utopie bestrafen wollen, sondern Steinbrück und Merkel für ihr katastrophales Versagen.

Es wurden in den letzten 4 Jahren gleich zwei historische Chancen vergeben, das völlig übergeschnappte Finanzsystem wieder einzufangen:

1. Die Lehman-Pleite

Kein Zocker hatte damit gerechnet, dass man eine internationale Großbank pleite gehen lässt.
Die Jungs waren wirklich für einen Moment geschockt und sich des Wahnsinns ihres Handelns bewusst.

Dieses Zeit-Fenster hat die Politik ungenutzt verstreichen lassen. Anstatt dessen hat man die Zocker mit neuem Spielgeld ausgestattet um noch mehr Unheil anrichten zu können.

2. Die Griechenland-Rettung

Man hätte sich an die Verträge halten müssen - No-Bailout-Klausel!

Sie schließt die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten aus!!!

Hätte man sich im Fall Griechenland daran gehalten, hätten die Spekulanten in die Röhre geguckt.

Und damit hätte kein Spekulant mehr gegen ein Euro-Land gewettet.

Der Vertragsbruch, die "Rettung" Griechenlands (in Wirklichkeit eine Bankenrettung), hat den Euro erst erpressbar gemacht.

Zwei Kardinalsfehler und zwei Namen, die ich damit Verbinde:

Merkel und Steinbrück. Und die müssen zu Rechenschaft gezogen werden.

Die Haftung

Nur hätte dann auch kein Spekulant mehr investiert, womit die Länder der südeuropäischen Peripherie sofort pleite gewesen wären (vermutlich).
Es ist eine zunehmend unlustige Situation in der wir stecken.
Deutschland hat sich wirklich extrem erpressbar gemacht und verliert zunehmend an Einfluss.
Auch wenn alle europäischen Linken jubeln: Hollande und Tsipras sind für Deutschland eine Katastrophe.

Krisenursachen sind zu hoher Konsum und Bankenderegulierung

Ich denke, daß ich als Ökonom durchaus in der Lage bin, die Ursachen der Krise zu beurteilen.

Ursache Nummer 1: Viele Länder haben mehr konsumiert als sie verdienen

Ursache Nummer 2: Viele Länder haben akzeptiert, daß ihre Banken unakzeptabel Risiken eingegangen sind.

Dies sind die Ursachen für die gegenwärtige Krise.

Der Euro hat hingegen mit dieser Krise genausowenig zu tun wie mit der Klimaerwärmung!

"Wer haftet für die Falschen Aussagen?"

Wer haftet?:Sie natürlich!,wer denn sonst?,Sie und alle,die mehr oder weniger direkt von der EU geschröpft werden,damit das wunderbare Europrojekt ohne Rücksicht auf Verluste überleben kann angesichts der USA,Russland und die Schwellenländer als mächtige Konkurrenten.

Kürzlich las ich in der(alles andere als unseriöse)"Neue Zürcher Zeitung" den Satz: "...damit wird die EU noch ein Stück sozialistischer als es eh schon ist...".Entweder überlebt die EU als Pantomime der Sowjetunion oder zerfällt diese und sinkt in die geopolitische Bedeutungslosigkeit.vergessen Sie nicht,dass der ach,so solide Euro vor allem ein politisches Projekt war,ist und (falls es ihn noch gibt) sein wird.

Grüss aus Zürich.
B.

Mag sein, dass die Währung nicht die Hauptursache der Krise ist,

aber sie hindert uns - d.h. jede europäische Regierung einzeln - daran, vernünftige Massnahmen zur Krisenabwehr zu treffen, und vor allem, mit flexiblen, der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit angemessenen Wechselkursen zu reagieren - stattdessen zwingt uns der EURO eine "one size fits all"-Finanzpolitik auf, welche niemandem nützt.

Am Ende ist es die Gemeinschaftswährung, die für Streit in der EU sorgt, die jetzt schon zum regelmäßigen Vertragsbruch führt, und die vielleicht am Ende die Haupttriebkraft für das Auseinanderbrechen der Union sein wird.

Das ist das Ergebnis einer Politik, die zugunsten höherer Ziele auf Nebensächlichkeiten wie die wirtschaftliche Realität leider keine Rücksicht nehmen konnte.

Und diese EURO-Enthusiasten machen immer so weiter ...
"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!"

Nun, mein unverbindlicher Vorschlag an Sie wäre,

"Drittens sollten wir weisen Poltikern wie Schmidt und Kohl dankbar sein, daß sie den Euro und die europäische Vereinigung vorbereitet und voran getrieben haben."

ihre Dankbarkeit Schmidt und Kohl sowie deren damaliges Wirken betreffend,
zum derzeitigen "Wirken" des EURO auf die europäische Union und vor allem auf deren "Normalbevölkerung" in Relation zu setzen und in ihrer Dimensionierung nochmal zu überdenken.
Da werden dann hoffentlich aus "weisen Politikern" ganz schnell wieder
"Normalos" in einem wichtigen Amt, in einer "besonderen Situation".

DENN - vor der Einführung des EURO ohne "politische/soziale Union"/
"einem Europa der zwei Geschwindigkeiten" und den Gefahren einer gemeinsamen Währung ohne Angleichung der Lebensverhältnisse ist von EXPERTEN vom ersten Tage an gewarnt worden.

Nur wurden diese Warnungen gerne freundlich "überhört" (auch, UND gerade von "weisen" Politikern)

und mit einem "guten Schluck aus der Kreditpulle" weggespült.

Nun, genug davon -
"Nachtreten" hilft leider genauso wenig wie "Verklären" oder falsche "Heldengedichte".

Das Kind ist im Brunnen.
Und jeder(!!!) sei - im eigenen Interesse und im europäischen Allgemeininteresse - aufgerufen, Vorschläge zur Lösung der Krise vorzubringen.

Denn eins dürfte klar sein - Scheitert ein gemeinsames Europa(damit ist nicht der EURO gemeint)- gibt es auf diesem Kontinent NUR VERLIERER!

MfG
biggerB

damit dürften Sie in

Europa einer Minderheit angehören. Die Schaffung eines Beamtenapparates in Brüssel und die Création einer Gemeinschaftswährung, eines Kunstproduktes das eben nicht erfolgreich ist sondern sich in einer Krisensituation als "Bremse" zeigt dürfte für die wenigsten Menschen in Europa ein Grund zum Danken sein. Ausgenommen Spekulanten und Profiteure die mittels dem Geldsegen aus Brüssel reich wurden.

Die Anapssung kann auf verschiedenem Weg erfolgen

Das man mit einer gemeinsamen Währung die wirtschaftlichen Ungleichgewichte nicht mehr durch Abwertungen ausgleichen kann, ist Wissen, das jeder VWL Student am Ende des 1. Semesters hat. In einer Währungsunion geht dies aber genauso gut durch eine entsprechende Anapssung des Konsums, sprich durch Anapssung der Löhne und Gehälter. Also genau der geliche Effekt wie durch eine Abwertung.

Übrigens hat die DM durchaus für Meck-Pomm und Baden-Würtemberg gepasst, die Unterschiede zwischen diesen Ländern sind größer als die Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland.....

Einmischung

Darf ich mich mal einmischen?

Ihr Vorredner scheint von einer Schuldenkrise zu reden, Sie von einer Eurokrise?! Ist das richtig?

Auf der nach oben offenen Richterskala der Schulden (zu BIP) ist die unumstrittene Nummer 1 Japan. Bei der reinen Größe die USA. Irgendwie ist aber dort keine Schuldenkrise sondern sie treibt vielmehr ihr Unwesen in Griechenland, Spanien ...

"Spanien "Wir sind pleite, Merkel wird uns retten"".

Tauschen wir in der Überschrift einfach Spanine durch Deutschland aus, hätte ja den guten Grund dass eigentlich Deutschland noch mehr pleite, quasi pleiterer, ist.

Also: Deutschland "Wir sind pleite, Merkel wird uns retten."

Mich irritiert lediglich, dass es nicht Barroso ist, zuständigkeitshalber, der uns alle retten wird.

Der Euro ist in keiner Krise. Wollen wir wetten? In 2 Jahren bekommen Sie für einen Euro 2 US$.

Spanien ist in einer Liquiditätskrise, Griechenland in einer der politischen Institutionen, und die EU? Auch in einer Krise: Die längst überwunden geglaubten Nationalismen kehren zurück.

werter Marc Aurel

Zitat: Das man mit einer gemeinsamen Währung die wirtschaftlichen Ungleichgewichte nicht mehr durch Abwertungen ausgleichen kann, ist Wissen, das jeder VWL Student am Ende des 1. Semesters hat.

Schön wie Sie das auf den Punkt bringen. Warum wusste dies Ihr geschätzter Ur-Europäer Herr Kohl nicht ? Ach so, die wirtschaftlich schwachen Länder können durch Konsum, sprich höhere Löhne ausgleichen. Und wo bleibt dann die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder? Deutsche Löhne für spanische oder griechische Produkte ?

Der Vergleich Meck-Pomm - Deutschland und Spanien - Deutschland zeigt den Fehler in ihrem bürokratischen Denken. Sie vergessen die Menschen !

Ach bitte....

....ich bin ja bei Ihnen, aber gehts nicht auch ´ne Nummer kleiner? Tatsächlich ist es doch so, dass nur die wirklich einfach strukturierten Menschen wirklich glauben, dass Deutsche allgemein anständig und fleißig, Griechen faul und korrupt und Spanier dauersiestahaltende Immobilienjunkies sind.
Wozu aber eine Währung einführen, die als gescheitertes Experiment gelten muss, weil sie (wie es Geld nunmal tun soll) alles gleich macht, wenn es nicht gleich ist?

Von einer Urkatastrophe zu sprechen, gar den 1WK Vergleich zu bemühen, ist jedenfalls ziemlich - sorry - übertrieben und überzogen. Bei aller Ablehnung unserer neoliberalen Politik, ist doch wirklich niemand ernsthaft der Ansicht, Deutschland wolle schon wieder die Völker Europas zur Botmäßigkeit erziehen. Über solche Grossmannssucht sind die Völker Europas zum Glück mittlerweile erhaben.

Das eigentliche Problem besteht darin, dass die Krisenländer (ausgenommen vielleicht Irland, die sind wirklich am Hund aber paradoxerweise dennoch eurotauglich) mit nationalen Währungen schnell wieder besser dastünden und man sich dann in Deutschland ein paar unangenehme Fragen stellen müsste.

Völlig richtig

Das kuriose an der Eurokrise ist, dass es keine Eurokrise gibt.

Niemand will mehr was davon hören, dass es Banken waren, die wegen fehlender Regulationen in den USA (und auch bei uns) die Lawine der Staatsschuldenkrisen verursacht haben. Sogar der Schuldenstand Griechenlands war stabil, ja sogar rückläufig.

Dann kam der Ami, den konnte niemand zur Verantwortung ziehen und eben jene, welche die Krise losgetreten haben, verlangen nun von Europa sie zu beenden.

Alles klar, meine Freunde von jenseits des Atlantik....wer schon mal bei Euch gelebt hat, weiss wie ihr mit Geld umgeht, wie ihr Europa seht und was ihr unter Politik versteht.

Helmut Kohl wußte durchaus bescheid

Ich denke Helmut Kohl wusste dies sehr wohl.

Es wäre ja auch nie zu der gegenwärtigen Krise gekommen, wenn sich z.B. Griechenland keine massive Steigerung der Löhne und Gehälter gegönnt hätte. Man kann eben auf Dauer nicht mehr ausgeben als man verdient, egal ob in Talern, Kujambel oder Euro!

Es hätte auch für Irland keinen Krise in diesem Ausmaß gegeben, wenn man den Banken nichtg erlaubt hätte, Portfolios aufzubauen, die höher waren als der Staatshaushalt.
Dafür kann weder der Euro noch helmut Kohl was.......!

Und weil`s gerade so schön passt:

„Sachsen-Anhalts Abgeordnete haben am Donnerstag ihre geplante Diätenerhöhung von 18 Prozent durchgewinkt. Die Gesetzesänderung sieht vor, dass die 105 Abgeordneten des Landtags ab Juli mindestens 5.655 Euro pro Monat erhalten, ein Plus von 858 Euro. Das Diäten-Plus wurde mit den Stimmen der CDU-SPD-Koalition verabschiedet, während Linke und Grüne wie angekündigt dagegen stimmten.“

http://www.mdr.de/sachsen...

ich halte dies für angemessen

Halten Sie eine Honorierung in dieser Höhe für unangemessen?

Ich nicht, schließlich möchte ich überwiegend Menschen in den Parlamenten haben, die über eien gutes Ausbildung verfügen und dementsprechend eine vernünftige Bezahlung verlagen können

Ich wäre z.B. nicht bereit für ein Jahreseinkommen von ca. 70.000 Euro meinen Beruf aufzugeben und mich dann auch noch von jedermann beschimpfen lassen zu müssen

Darin liegt doch gerade die verheerende Wirkung -

dass nämlich die Währungsunion ein gegenseitiges Hineinregieren in die Angelegenheiten der Partner geradezu erzwingt! Das ist ein sicheres Mittel, um endlose Streitigkeiten zu erzeugen, und kann am Ende der ganzen EU das Genick brechen.

"In einer Währungsunion geht dies aber genauso gut durch eine entsprechende Anapssung des Konsums, sprich durch Anapssung der Löhne und Gehälter. Also genau der gleiche Effekt wie durch eine Abwertung."

Und dass jeder VWL-Student im ersten Semester gewusst haben soll, dass eine Währungsunion solche Effekte hat - das zeigt nur, dass unsere Politiker die das geplant und beschlossen haben, entweder ignorant waren, oder sich einfach nicht um die Tatsachen gekümmert haben.

Und was McPomm und Baden-Württemberg angeht, so haben wir ja gesehen, wie teuer das geworden ist, obwohl es nur um ca 15 Millionen Neubürger ging. Spanien hat ca 40 Millionen, Griechenland 10 Mio., Italine vielleicht 50 Mio - da sind wir schon bei 100 Mio. EU-Bürger als Ziel für "Rettungs"-Massnahmen - ca 6-7x soviele wie nach der Wiedervereinigung, welche ca 50 Milliarden/Jahr erforderte.
Hochgerechnet also ca 300-350 Milliarden/Jahr?

Das schafft unsere Volkswirtschaft beim besten Willen nicht!

Der Vergleich mit der Wiedervereinigung ist ja auch unsinnig - weil es keine gemeinsame Regierung von Deutschland, Griechenland, Spanien, Italien gibt. Und diese ja auch offensichtlich niemand will - erst recht nicht bei den potentiellen Empfängern.

Ist doch Quatsch, dass jeder Abgeordnete beschimpft wird!

"Ich wäre z.B. nicht bereit für ein Jahreseinkommen von ca. 70.000 Euro meinen Beruf aufzugeben und mich dann auch noch von jedermann beschimpfen lassen zu müssen"

Jetzt wundert mich auch nicht mehr Ihre Affinität für die "Vereinigten Staaten von Europa".

Für die Masse der Deutschen ist das ziemlich viel Geld, aber die sind auch nicht so Europa-affin wie Sie. In dieser Masse befinden sich auch hervorragend ausgebildete Leute.

über gut angelegtes Geld

Das die europäische Vereinigung nicht umsonst zu haben sein würde, war eigentlich immer klar.

Allerdings halte ich sie für wesentlich wichtiger für unsere Zukunft als die deutsche Vereinigung.

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn uns die europäische Vereinigung einige -zig Milliarden kostet - sicher keine 350 Mrd wie Sie hochrechnen - dies ist absolut gut angelegtes Geld um die Zukunft dieses landes und seiner euroäischen Partner im 21. Jahrhundert zu sichern

über die angemessen Bezahlung von Parlamentarieren

Ich halte 70.000 Euro auch für viel Geld, allerdings sicher nicht soviel, daß ich bereit wäre meinen Beruf dafür aufzugeben um Politiker zu werden.

Die Kernausage ist, wenn wir gutausgebildete und fähige Leute im Parlament und in der Regierung wollen, müssen wir Sie anständig bezahlen.

Wenn heute ein Unterabteilungsleiter bei VW locker mehr verdient als ein Parlamentsabgeordneter in Sachsen würde ich sagen, daß der letztere eher unterbezahlt ist.

Werter escritor

Da möchte ich aber doch den werten Marc Aurel unterstützen. Vielliche mal einen Blick in die NYT:

http://www.nytimes.com/20...

"But Latvia chose the tougher route of internal devaluation. The country stuck with its currency peg to the euro, and instead rebuilt the confidence of the international capital markets by slashing government spending and domestic wages and prices.....The people on Europe’s periphery still believe in the Union’s great historical purpose. Unless the Europeans at the Continent’s center regain that faith, their leaders will be unable to summon the political will to swerve out of that slow-motion car crash."

Den Artikel halte ich aus noch einer reihe weiterer Gründe für sehr lesenswert:

"As Olli Rehn, the European commissioner for economic and monetary affairs, jokingly explained on the same panel: “Prime Minister Jean-Claude Juncker” of Luxembourg, the chairman of euro zone finance ministers, “put it quite well some years ago by saying that we all know what needs to be done, but we do not know how to get re-elected after that.”

Also die bisherigen Bürgschaften,

plus die Target-2-Aussenstände - überschreiten schon jetzt die marke von 350 Milliarden.

Die Frage ist nur noch, ob das ein einmaliges Problem wird, oder eine Dauereinrichtung ...

Natürlich kann man aus dem EURO nicht einfach so aussteigen.

Aber die Frage ist doch, ob man in derselben Richtung, die uns in den Schlamassel - und damit meine ich: in die Erpressbarkeit - geführt hat, einfach weitergehen soll.
Ob also noch mehr Erpressbarkeit, noch mehr gegenseitige Einmischung, noch mehr gegenseitige Abhängigkeit, noch mehr "Alternativlosigkeit", noch mehr Bürgerferne und schließlich noch höhere Kosten auf Dauer nicht geradewegs ins Verderben führen.

Wenn es einen Sanierungsplan für Griechenland gäbe - und einen ganz anderen für Spanien - und wenn es dann hiesse: das kostet den deutschen Steuerzahler soundsoviel, aber bitte nur einmal! - dann ließe sich ja darüber reden.

Aber ein dauernder Aderlass ohne Aussicht auf Gesundung: das kann man den Wählern in keinem Land verkaufen.

Franz und Marc

Danke für den Link zum interessanten Artikel der NYT. Im Ergebnis mag Lettland ein Positivbeispiel sein für einen anderen Weg. Ich habe gerade mal etwas gestöbert und zumindest bis 2010 scheint der lettische Weg allerdings auch mit Blut, Schweiss und Tränen gepflastert gewesen zu sein. Also nichts anderes was den Spaniern und Griechen jetzt auch bevorsteht. Inklusive Erpressung und massiver Drohungen (Verhaftungen von Gegnern des währungspolitischen Kurses) durch EZB und IWF (Im Falle Lettlands).

Es hat funktioniert doch ich habe auch nicht behauptet, dass es in Spanien nicht funktionieren wird. Natürlich wird es das. Ich wehre mich lediglich gegen die Verherrlichung der Euro Idee und der aus meiner Sicht noch realitätsfernern Idee der United Nations of Europe. Ich kann an der Gleichmacherei aus Brüssel einfach nichts verlockendes finde. Möglicherweise sehe ich es eher aus humanistischer Sicht als ökonomisch.

was ich nicht sehe

ist die brüsseler gleichmacherei
in brüssel beraten die gewählten scheffs der mitgliedsländer und geben ihre beschlüsse an die kommission deren einzige befugniss die umsetzung dieser ist
wo bitteschon
ist da die gleichmacherei?
eine europaweit gewählte regierung die selber für das was sie tut verantwortlich währe währe schon eine passende ergänzung
denn so regiert, auf dtsche verhältnisse übertragen, der bundesrat, so das alle das trennende mehr betonen als währe dieser vernünftigerweise die 2te kammer, was immernoch keine gleichmacherei währe...oder tragen die hamburger jetzt lederhosen und die badenser südwester?

Das hat doch mit Sarrazin und den Muslimen nichts zu tun

- wie kommen Sie denn darauf?

Es hat etwas mit Realismus zu tun, mit der Ablehnung von idealistischen Utopien, der Versuch der Verwirklichung nur endlosen Streit erzeugt.

Ein Diskussionsteilnehmer hier hat aus EUromantischer Sicht das verschwinden der Nationalstaaten Europas herbeigewünscht. Mich erinnert das immer an die grossdeutschen Träume des 19. Jahrhunderts

(Erklärung für alle dies nicht wissen: der Begriff hat nichts mit den Nazis zu tun, sondern mit der Frage, ob die deutschsprachigen Gebiete Österreich-Ungarns, sowie Böhmen und Mähren, einem vereinigten Deutschland angehören sollten. Wogegen sich natürlich die Tschen und Ungarn, aber auch Preussen und die habsburger heftig wehrten)

Glauben Sie tatsächlich, Polen würden das Verschwinden des hart erkämpften polnischen Staates, Iren das verschwinden des irischen Staates, die Tschechen das Verschwinden der tschechischen Republik, die ehemaligen Republiken Jugoslawiens das Verschwinden ihrer Staaten herbeiwünschen oder begrüßen?

Und dann auch noch unter der finanziellen Dominanz Deutschlands?

Wie kann man denn so naiv sein, und diese Pläne völlig ahistorisch mit der Einigung Deutschlands vergleichen?

Abgesehen davon gibt es noch Großbritannien und Frankreich, welche auch in den nächsten 100 Jahren nicht bereit sein werden, sich zu Gunsten eines wolkigen höheren Ganzen aufzulösen.

Und sie tun gut daran!

austerity

Werter Escritor, ich denke wir können da durchaus zusammen kommen. Ich möchte Ihnen einen weiteren Link, den ich für lesenswert halte, anbieten. Ich stieß auf ihn, da ich mich fragte, warum "Strukturanpassung" (im Sinne von Merkel) mit "austerity" ins Englische übersetzt wird:

http://www.whirledbank.or...

Ich bin Eurobefürworter, im Sinne einer Währung.

Was für ein Europa, unabhängig von Währungsdiskussionen, wir allerdings wollen, da würde ich auch gerne noch mitreden wollen. Ich bin sehr für ein Europa der Regionen, bei dem aber zentrale Fragen dann auch zentral entschieden werden.

Spanien, Griechenland etc. haben regional durchaus unterschiedliche Details für die derzeitigen regionalen Probleme. Der Punkt ist dennoch jeweisl der selbe: Nur auf ein simples Beispiel beschränkt: Der spanische Häuslebauer muss langsam utopische Zinsen für seine Hypothek bezahlen während es dem deutschen genau umgekehrt ergeht (Die Zentralbankzinsen sind historisch niedrig).

Jetzt kommt die Häuserblase nach Deutschland = der spread zwischen den Staatsanleihen.

Dann platzt die deutsche Häuserblase und das Geld verzieht sich wieder in den dann billigern und immer noch sonnigeren Süden.

Lediglich ein Beispiel, Häusermarkt.

Wollen wir das auf die Dauer?

@59, marcaurels Urkatastrophe

Warum? Bitte Argumente, danke.
Ich sehe es eher als Katastrophe das Fehlkonstrukt Euro durch immense Vermögensumverteilungen und Transfers zu retten. Die Katastrophe des Zerfalls Jugoslawiens begann mit der Zwangsvereinigung. Ebenso die der UdSSR.
Aber: ich bin überzeugt: Wenn die Menschen in Europa einen Bundesstaat wollen, dann klappt es. Aber der darf nicht von lobbyistischen dogmatischen hirnwaschenden Politikern erzwungen werden, auf Kosten von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und Frieden.
Frieden gab es wegen der Nato, nicht wegen der EU. Einen Binnenmarkt kann man auch ohne Euro haben. Und was die Annäherung der Völker angeht: Ein Österreicher fühlt sich sicher einem Finnen nicht "näher" als einem Schweden, oder gar einem außereuropäischen Kanadier. Europa gibt es auch ohne Euro.

nun würde

ja keiner dieser staaten verschwinden
oder ist bayern verschwunden?
ich denke es ist für lange zeit dtls letzte überlebenschance
denn welchen grund hätten die restlichen europäischen staaten diesen dominanten kolos in ihrer mitte zu dulden wenn er ihnen nichts nützt, sondern ihnen eher durch sein übergewicht schaden kann...
wir kennen beide die gründe warum es die kleindeutsche lösung, auch ohne dänemark, wurde, und letztlich hatt sich nicht viel geändert

Der Krümmungsradius der holländischen Gurke

Ich denke, unter Brüsseler Gleichmacherei vesteht man so etwas wie den Krümmungsradius der Salatgurke oder die Größe des Eurokondoms.

Ich selber bin mit Arzneimittelzulassung befasst und sehe in einer zentralen Zulassung (siehe EMA) eigentlich nur Vorteile gegenüber 27 einzelstaatlichen Arzneimittelzulassungsverfahren nach eventuell 27 verschiedenen Standards.

Die Auswirkung der Komission darauf, letztendlich, in diesem Zusammenhang die Arzneimittel zulassende Autorität ... gut, lassen wir das...

Die Mitglieder der Komission werden von den Mitgliedsstaaten nominiert und vom Europäischen Parlament bestätigt (oder auch mal nicht). Das ist die "Regierungsbildung". Das Parlament gewinnt zunehmend Gewicht, hat aber nach meinem Dafürhalten immer noch eine zu geringe Rolle (interessieren Sie Sich persönlich dafür, was "Ihr" Europaabgeordneter in Brüssel so treibt? Ich zunehmen, aber auch immer noch zu wenig.).

@59, marcaurelsHelmut

@marcaurel. Doch, dafür kann der Euro was. Denn mit dem Euro kam die Zinskonvergenz. 1995 zahlte Spanien noch 12 % Zinsen. Trotzdem hatten die Südstaaten höhere Inflation. Gleicher Nominalzins bei unterschiedlicher Inflation führt zu divergierenden Realzinsen, weiter zu Konsumsteigerung, weniger Sparen, mehr Schulden, Immoblase in Spanien, Irland.
Die einheitliche Geldpolitik der EZB ruft die Ungleichgewichte hervor. Folge für Spanien: Immens hohe Verschuldung der privaten haushalt und der Unternehmen(auch ohne Banken), so dass Spanien im ranking der Gesamtverschuldung ganz oben steht. Banken wanken, Regionen Pleite. Und das alles trotz hoher EU-Subventionen, ein Kunststück. Ohne Euro hätte Spanien nicht den immobilienboom und ohne Euro hätte es nicht die Konsumblase in Griechenland, Portugal.. gegeben.
Und was die Banken betrifft: Die luxemburgischen Banken haben, gemessen am BIP die höchsten Bilanzsummen. aber würde Juncker was dagegen tun wollen?

Sie sehen nicht, dass der "Koloss" gerade innerhalb der EURO-

Zone den anderen besonders viele Probleme bereitet - wer will schon mit einem Elefanten in einem gemeinsamen Bett unter einer gemeinsamen Decke schlafen?

Das ist doch gerade der Denkfehler der Befürworter einer immer engeren Vereinigung: je weniger Abstand, desto mehr Druck. In einem europäischen Gesamtstaat würde entweder der Druck des Kolosses in der Mitte unerträglich, oder der Gesamtstaat müsste undemokratisch sein, d.h. das Prinzip des gleichen Stimmgewichts für alle Bürger auf das gröbste verletzen. Denn was in einem lockeren Staatenbund gerade noch erträglich ist (die Stimme eines Bürger eines kleinen Staates wiegt bis ca 10x soviel wie die eines Bürgers Deutschlands), das wäre in einer Union mit gemeinsamen Finanzen schlichtweg eine grobe Diskriminierung!

Denn die demokratische Kontrolle der Steuergelder der eigenen Bevölkerung ist seit jeher die Grundlage aller parlamentarischen Demokratien.

Je mehr Verfügungsgewalt die gemeinsamen Institutionen bekommen, desto mehr böses Blut schaffen solche Benach- und Bevorteilungen.

Erste Beispiele für dieses Problem konnten wir bereits beim polnischen Widerstand gegen den Lissabon-Vertrag beobachten.

@102th, Ja, aber wie kann man garantieren, dass die Südstaaten nach Finanzhilfen aus eigener Stärke wachsen? Griechenland hatte schon 3 Marshallpläne (1. nach WK II, 2. EU-Subventionen, 3. Zinskonvergenz nach Eurobeitritt, denn vor dem Euro waren es 20%!) Ähnlich Spanien: Marshallplan, EU-Subvention, Zinsgeschenk. Portugal .... Wie können diese Staaten nach der
Krise selbständig zu Rande kommen, wenn nicht der Lebensstandard dort sinken soll? Warum auf einmal jetzt?
Und warum werden in all diesen Staaten die Privatvermögen der wirklich Reichen nicht angegangen, aber Steuerzahler in anderen Staaten? Es gibt genug Privatvermögen in diesen Staaten.

immer mehr Marshallpläne ??

Sie haben Recht. Doch Jorgo Chatzimarkakis von der FDP und andere fordern jetzt aber trotzdem wieder einen Marshall Plan für den Club Med. Dabei wird völlig vergessen, dass Hellas aus EU Strukturfonds prozentual zur Bevölkerung deutlich mehr Geld erhalten hat als die BRD aus dem Marshall Plan bekam. Außerdem wird gerne so getan, als ob die BRD der einzige Empfänger von Hilfen aus dem Marshallplan war, obwohl das nicht stimmt.

Es gibt ja gar nicht "meinen" Ageordneten in Brüssel,

weil es keine Wahlkreise mit einem Wahlkreisvertreter gibt, sondern nur so einen Parteien-Listenkram.

Ergebnis:
keiner fühlt sich wirklich als Vertreter "seiner" Wähler!
Keiner führt (auf gut amerikanisch) einen Wahlkampf nach dem Motto:
"Was bedeutet die Position meiner Fraktion zur Regelung der XY-Produktion für die Landwirte dieses Wahlkreises?" usw.

Stattdessen führen Sie sich leider (gut deutsch) als Vertreter des großen Ganzen, der übergreifenden Utopie auf.
Immer neue Direktiven zur Verbesserung der europäischen Welt, aber wenns ans Eingemachte geht, also an die Finanzen usw., dann ist eine wirklich offene Diskussion unerwünscht, alles ist alternativlos, während man eine Massnahme verkündet, breitet man schon wieder das Gegenteil davon vor, die besseren Sachen werden im stillen Kämmerlein ausgekungelt und dann der staunenden Öffentlichkeit präsentiert, und (fast) alle sind sich immer schon einig, dass jeder andere Weg unweigerlich in die Katastrophe führt.

Ich war einmal ein großer Befürworter der europäischen Einigung - aber der Frust über diese ("Junckersche") Vorgehensweise läßt mich Leute wie die Vaclav Klaus, die Kaczynskis, David Cameron, ja selbst Margaret Thatcher mit ihrem Beharren auf der Souveränität des britischen Parlaments immer besser verstehen.

Ehrlichkeit und Freiheit sind zwar nicht ganz alles - aber ohne Freiheit und Ehrlichkeit ist alles nichts!

Sogar EUropa.

Das kann man eben nicht garantieren,

und sollte Deutschland einmal wirklich in Bedrängnis geraten, könnte die gesamte EU wohl nicht genug Mittel zu einer wirklichen "Rettung" mobilisieren.

Was vielleicht möglich ist, wäre eine "Sanierung", also geordnete Insolvenz, Abschreibung der Altschulden, und danach (!) Entlassung aus der Währungsunion. Denn innerhalb scheint es aussichtslos, dass Griechenland wieder auf die Beine kommt, wegen Mangel an Konkurrenzfähigkeit.

Zu einer vernünftigen Sanierung sollte auch Deutschland im eigenen Interesse einmalig Geld beisteuern - zu einer Alimentierung auf Dauer jedoch keinesfalls - das abschreckende Beispiel des italienischen "Mezzogiorno" sollte genügen.

nochmals Krümmungsradius

Zunächst mal zu den Direktiven der Komission zur Finanzpolitik ... gibt es die eigentlich?

Wir meinen aber wahrscheinlich das selbe an der Stelle mit alternativlos. Sie mögen eventuell anderer Auffassung sein, nur als die Bundesregierung 2009 anfing, die HypoRealEstate zur bad bank zu machen, bei der CoBa einstieg, Herr Steinbrück und Frau Merkel ... Ich hätte damals, ganz ehrlich gewünscht, dass beide Banken einfach pleite anmelden. Die Konsequenzen übersah ich damals nicht und es mag sein, dass ich immer noch die Auswirkung eines Bankenruns + -crash unterschätze. Hätte es jedoch so etwas wie eine Volksabstimmung gegeben, ich hätte ein klares NEIN zu dem "Alternativlosen" gesagt. Ginge es mir heute schlecht, wegen meines Neins, dann wüsste ich wenigstens, warum.

Komissionsdirektiven und Arzneimittelzulassung. Im Grunde finde ich in diesem Bereich die dann u.a. von mir ausgeführten Direktiven "ok", aber hat irgendeiner (incl. mir) Ahnung davon, wie sie zustande kommen?

Kleines Beispiel: Gentechnologisch hergestellt Arzneimittel dürfen nur zentral zugelassen werden (= nicht in einem Mitgliedsstaat allein, entweder alle oder keiner bzw. der CHMP ist in diesen Fällen zu hören). Eine Direktive. Gut oder schlecht? Haben Sie eine Meinung dazu?

Nationale Souverenität ist in dieser Spezialfrage spätestens seit 1995 aufgegeben worden. Ich würde nur gerne wissen, wie ich auf deren Regelung mit meiner Stimme Einfluss nehmen kann.

Austerity

ja, der Name hat sich geändert. Die strikten Vorgaben bleiben erhalten. Wir kommen sicher zusammen. Im Übrigen bin ich auch Realist genug um zu wissen, dass am Euro kein Weg vorbei führt. Das System ist installiert und würde sich nicht ohne gravierende Folgen für alle wieder auflösen lassen. Ich bin auch für ein Europa der Regionen. Allerdings müssen wir für die zentralen Entscheidungen noch eine professionelle Legislative finden.

Die aktuelle Situation in Brüssel ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Die grossen und wichtigen Themen werden nicht professionell gelöst, dafür wird viel Zeit mit Kleinigkeiten verbracht die darauf abzielen die jeweiligen Regionen und regionale Identitäten zu schwächen.

Nein, wir wollen weder eine Häuserblase noch eine Bankenblase. Auch die Banken sind eventuell mit den durch die Europolitik und das Europa ohne Grenzen entstandenen Möglichkeiten überfordert. Schliesslich waren Sparkassen mal regionale Banken die nun plötzlich europaweit agieren und sich Kapital besorgen bzw. verschulden können.

Die am Ruder sind . . .

Ja, ich glaube, die Menschen wären zum Aderlass bereit, bestände die Aussicht auf Gesundung. Aber viele Menschen haben diese Hoffnung nicht.
Und viele Menschen haben auch nicht mehr das Vertrauen in diejenigen, die in Politik und Wirtschaft am Ruder sind. Die Menschen haben das Gefühl, dass an den Symptomen herumgedoktert wird, ohne Hoffnung auf Gesundung. Das hat sicher damit zu tun, dass viele all das nicht mehr wegen der diversen Größenordnungen nicht mehr durchschauen, sich geradezu ausgeliefert und hilflos fühlen.
So geht es mir oft und so geht es vielen Menschen in meinem Umfeld.
Ich bin mir sicher, dass auch viele "Entscheidungsträger" längst nicht mehr wissen, was sie tun, bzw. zu tun ist.
Guten Abend!

1 Trilliarden Euro

Ich würde gern mal über Größenordnungen sprechen:

Das Volumen des Bundeshaushalts beträgt für dieses Jahr 306,2 Mrd €. Geteilt durch 80 Mio Einwohner sind das ca. 3800 € pro Kopf die der Bund ausgibt/beabsichtig, auszugeben. Pro Monat also ca. 300 € pro Kopf.

Bild 5 hier:

http://www.bundesfinanzmi...

Geplant sind 280,1 Mrd € Einnahmen, die fehlenden 26,1 Mrd sollen durch neue Schulden (derzeit muss DE dafür ca. 0% Zinsen zahlen) finanziert werden, also ca. 320 € pro Kopf, ca. 30 € pro Monat.

Haut aber irgendwie nicht hin, wegen die Griechen, das Rettungsschirm usw. http://www.bundesfinanzmi...
Es müssen also nochmals 8,7 Mrd (bei einem Zinssatz von irgendwas zwischn 0% und 1% und einer Inflationsrate von 2-3%) aufgenommen werden, also, geht schon fast mit Kopfrechnen, 100 € pro Kopf, oder 10 € pro Monat (fast zinslos). Die Bundesschuld (6. Bild bei 1. Link) beträgt 12,5% des Gesamtetas. Grob gesprochen zahlen Sie/bekommen Sie weniger Staatliche Leistungen von 30-35 € pro Monat mehr, weil die Bundesschuld (die Summe aller ausstehenden Bundesanleihen) ca. 80% (vs. =0%) des deutschen Bruttoinnlandproduktes beträgt. BIP DE 2011 2570,0 Mrd. Euro. 2,5 Trd Euro. Bundesschuld 2 T €.

Vergaß

Sorry, mein Kommentar ist nicht rund, weil:

Bundesschuld = Privatvermögen.

Warum? Weil die Anleihen ja eigentlich von "privaten Investoren" (typisches Beispiel hier Banken, (Lebens-)versicherer oder so etwas wie amerikanischen Pensionsfonds) gehalten werden sollte.

Deutsches Privatvermögen? Weit, weit über 2 Trilliarden Euro hinaus (gängige Zahlen liegen bei 6 bis 10 Trilliarden).

Also keinen Angst. Alles im grünen Bereich. Auch wenn der Bund pleite ginge, verblieben noch so 4 bis 8 Trilliarden deutsche Privatvermögen. Ist dann nur noch die Frage, welche Poizei und welches Militär dann diese Vermögen schützt.

Kardinalfehler war Bruch des Art.125 AEUV Maastricht 'No-Bailout

Wie eisatnaf (s.unten) schreibt, war der Bruch der No-Bailout-Klausel durch Frau Merkel am 9. Mai 2010 auf Druck von Sarkozy und aller anderen "Freunde von D" der Kardinalfehler in der Geschichte der Eurozone. Dadurch wurde aus der Leistungsunion "Euro-Währungsraum", wie von den Vätern der Maastricht-Verträge geplant, mit einem Schlag eine Schuldenunion zum Nachteil Deutschlands. Seitdem sitzt D in der Haftungsfalle. Auch für Spanien.

Wegen der Tragweite wurde Stillschweigen vereinbart, und anschließend die deutschen Medien ebenfalls dazu verpflichtet. Der Spanier Zapatero hat mal verraten, dass Sarkozy mit der Beendigung der freundschaftlichen Beziehung zu D gedroht habe, wenn Merkel nicht mit der "Griechenland-Rettung" einverstanden wäre. Andernfalls wären Sarkozy und seine Großbanken pleite geworden. Die Banken-Rettung lief dann unter dem Code "Euro-Rettung".

eisatnaf 07.06.13:53

2. Die Griechenland-Rettung

Man hätte sich an die Verträge halten müssen - No-Bailout-Klausel!

Sie schließt die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten aus!!!

Hätte man sich im Fall Griechenland daran gehalten, hätten die Spekulanten in die Röhre geguckt.

Und damit hätte kein Spekulant mehr gegen ein Euro-Land gewettet.

Der Vertragsbruch, die "Rettung" Griechenlands (in Wirklichkeit eine Bankenrettung), hat den Euro erst erpressbar gemacht.

Ein Kardinalsfehler und die Namen, die ich damit Verbinde:

Merkel (und Schäuble)

Die Euros der Reichen werden durch die Armen gerettet

NoG hat am 07.06.13:45 laut nachgedacht:

"wie man ein waehrung, die staendig gerettet werden muss, als erfolgreich bezeichnen kann, erschliest sich mir nicht."

Lügen haben eben kurze Beine. Es ist einer der vielen Widersprüche in dem "Euro-Lügengebäude". Seit Anfang 2010 mit Beginn der „Griechenland-Krise“ müssen wir miterleben, erst mit Erstaunen, heute mit Wut, wie der Euro von Politik und Finanzwirtschaft mutwillig zerstört wird. Die Medien manipulieren uns rund um die Uhr mit ihrem gigantischen Lügengebäude von der „Euro-Rettung“, dabei geht es nur um die Rettung der Euros der Kapitalbesitzer und Reichen durch die Gemeinschaft - und nicht um die Rettung des Euro als Währung. DER Euro ist nur das Opfer, er wird durch die Rettung von DIESEN Euros systematisch zerstört. Hierzu meinte Prof. Fredmund Malik, an die Adresse seines Kommilitonen aus St. Gallener Zeit, Sepp Ackermann, und an Angela Merkel ironisch:

„Was kann der arme Euro dafür, dass ein Papandreou seine Schulden nicht zurückzahlen will oder kann?“

Im arte-Journal sah ich vorhin einen Bericht über eine neue Mauer in Berlin. Eine bulgarische Künstlerin hat am Ende der Friedrichstraße eine „Mauer zwischen Arm und Reich“ installiert. In den ÖR-Medien kam sicher keine Meldung. Diese Mauer triff genau den Kern der sogenannten „Euro-Krise“. Diese Mauer geht durch alle Länder der EU und Eurozone. Ganz deutlich in Griechenland.

Unsinnig ist auch das Mantra "Scheitert der Euro, scheitert Europa". Europa gab es zuvor.

MORAL HAZARD BY BAILING OUT (1)

Im folgenden einige ausführlichen Bemerkungen zu
>>>>>>>
th 07.06.2012 um 15:51 Uhr
80. Darin liegt doch gerade die verheerende Wirkung -
dass nämlich die Währungsunion ein gegenseitiges Hineinregieren in die Angelegenheiten der Partner geradezu erzwingt! Das ist ein sicheres Mittel, um endlose Streitigkeiten zu erzeugen, und kann am Ende der ganzen EU das Genick brechen.
<<<<<<<<

Die verheerende Wirkung liegt weniger an der Währungsunion als solcher, sondern erst in Kombination mit einem Bailout, mit Transfer- oder sonstigen Lastenausgleichen.
Die bekannteste und am längsten bestehende Währungsunion sind die USA. Die vereinigten Bundesstaaten haben eine völlige Souveränität bezüglich ihres Staatshaushaltes (sovereign budget), was man daran erkennt, dass sich der Bundesstaat Utah kürzlich entschieden hat, seine Goldreserven zu erhöhen, um seinen Staatshaushalt robuster gegenüber den Eskapaden der Zentralregierung und der Fed zu machen. Ein gegenseitiges Hineinregieren in die Angelegenheiten der Partner ist geradezu unvorstellbar! Und warum funktioniert das seit Jahrhunderten?
Die Zauberformel heißt NO BAILING OUT – keine gegenseitige Schuldenübernahme oder Schuldenhaftung. Wegen des MORAL HAZARD, der mit einer Schuldenvergemeinschaftung verbunden ist, entsteht erst ein Anlass des Hineinregierens.
Die Vergemeinschaftung von Schulden ist der Tod jeder menschlichen Gemeinschaft.

Euro: Eine Erfolgsgeschichte - bis zum Beweis des Gegenteils

Im Gegensatz zu ihren Kritikern muss ich ihnen in einem Punkt Recht geben: Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte - bis die Pappnasen der Kritiker das Gegenteil beweisen, was ihnen mangels wissenschaftlicher Kontrollgruppe allerdings nicht gelingen wird ;-)

Politiker, besonders Berufspolitiker wie Amigo-Kohl als weise zu bezeichnen fällt mir da schon etwas schwerer.
Sicher haben sie Recht, dass das Handeln vor 20-30 Jahren nun seine Früchte trägt. Doch bitte ich zu bedenken, dass dieses Handeln oftmals erst nach erbittertem Widerstand stattfand.

Der Euro ist aber ein wichtiger 52

Der Euro ist sicher nicht Europa, aber einer der wichtigsten Grundlagen der wirtschaftlichen Existenz des Kontinents, seiner Nationen und seinr Bürger.

Wenn er scheitern würde -was ich für ausgeschlossen halte - wurden wir in eine lang wirtschaftliche Depression fallen, die sehr wahrscheinlich schlimmer wäre als die 1930 Jahre. Die nächsten Jahrzehnte wären von Desintegration wirtschaftlicher Strukturen, von Märkten und Fertigungssystemen gekennzeichnet. Rückgänge von 25 oder 30% des BiPs wären die Regel. Welche Auswirkungen dies auf die poltische und gesellschaftliche Struktur der Länder des Kontinents hätte, kann sich jeder einigermaßen intelligente Mensch ausmalen

Helmut Kohl halte ich tatsächlich für eine weisen Politiker , der uns in die richtige Richtung, in die europäische Integration und damit den Euro geführt hat. Das ichneien Anhänger der repräsentativen Demokratie bin und strikt gegen Volksabstimmungen bin, dürfte nicht neu sein. Weshalb, sehen Sie an vielen Kommentaren hier.

Ach ja?

"1. Semesters hat. In einer Währungsunion geht dies aber genauso gut durch eine entsprechende Anapssung des Konsums, sprich durch Anapssung der Löhne und Gehälter. Also genau der geliche Effekt wie durch eine Abwertung."

Anpassung auf rumänisches Niveau anno 2014? Wir sollten erwägen, wenn auch kontinental nicht passend, Vietnam den Euro schmackhaft zu machen, dann geht's noch billiger im EU-Raum.

von der Anpassung des Einkommens an den Verdienst

Sie können wirtschaftliche Ungleichgewichte entweder durch Abwertungen/Aufwertungen der Währungen ausgleichen oder durch direkte Anpassung des Konsums an den erwirtschafteten Verdienst. Ob dies nun das deutsche Luxusniveau oder eher rumänische Armut ist, kommt schlicht darauf an, wie produktiv das betreffende Land ist.

Wa ist an dieser simpelen volkswirtschaftlichen Tatsache so unmoralisch?

Was daran unmoralisch ist

Rumänische Löhne und Gehälter in Deutschland? Wer soll da noch Miete zahlen können, nur so als Beispiel. Deutsche Löhne/Gehälter in Rumänien? Da bleibt den Rumänen verdammt viel zum Leben übrig, sei Ihnen auch gegönnt, solange in D die Bürger nicht weiter geschröpft werden für Bankenrettungen und es lohnenswerter wird nach Rumänien auszuwandern.

Aaaaaaaaaaaaber, sie vergessen dabei die Neolibs, denn den Unternehmen wären ja Löhne und Gehälter wie in Deutschland viel zu hoch. Die sind ja nur noch wettbewerbsfähig an Dividendenzahlungen, wenn Arbeit billigst wird. Also wird man lieber das Modell rumänische Löhne und Gehälter in Deutschland umsetzen. Da kommt so richtig Freude auf.

Und nun?

ich habe nicht von Deutschland gesprochen

Ich habe ganz allgemein davon geschrieben, daß sich zumindest langfrsitig Einnahmen und Ausgaben eines Landes decken müssen. Auf Dauer muß der Konsum dem entsprechen was das Land erwirtschaftet.

Hingegen habe ich in diesem Zusammenhang nicht von Deutschland gsprochen.

Ganz konkret muss Griechenland, ggf. auch Spanien seine Gehälter auf das Niveau drücken, daß dem erwirtschafteten Bruttosozialprodukt entspricht. In Griechenland bedeutet dies vermutlich fast Halbierungen. Natürlich ist es Sache des Landes dies sozial abzufedern, es ist jede Land offen, die Reichen entsprechen stärker zur Kasse zu bitten und ärmer Menschen zu entlasten

Währungsabwertungen haben übrigens exakt den gleichen Effekt, nur das die soziale Abfederung schwierig ist