Spanien"Wir sind pleite, Merkel wird uns retten"

Spaniens Bürger, frustriert und misstrauisch, richten sich auf die Rettung ihres Landes ein. Sie fürchten den Einfluss der Deutschen – und Angela Merkel. von 

Proteste in Madrid

Proteste in Madrid  |  © Dominique Faget/AFP/GettyImages

Eine gute Nachricht aus Spanien : Wer auf der iberischen Halbinsel sein Geld mit der Herstellung von Privatsafes verdient, profitiert von der Bankenkrise im Land. Das Geschäft mit den handlichen Stahlschatullen für den Wäscheschrank daheim boomt. Der spanische Mittelstand transferiert neuerdings einen Teil seiner gesparten Euros vom Konto ins Eigenheim. Dort hortet er sie, gebündelt und gepanzert. Denn wer weiß, ob der Geldautomat der Hausbank demnächst noch reagiert?

Was beim Abendessen im Freundeskreis noch Heiterkeit auslöst, illustriert im Alltag den Ernst der Lage. In Spanien ist das Vertrauen in die Banken, in die Wirtschaft, in die Politik und in die Zukunft des Landes, gelinde gesagt, schwer angeschlagen. Was vor einem Jahr von der Bewegung der Indignados, der "Empörten" , als antikapitalistische Systemkritik formuliert wurde, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hier empfindet man nicht Wut und Empörung, sondern Enttäuschung, Misstrauen, Resignation. Umfragen zeigen, dass die Spanier immer weniger von der Demokratie erwarten. Das Vertrauen, dass Spanien aus eigener Kraft die Finanzkrise bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten.

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"Das gemeinsame Gefühl ist gezeichnet von einer kollektiven Depression", sagt der Politikwissenschaftler Fernando Vallespín in Madrid . "Das Land steckt in einer dreifachen Krise: wirtschaftlich, sozial und moralisch." Eine Situation, in der man eine professionelle Führung braucht. Also genau das, was Spanien zurzeit am meisten fehlt, abgesehen von den Euro-Milliarden, die offenkundig überforderte Bank- und Sparkassenmanager zusammen mit unfähigen und zum Teil korrupten Regional- und Lokalpolitikern buchstäblich verspielt haben. Die aus der Fusion regionaler Sparkassen entstandene und nun selbst vom Bankrott bedrohte Bankia ist ein Paradebeispiel für das Chaos im spanischen Finanzsystem, das Europas Börsen und die Regierungen der Euro-Länder in Angst versetzt.

"Wir sind nicht deutschenfeindlich"

Politisch verantwortlich für das Schlamassel ist in erster Linie die aktuelle Regierung. Vor einem halben Jahr ist sie mit der damals schon etwas vollmundigen Zusage angetreten, die Folgen der siebenjährigen sozialistischen Misswirtschaft aufzuräumen und das Land zu sanieren. Danach verschwand der neue Regierungschef Mariano Rajoy von der Bildfläche, mied Pressekontakte und Mikrofone und überließ die Verkündung unangenehmer Nachrichten seinen Ministern – vor allem jene über Einschnitte und Kürzungen bei Sozialleistungen, die er im Wahlkampf noch für unantastbar erklärt hatte. Hin und wieder, so hörte man, telefonierte er mit Angela Merkel .

Wenn man den Zeitungen, den politischen Insidern und den unpolitischen Normalbürgern im Freundeskreis traut, ist es die deutsche Kanzlerin, die den Spaniern sagt, wo es von nun an langgeht. "Wir sind pleite, Merkel wird uns retten", kommentierte neulich ein spanischer Freund, beruflich ein Deutschlandexperte, per SMS die Lage. Das war ironisch gemeint, fasste aber die allgemeine Stimmung gut zusammen. "La Merkel" und ihr Berliner Spardiktat für Europa füllt die Kommentarspalten längst auch in Spanien. Und Rajoys Minister sind damit beschäftigt, öffentlich dem Eindruck entgegenzutreten, dass sie Order auf Deutsch bekämen: Ja, Brüssel wird schon helfen. Nein, Berlin will Spanien nicht unter den Rettungsschirm zwingen. Ja, es wird eine europäische Lösung geben. Nein, es wird keine "Troika" nach Athener Vorbild nach Madrid reisen. Und nein, die deutsche Kanzlerin habe nichts dergleichen gefordert, auch nicht Wolfgang Schäuble .

Spanische Germanophobie? "Wir wissen, dass wir es ohne deutsche Hilfe nicht schaffen", sagt Vallespín, "aber wir sind nicht deutschenfeindlich." Ein anderer Kolumnist, Suso de Toro, umschreibt die Fixierung der öffentlichen Debatte auf die Deutschen mit dem Wortspiel über die manische Fixierung auf Alemania (Deutschland): Das sei eben eine Alemanía (wichtig ist dabei das í). Über die verwirrt-verwirrende Öffentlichkeitsarbeit, mit der die Regierung der allgemeinen Konfusion Herr zu werden versucht, machen sich Freund und Feind der Konservativen inzwischen offen lustig. Oder sie reagieren verärgert, vor allem die Kommentatoren, die dem rechten Flügel von Rajoys Volkspartei (PP) nahestehen. Vor allem El Mundo . Das konservative Blatt warnt Rajoy davor, sich auf eine griechische Lösung – mit Überwachung durch die internationale Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds – einzulassen. Angesichts der wenig überzeugenden Dementis wird es nicht müde, vom deutschen Druck auf Madrid zu berichten und darüber, dass man in "G-7-Kreisen" über den "spanischen Stolz" spotte und von einer "fatalen Arroganz" der Spanier spreche.

Leserkommentare
    • joG
    • 07. Juni 2012 12:50 Uhr

    ... bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten."

    Diese Einsicht scheint mir recht realistisch und entspricht einer Aussage von vor zwei Jahren, die mir gegenüber einer der 5 Weisen machte. Das ist nicht somit sehr neu.

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    .... bewältigen kann, tendiert gegen null. Auf die Indignierten folgen die Frustrierten."

    Jahrzehntelang wurden die Deutschen verlacht, ob ihrer restrektiven Steuergesetzgebung, des Handelrechts, des Bilanzwesens, des dualen Ausbildungssystems, Meldewesens, Kontrollgremien, etc., etc ! Dagegen schien das südländische "easy going" immer erstrebenswert, tja, bis das Geld alle war ! Jetzt wollen sie Hilfe (in Form von Geld), aber bitte ohne Einmischung von Aussen, was wieder nur dazu führt, dass die Kohle nur verbraten wird und in einem halben Jahr der Urzustand wieder da ist. Ein ineffektiver und aufgeblähter Beamtenapparat wie in Spanien würde das Geld so schnell schreddern, dass einem normalen Bürger der Kopf brummen würde ! Erst die Ursache bekämpfen, dann neues Geld!
    GoG

    Spanien ist nicht zu retten. So viel Geld hat niemand - auch Deutschland nicht. Es wäre besser, wenn Deutschland sofort aus EURO und EU austritt und zur DM zurück kehrt. Europa ist nämlich gescheitert.

  1. wer rettet MICH?

    48 Leserempfehlungen
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    Das ist ihre Rettung vor den Gläubigern!

    Das gibt es für Staaten leider nicht. Nur deshalb ist es für Spekulanten interessant, gegen Spanien zu wetten.

    Du bist nicht System relevant. ;)

    aber dass sie sich mit einer gesamten volkswirtschaft vergleichen, d.h. mit dem leben von ca.40 mio menschen, erscheint mir eine überhebliche provokation...aber vielleicht wollten sie genau das und freuen sich über jede empörte antwort auf ihr kommentar.
    wirtschaftskrisen haben aber, die geschichte des 20. jh. belegt es, zu humanitären katastrophen und kriegen geführt, und anstatt immer nur "nie wieder" zu sagen, finde ich es gut einzugreifen, solange es nicht zu spät ist.

    ...eine Bank sein.

    Gegen Ihren Kommentar gibt es nichts einzuwenden, diese Frage kann man sich durchaus stellen.

    Die "Kuh" kann nicht immer nur gemolken werden.

    Haben Sie etwa auch ein Konto bei Bankia? ;)

    ... :)

    "Das Ziel von Rajoys Zugehen auf Europas Linke: deren Unterstützung bei EU-Hilfen und der Bankia-Rettung – und zwar ohne einen Teil der Kontrolle über die Gesamtwirtschaft außer Landes geben zu müssen. An diesem Punkt muss der spanische Regierungschef sein Gesicht wahren."

    Insbesondere der letzte Satz aus dem Zitat ist besorgniserregend. Rajoy geht es offenbar nicht um die Rettung seiner Volkswirtschaft, denn es ist völlig klar, das andere Staaten einer Hilfe ohne jegliche Kontrolle - und sei es in Form einer gemeinsamen EU-Bankenaufsicht - niemals zustimmen werden.

    Doch in falschem Stolz fährt er sein eigenes Land gegen die Wand, statt zu Hause die Zocker in Haftung zu nehmen. Bankia ist in Spanien das Finanzinstitut mit der höchsten Pfändungsquote von Immobilien.

    Heißt: Wenn Sie in Spanien pleite gehen, fliegen Sie aus Ihrer Wohnung. Und wenn die Bank, bei der Sie die Hypothek haben, pleitegeht, dann geht Mariano bei seinen europäischen Kollegen mit dem Klingelbeutel sammeln - "Ihr zahlt das jetzt, und zwar ohne Kontrolle, meine alten Sparkassen-Freunde wollen schließlich auch künftig noch weiterspielen mit ihren Jetons....IHR könnt Euch UNSERE Pleite gar nicht leisten"

    So ein Unsinn.

    Aber Spass beiseite. Sowohl Privatleute als auch Unternehmer müssen eben mit ihren Mitteln haushalten. Wenn ihnen das nicht gelingt gehen sie halt in die Insolvenz. Bekommen auch keine Kredite mehr; nicht einmal mit horrenden Zinsen. Das ist der Unterschied zur Staatsverschuldung. Da wird mit Anleihen gezockt bis der ( griechische, spanische ... => beliebig erweiterbar) Staus quo erreicht ist. Die globalisierte Welt ist ein Hütchenspiel.

    • joG
    • 07. Juni 2012 12:54 Uhr

    ....dass Deutschland sehr viel Geld noch in dem Projekt Euro wird verbuddeln müssen, ist zu bemerken, dass bis vor Kurzem das von fast allen Regierenden geleugnet wurde. So haben viele Menschen ihren Regierenden geglaubt und ihre Handlungen danach ausgerichtet. Diese Menschen werden auf verschiedenste Weise nun ihr Geld wohl verlieren, das sie hätten retten können.

    Das ist nicht gut. Wer haftet für die Falschaussagen?

    8 Leserempfehlungen
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    ..
    Am Ende des Euro muss eine Kultur der Aufarbeitung stehen. Wer hat wann, warum und unter welchen Umständen. Aber das darf nicht reichen, das Verbrechen des Euro am deutschen Volk ist zu schwerwiegend.

    Helmut Kohl, Helmut Schmidt etc. müssen bestraft werden.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf rufschädigende oder diffamierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    • Coolie
    • 07. Juni 2012 13:21 Uhr

    Zumindestens niemand aus Politik und Finanzwelt. Das sind ja utopische Vorstellungen. ;-)

    Haften wird wie immer der EU-Steuerbürger, solange noch ein paar "Dollars" herausgequetscht werden können.

    ...und die restlichen Abnicker ihre Diäten selbst erhöhen, verweisen die immer auf ihre besondere Verantwortung. Wenns allerdings ernst wird, sind sie verantwortungslos - dann muß das Volk ran.

    Wer haftet?:Sie natürlich!,wer denn sonst?,Sie und alle,die mehr oder weniger direkt von der EU geschröpft werden,damit das wunderbare Europrojekt ohne Rücksicht auf Verluste überleben kann angesichts der USA,Russland und die Schwellenländer als mächtige Konkurrenten.

    Kürzlich las ich in der(alles andere als unseriöse)"Neue Zürcher Zeitung" den Satz: "...damit wird die EU noch ein Stück sozialistischer als es eh schon ist...".Entweder überlebt die EU als Pantomime der Sowjetunion oder zerfällt diese und sinkt in die geopolitische Bedeutungslosigkeit.vergessen Sie nicht,dass der ach,so solide Euro vor allem ein politisches Projekt war,ist und (falls es ihn noch gibt) sein wird.

    Grüss aus Zürich.
    B.

    „Sachsen-Anhalts Abgeordnete haben am Donnerstag ihre geplante Diätenerhöhung von 18 Prozent durchgewinkt. Die Gesetzesänderung sieht vor, dass die 105 Abgeordneten des Landtags ab Juli mindestens 5.655 Euro pro Monat erhalten, ein Plus von 858 Euro. Das Diäten-Plus wurde mit den Stimmen der CDU-SPD-Koalition verabschiedet, während Linke und Grüne wie angekündigt dagegen stimmten.“

    http://www.mdr.de/sachsen...

  2. Was ich mittlerweile nur noch im Kopf habe, wenn ich sowas lese, ist: Blablablablablablabla...
    Jeden Tag das Selbe, frei nach dem Motto: "Different Country, same shit!"
    Und die Beteiligten scheinen nur rat-, taten-, ideen- und orientierungslos umher zu irren! Der letzte macht das Licht aus!

    14 Leserempfehlungen
  3. Das einzige was in dieser zeit konstant ist:
    Merkels Konzeptlosigkeit. Was die Krise immer weiter angeheizt hat.

    Dirk Müller hat beispielsweise schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass sich die Spekulanten jetzt nach Griechenland Spanien und Italien vorknöpfen.

    Andere sicher auch - nur in Berlin, oder Brüssel konnte das natürlich niemand wissen...

    Also liebe Spanier, warum hofft ihr ausgerechnet auf die, die euch ans Messer der Spekulanten geliefert haben?

    26 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte tragen Sie sachlich zum Thema bei. Die Redaktion/mak

    nachdem die cds ja fällig gestellt wurden weil die anleihen nicht in freiwilligen sondern in zwangsumtausch gegangen sind hatt sich das ganze, für die die den € zerlegen wollen, ja nicht nur gelohnt
    sondern ihnen wurde sogar die munition dazu frei haus sozusagen als werbegeschenk geliefert.
    es giebt fehlentscheidungen die sind so unglaublich, v.a. wenn man sich anschaut wie wenige kröten sie einbrachten, das man nur einen plan dahinter vermuten kann...
    oder einfach populismus

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    ein Gewitter ankündigt, können sie das ja schließlich auch nicht verhindern.
    Sie können sich allerdings überlegen, wie sie sich darauf einstellen.
    Im Klartext: Das Spanien und/oder Italien Probleme bekommen, war natürlich absehbar.

    Welche (realistischen?) Optionen gibt es denn nun?

    1. "Knallhartes Nein": Keinerlei Unterstützung. De facto wäre dies möglicherweise das Ende der Eurozone, wenn nicht gar der EU.
    2. "Unbegrenzte Solidarität": Natürlich über Schulden. Im Ergebnis wären wir wahrscheinlich in wenigen Jahren alle pleite und müssten hemmungslos Geld drucken.
    3. Alle möglichen Optionen zwischen diesen beiden Extremen. Dies scheinen eher die realistischen Optionen zu sein.

    Ist irgendeine dieser Optionen attraktiv? Nein, natürlich nicht. Dummerweise gibt es aber die Option "Alles ist in Ordnung, es gibt kein Schuldenproblem" nicht. Also muss man zwischen vielen, unterschiedlich unschönen Optionen wählen. Natürlich ist dies ein Drahtseilakt. Wo bitte schön hat Merkels angebliche Konzeptlosigkeit die Krise immer weiter angeheizt? Sie steht bereits gewaltig auf der Bremse, was die Rettungsfonds angeht. Schwierig zu sagen, ob sie im Tausch gegen Unterstützungsleistungen mehr hätte aushandeln können. Da würde ich mir mehr wünschen, aber dummerweise ist das Leben halt kein Wunschkonzert.

  4. Das ist ihre Rettung vor den Gläubigern!

    Das gibt es für Staaten leider nicht. Nur deshalb ist es für Spekulanten interessant, gegen Spanien zu wetten.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich bin pleite,"
  5. ..
    Am Ende des Euro muss eine Kultur der Aufarbeitung stehen. Wer hat wann, warum und unter welchen Umständen. Aber das darf nicht reichen, das Verbrechen des Euro am deutschen Volk ist zu schwerwiegend.

    Helmut Kohl, Helmut Schmidt etc. müssen bestraft werden.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf rufschädigende oder diffamierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    37 Leserempfehlungen
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    Erstens irren Sie, daß die Schuldenkrise durch den Euro ausgelöst wurde. Die Ursache der Krise ist nicht unsere Währung, die sehr erfolgreich ist,sondern daß Staaten mehr ausgegeben haben als sie verdienen.

    Zweitens irren Sie, daß der Euro abgeschafft würde, das Gegenteil ist richtig, wir beide werden in diesem Land keine andere Währung mehr erleben - und ich denke noch einige Jahrzehnte zu leben.

    Drittens sollten wir weisen Poltikern wie Schmidt und Kohl dankbar sein, daß sie den Euro und die europäische Vereinigung vorbereitet und voran getrieben haben.

    Aber nicht Schmidt, oder Kohl würde ich für ihre Utopie bestrafen wollen, sondern Steinbrück und Merkel für ihr katastrophales Versagen.

    Es wurden in den letzten 4 Jahren gleich zwei historische Chancen vergeben, das völlig übergeschnappte Finanzsystem wieder einzufangen:

    1. Die Lehman-Pleite

    Kein Zocker hatte damit gerechnet, dass man eine internationale Großbank pleite gehen lässt.
    Die Jungs waren wirklich für einen Moment geschockt und sich des Wahnsinns ihres Handelns bewusst.

    Dieses Zeit-Fenster hat die Politik ungenutzt verstreichen lassen. Anstatt dessen hat man die Zocker mit neuem Spielgeld ausgestattet um noch mehr Unheil anrichten zu können.

    2. Die Griechenland-Rettung

    Man hätte sich an die Verträge halten müssen - No-Bailout-Klausel!

    Sie schließt die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten aus!!!

    Hätte man sich im Fall Griechenland daran gehalten, hätten die Spekulanten in die Röhre geguckt.

    Und damit hätte kein Spekulant mehr gegen ein Euro-Land gewettet.

    Der Vertragsbruch, die "Rettung" Griechenlands (in Wirklichkeit eine Bankenrettung), hat den Euro erst erpressbar gemacht.

    Zwei Kardinalsfehler und zwei Namen, die ich damit Verbinde:

    Merkel und Steinbrück. Und die müssen zu Rechenschaft gezogen werden.

    • Zack34
    • 07. Juni 2012 15:07 Uhr

    Der Kommentarteil, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    Der Kommentarteil, auf den Sie Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    • joG
    • 07. Juni 2012 19:03 Uhr

    ....zwei genannten Herren den Ruf noch (mehr) schädigen konnte?

    • doc.ex
    • 08. Juni 2012 1:36 Uhr

    Wie eisatnaf (s.unten) schreibt, war der Bruch der No-Bailout-Klausel durch Frau Merkel am 9. Mai 2010 auf Druck von Sarkozy und aller anderen "Freunde von D" der Kardinalfehler in der Geschichte der Eurozone. Dadurch wurde aus der Leistungsunion "Euro-Währungsraum", wie von den Vätern der Maastricht-Verträge geplant, mit einem Schlag eine Schuldenunion zum Nachteil Deutschlands. Seitdem sitzt D in der Haftungsfalle. Auch für Spanien.

    Wegen der Tragweite wurde Stillschweigen vereinbart, und anschließend die deutschen Medien ebenfalls dazu verpflichtet. Der Spanier Zapatero hat mal verraten, dass Sarkozy mit der Beendigung der freundschaftlichen Beziehung zu D gedroht habe, wenn Merkel nicht mit der "Griechenland-Rettung" einverstanden wäre. Andernfalls wären Sarkozy und seine Großbanken pleite geworden. Die Banken-Rettung lief dann unter dem Code "Euro-Rettung".

    eisatnaf 07.06.13:53

    2. Die Griechenland-Rettung

    Man hätte sich an die Verträge halten müssen - No-Bailout-Klausel!

    Sie schließt die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten aus!!!

    Hätte man sich im Fall Griechenland daran gehalten, hätten die Spekulanten in die Röhre geguckt.

    Und damit hätte kein Spekulant mehr gegen ein Euro-Land gewettet.

    Der Vertragsbruch, die "Rettung" Griechenlands (in Wirklichkeit eine Bankenrettung), hat den Euro erst erpressbar gemacht.

    Ein Kardinalsfehler und die Namen, die ich damit Verbinde:

    Merkel (und Schäuble)

    • kyon
    • 07. Juni 2012 13:05 Uhr

    "Wir wissen, dass wir es ohne deutsche Hilfe nicht schaffen, aber wir sind nicht deutschenfeindlich." (Vallespin)

    Welch ein Satz und welch eine Logik!

    Da dürfen wir Deutschen ja wohl noch froh darüber sein, dass wir als Helfer nicht von den Hilfsbedürftigen angefeindet werden.

    54 Leserempfehlungen
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    dieses Satzes erschließt lohnt es sich den Artikel zu lesen UND zu verstehen.
    Ein Blick nach Griechenland reicht sicherlich auch.

    Ich finde den Satz (die Aussage) geradezu brillant.

    es hilft nicht nur deutschland, sondern alle geber-lander im euroraum. D ist bloss die grösste und reichste volkswirtschaft.
    das problem, anstatt einer europäischen regierung entscheiden zur zeit die bundeskanzlerin & co über das krisenmanagement, und das ruft in den bürgern der anderen euro länder frustration und machtlosigket aus.

    Danke für Ihren guten Kommentar. Der Satz aus Spanien ist wirklich blanker Hohn.

    Tut mir leid aber Ihre Einstellung laesst sich nicht in Worten fassen.

    Spanien hat bspw. im 2012 Jahr Gueter und Waren aus Deutschland im Wert von 34.380.808 tsd. Euro gekauft und Gueter und Waren im Wert von 22.258.464 tsd. Euro an Deutschland verkauft.

    Fuer Deutschland macht das ein Plus von 12.122.344 tsd. Euro und das quasi Jahr fuer Jahr und seit jeher.

    Deutschland ist fuer "Hilfe" also die richtige Adresse.

    Solange Spanien und Deutschland sich als Gemeinschft verstehen, steht es Ihnen nicht zu den geschlagenen Samariter zu spielen.

    Das gilt auch fuer andere Mitglieder der Gemeinschaft die seit einigen Jahren, Tag fuer Tag angekeift werden.

    Die Bezeichung fuer solches Verhalten nennt man uebrigens assozial.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Angela Merkel | Spanien | Mariano Rajoy | CDU | SPD | Wolfgang Schäuble
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