Wirtschaftskrise : Der Aufstieg des Schweizer Franken ruiniert Familien in Ungarn

Hunderttausende Ungarn haben Immobilienkredite in Franken aufgenommen. Weil der Kurs der Schweizer Währung drastisch stieg, stehen viele Schuldner vor dem Nichts.
In Budapest sind viele Immobilien zu verkaufen, so wie auch diese Wohnung. © Bernadett Szabo/Reuters

Edit Gyarmati hat seit Wochen kein warmes Wasser mehr. Die 55-Jährige lebt zusammen mit ihrer Tochter in einer Ein-Zimmer-Wohnung in Kecskemét – einer Stadt südöstlich von Budapest . Weil sie monatelang ihre Rechnungen nicht bezahlt hat, haben die Stadtwerke ihr das warme Wasser abgedreht. Wenn sie oder ihre 14-jährige Tochter duschen wollen, müssen sie Wasser in einem großen Topf auf dem Herd erhitzen. "Wenigstens Strom haben wir noch", sagt Gyarmati.

Edit Gyarmati ist eine von Hunderttausenden in Ungarn , die sich vor der Krise in einer Fremdwährung verschuldet haben – die meisten in Schweizer Franken, andere in Euro oder sogar in japanischen Yen. Rund eine Million solcher Verträge gibt es nach Angaben der ungarischen Regierung – in einem Land mit rund zehn Millionen Einwohnern. Die meisten Kreditverträge wurden zwischen 2006 und 2009 abgeschlossen, damals schienen sie sein gutes Geschäft zu sein. Kredite in Forint waren wegen des hohen Leitzinses in Ungarn teuer, manchmal verlangten die Banken zehn Prozent Zinsen oder mehr. Die Darlehen in Schweizer Franken gab es hingegen schon für drei Prozent. Viele Institute rieten deshalb ihren Kunden zu einem Kredit in fremder Währung und mit geringeren Raten.

Zu den Anbietern gehörten neben der größten ungarischen Bank, der OTP, auch zahlreiche Tochterinstitute ausländischer Banken: Die BayernLB-Tochter MKB, die Erste Bank und die Raiffeisen Bank International (RBI) aus Österreich oder die CIB-Bank, eine Tochter des italienischen Kreditinstitutes Intesa Sanpaolo. Wie viele andere Ungarn ließ sich Edit Gyarmati auf das Angebot der Institute ein. Im April 2008 nahm sie einen Kredit über vier Millionen Forint auf – zum damaligen Zeitpunkt rund 16.000 Euro. Mit dem Geld kaufte sie nach dem Tod ihres Mannes eine kleine Wohnung in einem Kecskeméter Plattenbau, gleich neben dem Supermarkt, in dem sie bis heute arbeitet.

Ohne die Krise an den Finanzmärkten wäre ihr Kalkül vielleicht sogar aufgegangen. Doch seit die Zukunft der gemeinsamen europäischen Währung unsicher erscheint, sind viele Anleger in Schweizer Franken geflüchtet. Wenn die Nachfrage nach einer Währung zunimmt, steigt aber auch der Kurs – der Franken gewann seit 2008 um mehr als 50 Prozent an Wert. Die einstmals günstigen Kredite wurden immer teurer, die Tilgungsraten explodierten.

Der Traum vieler: eine eigene Wohnung

Für Edit Gyarmati war das eine verhängnisvolle Entwicklung. In den ersten Monaten musste sie noch jeden Monat 28.000 Forint an ihre Bank überweisen. Doch schon nach wenigen Monaten stiegen die Raten. Heute zahlt sie fast 45.000 Forint im Monat. Ungarns größte Bank, die OTP-Bank, vergab ihr den Kredit. Weil sie auch ihr Girokonto bei der Bank hat, wird ihre Tilgungsrate sofort vom Lohn abgezogen. Nach Abzug der Nebenkosten für die Wohnung bleiben Edit Gyarmati im Moment noch 1.000 Forint – das sind kaum mehr als drei Euro. Wenn ihre Tochter kein Waisengeld bekommen würde, hätten die beiden nicht einmal mehr Geld für Lebensmittel.

So wie Gyarmati geht es in Ungarn momentan Zehntausenden Menschen. Viele von ihnen wollten ein normales Leben führen und eine Wohnung kaufen. Wie in vielen osteuropäischen Ländern gilt es auch in Ungarn als prekär, zur Miete zu wohnen, 90 Prozent der Bevölkerung lebt in einer eigenen Immobilie (zum Vergleich: in Deutschland sind es rund 53 Prozent). Weil die Ungarn oft auf Kredit kauften, sind viele Wohnungen und Häuser mit Hypotheken belastet. Ende Mai waren die Besitzer von mehr als 100.000 Wohnungen mit ihren Ratenzahlungen so stark in Verzug, dass die Banken eine Zwangsvollstreckung verlangten.

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Kommentare

135 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Es ist nicht das Problem der deutschen Politik...

...sondern allein ein Problem der Gier der Konsumenten nach Immobilien und sonstigen Konsumtentenkrediten, ohne sich die Risiken zu vergegenwärtigen.

Im Einzellfall mag ein Schadensersatzanspruch gegen Banken gegeben sein, im Regelfall wollten alle einfach günstige Kredite.

Und warum sollten man in Deutschland Mitleid damit haben, dass es in Osteuropa als "prekär" gilt, zur Miete zu wohnen, wo bei uns nahezu 50 % nicht an der sgn. Eigenheimquote partizipieren ?

Imho Jein

man hat wie immer als Kunde nicht überlegt, was man dort eigentlich macht und/oder bewusst gezockt. Was imho jede Währungswette ist.
Und man ist natürlich auch auf die Propaganda - eigen Immobilie - der Politik und Medien reingefallen, wie imho auch viele in D.
Wer glaubt das es prekär ist auf Miete zu wohnen, dem kann nicht geholfen werden. Etwas das auch viele Dt. noch am eigenen Leibe erfahren dürften, wenn die Kosten der teilweise mit heißer Nadel gestrickten Kredite nicht mehr getragen werden können, weil die Nebenkosten ansteigen.

Sie haben recht, dass die ungarische....

.... Ausprägung der Folgen deutscher Politik nicht vor deutschen Gerichten landen werden und den Deutschen nicht schädigen. In anderer Gestalt allerdings geschieht das jedoch, wenn auch die "Täter" nicht direkt belangt werden. Die Gemeinden haben bspw in NRW von der WestLB zinsinstrumente gekauft, die durch den Verfall des Euro enorme Verluste verursachen. Das ist nun vor Gericht.

Blabla...

"Gier der Konsumenten nach Immobilien"

Oh ja, alle gierig außer ich.

"und sonstigen Konsumtentenkrediten, ohne sich die Risiken zu vergegenwärtigen"

Ich halte es für eine Aufgabe der Politik den Leuten die Zusammenhänge zu erklären und die Banken daran zu hindern die Leute über den Tisch zu ziehen. Denn die Banken haben keinerlei Interesse daran die Risiken korrekt darzustellen, wie zahlreichen Urteile beweisen.

Davon ab, war für Normalbürger eine derartige Krise (und damit der Aufstieg des Franken) nicht absehbar.

Die Leute sind Opfer der sogenannten "Globalisierung" also im Klartext: von Freihandel und Kapitalfreizügigkeit und der damit einhergehenden Komplexitäten.

In einer Boomphase mag beides für die meisten Leute Vorteile bringen, aber wehe der Kapitalismus hat mal wieder eine seiner periodischen Krisen... dann kracht es richtig.

Ich hoffe nur die Politik und die Leute lernen daraus. Aber bis dann die nächste Krise in zig-Jahren kommt, wird es wahrscheinlich erst die nächsten Generationen treffen und die werden wieder die selben Fehler gemacht haben. So war es bisher immer.

Bitte geben Sie Ihrem Kommentar eine aussagekräftige Überschri

Die bösen, bösen Deutschen...

Alle Lösungsvorschläge aus Südeuropa zur Euro-Krise würden im übrigen das Aufweichen der früheren Hartwährung Euro nur noch weiter beschleunigen und den Franken stärken.

Also sparen sie sich Ihre einseitigen und ökonomisch vollkommen unsinnigen Schuldzuweisungen.

Bitte achten SIe auf einen sachlicheren Diskussionston. Danke, die Redaktion/lv

Deutsche Besserwisserei...

...wie immer.

"man hat wie immer als Kunde nicht überlegt, was man dort eigentlich macht"

Tja, wenn ich viele Kommentare so lese, dann fallen wohl noch mehr Leute unter "unmündiger Kunde". Zum Glück sind die Deutschen so ängstlich, dass sie lieber in Abhängigkeit und zur Miete wohnen, als selbst ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Immerhin können sie dann mit dem Finger auf andere zeigen, wenns doch mal schiefgeht.

"Immobilie - der Politik und Medien reingefallen, wie imho auch viele in D."

Überall auf der Welt, dazu gibts ja Werbung.

"Wer glaubt das es prekär ist auf Miete zu wohnen, dem kann nicht geholfen werden."

In diesen Ländern kann man nicht ohne weiteres mieten, WEIL es als prekär gilt. Wer mietet hat kein Geld, entsprechend ist dann auch das Angebot. Wir haben in dieser Beziehung in D eine Sonderstellung, sowohl in der Mentalität, wie auch in der Mietgesetzeslage.

nee...

.. so dumm und vereinfacht kann man nicht immer denken. Wie bei allen Kaufgeschäften haben zurechnungs- und geschäftsfähige Menschen die alleinige Verantwortung über den Verbleib ihres Vermögens in einer freien Wirtschaft. Vieleicht wäre es ratsam das allzu profitgierige Menschen in einre gesunden Ehrfurcht VORHER über das vermeintlich "tolle Geschäft" nachdenken und nicht einem absolut nicht in einer Verantwortung stehenden Land hinterher die Schuld geben!

Können sie das erläutern?

Der Franken hat so stark aufgewertet, weil der Euro an wert verloren hat. Der Euro hat an Wert verloren wegen der Krise.

Sie sehen die Krise vor allem als Kausalität deutscher Politik?
Ohne Deutschland hätte der Euro noch mehr an Wert eingebüßt.

Die Schweiz hat nach dieser Logik theoretisch ebenso viel Schuld daran, schließlich hat man sich dort zu lange Zeit gelassen bevor sie den Kurs des Franken an den Euro gekoppelt hatte.

Vielleicht liegt es aber auch einfach in der Verantwortung des Einzelnen sich aus Verträgen rauszuhalten, die er nicht versteht?

Das ist nu wirklich nicht sehr...

...gut argumentiert. Die Krise hat alle Industrieländer erwischt. Der heutige Stand Eurolands ist das Ergebnis weltweit als dilettantisch und gefährlich gesehene Maßnahmen zurück, die großteils Deutschland durchsetzte. Da kann man hier sagen und fuchteln und auf Andere deuten, man hat wie schon mit den Verträgen von Maastricht und Lissabon so. Das weis hier jeder. Das weiß da draußen jeder. Nur tut man hier so, als wären es Andere gewesen. Das ist menschlich und es ist verlogen, arrogant und verachtenswert. Stehen Sie doch zu den Fehlern Ihrer Vertreter.

Da kann die Stadt Dresden

vielleicht in einiger Zeit drastisch an der Realität verdeutlichen, wie solche Abläufe zustande kommen. Die Stadt hat ihren gesamten sozialen Wohnungsbestand verscherbelt!
D. h. Es gibt kein Regulativ mehr für bezahlbare Unterkünfte. Der Markt diktiert. Wer erinnert sich nicht an unsere Unterkunftskosten in der Zeit des knappen Angebots. Und an Zeiten, als die Studenten für die Erhaltung des preiswerten Wohnungsbestandes kämpften?

Dresden hat damit auch keine Handhabe mehr, ggf. Menschen vor der Obdachlosigkeit zu schützen!

Und wer sich in einer solchen Situation eine Unterkunft kauft und dann auch dem Finanzmarkt durch eigene Gründe, Scheidung, Krankhait, Arbeitslosigkeit etc. zu entgehen, unterliegt nicht der Gier, sondern einer skrupellosen Finanzwirtschaft! Und einer verantwortungslosen Politik.

Auch in USA haben sich nicht alle Menschen aus Gier eine Wohnung oder Haus gekauft, sondern weil es auch dort kaum bezahlbaren Wohnraum gibt. Solange die Banken die Konten über Kredite auffüllen und die Menschen noch einen Arbeitsplatz haben, zahlen sie Zinsen, im Glauben, es sei alles i.O. "Das sind doch die Fachleute und müssen es wissen". Aber diese behalten ihren Job, solange sie Kreditkunden einfangen.

Und wir haben nicht die Schuldnerberatungsstellen, weil die AGB der Banken so gut zu durchschauen sind, als ob alle Kreditnehmer Finanzfachleute wären.

All das hatten wir schon. Und die Gier wiederholt die kriminellsten Fehler wieder und wieder.

Einseitigkeit

Zunächst mal bin ich Nichtwähler, daher sind auch nicht meine "Vertreter", die irgendwas verschuldet haben.

Sie sagen ich hätte nicht gut argumentiert, bashen wiederholt Deutschland und sagen, dass es verlogen, arrogant und verachtenswert wäre anderen die Schuld daran zu geben.
Dabei schreiben sie selbst ebenso einsitig die Schuld Deutschland zu. Nun bin ich kein Nationalist, aber dieses Verhalten sticht ins Auge.

Das Krisenmanagement war vielleicht nicht das Beste, aber zunächst mal sind die Krisenländer selbst für ihre Situation verantwortlich.
Was wären denn die Alternativen zu dem harten Sparprogramm gewesen?

Too big to fail

Hoffentlich setzt sich zukünftig diese Meinung auch in Bezug auf Banken und Versicherungen durch!

Kommentare wie dieser, so richtig sie auch sind, erzeugen bei mir immer noch Magenkrämpfe, solange die Hochfinanz, mithin die Speerspitze des Kapitalismus, mit einer Attitüde, die an die Aufgeblasenheit des Absolutismus erinnert, von allen anderen gesellschaftlichen Akteuren verlangt, dass die Grundregel des Kapitalismus ausgerechnet für sie nicht gelten soll.

Schwarz-Weiß (1)

Ihr Motto ist durchaus Common-Sense. Gratulation zu den zahlreichen Empfehlungen. Aber Sie haben denke ich Dinge nicht verstanden. Und weil Ihr Denken das Normale ist, ist die Welt auch ein schlechterer und unsolidarischerer Ort als sie sein könnte.

Ich will ihnen mal das Tor zu gewissen Perspektiven öffnen, die Ihnen scheinbar nicht in den Sinn kommen oder nicht bedeuten.

Beginnen wir mit Textarbeit: Viele dieser Menschen wurden, so steht es im Text, unzureichend über die Kredite aufgeklärt. Klauseln wurden verkompliziert, in Gesprächen wurden Informationen unterschlagen. Kredite wurden nachträglich zu Ungunsten der Betroffenen verändert.

Es ist zudem nicht so, dass die Menschen um Kredite gebettelt haben, die Kreditanstalten sahen in gleichem Maße Ihre Chancen. Somit ist hier schwerlich von einer Einzelverantwortung zu sprechen.

Schwarz-Weiß (2)

Zweitens müssen Sie den Lebensstandard beachten. In einem armen Land wie Ungarn hängt Altersarmut viel stärker mit dem Nichtbesitz einer Immobilie zum Leben zusammen, als das bei uns der Fall ist. Und auch bei uns gibt es diesen Zusammenhang. Es ist klar, dass Menschen dies verhindern möchten. Es ist deutlich, dass dieser Umstand beinahe einem "Zwang" gleichkommt, möchte man nicht in Armut, Krankheit und Leid (alles direkte Folgen von Altersarmut) das Ende seiner Tage fristen. Das vermeiden zu wollen, kann ich keinem verübeln.

Um dies zu erkennen, reicht einfach Folgendes aus: Das ganze Bild zu sehen und sich in andere Perspektiven einzudenken.

Ihr Motto macht Sie dafür blind. Nicht nur Sie.
Ich nehme mir heraus, mal psychologisch zu deuten: Werden die Zeiten rauh, denken Menschen vermehrt an sich. Nicht immer, aber in unserer Gesellschaft weithin schon. Reichtum scheint wichtiger zu sein als Solidarität.

Es ist so einfach, aus sich zu abstrahieren und zu versuchen, andere Menschen zu verstehen. Es ist peinlich, wie derart "aufgeklärte" und eigentlich mit Klugheit gesegnete Menschen reihenweise nur Ihrem Egoismus fröhnen, dass Sie sogar mit Mitgefühl geizen. Ich komme zu dem Schluss: Klugheit und Anstand sind verschiedene Güter. Klug sind viele, noch mehr glauben es zu sein. Tief und in ethischem Sinne autonom (nicht autonom in wirtschaftlicher Hinsicht), ist fast niemand.

Irgendwann wird genau aus diesem Grund keine Gesellschaft mehr sein. Ade du schöne Zeit.

Informationen

"Viele dieser Menschen wurden, so steht es im Text, unzureichend über die Kredite aufgeklärt. Klauseln wurden verkompliziert, in Gesprächen wurden Informationen unterschlagen."

Natürlich ist dies auch ein Aspekt, welchen man den Banken anlasten kann. Im Grunde ist aber jeder für sich selbst verantwortlich.

Der Fremdwährungskredit wurde diesen Leuten bestimmt empfohlen, weil dies eine sehr hohe Rendite bringen. Und jeder der einen Kredit in fremder Währung aufnimmt, zumal in diesen existensbedrohenden Summen, sollte sich im Klaren sein, wieso er dies tut, welche Vorteile es bietet, aber auch wie hoch das Risiko ist! Natürlich sind am Ende immer die anderen Schuld.

Es ist häufig so, dass sich Leute monatelang damit bechäftigen, welches Auto oder welchen Fernseher sie kaufen. Da werden Zeitschriften gelesen, Angebote verglichen und Meinungen von Dritten eingeholt. Wenn man dagegen seine Rente in Wertpapiere anlegen will oder einen hohen Kredit aufnehmen möchte, dann geht man in die Bank trinkt einen Kaffee und schwätzt ganz nett mit dem "Bankberater". Und nach 30 Minuten ist das Geschäft abgewickelt.

Bei jedem noch so günstigen Produkt, sind viele misstrauisch, was der Verkäufer oder die Werbung anpreist. Wenn jedoch der Bankberater etwas sagt, wird dies zu 100% geglaubt.

Ihre Argumentation

verliert einerseits durch ihren oberlehrerhaften, arrogant-überheblichen Tonfall schon bedeutend an Glaubwürdigkeit.

Und dann ist sie auch nicht weniger einseitig - nur halt in die andere Richtung: Schuld sind nur die Banken...

Ja, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wurde nicht jeder genau über alle Risiken aufgeklärt.
Und natürlich muss man auch die Regierung fragen, weshalb es erlaubt ist, Verträge einseitig zu ändern.

Aber trotz allem kann und will ich die Unterzeichner nicht von ihrer Eigenverantwortung freisprechen!
Die haben alle freiwillig unterschrieben - sog. "gesellschftliche Zwänge" hin oder her.

Vielleicht ist an ihrer Meinung etwas dran. Ich entlaste ja auch nicht vollständig die Kreditnehmer. Die aufgeklärten Menschen sollten aber die Verkäufer sein. Diese müssen Ihr Produkt kennen und wahrheitsgemäß sowie vollständig über ein Produkt informieren. Sonst kann der Kreditnehmer seine Entscheidung nur auf falschen Grundlagen treffen und letztlich den Vertrag nur auf diesen abschließen. In manchen Fällen ist das sicherlich kriminell zu nennen. Und vor ktriminalität ist die Gesellschaft durch den Staat zu schützen. Das ist eine der Grundaufgaben, für die Staatstheoretiker gar die allererste Aufgabe des Staates.

ich will nur sagen: Auch bei uns gibt es so etwas, wenngleich nicht in diesem Ausmaß. Und bei komplizierten Dingen, deren Hintergründe nicht im entfernstesten transparent sind, benötigt es immer Vertrauen.

Dass unser Vertrauen in solchen Fällen missbraucht wird oder dass wir komplizierte Dinge nicht ausreichend abschätzen können, gerade wenn sie zeitdynamischen Schwankungen unterworfen sind, das kann und wird uns allen in unserem Leben passieren. Freilich ist dies, worum es hier geht, eine außerordentlich schmerzhafte Angelegenheit. Und gerade hier muss dann staatlicher schutz greifen.

Denn es ist nicht nur eine tausendfache individuelle Katastrophe, es belastet auch die ganze Gesellschaft und das Zutrauen der Bürger in Recht, Sicherheit und Ordnung.

Menschlichkeit schafft sich ab?

Wo ist da (siehe Link) der Unterschied...?

http://www.zeit.de/2012/1...

Sich von vorneherein zu übernehmen ist immer blöd, aber die Hoffnung auf -keineswegs überkandideltes- Wohneigentum halte ich für legitim.
Diese Ungarin ist OPFER des weltweit sich etabliert habenden
grausamen Hütchenspiels und der Zockerei.
Mein Mitleid hat sie, wie die weiterne aberzigtausenden, die jetzt, wie unlängst in Spanien gesehen, vor den zugemauerten Eingangstüren ihrer Wohnungen stehen.

Ich würde gerne Ihre Reaktion sehen, wenn die Zinsen für Ihre Konsum- oder Baufinanzierung innerhalb kürzester Zeit um mehr als 100% anstiegen?

Menschlichkeit schafft sich ab?

Der Vertrag

Ich verweise auf den Beitrag 40. Ein Vertrag ist eigentlich ungültig, wenn wichtige Details einem der Vertragspartner falsch dargestellt oder verschwiegen werden. Und genau das dürfte, wenn ich dem Text glauben darf, hier in vielen Fällen zutreffen.

Mitunter kann so etwas, wenn es absichtlich geschieht, als kriminel eingestuft werden.

Die Menschen sind daher in einem starken Sinne zu entlasten. Zumindest teilweise. Und das wäre ja schon einmal ein Anfang.

Geld und Zwischenmenschliches

Geld distanziert.
...
Tatsächlich jedoch mehren sich die Befunde, die dafür sprechen, dass Geld und zwischenmenschliche Nähe sich in gewisser Weise zueinander verhalten wie Feuer und Wasser. In einer ebenso einfachen wie aufschlussreichen Versuchsserie dazu, erschienen im Fachmagazin „Science“, setzte ein Psychologenteam Testpersonen an einen Schreibtisch mit Computer. Dort mussten die Probanden einen Stapel Fragebögen ausfüllen. Die Fragebögen waren aber nur ein Vorwand. In Wahrheit ...

http://www.tagesspiegel.d...

Wohnungsmarkt

Haben Sie mal versucht, in Ungarn eine Mietwohnung zu bekommen? Der Artikel beschriebt das Zur-Miete-Wohnen als "prekär", und das ist es auch. Jeder "normale" Mensch in Ungarn hat seine eigene Wohnung/sein eigenes Haus.

Wohnungen zur Miete sind in Ungarn entweder dermaßen teuer, dass sie nur für (ausländische) Spitzenverdiener tragbar sind, die ohnehin nur für begrenzte Zeit vor Ort bleiben, oder sie sind so schlecht (Zustand/Lage), dass kein Mensch von Selbstachtung dort einziehen möchte.

Natürlich wird niemand gezwungen

aber die Ausbeute der Wohneigentümer treibt einen gerade dazu, wenn auch nur die Möglichkeit besteht.

Wir wohnten in Berlin in einer mehr als € 2.000,00/Monat Mietwohnung.
Nach dem Kauf fielen Wohnkosten von € 450,00/Monat an.

Auch wenn der Kauf ohne Kredit möglich war, kann ich gut verstehen, dass derartige Differenzen jeden, der auch nur die Chance auf einen Kredit bekommt lockt, Eigentümer zu werden.

Zumal wir die Wohnung nach vier Jahren mit fast 40% Prozent Gewinn zum Kaufpreis verkaufen konnten.

Die Überlegung an sich ist schon logisch. Es sei denn man wird von Banken, Wirtschaft und Politik verraten.

Wer spekuliert ist selber schuld?

Schuld ist ein problematisches Wort in diesem Zusammenhang. Ich wuerde sagen die Frau im Artikel hat unter den bestehenden Umstaenden zur Zeit der Kreditaufnahme exakt das Richtige getan. Ich wuerde sagen, Schuld sind die Finanzakrobaten mit Villen in der Schweiz, Florida, Bahamas etc.; Schuld ist ein Wirtschaftssystem das Ausbeutung belohnt; Schuld ist die allgemeine Unplanbarkeit des Lebens im 20 Jahrhundert.
Ihr Kommentar scheint zu implizieren, dass der Kauf einer Immobilie ein Spekulationsrisiko ist, von dem jeder vernuenftige Mensch Abstand halten sollte, wenn er den Kaufpreis nicht bar bezahlen kann.

welche Details denn?

"Ein Vertrag ist eigentlich ungültig, wenn wichtige Details einem der Vertragspartner falsch dargestellt oder verschwiegen werden. Und genau das dürfte, wenn ich dem Text glauben darf, hier in vielen Fällen zutreffen."

Welche Details denn?
Wenn Sie einseitige Änderungen meinen: Solche Klauseln sind dem Artikeltext zufolge in Ungarn mitlerweile unwirksam. Für in der Zwischenzeit entstandene Schäden sind nach meinem Rechtsverständnis die jeweiligen Banken verantwortlich.

Die größten Verluste haben die Immobilienkäufer aber dem Artikel zufolge durch Wechselkursschwankungen erlitten. Da kann die Bank eigentlich nichts dafür. Weder ist sie für die Wechselkurse verantwortlich noch dürfte sie ihren Kunden gegenüber behauptet haben, sie kenne die künftige Kursentwicklung. Wenn den Kunden also klar war, dass sie zur Rückzahlung in einer Fremdwährung verpflichtet sind, können sie der Bank in der Hinsicht keinen Vorwurf machen.

Vielleicht haben sie ja auch darauf vertraut, dass ihre Regierung (wie jetzt offenbar geschehen) marktfremde Kurse vorschreibt, wenn die echten Kurse zu unbeliebt werden...
Wäre der Franken abgeschmiert, hätten die Leute mit Franken-Krediten ihre Gewinne wohl auch behalten dürfen.

Eine vernünftige Regelung für private Insolvenzen wäre sicher besser als solche Detaileingriffe.

Welche denn?

"Ich würde gerne Ihre Reaktion sehen, wenn die Zinsen für Ihre Konsum- oder Baufinanzierung innerhalb kürzester Zeit um mehr als 100% anstiegen?"

Es gibt zwei Möglichkeiten, sich als privater Kreditnehmer gegen sowas abzusichern:
1. Kredite mit langfristiger Zinsbindung, die am Ende der Zinsbindung vollständig oder fast vollständig getilgt sind (das ist die in Deutschland übliche Methode).
2. Kredite, für die man nur mit Immoblie bürgt, also im Notfall die Immobilie als vollständige Tilgung annimmt. Wenn der Kredit dann mehr wert ist als die Immobilie, hat halt die Bank den Verlust (das ist die in den USA übliche Vorgehensweise).

Man kann auch zocken. Dann hat man die Chance von später niedrigeren Zinsen zu profitieren und kriegt außerdem einen relativ hohen Kredit. Der Preis ist eben das Risiko...

Bei Umgekehrter Kursentwicklung hätten die Kreditnehmer ja auch jede Menge gewinnen können. Wer die Chancen für sich will, sollte die Risiken nicht an den Staat abtreten.

Ungleichgewicht

Würden Sie mal erklären, was an dem Kauf einer einfachen 1-Zimmer-Wohnung mit Gier in Verbindung zu bringen ist?
Die Frau wollte sich absichern.
Es haben nicht alle Menschen einen IQ von mindestens 170, wie die allermeisten Kommentatoren hier. Ich bin auch schon vor Anträgen und Formularen gesessen und wäre, ohne die Hilfe einer befreundeten Rechtsanwältin, verzweifelt.
Warum ist es zuviel verlangt, dass Kunden umfassend aufgeklärt werden müssen?
Es ist schließlich kein Vertrag zwischen Partnern auf gleicher Augenhöhe. Hier, die Banken mit einem Heer Juristen und Fachleuten, dort, die eine Person mit wohl eher geringerer Bildung, die sich darauf verlassen muss, dass stimmt was man ihr erzählt.
Bei Middelhoff kann man von Gier sprechen, denn der wusste es oder hätte es wissen müssen. Bei ihm hält sich mein Mitleid tatsächlich in Grenzen. Für die, die es nicht wissen, Middelhoff hat privat so um die 100 Millionen in den Sand gesetzt und ist jetzt wohl hoch verschuldet.

Leider falsch

"Es gibt zwei Möglichkeiten, sich als privater Kreditnehmer gegen sowas abzusichern:
1. Kredite mit langfristiger Zinsbindung, die am Ende der Zinsbindung vollständig oder fast vollständig getilgt sind (das ist die in Deutschland übliche Methode)."

Das ist in Deutschland NICHT üblich. Kredite in Deutschland werden in aller Regel mit geringstmöglicher Tilgung angeboten, um dem Kreditnehmer einerseits eine möglichst hohe Kreditsumme und dem Kreditgeber natürlich einen möglichst hohen Zinsgewinn zu sichern. Bei üblichen Krediten, sind nach 10 Jahren also gerade 10% getilgt. Auch ein langlaufender Kredit ist ein Risiko, denn man profitiert in einem solchen Fall ja nicht von fallenden Zinsen, denn grundbuchgesicherte Kredite kann man in Deutschland nicht kündigen, es sei denn man veräußert das Eigentum!

Außerdem bürgt man in Deutschland mit dem gesamten Vermögen und mit der Immobilie selbst üblicherweise als Grundschuld und nicht als Hypothek. Das bedeutet, wenn man nicht mehr zahlen kann, versteigert die Bank die Immobilie und kann grundsätzlich den gesamten Veräußerungswert behalten, unabhängig vom Schuldenstand.

In einer ausgesprochenen Hochzinssituation ist eine lange Zinsbindung für einen Kreditnehmer eigentlich unsinnig. Es ist also sinnvoll,z.B. in Ungarn kurz laufende Kredite abzuschließen, durchaus auch in Fremdwährung, sofern man rechtzeitig aussteigt, den Kredit ablöst und in Eigenwährung umschuldet. In Großbritannien sind solche Praktiken durchaus üblich.

PFUI PFUI PFUI

DIe meisten Kommentatoren sollten sich für ihre Bemerkungen schämen.

Hier geht es nicht um ZOCKER oder um irgendwelche Spekulanten. Es sind die Normalverbraucher, die normalen, kleinen Bürger. Ihnen wurde von den Banken verkauft, dass diese Kredite besser für sie sind. Weil angeblich ihre eigene Währung zu instabil sei usw. DIe gleiche Situation gibt es derzeit in Kroatien. Die BANKEN haben Menschen ein RISIKO aufgedrückt, dass diese nie wirklich verstanden haben.

FALSCHBERATUNG! In Deutschland würden die meisten Kommentatoren wütend und jammernd bei den Verbraucherzentralen stehen und ihr Geld zurück verlangen - siehe Lehmann-Pleite usw.

SIe sollten allesamt für 20 Jahre ausgewiesen werden und ihr Glück unter den gleichen Bedingungen wie die Ungarn und Kroaten suchen. Viel Erfolg in einer anderen Umwelt ohne die gewohnten, deutschen Sicherheiten. In Ungarn war es normal, als Arbeiter zumindest eine kleine Wohnung zu kaufen. Aber schauen sie sich die Bausubstanz mal an (auch auf dem Foto). Hier geht es nicht um Reichtum.

Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn der EURO scheitert, ein Umbruch stattfindet und wir einmal wieder eine unstabile Währung bekommen. Man kann sich auf nichts verlassen, kommt nur weiter, wenn man Kontakte hat usw. Die meisten klugen Stimmen hier im Forum würden jedenfalls verstimmen.

Wenn sich Frau Gyarmati ein zu großes Auto...

...gekauft hätte, würde sie dann den Verkäufer dafür verantwortlich machen? Oder eine zu teure Reise? Da wäre dann der Veranstalter schuld? Hören Sie mir auf mit Verantwortung der Banken: Wer sich in unkalkulierbare Schulden stürzt ist erst einmal selbst verantwortlich dafür - niemand hat sie schließlich gezwungen, eine Wohnung zu kaufen auf Frankenkredit.

Kaum überbietbar an (typisch? deutscher) Arroganz

Frau Gyarmati hätte, wie zigtausende anderer Bankkunden auch, einen rechtlichen Anspruch auf eine Beratung in Augenhöhe gehabt. Eine Beratung, die den Namen auch verdient.
Nur weil ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung in der (für Banken besonderen) Ökonomie nicht zu Hause ist, darf man sie über den Tisch ziehen?
Ich kennte zu gerne mal die Zahlen derer "Hausbesitzer", denen hierzulande mit vergleichbaren Methoden das letzte Hemd ausgezogen hat.

Angeboten

"Das ist in Deutschland NICHT üblich. Kredite in Deutschland werden in aller Regel mit geringstmöglicher Tilgung angeboten"

Der Kunde ist aber schon selbst dafür verantwortlich, was er nachfragt, oder?

Ich geh' doch auch nicht zum Bäcker und frage dort, wie viele Brötchen er mir gerne verkaufen möchte.

"Auch ein langlaufender Kredit ist ein Risiko, denn man profitiert in einem solchen Fall ja nicht von fallenden Zinsen"

Ja klar. Ein Geschäft ohne Risiko, bei dem man immer profitiert, gibt's doch auch sonst nirgendwo.

"Außerdem bürgt man in Deutschland mit dem gesamten Vermögen und mit der Immobilie selbst üblicherweise als Grundschuld und nicht als Hypothek. Das bedeutet, wenn man nicht mehr zahlen kann, versteigert die Bank die Immobilie und kann grundsätzlich den gesamten Veräußerungswert behalten, unabhängig vom Schuldenstand."

Das steht jetzt im Widerspruch wozu? Wenn die Immobilie mehr wert ist als der offene Kredit, kann man sie übrigens mitsamt Grundschuld an jemand anders verkaufen und die Differenz einstreichen.

"Es ist also sinnvoll,z.B. in Ungarn kurz laufende Kredite abzuschließen, durchaus auch in Fremdwährung, sofern man rechtzeitig aussteigt, den Kredit ablöst und in Eigenwährung umschuldet. In Großbritannien sind solche Praktiken durchaus üblich."

Die Option zum Umschulden lässt sich die Bank natürlich bezahlen. Warum hier im Nachhinein ein Konstrukt gesucht wird, bei dem der Kunde einen extra günstigen Kredit ohne Risiken bekommt, ist mir unklar.

Logik?

"Ihnen wurde von den Banken verkauft, dass diese Kredite besser für sie sind. Weil angeblich ihre eigene Währung zu instabil sei usw."

Wenn mein Einkommen in einer "instabilen Währung" gezahlt wird, in der man ungern Geld verleiht (daher wohl die hohen Zinsen) ist es besser, mich in einer Fremdwährung zu verschulden, bei der unklar ist, wieviel von meiner "instabilen Währung" ich dann dafür bezahlen muss? Logisch ist das nicht. Sollen jetzt alle Ungarn, die sich in Forint verschuldet haben, die entsprechend höheren Zinsen zahlen aber das Währungsrisiko für die Frankenkredite trägt der Staat?
Bei nachweislicher Falschberatung kann man ja die Bank angehen. Aus dem Artikel erschließt sich mir eine solche aber nicht.

"Man kann sich auf nichts verlassen, kommt nur weiter, wenn man Kontakte hat usw."

Was soll daran spezifisch ungarisch sein? Fremdwährungskredite konnte man in Deutschland übrigens auch schon immer aufnehmen, siehe Schilderung in Kommentar Nr.82

So einfach ist es nicht...

"Der Kunde ist aber schon selbst dafür verantwortlich, was er nachfragt, oder?

Ich geh' doch auch nicht zum Bäcker und frage dort, wie viele Brötchen er mir gerne verkaufen möchte."

Der Kunde wird immer nachfragen, wieviel er sich mit einer gewissen monatlichen Rate leisten kann. Und die Antwort auf diese Frage kann mehr oder weniger "konservativ" ausfallen. Dass man einen Kredit auch tatsächlich in absehbarer Zeit abbezahlen können sollte, spielt dabei oft nur eine untergeordnete Rolle. Sicherlich kann man das nicht den Banken anlasten.

"Ja klar. Ein Geschäft ohne Risiko, bei dem man immer profitiert, gibt's doch auch sonst nirgendwo."

Genau, kurzfristige Kredite und auch Fremdwährungskredite können ja auch sinnvoll sein. Der Ungarische Forint galt ja bis 2008 durchaus als unterbewertet. Und auch hier ist es wie mit jeder Spekulation: Man kann einfach Glück haben.

"Das steht jetzt im Widerspruch wozu? Wenn die Immobilie mehr wert ist als der offene Kredit, kann man sie übrigens mitsamt Grundschuld an jemand anders verkaufen und die Differenz einstreichen."

Wenn man rechtzeitig verkauft natürlich schon. Wenn die Bank den Kredit gekündigt hat, weil man mit den Raten im Rückstand ist, ist es zu spät. Dann ist man nunmal vom guten Willen des Kreditgebers abhängig. Insofern ist das Konzept der Amerikaner mir sympathischer, bei der die Bank selbst ein Bewertungsrisiko trägt.

Ich frage mich allerdings,

wenn doch die Bank die Situation dieser Frau kannte, warum sie ihr den Kredit überhaupt erst gegeben haben - und dafür gibt es natürlich zwei Gründe: a. die Bank verdient mit Gebühren und Provisionen an diesem Kredit und b. die Bank hat notfalls das Kreditobjekt in ihrem Besitz und kann es weiterverkaufen.
Frau Gyarmati ist eine dabei zu vernachlässigende Größe; sie hat kein Geld, keinen Einfluß, keine Lobby, wenig Ahnung von der Materie überhaupt und auch keine Anwälte. Die Beweislast, daß die Beratung falsch gelaufen ist, liegt bei ihr, und das dürfte genauso problematisch werden wie hier in Deutschland, wo sich auch erst allmählich Beratungsprotokolle durchsetzen.
Wenn Ihre Mutter eine neue Hüfte braucht, müssen Sie ja auch dem Arzt vertrauen, daß er das richtige Modell aussucht - stellt sich im Nachhinein heraus, daß er sich von einer bestimmten Herstellerfirma hat schmieren lassen, müssen Sie den Klageweg antreten; das kann sich über Jahre hinziehen, verbessert aber nicht direkt die Lebensqualität Ihrer Mutter.
Muß man wirklich erst selbst zum Banker werden, bevor man Geschäfte mit seiner Bank machen darf, die wenigstens halbwegs ohne Risiko sind???

Die Antwort haben Sie sich selbst gegeben.

"113. Ich frage mich allerdings,
wenn doch die Bank die Situation dieser Frau kannte, warum sie ihr den Kredit überhaupt erst gegeben haben - und dafür gibt es natürlich zwei Gründe: a. die Bank verdient mit Gebühren und Provisionen an diesem Kredit und b. die Bank hat notfalls das Kreditobjekt in ihrem Besitz und kann es weiterverkaufen."

Da haben Sie Ihre Antwort. Die Bank geht bei so etwas selten leer aus.

Ja, das bedeutet aber,

daß die Banken im Grunde keinerlei Risiken tragen, ihren Kunden aber, wie Frau G., alle Risiken auflasten und sie noch dazu falsch beraten - ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Frau G. von sich aus darauf gekommen ist, in Fremdwährung einzusteigen; hätte sie nämlich soviele finanzielle Kenntnisse, wäre sie sich vermutlich auch des Risikos bewußt gewesen.

@109 Zeitfrage

Eigentlich wollte ich nicht antworten, aber das regt mich richtig auf.

Sie beweisen hervorragende die deutsche Arroganz gepaart mit Denkfehlern und Bildungslücken.

1. Die Frau lebt selbst mit ihrer Tochter in der 1 Zimmer Wohnung.
Es ist somit kein Spekulationsobjekt und erst recht kein Vermögen.
Es ist zwingend notwendig die vier Wände zu haben. Ansonsten das Leben unter der Brücke. S. unten.

2. Wieviele Menschen leben in Deutschland in Mietwohnungen und bezahlen monatlich den "Mietzins"?
Die deutschen Mieter finanzieren und bezahlen letztlich den Immobilienbesitzer und sichern sein Eigentum. Der Mieter hat absolut nichts davon, ausser vier bewohnbare Wände, während der Eigentümer über die AfA+++ alles mögliche finanziert bekommt und absolut kein Wertverlust hinnehmen muss. Auch nicht nach 30 Jahren, der Mieter und Staat zahlt.
Im Gegenteil der Wert deutscher Immobilien steigt auch ohne Pflege, Wartung aus irgendwelchen magischen Gründen. Das, obwohl der Bundesbauschadensbericht der Messbildstelle die Katastrophe dokumentierte. Der Mietzins müsste jeden Monat sinken, nicht steigen. Der lachende Dritte sind die Banken.

3. Wieviele deutschen Mieter zahlen mehr als 40% des monatlichen Nettoeinkommen für seinen Wohnraum?
Meinen Beobachtung zufolge sind es bei den meisten 50% d.h. 6 Monate Arbeit nur dafür, dass man vier Wände bewohnt, steuerrechtlich Lebensmittelpunkt, um von dort aus frisch und erholt die Arbeit am Arbeitsplatz zu erledigen.

@109 Zeitfrage

Nebenbei, in dem Spannungsfeld Mieteigentum und Angestellte beweist die SPD eine quasi stalinistische Richtung. Hauptsache alle sind Abhängige, wie Drogenjunkies.

Hinzu kommt in Deutschland, vielleicht auch Ungarn, wer keine Wohnung hat, hat keinen Wohnsitz und kann damit kein Konto bei der Bank eröffnen da die erforderlichen Ausweispapiere fehlen.
Wer kein Bankkonto hat, darf seitens staatlicher Vorgaben nicht eingestellt werden.
Welche Partei hat den Banken die ungeteilte Macht über das Geld erteilt?
Jeder Bürger muss ein Konto haben!

Wenn sie den gesamten Sozialetat, H4 betrachten, werden sie feststellen das über 50% für den Mietzins aufgebracht wird. Damit andere Eigentum bilden und die Banken mit langfristigen Inhalten frohlocken können.
Diese staatliche Transferleistung zur Kapitalbildung/haltung anderer, wird gerne verschwiegen.
Aber zig millionen leerstehende Gewerbeimmobilien als Abschreibungsobjekte. Eine gigantische Summe die alle für Leerstände und deren Kapitalbildung aufbringen.

Ein hässlicher Kreislauf.
Achten sie einmal auf die Rentnerhaushalte in der eine Person stirbt. Die Anzahl der Witwen/er die seitens Staat aus einer Wohnung in der sie 50 Jahre gemeinsam lebten, zwangsdelogiert werden, wird immer größer.

Fazit, es gibt in Deutschland zig Millionen Menschen die 50% ihres Gehaltes nur für vier Wände ausgeben. Damit nicht einmal bisschen Sicherheit/selbstgenutztes Eigentum bilden.
Zeitfrage, ihre Aussage sollten Sie überdenken.

Eigenkapital ?

Bitte sehen sie meine Beiträg nur als inhaltlich anregend konstruktive Kritik.
Die Eigenkapitalfrage stellt sich in Ungarn nicht. Deutschland Lebensversicherung für 80jährige!

Wiviel millionen Menschen mittlere, höherer Bildung sind auf die HMI(Hamburg Mannheimer International), Maschmeier und Konsorten herein gefallen. Telefonwerbung "Gemeinsamer Freund, Steuern sparen.."
Wie die moderne Pest überzogen sie mit ihrer Masche Deutschland. Parallel die sogenannten Schneeballsysteme.

Vorschlag:
Der gesamte Arbeitsaufwand aller Behörden, Justiz und Politiker zum gesellschaftlich, juristischen Korrektiv der "Heuschrecken" sollte monetär den Banken, der Finanzwelt zu Last gelegt werden.
Das sind zig abermillionen Arbeitsstunden auch auf Ebene der staatlichen Sozialleistungen.

Kein Mensch kann alles wissen, der Teufel steckt im Detail.
So wie ich den Artikel verstehe, haben selbst staatliche Banken zu den Krediten in der Fremdwährung geraten und kassierten eine Provision.
Dabei fällt mir ein, die kriminelle Hypo Alpe Adria Netzwerke, deren Drahtzieher sitzen doch in Ungarn und betreiben eine Pferde Ranch. Welchen Nachlass hat den die BayernLB bzw. der Bundesbürger aus der Hypo Alpe? Scheinbar sitzen innerhalb der ungarischen Politik bestimmte faule Äpfel oder werden von denen beraten!

Bestimmte Gruppen haben zuviel Geld, dass sie mit diesem wie in einem globalen Casino spielen können.
Dann sollte der Totalverlust auch möglich sein. Banken sind modernen Casinobetriebe.

Genau

Deswegen die Forderung UNCAC, damit Politiker der von Gauck so hoch gehaltene Verantwortung nachkommen.
Fast alle Parteien wollten ihn, den Kämpfer und Mauerfall Terminator, nun müssen Taten folgen.

Die SPD ist kein Stück besser, im Gegenteil, sie ist filzartig verlogener. Kann sich zwischen Politik und Wirtschaft nicht entscheiden.

Hypo Alpe Adria und deren Private Stiftung MAPS und Ungarn. Eruieren sie einmal so rund um Tilo Berlin.
Irgendwo gab es auch Zusammenhänge Tilo Berlin - Maschmeyer und über die Landesbanken SPD, Nonnenmacher und Co. Wer glaubt denn das Bilfinger keine Finger hat.
Über Vivico Real Estate(Bahn-Liegenschaften) und der Deutschen Bahn öffnen sich weitere, tiefe Abgründe.

Kriminelle Netzwerke gibt es in allen Ebenen, auch in Banken.
Die Folgen, deren verantwortungslose Freiheit zu allem, zahlen wir alle.

Die EU-suizidale Geldgesellschaft?

Aus folgendem steht Edit Gyarmati Beispielhaft.

Es gibt Analogien zu dem Kapital/-Wirtschaftssystem.
Zitat:
"Lebenswirklichkeiten aus soziologischer Sicht
E. Durkheim unterscheidet die vier Suizidgrundtypen:
1. Egoistischer Suizid: In modernen, individualistischen geprägten Gesellschaften werden stabilisierende kollektive Bindungen schwächer.
2. Altruistischer Suizid: In traditionalen Gesellschaft ist die Bedeutung des Individuums gering.
3. Anomischer Suizid: Die Gesellschaft/Gemeinschaft befindet sich aufgrund eines plötzlichen oder zu rasant voranschreitenden Wandels in einem Zustand der Regellosigkeit, der die Individuen verstört und in ihren Begierden enthemmt.
4. Fatalistischer Suizid: Die Gesellschaft oder einzelne soziale Gruppen (Familien, Vereine …) sind überreglementiert und befinden sich im Zustand übermässiger Kontrolle."

Das ist der Grund warum immer mehr Menschen in Gruppen gemeinsam an gemeinschaftlichen Lösungen arbeiten. Das machen sie ehrenamtlich, kostenlos und Parteineutral, horizontal.
http://de.wikipedia.org/w...

Andere schliessen sich zu fundamentalistischen Gruppen zusammen, siehe NSU, Salafisten etc. Randerscheinung des suizidalen Geld/-Gesellschaftssystem.
Die Menschen sind besser als historisch definiert.

Durckheims Sicht müsste mehrfach, auch auf die juristische Person(Firma) und Kapital(Bank), erweitert werden.
http://www.japanmarkt.de/...

Kein Wissen über Ungarn...

Zocker??? So ein Blödsinn...

Gesehen aus Deutschland, vielleicht...
Ungarn war doch sozialistisch... Die Menschen haben keine bezahlbaren Mietwohnungen...die einzige Chance eine
Genossenschaftwohnung zu kaufen..Ein Zimmer zum Leben zu kaufen = ein Zocker?

Nicht jeder hatte so viel Glück wie die Deutschen in den 50 -Jahren von der USA mit Paketen und viel Geld nach dem Krieg beliefert zu werden..Schon vergessen?

Geld ausgeben das man nicht hat

Das geht nie gut aus.
Ja die Geschichte ist tragisch, weil die Dame am Existenzminimum lebt, aber wer einen Kredit auf nimmt muss mit sowas rechnen.
Ich kaufe auch kein Auto auf Pump.
Und ich schließe Bausparverträge ab bevor ich nach einer Immobilie Ausschau halte.

Aber das Hauptproblem wird doch sehr gut offensichtlich:
Wir halten es mitlerweile alle für selbstverständlich auf pump zu leben (nun wird ja sogar schon der Fernseher auf Raten gekauft...).
Dann kommt die große Empöring, wenn jemand doch tatsächlich das Geld wieder haben möchte, das wir gerade nicht zahlen können, weil die Wirtschaftslage schlecht ist.

Vielleicht führt es ja dazu die Kreditkarte nicht mehr so leichtsinnig zu zücken.

Was machen Sie?

Ich will Ihnen ja Ihre Finanzierung ja nicht schlecht reden, aber Bausparvertraege abzuschliessen, ohne einen Kredit aufnehmen zu wollen, ist schon arg merkwuerdig. Finden sie die Bausparkassen zahlen so tolle Zinsen oder warum sollte man das machen? Oder haben Sie sich den aufschwatzen lassen, die Provisonen lohnen sich durchaus fuer den Vertreter. Ich glaube Sie haben die Idee des Bausparvertrages nicht ganz verstanden und deshalb verbietet es sich andere zu kritisieren.

Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht

Aber Sie sollten zwischen Krediten unterscheiden, die für Investition aufgenommen werden und solchen, die Konsumbedürfnisse befriedigen sollen. Für einen Fernseher einen Kredit aufzunehmen ist schwachsinnig. Für ein Auto einen Kredit aufzunehmen kann sinnvoll sein, wenn ich dringend ein Auto - z.B. beruflich - brauche; ich nehme bspw. 1000 € Kredit für ein altes Auto auf, um mobil zu sein und kann dadurch ein Jobangebot antreten. Schwachsinnig wird es dann, wenn ich den Kredit aufnehme, weil ich das neueste SUV-Modell in der Einfahrt zur Schau stellen möchte. Ein Kredit für eine Wohnung kann ebenfalls sehr sinnvoll sein. Schließlich spart mir das unter Umständen die Miete. Aber: Man sollte sich schon genau überlegen, was man macht und auch etwas Ahnung haben. Und rechnen sollte man auch können.

Entschuldigung,

wo habe ich denn geschrieben ich würde keine Kredite aufnehmen wollen?
Geht es noch um den Artikel oder wollten Sie nur mal ihr Finanzwissen verbreiten?
Ich persönlich halte Bausparverträge für wesentlich sinnvoller als spekulative Kredite, wie die im Artikel genannten.
Das dürfen Sie natürlich gerne anders sehen.
Vielleicht sparen Sie ihre 200 000 Euro fürs Eigenheim ja auch auf dem Sparbuch der örtlichen Sparkasse.
Der Punkt meines Beitrags sollte sein: Geld leiht man nur im allergrößten Notfall und auch dann nur mit Köpfchen.
Die arme Frau ist da auf etwas reingefallen, aber daran ist nun nicht die Weltwirtschaftskrise schuld.

Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht;

das Problem ist aber, daß die Banken nur zu gerne Kredite vergeben, weil sie daran verdienen. Da wird der Sinn des Kredits auch gern mal außer acht gelassen.
In Amerika, als die Immobilienblase platzte, stellte sich heraus, daß die Banken bzw. die Finanzmakler reihenweise Kredite vergeben hatten, bzw. die Kreditnehmer dazu gedrängt hatten, Kredite aufzunehmen, weil ja angeblich nichts schief gehen könnte; obwohl man wußte, daß diese Kreditnehmer z.T. Sozialhilfeempfänger waren und diese Kredite im Falle eines Falles nie bedienen würden.
Seriöses Banking sieht in meinen Augen anders aus.

Kredit ist nicht gleich Kredit

Das ist schon arg verkürzt wiedergegeben, was sie da schreiben. Eine Immobilie kauft man i.d.R. mit Hilfe eines Kredits. Gut, dass man in Deutschland einen gewissen Anteil an Sicherheiten mitbringen muss, um überhaupt eine Immobilie erwerben zu können. Das sah in anderen Ländern oft anders aus (USA = Ninas = No income no assets).

Ein Aauto zahlt man heute auch nicht mehr aus der Portokasse und es gibt heute sogar Stimmen, dass sich der Barkauf beim Auto nicht mehr lohne (darüber kann man sicher streiten). Bei Konsumkrediten gebe ich Ihnen durchaus recht und wer einen Urlaub auf Pump macht, der gehört per se bestraft.

Zum eigentlichen Thema kann ich nur sagen, das sieht man mal, dass eine zu starke Währung eben nicht nur gut ist. Sie hat auch Nachteile. All denjenigen ins Gebetbuch geschrieben, die sich einen (allzu) starken Euro wünschen.