Rating-Agentur: Fitch erhöht Druck auf US-Regierung
Wenn die USA nicht bald ein glaubwürdiges Sparprogramm präsentieren, droht ihnen der Verlust des Topratings. Auch die US-Notenbank sieht Risiken für die US-Wirtschaft.
© Spencer Platt/GettyImages

Wirtschaft in der Krise: Eine verlassene Fabrik wird im US-Bundesstaat New York zum Verkauf angeboten.
Die Rating-Agentur Fitch hat den USA gedroht, deren Kreditwürdigkeit herabzustufen. Sollte bis 2013 kein glaubwürdiger Konsolidierungsplan vorliegen, würden die USA ihr Toprating AAA verlieren, sagte der für Länderanalysen zuständige Ed Parker. Großbritannien, Frankreich, Deutschland und andere Länder mit Bestnote hätten glaubwürdige Pläne vorzuweisen. Großbritannien droht allerdings ebenfalls eine Herabstufung, sollte sich die britische Wirtschaft weiter spürbar abschwächen.
US-Notenbankchef Ben Bernanke warnte ebenfalls vor Risiken für die US-Wirtschaft. Die Lage in Europa stelle ein "signifikantes" Risiko für das Finanzsystem und die Wirtschaft der USA dar, sagte Bernanke zum Auftakt einer Kongressanhörung. Im Fall einer "Eskalation des finanziellen Stresses" sei die Federal Reserve (Fed) aber handlungsbereit, wenn dies zum Schutz des US-Finanzsystems und der Wirtschaft nötig sei.
Dass Bernanke sich nicht auf konkrete Maßnahmen festlegen wollte, führt an den Märkten zu Verlusten. Der Euro fiel nach den Äußerungen des Notenbankchefs und auch die US-Aktienmärkte verringerten ihre Gewinne. Bernankes Stellvertreterin Janet Yellen hatte zuvor für neue Konjunkturstützen plädiert und damit Hoffnungen auf eine geldpolitische Lockerung der US-Zentralbank noch im Juni geweckt.
Risiken: Immobilienmarkt und Euro-Krise
Die US-Wirtschaft sieht der Notenbankchef grundsätzlich auf einem moderaten Wachstumspfad. Als Beleg dafür nannte er vor allem anhaltende Zuwächse bei den Ausgaben der US-Haushalte. Es gebe aber weiterhin Hindernisse auf dem Weg der Erholung. Dazu zähle trotz jüngster ermutigender Anzeichen der Immobilienmarkt. Hinzu komme die Krise in Europa, die sich belastend auf US-Exporte und die Zuversicht bei Verbrauchern sowie Geschäftsleuten ausgewirkt habe.
Auf Fragen, was die USA tun könnten, um ein Übergreifen der Krise zu verhindern, empfahl Bernanke dem Kongress, die eigene Wirtschaft zu stärken und damit widerstandsfähiger zu machen. Der Notenbank-Chef warnte zugleich vor den Folgen drastischer Sparmaßnahmen im US-Haushalt. Sie drohen im kommenden Jahr automatisch zu beginnen, wenn sich der Kongress vorher nicht noch dagegen entscheidet oder selbst finanzielle Einschnitte festlegt.





>>Die US-Wirtschaft sieht der Notenbankchef grundsätzlich auf einem moderaten Wachstumspfad. Als Beleg dafür nannte er vor allem anhaltende Zuwächse bei den Ausgaben der US-Haushalte.<<
Heißt also, die Amis geben wieder mehr Geld im Binnenkonsum aus.
Aber bedeutet das nicht, daß die amerikanischen Haushalte wieder mehr Schulden auf Kreditkarte machen?
Ich vermute doch, daß der Durchschnittshaushalt weiterhin einen Großteil des üblichen Konsumgeraffels auf Pump kauft, wie immer in den USA.
Und immerhin sind die meisten ja nicht mehr so dick bestückt wie noch vor einigen Jahren, als man noch Arbeit hatte und fünf Plastikkarten statt nur noch drei.
Also steigen die Privatschulden jetzt wieder an. Und das ist ein gutes Zeichen?
Allein daran erkennt man deutlich, wie hirnkrank dieses ganze Finanzsystem eigentlich ist.
Und was ist eigentlich mit den stagnierenden Arbeitslosenzahlen in den USA? Das ist auch ein gutes Zeichen?
Falls mir jemand das mal schlüssig erläutern könnte, wäre ich sehr dankbar... :p
Schulden streichen und damit Vermögen enteignen. Neu anfangen - ohne Finanzjongleure.
Während sich die US-Regierung einfach das nötige Kleingeld druckt oder ihre Banker auf Raubzug schickt, geht das bei den Bürgern nicht.
Die US-Bürger sind selbst hoffnungslos verschuldet:
-im Dezember 2011 beliefen sich die Kreditkartenschulden der US-Kunden auf $801 Milliarden US$
http://www.creditcards.co...
- Selbst nach der Subprimeblase sind die Amerikaner ca. $10,3 Billionen US$ in Hypotheken verschuldet
http://www.usatoday.com/m...
- Amerikaner müssen insgesamt $850 Milliarden US$ ihre College-Ausbildung abstottern. Aktuellere Zahlen deuten an, dass hier die Billionen-Grenze überschritten worden ist.
http://www.usatoday.com/m...
- Amerikaner kaufen ihre Autos (auch die deutschen Marken) auf Pump. Hier stehen sie mit $313,8 Milliarden US$ in der Kreide.
http://www.cnbc.com/id/30...
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann diese Blase platzt. Erste Experten warnten schon 2009 davor:
http://www.spiegel.de/wir...
Angesichts der massiven US-Verschuldung geht es uns in Europa nicht so schlecht, wie man uns einreden will. Wir müssten uns nur besser von Begehrlichkeiten von außen absichern- Ratingagenturen, gierige Investmentbanken und plötzlich steigende, an Wucher grenzende Zinsen....
31% aller Immobilienbesitzer sind unter Wasser und zahlungsunfähig. Realiter bedeutet das, dass diese Hausbesitzer den Schlüssel an die Bank schicken können um für immer tschüss zu sagen. Die Bank kann dann zusehen, wie sie ihre Forderungen eintreibt. Mangels Masse gar nicht.
Bernanke ist ein Lügner, und von der gleichen Sorte wie Alan Greenspan, der "Magier der Märkte."
Der moderate Wachstumspfad sieht so aus, dass der Staat 1,2 Billionen $ neue Schulden macht. Die Auftraggseingänge für durable goods (langlebige Güter) liegen bei 215 Mrd. im Monat. Faktisch die Hälfte der diesbezüglichen Nachfrage ist quasi auf Pump, einschließlich Auslandsnachfrage! Das Wachstum betrug im 1. Quartal 1,9%, bei einer Verschuldung von etwa 8,4%. Damit verschwinden rund 6,5% des GNP (deutsch BIP) im ökonomischen Nirvana.
Wären diese Daten flächendeckend bekannt, was Bernake natürlich verschleiert, und irgendwelche Maßnahmen ankündigt, wären die USA schlagartig ein mieser Schuldner, und zwar einer von den Miesesten. Die Zinsen in den USA werden künstlich niedrig gehalten, um weltweit einem Zinsspread wie Deutschland/Italien vorzubeugen. Nun, die Investoren in amerikanischen Staatsanleihen dürften die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Dass die Chinesen dieses bunte Treiben finanzieren, ist eigentlich nur mit Dummheit erklärbar. Na ja, vielleicht ruft bei mir `mal ein Chinese an und lässt sich aufklären.
Und zur allhgemeinen Wirtschaftslage habe ich auf ZEIT usw. weiß Gott genug im Netz.
Wenn Du der Bank 100 EUR schuldest - hast Du ein Problem.
Wenn Du der Bank Billionen schuldest - hat die Bank ein Problem.
Nichts anderes stellt die Situation dar. Beide halten sich eine geladene Waffe an den Kopf und keiner will nachgeben.
Leider sitzen die Chinesen am längeren Hebel. Die können nämlich das Gleiche machen, wie Kirchner in Argentinien mit Repsol: Auf einen Schlag werden alle Investitionen in China beschlagnahmt und verstaatlicht. Nun, das wäre auch Pech für Winterkorn.
Leider ist demnach nur eine geladene Waffe im Spiel.
Wenn Du der Bank 100 EUR schuldest - hast Du ein Problem.
Wenn Du der Bank Billionen schuldest - hat die Bank ein Problem.
Nichts anderes stellt die Situation dar. Beide halten sich eine geladene Waffe an den Kopf und keiner will nachgeben.
Leider sitzen die Chinesen am längeren Hebel. Die können nämlich das Gleiche machen, wie Kirchner in Argentinien mit Repsol: Auf einen Schlag werden alle Investitionen in China beschlagnahmt und verstaatlicht. Nun, das wäre auch Pech für Winterkorn.
Leider ist demnach nur eine geladene Waffe im Spiel.
Man kann nichts mehr tun, es haut hinten und vorne nicht mehr hin, die Zinsen haben das System (absehbar) in die Knie gezwungen, die Zinsen trieben und treiben die Schulden in die Höhe - AUS DER TRAUM; gott sei dank.
Aber es fehlt noch etwas sehr wichtiges: Dass die selbstgefälligen Verwalter (und Ungestalter) namens Politik diese Tatsache erkennt - gemeinsam ohne Front, lässt sich dann ein neues, vernünftiges System diskutieren , das nicht mehr EINZELINTERESSEN vor die ALLGEMEINHEIT stellt, wobei Allgemeinheit nur meinen kann, dass das Wohl EINES JEDEN befriedigt ist und nicht nur von Einzelnen (Banken).
Wenn Du der Bank 100 EUR schuldest - hast Du ein Problem.
Wenn Du der Bank Billionen schuldest - hat die Bank ein Problem.
Nichts anderes stellt die Situation dar. Beide halten sich eine geladene Waffe an den Kopf und keiner will nachgeben.
hier werden durch die Ratingagenturen ganze Länder verspekuliert - schließlich und endlich beruhen diese Ratings auf zumindest mir nicht bekannten ökonomischen Vorstellungen. Diese Ratings sind aber nicht das A und O der ökonomischen Weisheit; Ratingagenturen gibt es erst seit ca. 100 Jahren und Wirtschaft und Unternehmen gab es auch schon vorher.
Vielleicht wäre ja ein Blick hinter die Kulissen der Ratingagenturen mal ganz interessant, schon allein um zu überprüfen, auf welcher Basis die arbeiten und womit die wirklich Geschäfte machen - das sind schließlich Privatunternehmen und somit auch vor Spekulation nicht gefeit.
http://de.wikipedia.org/w...
Es gibt natürlich im Netz noch wesentlich bessere Quellen zu den Hintergründen, aber das ist schon mal ein Anfang.
Mein Schwiegervater (der sich im übrigen in Wirtschaftsgeschichte mehr als gut auskennt) hat mir mal die Geschichte der ersten Rating-Agentur erzählt. Die findet man sicher auch im Netz. Es ging um den Eisenbahnbau in Amerika und darum, dass ne Menge Schlitzohren angeboten haben, die absurdesten Strecken in der kürzesten Zeit zu bauen, wenn man ihnen nur Geld leiht. Dummerweise war das Geld oft sehr schnell weg, zusammen mit dem Schlitzohr und der Geldgeber durfte in die Röhre schauen und hat auch den seriösen Firmen kein Geld mehr geliehen. Um also sicherzustellen, dass der Mann tatsächlich im Wilden Westen eine Eisenbahnstrecke baut, haben ein paar Geldgeber Leute engagiert, die das überprüfen. Und daraus wurde dann die erste Rating-Agentur.
Gute Nacht
P.S. Sie sollten mal hören, was mein Schwiegervater über die Börsen zu erzählen hat...;-)
http://de.wikipedia.org/w...
Es gibt natürlich im Netz noch wesentlich bessere Quellen zu den Hintergründen, aber das ist schon mal ein Anfang.
Mein Schwiegervater (der sich im übrigen in Wirtschaftsgeschichte mehr als gut auskennt) hat mir mal die Geschichte der ersten Rating-Agentur erzählt. Die findet man sicher auch im Netz. Es ging um den Eisenbahnbau in Amerika und darum, dass ne Menge Schlitzohren angeboten haben, die absurdesten Strecken in der kürzesten Zeit zu bauen, wenn man ihnen nur Geld leiht. Dummerweise war das Geld oft sehr schnell weg, zusammen mit dem Schlitzohr und der Geldgeber durfte in die Röhre schauen und hat auch den seriösen Firmen kein Geld mehr geliehen. Um also sicherzustellen, dass der Mann tatsächlich im Wilden Westen eine Eisenbahnstrecke baut, haben ein paar Geldgeber Leute engagiert, die das überprüfen. Und daraus wurde dann die erste Rating-Agentur.
Gute Nacht
P.S. Sie sollten mal hören, was mein Schwiegervater über die Börsen zu erzählen hat...;-)
http://de.wikipedia.org/w...
Es gibt natürlich im Netz noch wesentlich bessere Quellen zu den Hintergründen, aber das ist schon mal ein Anfang.
Mein Schwiegervater (der sich im übrigen in Wirtschaftsgeschichte mehr als gut auskennt) hat mir mal die Geschichte der ersten Rating-Agentur erzählt. Die findet man sicher auch im Netz. Es ging um den Eisenbahnbau in Amerika und darum, dass ne Menge Schlitzohren angeboten haben, die absurdesten Strecken in der kürzesten Zeit zu bauen, wenn man ihnen nur Geld leiht. Dummerweise war das Geld oft sehr schnell weg, zusammen mit dem Schlitzohr und der Geldgeber durfte in die Röhre schauen und hat auch den seriösen Firmen kein Geld mehr geliehen. Um also sicherzustellen, dass der Mann tatsächlich im Wilden Westen eine Eisenbahnstrecke baut, haben ein paar Geldgeber Leute engagiert, die das überprüfen. Und daraus wurde dann die erste Rating-Agentur.
Gute Nacht
P.S. Sie sollten mal hören, was mein Schwiegervater über die Börsen zu erzählen hat...;-)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren