Zypern könnte der nächste Staat sein, der Kredite aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF beantragt. Präsident Dimitris Christofias sagte, er könne nicht ausschließen, dass sein Land Hilfen benötige. Das berichtete die britische Zeitung Telegraph . Bisher erhielten Griechenland , Portugal und Irland Kredite vom EFSF.

Das Geld werde vor allem benötigt, um Zyperns zweitgrößte Bank, die Cyprus Popular Bank, zu stützen, sagte Christofias. Das Institut musste starke Verluste verbuchen, weil es viel Kapital in griechischen Staatsanleihen angelegt hat. Diese verloren in der Schulden-Krise bis zu 74 Prozent an Wert.

Die zypriotische Wirtschaft ist eng mit der in Griechenland verbunden, die schwere Krise dort wirkt sich auch auf den benachbarten Inselstaat aus. Ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands würde die Lage noch verschärfen. Zypern führte erst 2008 den Euro ein.

Günstiger Kredit von Russland

Zypern hat große Schwierigkeiten, Geld am Kapitalmarkt zu bekommen. Das Land wird von den Rating-Agenturen sehr schlecht bewertet , entsprechend muss es am freien Markt hohe Zinsen zahlen.

Ende vergangenen Jahres erhielt Zypern von Russland einen vergünstigten Kredit über 2,5 Milliarden Euro. Damals hieß es, das Geld würde für ein Jahr reichen. Nun braucht die Regierung in Nikosia weitere Finanzmittel, sie verhandelt darüber mit Russland und China .

Für den Fall, dass das nicht klappt, müsste eventuell der EFSF einspringen. Laut Welt Online benötigt das Land etwa zehn Milliarden Euro. Vorsorglich kündigte Präsident Christofias an, noch in diesem Monat Sparmaßnahmen zu beschließen, wie der Telegraph berichtete. Damit solle das Staatsdefizit auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden.