EurostatArbeitslosigkeit im Euro-Raum auf Rekordstand

11,1 Prozent der Euro-Bürger haben keine Anstellung, in Spanien und Griechenland sind es über 20 Prozent. Deutschlands Erwerbslosenquote gehört zu den niedrigsten.

In der spanischen Stadt Barakaldo lesen Menschen Jobanzeigen.

In der spanischen Stadt Barakaldo lesen Menschen Jobanzeigen.

Im Mai waren 17,56 Millionen Menschen in den 17 Euro-Ländern ohne Job. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte, lag damit die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone saisonbereinigt bei 11,1 Prozent, das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung für die Währungsunion 1995.

Den Statistikern zufolge waren im Mai 88.000 Menschen mehr ohne Anstellung als im Vormonat. Im Vergleich zum Mai 2011 stieg die Arbeitslosenzahl um 1,82 Millionen. Die Erwerbslosenquote hatte im März erstmals seit der Gründung der Euro-Zone die Marke von 11,0 Prozent erreicht und im April darauf verharrt. Seit 13 Monaten in Folge liegt die Arbeitslosenquote bei oder über der Schwelle von 10,0 Prozent.

Anzeige

Auch in der gesamten Europäischen Union erreichte die Arbeitslosenquote im Mai mit 10,3 Prozent eine neue Rekordmarke. Insgesamt waren 24,8 Millionen Menschen in der EU arbeitslos. Für den Vormonat April korrigierte Eurostat die Quote von 10,3 auf 10,2 Prozent.

In Österreich sind nur 4,1 Prozent ohne Arbeit

Am höchsten war die Arbeitslosigkeit nach wie vor in Spanien. Hier lag die Quote im Mai bei 24,6 Prozent. In der Gruppe der unter 25-Jährigen hat in Spanien bei einer Quote von 52,1 Prozent sogar mehr als jeder Zweite keine Anstellung. Die zweithöchste Arbeitslosenquote hat Griechenland, die nach den aktuellsten verfügbaren Daten im März bei 21,9 Prozent lag. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 15,7 Prozent gelegen. Die Länder mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit sind laut Eurostat Österreich (4,1 Prozent), die Niederlande (5,1 Prozent), Luxemburg (5,4 Prozent). Deutschland folgt an vierter Stelle mit 5,6 Prozent.

 
Leserkommentare
  1. ... dass sich die Messverfahren bei Eurostat und der Arbeitsagentur unterscheiden, wäre bei solchen Artikeln ganz hilfreich. Missverstanden wird die Arbeitslosenstatistik eh schon oft genug ...

    Wer sich dafür interessiert:

    http://www.bpb.de/politik...

    Eine Leserempfehlung
  2. und das ja nur ein Verdienst EUROpas ist, sollten wir vielleicht gleich mal Sonderzahlungen im Interesse der EUROpäischen Sache leisten?

    2 Leserempfehlungen
  3. Die Vermögen derer, die es bereits dicke haben, wachsen immer weiter, immer schneller. Trotzdem verschwinden die Arbeitsplätze und damit die Lebensgrundlagen für immer mehr Menschen.

    Selbst diejenigen mit Vollzeitarbeit kommen zunehmend unter Druck (Niedriglohnsektor) und damit in Abhängigkeit von Transferleistungen.

    In diesem Teufelskreis ist das einzige Rezept, was uns weite Teile der Politik anbietet: noch mehr Wachstum.

    Ja, lasst uns die ohnehin schon völlig perversen Kapitalkonzentrationen noch weiter aufblähen, dann löst sich das Problem schon von selbst?!

    Was muss eigentlich noch passieren, damit dieser systemimmanente Schwachsinn aufhört? Wie gerne würde ich mal einen Blick in ein Geschichtsbuch des Jahres 2200 werfen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß unsere Zeit dort signifikant besser wegkommt als "das finstere Mittelalter". Technologisch vielleicht, ja. Aber gesellschaftspolitisch .. meine Güte ......

    7 Leserempfehlungen
  4. aus Süd- nach Nordeuropa kommen wird die Quote hier wohl auch steigen. Der Druck auf die Löhne wird europaweit eher zu als abnehmen. Die Belastungen der Mittelschicht werden enorm ansteigen.
    Wovon sollen die 18 Mill. Menschen leben?

    Eine Leserempfehlung
  5. ...desto schwächer die Position der Lohnabhängigen.
    Je größer die ökonomische Krise, desto eher werden die Menschen bereit sein, ihre Freiheitsrechte aufzugeben.
    Der Beginn einer der größten supranationalen Vermögens- und Machtumverteilungen der Geschichte.

    1929ff wiederholt sich.
    Was über jahrzehnte mühsam mit viel Blut und Schweiß erkämpft und erschaffen werden müsste, wird im Handumdrehen wieder rückgängig gemacht.
    "Alternativlos".

    Und das politische Establishment macht die gleichen Fehler, die noch Jahre nachwirken werden, nur um das Offensichtlichwerdens des eigenen Scheiterns ein paar Monate hinaus zu ziehen und stümpert sich von der einen Notverordnung zur nächsten um eine perfide Ordnung zu retten, die nicht mal den Anspruch erhebt, den Menschen dienlich zu sein.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Denken Sie sich die Pünktchen über dem "u" in "müsste" einfach weg...Danke.

    Denken Sie sich die Pünktchen über dem "u" in "müsste" einfach weg...Danke.

  6. Denken Sie sich die Pünktchen über dem "u" in "müsste" einfach weg...Danke.

  7. Die EU-Textilfabriken = zugemacht = produziert wird jetzt in China, dort gibt es jede Menge Arbeitsplätze
    Die EU-Schuhfabiken = zugemacht = produziert wird jetzt in China, dort gibt es jede Menge Arbeitsplätze
    Die EU-Maschinenfabriken = zugemacht = produziert wird jetzt in China, dort gibt es jede Menge Arbeitsplätze
    usw. usw. usw. usw. usw. usw. usw.
    ...zugegeben, die Arbeiter und Arbeiterinnen dort arbeiten mehr als 37,5 Stunden in der Woche und benutzen diverse tödliche Chemikalien bei der Herstellung von Millionen Tonnen von Artikel und Gütern. Dafür können die Arbeitslosen in Europa billig billig billig T-Shirts bei H&M und Hausrat bei Ikea kaufen...
    Und die tägliche Lebensmittelration holen sie sich bei Aldi und Lidl. Die 4 namentlich genannten verfügen in der Schweiz inzwischen zusammen über etwas mehr als 100 Milliarden CHF . Was soll also das Gejammer, uns geht es doch gut...

  8. Ganz einfach. In dem man wegen der ach so schlimmen demographischen Entwicklung weiterhin Gebährprämien aussetzt. Dann haben wir Zustände wie in den nordafrikanischen Staaten oder den Staaten des nahen Ostens: Massenweise Arbeitslose und Armut, aber dafür einen jungen Durschnitt. Das ist dann gaaaanz, gaaaanz toll und und Politiker, die natürlich keine Armut leiden, finden das auch gaaaanz, gaaaanz toll.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service