Milliardär Richard Branson © ADRIAN DENNIS/AFP/GettyImages

Frage: Sir Richard Branson, würden Sie sich ein Haus kaufen, das auf einer unterirdischen Kohlendioxid-Blase steht?

Richard Branson: Ja, sofern ich den Eindruck hätte, dass es sicher ist.

Frage: Hierzulande gibt es Proteste gegen die CCS-Technologie. Sind wir zu ängstlich?

Branson: Ein Bedürfnis nach Sicherheit ist völlig normal, wenn neue Technologien aufkommen. Aber vor mehr als einhundert Jahren wollten Menschen auch nicht über U-Bahn-Tunneln leben, vor 30 Jahren hatten wir Bedenken bei Mikrowellen, vor 20 waren es die Handymasten. Jedenfalls scheint mir, nach allem, was ich gelesen habe, CCS sicher zu sein.

Nun hat man sich auf ein Gesetz geeinigt, das es Unternehmen erlaubt, in begrenztem Umfang CO2 einzulagern.

Frage: Bisher will das aber keiner. Wäre das etwas für Sie?

Branson: Ich habe den Wettbewerb Virgin Earth Challenge gestartet, um gleich einen Schritt weiterzugehen und Unternehmer zu motivieren, Lösungen zu finden, wie man CO2 sogar wiederverwenden kann. Ich bin sicher, dass einige unserer Finalisten auf Basis des neuen deutschen Gesetzes ihr Glück versuchen werden.

Frage: Sie haben die Initiative Carbon War Room gegründet. Klingt nicht besonders freundlich.

Branson: Die Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel stellt, sind größer als jeder Krieg. Und wie in Kriegszeiten braucht man eine Einrichtung, die wir im Englischen War Room nennen, wo die besten Köpfe mithelfen, die Schlachten zu schlagen. Daher haben wir die Initiative gegründet – und so getauft.

Frage: Was war der Anlass?

Branson: Der Klimagipfel von Kopenhagen 2009. Ich war frustriert, dass die Unternehmen nicht wirklich eingebunden waren. Natürlich muss Politik Rahmenbedingungen setzen, aber am Ende können nur die Unternehmen den CO2-Ausstoß senken. Sie sind es ja, die das Zeug produzieren. Sie werden den Ausstoß aber nur senken, mit der Aussicht, damit einmal Geld zu verdienen. So ist die Welt nun mal.

Frage: Haben Sie ein Beispiel?

Branson: Nehmen Sie Deutschland, Mitte der 1990er Jahre. Damals haben Konzerne wie Bosch, Siemens und Krups erkannt, dass es einen Markt für energiesparende Geräte gibt. Entsprechend haben sie ihre Produktion ausgerichtet. Heute ernten sie die Früchte – mit dem Verkauf der effizientesten Haushaltsgeräte der Welt.