Die Welt, oder genauer, Deutschland steht nach dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche nicht vor dem Untergang. Auch wenn dies die derzeitige ökonomische Debatte in Deutschland suggeriert.

Im Gegenteil weisen die Gipfel-Beschlüsse in die richtige Richtung: Eine europäische Haftung für angeschlagene Banken ist erforderlich, um die Kapitalflucht und die Ansteckungsgefahr zwischen Euro-Staaten einzudämmen. Hinzu kommt, dass einzelne Länder nicht in der Lage sind, ihren Bankensektor alleine zu stabilisieren, ohne die Tragfähigkeit ihrer Verschuldung zu gefährden.

Zwei Beispiele: Die Haushaltslage in Spanien und Irland war vor der Krise solide. In Irland ist die öffentliche Schuld massiv gestiegen, weil Banken gerettet werden mussten. Am Ende wurde das Land mit Geld aus dem Rettungsfonds gestützt. Spanien droht nun das gleiche Schicksal. Die Probleme der spanischen Banken führen dazu, dass spanische Staatsanleihen mit hohen Risikoprämien belegt werden. Die Gefahr einer Schuldenspirale steigt (steigende Zinsen führen zu höheren Schulden und die wieder zu steigenden Zinsen). Mit einem von der spanischen Regierung unabhängigen Rettungsschirm lässt sich dieses Dilemma lösen. Am Ende muss nur Geld bereitgestellt werden, um einzelne spanische Banken zu refinanzieren und nicht den kompletten spanischen Staat. 

De facto haben wir ohnehin bereits eine gemeinsame Bankenhaftung in der Euro-Zone: Die Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Hilfsgelder an die spanische Regierung dienen einzig und allein dazu, das europäische Bankensystem zu stützen. Ein europäischer Bankenrettungsfonds, der die EZB aus der Pflicht nehmen würde, löst das Problem transparenter und mutmaßlich auch effizienter, weil so gewährleistet ist, dass das Geld nur bei den Banken ankommt, die es auch wirklich brauchen.

Mit einem solchen Fonds muss jedoch die Schaffung einer europäischen Bankenaufsicht einhergehen, die mit entsprechenden Kontroll- und Sanktionsmechanismen ausgestattet ist. So sehen es auch die Pläne aus Brüssel vor. Nur: Eine solche Institution mit all der dafür notwendigen demokratischen Legitimierung zu schaffen, braucht Zeit.