Dürre in den USA: US-Viehzüchtern geht das Wasser aus
Die Landwirte in den USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit 24 Jahren. Sogar die Republikaner fordern Hilfe vom Staat.
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack
Während die Landwirte hierzulande mit den Wassermassen zu kämpfen haben, erleben die USA die schlimmste Dürre seit 24 Jahren. 60 Prozent der Fläche sind von akutem Wassermangel betroffen. Für 1336 Countys, rund ein Drittel aller Landkreise, wurde Katastrophenstatus ausgerufen. "Wenn ich ein Regentanz oder ein Regengebet kennen würde – ich würde das anwenden", sagte Landwirtschaftsminister Tom Vilsack in Washington, nachdem er Präsident Barack Obama über den Ernst der Lage informiert hatte. Die Erntemengen für Feldfrüchte werden sich im Vergleich zu den Vorjahren drastisch verringern. In den sieben Wochen seit dem 1. Juni sind die Preise für Mais um 38 Prozent gestiegen, die für Sojabohnen um 25 Prozent.
Besonders schwer sind Viehzüchter betroffen. Ihnen könnte bald das Wasser zum Tränken der Tiere fehlen. Parallel steigen die Kosten für das Futter. Kurzfristig wird das nach Vilsacks Worten zu sinkenden Fleischpreisen führen. Die Züchter verkaufen Herden verfrüht aus Sorge, dass sie es sich bei steigenden Futterpreisen nicht leisten können, die Tiere eine Saison lang zu mästen. Mittel- und langfristig werden die Fleischpreise jedoch deutlich steigen, bis die Herden wieder mit Jungtieren aufgefüllt sind.
Eine Dürre von vergleichbarer Dimension hatten die USA zuletzt 1988 erlebt. Nach Vilsacks Worten war die betroffene Fläche damals kleiner als heute; doch die Schäden in diesen Gebieten waren größer. In den 1930er Jahren hatte eine Dürreperiode die Farmstaaten im Mittleren Westen getroffen. Seither tragen sie den Spitznamen "Dust Bowl", Staubschüssel. Dürrekatastrophen erhalten meist nicht die selbe Aufmerksamkeit in den Medien wie Hurrikans und Tornados. Ihre Folgen für die Wirtschaft wiegen aber oft schwerer. Ökonomen schätzen die Schäden der aktuellen Dürre für die US-Volkswirtschaft auf mindestens 50 Milliarden Dollar.
Für Farmer, die Feldfrüchte anbauen, gibt es eine gewisse Absicherung. Viele haben Versicherungen gegen Ernteausfälle abgeschlossen. Und die Bundesregierung hilft ihnen in solchen Fällen über diverse Programme. Die Absicherungen für Rancher und Viehzüchter seien dagegen schlechter, erklärte Vilsack.
In Zeiten der Globalisierung werden die Ernteausfälle Auswirkungen auf andere Kontinente haben. Als die US-Regierung unter George W. Bush den Anbau von Mais zur Produktion von Ethanol propagierte, um den Ausbau alternativer Energien zu fördern, ließ der Ethanol- Boom den Mais-Preis steigen. Dies löste eine Tortilla-Krise in Lateinamerika aus, wo Maisfladen das "tägliche Brot" sind.
Vilsacks Antworten auf Fragen nach der internationalen Dimension der Dürre legten allerdings nahe, dass Politiker in einem Präsidentschaftswahljahr vor allem nationale Belange im Blick haben. Die Frage von Andrei Sitov von der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass, ob die beträchtlichen Fleisch-Exporte nach Russland bedroht seien, nutzte Vilsack, um auf jüngste Export-Rekorde zu verweisen und den US-Kongress aufzufordern, Russlands WTO-Beitritt endlich zu ratifizieren. Die Frage, ob die Notlage ein Anlass sein könnte, den Import von Futtermitteln aus dem Ausland zu erleichtern und den Viehzüchtern so zu helfen, ihre Herden über die Dürrezeit zu bringen, überraschte Vilsack offenkundig. Er sagte, Agrarimporte würden den Preisdruck für Viehzüchter nicht lindern, ohne das näher zu begründen.
Die Hauptantwort beider politischer Lager im Wahljahr ist die Forderung nach staatlicher Hilfe für die Farmer und Viehzüchter. Das gilt auch für die Republikaner, die den Staat ansonsten verteufeln und prinzipiell mehr Freihandel fordern. Die Landbevölkerung in den Farmstaaten gehört jedoch zu ihren wichtigsten Wählergruppen.
Erschienen im Tagesspiegel





Müssen halt ein paar Golfplätze geschlossen werden. Wer in trockenen Gebieten hunderte Grünanlagen rund um die Uhr bewässert oder riesige Golfplätze unterhält, darf sich nicht wundern wenn das Auswirkungen hat auf den Grundwasserspiegel.
Achso...wenn alles schief geht, wir haben Wasser genug diesen Sommer.
"Wenn ich ein Regentanz oder ein Regengebet kennen würde – ich würde das anwenden", sagte Landwirtschaftsminister Tom Vilsack
Was immer er auch gesagt haben mag, "Regentanz" stand bestimmt im Akkusativ.
Gelle? ;)
gilt auch in den USA; einfach dran halten-langfristig- und es sieht ganz anders aus!
So ist es nur das Resultat aus Dummheit und Kapitalismus im Extrem.
MfG KM
Es gibt eine göttliche Gerechtigkeit. Das ist die Quittung für die tumbe Weltpolitik, könnte man den frömmelden amerikanischen Politikern nachrufen.
Weit gefehlt. Wer ständig aussenpolitisch Theater macht, um von seinen innerern Problemen abzulenken, der wird irgendwann mal mit dem Holzhammer darauhin gewiesen, wo er die dicksten Fehler macht. Öl kann man eben nicht essen. Wer denkt schon an Weizen oder Mais. Dazu noch vergiftet oder genmanipuliert.
Das mit dem Wasser ist doch erst der Anfang vom Ende. Doch Vorsicht. Wenn Syrien "erobert" ist, dann könnten Obama und seine Büttel merken, dass ihnen über kurz oder lang nicht nur das Öl ausgeht, sondern auch das Essen.
Dann werden sie wohl ihre Strategie ändern müssen und die Länder müssen sich warm anziehen, die noch was zu essen haben. Wir gehören dann vielleicht auch dazu.
Aber wir sind ja Freunde!
Doppelpost. Entfernt. Die Redaktion/se
verschärfen die Auswirkungen von Naturkatastrophen.
Es ist schlicht ein Wahnsinn, wenn in Deutschland fast 90 kg/Jahr/Kopf verzehrt werden, in den USA sogar über 120 kg/Jahr/Kopf. (Letzteres entspricht über 300 gr. pro Person und Tag, vom Säugling bis zum Greis)
Für die Herstellung einer Kilokalorie Fleisch werden 7 Kilokalorien Pflanze verbraucht.
Und der Wasserverbrauch explodiert:
"Auf das Konto der Tierhaltung gehen über 8% des globalen menschlichen Wasserverbrauchs, vor allem durch künstliche Bewässerung im Futtermittelanbau. Fast 16.000 Liter Wasser sind so zur Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch bei der intensiven Rindermast nötig."
http://www.brot-fuer-die-...
Wenn dann noch Futtermittelflächen zum Anbau von Biospritpflanzen verbraucht werden, sind zukünftige Preisexplosionen für Getreide/Mais und daraus resultierende Hungerkatastrophen fast unvermeidlich, auch ganz ohne Dürren und Hurricanes.
Die Ökosysteme und die Art, wie wir wirtschaften und leben sind eben interdependent und Ausgleichszahlungen oder das Drehen an Einzelstellschrauben (E10 zur CO2-Vermeidung) heilen nicht grundsätzliche Fehlsteuerungen, sondern verschärfen sie.
k.
Die enormen Überschüsse der US-Landwirtschaft gehen in normalen Jahren nach China, das sich nicht selbst ernähren kann. Kein anderes Land der Welt ist in der Lage, diesen Ausfall zu ersetzen.
Dürre in den USA,Fluten in China-und was sonst noch an kleinen und großen Katastrophen tagtäglich geschieht:
Die Natur geht ihren eigenen,unbeirrbaren Weg.
Sie lässt sich durch nichts beeinflussen.
Alles was Mensch geschaffen hat:Steht es dem Naturgefüge im Weg,ist es verloren.
Daran ändert keine Technik oder Forschung etwas.
Wir alle sollten längst begriffen haben,dass Mensch und Maschine gegen Naturgewalten nur verlieren können.
Statt das zu akzeptieren und mit der Natur lernen zu leben,
wird grundsätzlich das Gegenteil gemacht.
Wie trotzige Kinder:Jetzt erst recht.
In der Schule hab ich in einem Gedicht gelernt:
>Tand,Tand,ist das Gebilde von Menschenhand.<
Und das wird sich nie ändern
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