Klimaschutz : EU will Emissionszertifikate teurer machen

Die EU will künftig im Emissionshandel mitmischen und nach Bedarf die CO2-Zertifikate verknappen. Das Wirtschaftsministerium ist dagegen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die von der EU-Kommission geplanten Eingriffe in den Emissionshandel kritisiert. Das Wirtschaftsministerium sehe keine Notwendigkeit für Änderungen. Die Energiepreise dürften dadurch jedenfalls nicht steigen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Die EU-Kommission erwägt einen Eingriff in den Emissionshandel, um den Klimaschutz voranzubringen. Die Behörde legte dazu in Brüssel verschiedene Papiere vor. Die Zahl der Zertifikate soll künstlich verknappt werden, damit deren Preis steigt. "Es ist nicht weise, vorsätzlich einen Markt weiter zu fluten, der bereits überversorgt ist", sagte Klimakommissarin Connie Hedegaard .

Beim Emissionshandel müssen Industrie und neuerdings auch die Luftfahrt Zertifikate für die Luftverschmutzung vorweisen. Einen Teil erhalten sie gratis, den Rest müssen sie ersteigern. So soll die Wirtschaft zum Umweltschutz animiert werden. Angesichts des derzeit niedrigen Preises der Zertifikate zweifelt Hedegaard aber, dass das auf den Marktmechanismus vertrauende System noch genügend Anreize bietet.

In den vorgelegten Papieren erwägt Hedegaard eine Verschiebung bei den Auktionen für Zertifikate, sodass ein Teil zeitweilig dem Markt entzogen wäre. Zugleich leitete die Klimakommissarin eine rechtliche Klärung der Frage ein, ob die Kommission solche Eingriffe überhaupt vornehmen darf.
 

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