Euro-Krise : EFSF könnte spanische Anleihen kaufen

Spaniens Zinsaufschläge tendieren in Richtung unfinanzierbar, auch die EZB kauft keine Anleihen mehr. Nun erwägen EU-Staaten, den Rettungsfonds einspringen zu lassen.
Eine Einkaufsstraße in Madrid © Oli Scarff/Getty Images

Die Euro-Länder erwägen einem Zeitungsbericht zufolge, mit Hilfe des Rettungsfonds EFSF spanische Staatsanleihen von privaten Banken zu kaufen und auf diese Weise die Zinsen für das südeuropäische Land zu senken. Die Süddeutsche Zeitung zitierte einen EU-Diplomaten mit den Worten: "Falls Madrid einen Antrag stellt, sind wir bereit zu handeln." Man hoffe, damit die Märkte beruhigen zu können.

Die Rendite für am Markt gehandelte zehnjährige spanische Anleihen beträgt zurzeit mehr als sieben Prozent . Manche Experten gehen davon aus, dass Spanien die hohen Risikoaufschläge nicht dauerhaft bezahlen kann und der spanische Staat selbst bald internationale Hilfen in Anspruch nehmen muss . Bislang wurden der Regierung in Madrid bis zu 100 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds EFSF zugesagt, um die Banken im Land zu sanieren.

In der Vergangenheit hatte die Europäische Zentralbank bereits Staatsanleihen von finanziell unter Druck geratenen Ländern in der Euro-Zone gekauft. Dieses Programm ruht aber gerade.

Sollte Spanien oder ein anderes Land Anleihenkäufe durch den EFSF beantragen, müsste in Deutschland allerdings der Bundestag das Vorhaben billigen.
 

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25 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Wann beginnen endlich die Proteste?

Sobald RTL2 abgeschaltet wird, oder man den Strom für den neuen 50" Plasma-Schirm nicht mehr bezahlen kann?

Ein Zehntel Superreiche. FATWWTRC.
Drei Zehntel Bürger, die sich noch über Wasser halten, aber lieber nach unten treten und nach oben buckeln als etwas ändern zu wollen.
Fünf Zehntel verarmte, resignierte und hoffnungslose Bürger.

Bleibt (maximal) ein Zehntel, deren Opposition mit Hinweisen auf "Sozialneid" und "Kommunismus" im Keim erstickt wird.

Laut regelmäßigen BBC-Umfragen

gehört Deutschland regelmäßig zu den drei beliebtesten Nationen der Welt.

Das liegt allerdings nicht daran, dass wir, wie sie schreiben, "regelmäßig das Maul am weitesten aufreissen", sondern daran,dass wir, ganz im Gegenteil, unser "Maul" viel zuwenig aufmachen und stattdessen uns aufs Begleichen anderer Länder Rechnungen beschränken.

Aus meiner Sicht ist es nicht zielführend, auf dieser Beliebtheitsskala so weit oben zu stehen. Was die Zukunft unseres Landes betrifft, ist das sogar kontraproduktiv.

Die Situation ist explosiv wie nie.

Wann beginnen endlich die Proteste?

Die sind schon längst da. Nur wird in deutschen Medien viel zu wenig darüber berichtet. In Spanien sind vor 1 Woche Millionen! auf die Straße gegangen. Da hat man sich dann mal erbarmt ein oder zwei Berichte drüber zu veröffentlichen.

Die Wahrheit ist, dass in Spanien (und auch Italien, Griechenland...) fast täglich Massenkundgebungen und Streiks sind.

In Spanien haben sich letzet Woche Feuerwehrleute und Lehrer Straßenschlachten mit der Polizei geliefert!

Die Situation ist explosiv wie nie.

Und egal wieviel gekürzt wird, egal wie hoch die Mehrwertsteuer steigt, egal wie viel Tafelsilber verscherbelt wird - die US-Ratingagenturen belämpfen die Eurozone weiterhin.

Wer immernoch meint, diese Ratings wären nicht politisch, irrt gewaltig. Inzwischen sagen sogar Politiker des Bundestages offen bei Interviews, dass die Angriffe durch die Ratingagenturen ein Angriff der USA auf den Konkurent Europa sind. Gestützt von Washington wird hier die Eurozone angegriffen!

Schon 300 Milliarden verpulvert

Die spanischen Banken haben von der EZB über 300 Milliarden Sonderkredite bekommen, um spanische Staatsanleihen zu kaufen. Im Juni war das Geld verbraucht und die spanischen Banken sitzen auf fast 300 Milliarden Staatsanleihen.

Welche Ausmaße müsste ein Ankauf von spanischen Staatsanleihen haben, um wirklich Einfluss auf die Renditen zu nehmen? Wie lange müsste diese Programm finanziert werden, bis sich Spanien wieder ganz normal am Anleihenmarkt refinanzieren kann?

EFSF kauft Anleihen

Dann wären ja die Banken ausgeschlossen und könnten gar keine Gewinne mehr machen.

Nein, nein, nein, die Banken verleihen Geld was sie selbst erfinden, nehmen möglichst hohe Zinsen und lassen bei einem Ausfall der Rückzahlungen die Gemeinschaft einspringen.

Mal im Ernst, wer ist schon so blöd und nimmt einen überteuerten Mittelsmann, wenn er seinem Freund was leihen will?