StaatshilfenFrankreichs Regierung beschenkt Autoindustrie

Die französische Regierung will der heimischen Autobranche aus der Krise helfen und so Jobs retten. Prämien für Öko-Autos sollen helfen.

Die sozialistische Regierung in Frankreich will die kriselnde Autoindustrie mit einem Hilfsprogramm stützen. Der Kauf von Öko-Autos soll mit Prämien gefördert und den Autobauern der Zugang zu Krediten erleichtert werden. Kauft der Staat neue Autos, sollen 25 Prozent Abgas-arme Modelle sein. Die Änderungen sollen vom neuen Jahr an gelten. Wie viel Geld der Staat dafür bereitstellt, ist unklar.

Premierminister Jean-Marc Ayrault begründete die Subventionen mit dem geplanten Abbau Tausender Stellen in der Automobilindustrie. Daher sei die Regierung "in die Offensive gegangen“, sagte er nach einer Kabinettssitzung in Paris.

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Der Kauf eines Elektroautos wird künftig mit 7.000 statt wie bisher mit 5.000 Euro gefördert, der von Hybridwagen mit 4.000 statt 2.000 Euro – vorausgesetzt die Hersteller drehen nicht an der Preisschraube.

Die Autobauer müssen für die staatlichen Hilfen eine Gegenleistung bringen, wie Industrieminister Arnaud Montebourg bereits angekündigt hatte. So sollen die Prämien für die Hybrid- und Elektroautos nur gezahlt werden, wenn ihr Preis beibehalten wird, wie aus dem Plan der Regierung hervorgeht. Außerdem müssen die Autos in Frankreich produziert sein.

Die Hilfen zielen vor allem auf das in Frankreich produzierte Elektroauto Zoe von Renault sowie auf die Hybrid-Diesel-Autos von PSA Peugeot Citroën ab. Allerdings stellt auch Toyota in Frankreich Hybridautos her, nämlich den Yaris. Auch Mitsubishi dürfte profitieren, der japanische Konzern fertigt für Peugeot und Citroën kleine Elektroautos.

Streit um Sparmaßnahmen bei Peugeot

Die Sozialisten hatten im Wahlkampf versprochen, sich gegen den Abbau von Industriearbeitsplätzen in Frankreich zu stellen und die heimischen Firmen vor Billigkonkurrenz aus dem Ausland zu schützen.

Peugeot-Chef Philippe Varin nannte Hilfen für innovative Modelle eine ausgezeichnete Sache. Dies werde sicher dazu führen, bestehende Modelle weiterzuentwickeln, sagte er. Die Konzernführung und die Regierung hatten sich zuletzt einen harten Schlagabtausch geliefert. Präsident François Hollande hatte Peugeot der Lüge bezichtigt und den Stellenabbauplan als inakzeptabel abgelehnt.

Peugeot verbuchte für das erste Halbjahr 2012 einen unerwartet hohen Verlust von 819 Millionen Euro. Bis 2015 will der Autobauer daher 1,5 Milliarden Euro einsparen. Unlängst hatte der Konzern angekündigt, dass ein Werk geschlossen und 8.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollten. Bei weiteren Firmen wird dies im Sommer und Herbst erwartet.

Dem neuen Hilfsplan zufolge will Frankreich außerdem die EU um Überprüfung eines Freihandelsabkommens mit Südkorea bitten. Aus dem asiatischen Land kommen preisgünstige Fahrzeuge etwa vom Autobauer Hyundai. Aus Sicht der Autoindustrie haben von dem Abkommen vor allem die Südkoreaner mit erheblich erhöhten Exporten in die EU profitiert, die europäischen Hersteller in Gegenrichtung hingegen deutlich weniger. Zudem sollen Autobauer und Zulieferer in Schwierigkeiten günstige Kredite erhalten.

Das Programm ist deutlich weniger ambitioniert als ein früheres Paket unter dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der vor François Hollande amtierte. Damals wurde wie in vielen anderen europäischen Ländern eine Abwrackprämie eingeführt.
 

 
Leserkommentare
  1. Und wieder dreht sich das Subventionskarussel. Damit wird wieder einmal bestätigt, dass die französische National-industriepolitik schon im Ansatz anders aussieht als eine deutsche und man aneinander oft vorbeiredet, wenn von Sparhaushalten gesprochen wird.

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    Die Abwrackprämie in Deutschland war natürlich ganz was anderes.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    Machen das "Sozialisten" in Frankreich ist das natürlich Teufelszeugs.

    Die Abwrackprämie in Deutschland war natürlich ganz was anderes.

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    Machen das "Sozialisten" in Frankreich ist das natürlich Teufelszeugs.

  2. Zitat aus dem Artikel:
    "Außerdem müssen die Autos in Frankreich produziert sein."

    Gleich als erstes meine Frage an die Juristen hier: steht dem Punkt nicht das Europäische Wettbewerbsrecht entgegen?

    Vorab schon mal besten Dank für die Antwort.

    Und nun Geschichte.
    Hallo Herr Präsident,
    schon mal mit den älteren Kollegen aus Ihrer Partei gesprochen?

    Fragen sie die mal nach dem größten "Erfolg" der französischen Industriepolitik aus den frühen 80er. Genau Einfuhrzölle auf asiatische Fernseher und massive Subventionen für die heimischen Hersteller.

    Wie bitte das kennen sie, sie haben ihre Idee da abgeschrieben?

    Nee nicht wirklich oder?

    Die französischen TV Hersteller sind, genau wie die deutschen, in der Zwischenzeit fast alle pleite. Es ist nämlich völlig sinnlos Produktionen mit Steuergeldern am leben zu halten, die nicht überleben können.

    Ihre Autohersteller Herr Präsident, haben sich auf den Teil des KFZ Marktes konzentriert, auf den sich auch viel größere und finanzkräftigere Konzerne konzentriert haben, das war, wie wir heute wissen, ein Fehler für den sie jetzt die französische Allgemenheit zur Kasse bitten.

    Normalerweise wäre mir das völlig egal, aber weil wir nun mal eine gemeinsamme Währung haben und ich Anderen in Asien und Übersee täglich erklären muss warum sie alles tun um die Finanzen der Grande Nation möglichst schnell an die Wand zu fahren, bin ich etwas angefressen.

    Ist aber mein Problem, ihre machen sie sich gerade selber.

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  3. Die Abwrackprämie in Deutschland war natürlich ganz was anderes.

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    Soll das heißen in Frankreich zusammengebaut? Und wo kommen die vielen Zulieferteile her? Auch aus Frankreich? Wenn ja, dann wird es keine Autos geben, wenn nein, was soll dann der ganze Unsinn.

    Sorry, das ist Laienspiel-Orchester und die können es meist besser als dieser Vorschlag.

    Die wurde für jedes verschrottete KFZ gezahlt, sofern ein Neues erworben wurde.

    Wo das Neue hergestellt wurde war völlig egal.

    Der Unterschied besteht darin das Hollande versucht gezielt die eigenen Hersteller zu förden. Das ist eindeutig nationale Wirtschaftspolitik und die hat in F eine lange Tradition.

    Die fiese Vokabel nationalismus beschreibt hier präzise was passiert. Dumm an der Nummer ist außerdem, dass Frankreich genau den selben Kappes vor 30Jahren im Bereich der Unterhaltungselektronik schon mal gemacht hat und daher wissen sollte das die ganze Nummer krachend vor die Wand fährt.

    Ich dachte bis vorhin noch, dass Frankreich eine große Kulturnation sei und man dort auch den alten Dandy Oscar Wilde kennt. Ich bemühe ihn mal:
    Der Profi macht nur neue Fehler. Der Dummkopf wiederholt seine Fehler. Der Faule und der Feige machen keine Fehler.

    Wo Sie Herrn Hollande da einsortieren wollen überlasse ich Ihnen.

    Soll das heißen in Frankreich zusammengebaut? Und wo kommen die vielen Zulieferteile her? Auch aus Frankreich? Wenn ja, dann wird es keine Autos geben, wenn nein, was soll dann der ganze Unsinn.

    Sorry, das ist Laienspiel-Orchester und die können es meist besser als dieser Vorschlag.

    Die wurde für jedes verschrottete KFZ gezahlt, sofern ein Neues erworben wurde.

    Wo das Neue hergestellt wurde war völlig egal.

    Der Unterschied besteht darin das Hollande versucht gezielt die eigenen Hersteller zu förden. Das ist eindeutig nationale Wirtschaftspolitik und die hat in F eine lange Tradition.

    Die fiese Vokabel nationalismus beschreibt hier präzise was passiert. Dumm an der Nummer ist außerdem, dass Frankreich genau den selben Kappes vor 30Jahren im Bereich der Unterhaltungselektronik schon mal gemacht hat und daher wissen sollte das die ganze Nummer krachend vor die Wand fährt.

    Ich dachte bis vorhin noch, dass Frankreich eine große Kulturnation sei und man dort auch den alten Dandy Oscar Wilde kennt. Ich bemühe ihn mal:
    Der Profi macht nur neue Fehler. Der Dummkopf wiederholt seine Fehler. Der Faule und der Feige machen keine Fehler.

    Wo Sie Herrn Hollande da einsortieren wollen überlasse ich Ihnen.

  4. Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

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  5. Soll das heißen in Frankreich zusammengebaut? Und wo kommen die vielen Zulieferteile her? Auch aus Frankreich? Wenn ja, dann wird es keine Autos geben, wenn nein, was soll dann der ganze Unsinn.

    Sorry, das ist Laienspiel-Orchester und die können es meist besser als dieser Vorschlag.

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  6. Deutschland subventioniert seine Automobilindustrie, Frankreich auch. Na, und, - jeder kocht sein eigenes Süppchen zum Wohl der Industrie, der Arbeitsplätze usw.. Die einen errichten Zollschranken, die anderen schreien nach freiem Warenverkehr. In allen wichtigen Belangen ist das so, die Einigkeit der Europäer ist nur ein Hirngespinst, wenn es um nationale Interessen geht. Wer schlauer trickst, ist besser dran, nur beim Zahlen ist Deutschland immer ganz vorne dabei.

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    • brux
    • 25.07.2012 um 17:58 Uhr

    Wie bitte subventioniert D seine Autoindustrie? Das geht schon deshalb nicht, weil die EU ein Auge auf solche Dinge hat. Deshalb hat ja die deutsche Abwrackprämie vor allem den (ausländischen) Herstellern von Kleinwagen genutzt.

    • brux
    • 25.07.2012 um 17:58 Uhr

    Wie bitte subventioniert D seine Autoindustrie? Das geht schon deshalb nicht, weil die EU ein Auge auf solche Dinge hat. Deshalb hat ja die deutsche Abwrackprämie vor allem den (ausländischen) Herstellern von Kleinwagen genutzt.

  7. Die wurde für jedes verschrottete KFZ gezahlt, sofern ein Neues erworben wurde.

    Wo das Neue hergestellt wurde war völlig egal.

    Der Unterschied besteht darin das Hollande versucht gezielt die eigenen Hersteller zu förden. Das ist eindeutig nationale Wirtschaftspolitik und die hat in F eine lange Tradition.

    Die fiese Vokabel nationalismus beschreibt hier präzise was passiert. Dumm an der Nummer ist außerdem, dass Frankreich genau den selben Kappes vor 30Jahren im Bereich der Unterhaltungselektronik schon mal gemacht hat und daher wissen sollte das die ganze Nummer krachend vor die Wand fährt.

    Ich dachte bis vorhin noch, dass Frankreich eine große Kulturnation sei und man dort auch den alten Dandy Oscar Wilde kennt. Ich bemühe ihn mal:
    Der Profi macht nur neue Fehler. Der Dummkopf wiederholt seine Fehler. Der Faule und der Feige machen keine Fehler.

    Wo Sie Herrn Hollande da einsortieren wollen überlasse ich Ihnen.

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    • brux
    • 25.07.2012 um 17:55 Uhr

    Das ist kaum zu glauben, was die französische Regierung hier verzapft.

    Die Bedingung, dass nur in F gebaute Autos die Prämie erhalten, verstösst eindeutig gegen EU-Recht. Das wird so nicht gehen.

    Und Hyundai produziert für den europäischen Markt in der Slowakei. Auch hier kann F gar nichts machen.

    Diese Themen sind x-mal diskutiert worden. Wenn die Regierung das nicht weiss, ist sie wirklich dumm. Wenn sie es ignoriert, ist sie noch dümmer.

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