Euro-Krise: Griechenlands Zeit läuft ab
Griechenland spart eisern, aber andere Reformen kommen nicht voran. Immer noch prägen Vetternwirtschaft und Korruption das politische System – und die Pleite rückt näher.
© Angelos Tzortzinis/AFP/Getty Images

Polizisten vor einer Stahlfabrik im Athener Vorort Aspropyrgou, die neun Monate wegen eines Streiks geschlossen war
Seit zweieinhalb Jahren hält das griechische Drama die Welt nun bereits in Atem. Nicht nur die Euro-Zone und die EU, Politiker und Finanzstrategen rund um den Erdball blicken besorgt nach Athen. Mit dem erneuten Besuch der Troika, die am Dienstag in der griechischen Hauptstadt eintreffen wird, scheint sich der Vorhang zum letzten Akt der Tragödie zu heben.
Die Gläubiger verlieren die Geduld mit Griechenland. Sie drohen damit, dem Land den Geldhahn zuzudrehen. Kommt es dazu, wäre Griechenland binnen weniger Wochen pleite. Der Austritt Athens aus der Euro-Zone wäre die wahrscheinliche Folge einer Insolvenz. Auch wenn manche diesen Schritt inzwischen für beherrschbar halten, könnte er Schockwellen um den Globus senden.
Fast ein Dutzend Krisengipfel haben die EU-Politiker seit Beginn der griechischen Krise bereits absolviert, zwei Hilfspakete wurden geschnürt, ein milliardenschwerer Schuldenerlass durchgezogen. Aber gebracht haben die Rettungsversuche wenig. Griechenland stürzt immer tiefer ab. Die Troika wird ihren Prüfungsbericht wohl erst Anfang September vorlegen, aber schon jetzt steht fest: Die Delegationschefs der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank werden den Griechen kein gutes Zeugnis ausstellen.
Zwei Wahlkämpfe haben das Land drei Monate lang politisch gelähmt. Bei der Umsetzung der Reformauflagen gerät Athen immer weiter in Rückstand. Die in Athen gehegte Hoffnung, einen weiteren Aufschub für die Umsetzung der Sparvorgaben aushandeln zu können, scheint sich zu zerschlagen. Denn das würde weitere Hilfsmilliarden erfordern, die vor allem Bundeskanzlerin Merkel nicht lockermachen will. Sollte der IWF tatsächlich seine Zahlungen an Griechenland einstellen, wie Medien es jetzt berichten, wäre das gesamte Rettungspaket hinfällig. Die Uhr läuft. Alles hängt jetzt vom Urteil der Troika ab.
Es bewegt sich doch
Der oft geäußerte Eindruck, in Griechenland bewege sich gar nichts, ist allerdings falsch. In der Haushaltskonsolidierung hat das Land durchaus Fortschritte gemacht. In nur zwei Jahren wurde das Budgetdefizit um sechs Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) reduziert. Das Primärdefizit im Haushalt, also die jährliche Neuverschuldung ohne Berücksichtigung der zu leistenden Zins- und Tilgungszahlungen, sank sogar von 10,4 auf 2,2 Prozent des BIP.
Was die Einsparungen betrifft, liegt Griechenland im laufenden Jahr sogar vor dem Plan: In den ersten sechs Monaten belief sich das Haushaltsdefizit statt der erwarteten 14,9 Milliarden nur auf 12,5 Milliarden Euro. Kein anderes EU-Land hat seinen Haushalt in diesem Umfang konsolidiert.
Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, als er vor dem Hintergrund einer schweren Rezession erzielt wurde. Griechenlands Wirtschaft befindet sich bereits im fünften Jahr einer steilen Talfahrt. Bis zum Ende dieses Jahres wird das BIP um ein Fünftel geschrumpft sein. Das ist der steilste wirtschaftliche Absturz seit Ende des Zweiten Weltkrieges.




Griechenland muß lernen auf eigenen Beinen zu stehen und der beste Weg " zurück zur Drachme ".
eine Drachme die naturgemäß gegen den Euro an Wert verliert
zu einer noch drastischeren Krise beim Begleichen der Schulden?
bevor ich verliere bzw. " ausblute "
und außerdem denke ich das erst dann positive Bewegung in das Land kommt.
eine Drachme die naturgemäß gegen den Euro an Wert verliert
zu einer noch drastischeren Krise beim Begleichen der Schulden?
bevor ich verliere bzw. " ausblute "
und außerdem denke ich das erst dann positive Bewegung in das Land kommt.
eisern sparen in einem System vom Korruption und Vetternwirtschaft?
Es stimmt sicher, dass das griechische Volk durch viele Kürzungen leidet, aber ein ineffizientes System kann ja nicht vernünftig sparen.
Im Übrigen bin ich ziemlich sicher, dass die EU noch eine Millardenabwurfrunde dreht, bevor evtl. dann im Herbst nichts mehr geht.
Frau Merkel hat vehement darauf bestanden, dass Griechenland NUR von Politikern von ND und PASOK regiert wird. Vor den letzten Parlamentswahlen wurde klipp und klar mit Sanktionen gedroht, sollten die Griechen sich erdreisten, bei den Wahlen die beiden Korruptionsparteien in die Opposition schicken.
Nun heisst es auf einem Mal, Griechenland sei trotzdem pleite - obwohl doch die "zuverlässigen" "Eliten" - sprich die Familien Karamanlis (ND) und Papandreou (PASOK) weiter das Sagen haben.
Ehrlich gesagt, ich habe das Gefühl, man hat seitens der EU und eben auch seitens der Bundesregierung nur Zeit gewinnen wollen, damit die "verdienten griechischen Eliten" auch noch den Rest ihres auf zweifelhafte Art erworbenen Geldes in Sicherheit bringen können. Soetwas nennt man Kleptokratismus.
Frau Merkel hat vehement darauf bestanden, dass Griechenland NUR von Politikern von ND und PASOK regiert wird. Vor den letzten Parlamentswahlen wurde klipp und klar mit Sanktionen gedroht, sollten die Griechen sich erdreisten, bei den Wahlen die beiden Korruptionsparteien in die Opposition schicken.
Nun heisst es auf einem Mal, Griechenland sei trotzdem pleite - obwohl doch die "zuverlässigen" "Eliten" - sprich die Familien Karamanlis (ND) und Papandreou (PASOK) weiter das Sagen haben.
Ehrlich gesagt, ich habe das Gefühl, man hat seitens der EU und eben auch seitens der Bundesregierung nur Zeit gewinnen wollen, damit die "verdienten griechischen Eliten" auch noch den Rest ihres auf zweifelhafte Art erworbenen Geldes in Sicherheit bringen können. Soetwas nennt man Kleptokratismus.
Angesichts des Staatsbankrottes vor der Tuer finde ich es erstaunlich, dass die griechische Regierung immer noch versucht die Welt mit ihrem eigenen Elend (Aussicht auf Pleite) um Milliarden zu erpressen (wir brauchen mehr Zeit).
Jedem normal denkenden Mensch muss doch klar sein dass die Staatspleite wesentlich haertere Konsequenzen hat als das angebotene Sparpaket.
Pokern die so hoch oder sind sie einfach nur einfaeltig ?
"Jedem normal denkenden Mensch muss doch klar sein dass die Staatspleite wesentlich haertere Konsequenzen hat als das angebotene Sparpaket."
...eine Staatspleite mag unangenehm sein, aber wenigstens ist sie ein Neustart und die interne Versorgung der Bürger kann wieder anlaufen, Dank-Devisen-Euro-Knappheit liegt die nämlich in Trümmern. Auch könnte man mit einer Pleite das Arbeitskräfte-Schmarotzen der Deutschen unterbinden, die derzeit billig arbeitslose gr. Fachkräfte abstauben.
Und Rezession hinzunehmen, ja mit Sparpaketen quasi zu verlangen, halte ich für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Griechenland hat Erfahrung mit Staatspleiten, aber nicht mit Sparen und Reformen. Das mag die Regierung geneigter machen, bis zum bitteren Ende zu pokern.
Ich weiss aber auch, dass viele Griechen wirklich glauben, die EU würde Ihnen immer neues Geld geben, wegen der Antike und so ......
"Jedem normal denkenden Mensch muss doch klar sein dass die Staatspleite wesentlich haertere Konsequenzen hat als das angebotene Sparpaket."
...eine Staatspleite mag unangenehm sein, aber wenigstens ist sie ein Neustart und die interne Versorgung der Bürger kann wieder anlaufen, Dank-Devisen-Euro-Knappheit liegt die nämlich in Trümmern. Auch könnte man mit einer Pleite das Arbeitskräfte-Schmarotzen der Deutschen unterbinden, die derzeit billig arbeitslose gr. Fachkräfte abstauben.
Und Rezession hinzunehmen, ja mit Sparpaketen quasi zu verlangen, halte ich für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Griechenland hat Erfahrung mit Staatspleiten, aber nicht mit Sparen und Reformen. Das mag die Regierung geneigter machen, bis zum bitteren Ende zu pokern.
Ich weiss aber auch, dass viele Griechen wirklich glauben, die EU würde Ihnen immer neues Geld geben, wegen der Antike und so ......
Beschönigungsartikel der Medien und die EU Kommission will trotzdem immer noch weiter an GR. zahlen. Wie groß muss die Angst vor dem Ende und vor der Volkswut sein?
Hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt, warum es immer heißt GR. hat noch bis Juni Geld. Oder bis September braucht GR. xy Mrd., sonst ist es pleite.
Das geht schon seit 2 Jahren so. Inzwischen ist das Land gefühlt, schon 10 x pleite gegangen und wurstelt immer noch weiter.
Die Frage ist einfach zu beantworten. Wir werden systematisch vera...
Die EZB, EU Kommission und Troika tun nach Außen noch ein bisschen streng und seriös, aber über ELA drucken die nationalen Notenbanken Euros ohne Ende.
Mrd. brandneues Geld im Eurosystem ohne jeglichen Gegenwert.
„Allein die ELA Griechenlands dürfte inzwischen rund 75 Milliarden Euro betragen“
http://www.welt.de/print/...
Anderenfalls wären in GR. oder Spanien schon lange das Licht aus. Und es ist kein Ende in Sicht. Volksverdummung in Vollendung.
Wenn eine vergleichsweise kleine und unbedeutende Volkswirtschaft wie Griechenland imstande ist, "Schockwellen" um den Erdball zu senden, dann sagt dies mehr über die aktuell offenbar recht volatile Verfassung der Weltwirtschaft als die Situation des Landes selbst aus - und vor allem über das Pulverfass Eurozone, dessen Lunte zwar immer noch in Zeitlupe abbrennt, sich aber auch nicht löschen lässt. Eine interessante Situation angesichts der Tatsache, dass das Krisenmanagement der "Euro-Zonis" einiges an zusätzlichem Sprengstoff angehäuft hat.
Für die Griechen bedeutet ein Euro-Austritt zwar den Abschied vom kollektiven Lottokönig-Syndrom, bietet aber immerhin die Chance, ihre Probleme wenigstens auf ihre eigene Art anzugehen - oder auch nicht. Letztlich eine Sache, die sie nach Gusto entscheiden können, ohne dabei den Mühlstein Euro am Hals zu haben.
Dessen Tagen sind auch in der restlichen "Zone" gezählt, deren Widersprüche immer offenkundiger werden, was jedoch nicht nicht bedeutet, dass nun endlich Konsequenzen gezogen und das Desaster Einheitswährung abgewickelt würde. Sowohl die wirtschaftlichen als auch die politischen Kosten des Euro werden fürs erste weiter steigen, voraussichtlich sogar noch um einiges massiver als bislang gewohnt. Mit jedem Tag, den diese Währung weiter besteht, wird vor allem der politische Fallout der Euro-Kernschmelze immer mehr zu einer problematischen und weniger kalkulierbaren Grösse.
erfüllt die gesetzten Erwartungen, denn wer hat wirklich erwas anderes erwartet.
Ehrlich ?
Jetzt geht lt. Politikersprech Europa unter.
als was die Griechen tun.
Ein Abbau oder eine sinnvolle Beschäftigung der hoffnungslos aufgeblasene Beamtenschaft wird erst gar nicht in Betracht gezogen. Das Eintreiben von Steuern oder des Vermögens der Superreichen ebenfalls nicht. Mit beiden stecken die Politiker unter einer Decke.
Und die Griechen bräuchten nicht zu sparen, wenn sie das, was sie ausgeben, selber erwirtscahften würden.
Wer viele Einnahmen hat, kann auch auf großem Fuß leben.
Und ja, Deutschland hat sich auch verschuldet und wer weiß, was daraus wird. Weginflationierung oder Staatsbankrott mit darauf folgenden Zusammenbruch des Bankensystems.
Die anderen Länder werden bereits vor uns so weit sein.
Dieses Banken-Staaten-Schneeballsystem wird auf die Dauer nicht gutgehen. Und ein System, bei dem die ohnehin schon Reichen noch immer weiter Geld in den Rachen geschmissen bekommen auch nicht.
Keiner der Verantwortlichen traut sich an die wirklichen Ursachen und würde es verstehen, ein gerechtes System einzuführen, das Leistung und Einsatz belohnt und damit den Wohlstand für alle sichert, auch unter dem Druck von China und aufstrebenden Wirtschaften.
Am Ende könnten die Europäer sehr dumm, überaltert und verarmt dastehen.
"Jedem normal denkenden Mensch muss doch klar sein dass die Staatspleite wesentlich haertere Konsequenzen hat als das angebotene Sparpaket."
...eine Staatspleite mag unangenehm sein, aber wenigstens ist sie ein Neustart und die interne Versorgung der Bürger kann wieder anlaufen, Dank-Devisen-Euro-Knappheit liegt die nämlich in Trümmern. Auch könnte man mit einer Pleite das Arbeitskräfte-Schmarotzen der Deutschen unterbinden, die derzeit billig arbeitslose gr. Fachkräfte abstauben.
Und Rezession hinzunehmen, ja mit Sparpaketen quasi zu verlangen, halte ich für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Und die Devisen kommen in Strömen ins Land, wenn eine neue Griechenland-Drachme erstmal kräftig abwertet, oder? Der Aussage, dass das Land mit der Drachme wieder auf die Füße käme, ist wirtschaftlicher Blödsinn. Es geht bei der Kolportage dieser Mär lediglich darum, sich die eigene Einstellung schönzureden, dass man nicht länger für die griechische Staatsverschuldung aufkommen will und dieser nicht grade altruistuschen Haltung ein pseudoaltruistisches Mäntelchen umzuhängen.
Ich hab ja nix dagegen, dass man irgendwann sagen muss, bis hier her und nicht weiter, und die Politik hat die letzten zwei Jahre kräftig daran gearbeitet, dass das machbar ist, ohne die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen. Aber man kann doch bitte nicht so tun, als sei das für Griechenland die Variante, die - im Gegensatz zum Verbleib im Euro - weniger schmerzhaft sei.
Und die Devisen kommen in Strömen ins Land, wenn eine neue Griechenland-Drachme erstmal kräftig abwertet, oder? Der Aussage, dass das Land mit der Drachme wieder auf die Füße käme, ist wirtschaftlicher Blödsinn. Es geht bei der Kolportage dieser Mär lediglich darum, sich die eigene Einstellung schönzureden, dass man nicht länger für die griechische Staatsverschuldung aufkommen will und dieser nicht grade altruistuschen Haltung ein pseudoaltruistisches Mäntelchen umzuhängen.
Ich hab ja nix dagegen, dass man irgendwann sagen muss, bis hier her und nicht weiter, und die Politik hat die letzten zwei Jahre kräftig daran gearbeitet, dass das machbar ist, ohne die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen. Aber man kann doch bitte nicht so tun, als sei das für Griechenland die Variante, die - im Gegensatz zum Verbleib im Euro - weniger schmerzhaft sei.
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