Schuldenkrise : Griechenland will Sparauflagen um zwei Jahre strecken

Die neue Regierung in Athen bittet um mehr Zeit für ihr Sparprogramm. Allerdings braucht das Land bald wieder Geld – und das gibt es nur bei Fortschritten im Reformkurs.
Der griechische Finanzminister Yiannis Stournaras © Louisa Gouliamaki/AFP/GettyImages

Griechenland will bei seinen internationalen Geldgebern eine Streckung der neuen Sparauflagen um mindestens zwei Jahre erwirken. Das teilte das Finanzministerium in Athen mit. Es geht um Sparmaßnahmen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro in den Jahren 2013 und 2014.

Das bestätigte auch Regierungssprecher Simos Kedikoglou: "Unser Ziel der Neuaushandlung der Fristen und Ziele des Sparpaktes werden wir erreichen", sagte er. Wann diese Forderung offiziell den Gremien in der EU vorgelegt werden soll, wollte er nicht sagen.

In den Brüsseler EU-Institutionen äußerten sich Experten zurückhaltend zu dem Ansinnen Griechenlands. Sie verwiesen auf einen Zeitplan, der beim Euro-Finanzministertreffen zu Wochenbeginn noch einmal bestätigt wurde.

12,5 Milliarden Euro im August und September

Demnach wird die Troika mit internationalen Finanzfachleuten noch im laufenden Monat nach Athen zurückkehren, um gründlicher und länger als bisher zu untersuchen, ob sich die Regierung in Athen an die Verpflichtungen des zweiten Hilfsprogramms von 130 Milliarden hält.

Das Land hofft auf Hilfen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Von dem Urteil der Troika aus EU-Kommission , Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds ( IWF ) hängt jeweils die Auszahlung neuer Hilfen ab.

Wann die Euro-Gruppe über die weiteren Hilfen entscheiden wird, ist bisher nicht klar. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte Anfang der Woche über Griechenland und Zypern : "In beiden Fällen sind wir noch weit davon entfernt, Entscheidungen treffen zu können." Er rechne damit "nicht vor September".

Die Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien in Griechenland erwägen, gemeinsam oder auch getrennt ins Ausland zu reisen, um für die Streckung zu werben. "Das könnten wir machen", sagte Ministerpräsident Antonis Samaras.

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Man darf den "Druck"

auf Griechenland nicht allzu hoch fahren, sonst streckt das Land dem "Big Money" einfach die Zunge raus und stellt die Zahlungen ein. Irgendwann wird das auch garnicht mehr anders gehen.
Und das ist wohl auch die größte Angst der Politik und den zugehörigen Banken und Bankern. Entweder müssten die Verluste dann den Verursachern, also den Kreditgebern via Schuldenschnitt, oder wahrscheinlicher den verbliebenen Steuerzahlern der €-Zone aufgedrückt werden. Beides würde die Politik wohl in Erklärungsnöte bringen.

Auf gutem Weg

Den Verantwortlichen von EU, IWF und diversen Rettungsfonds dürfte es von mal zu mal schwerer werden, den Bürgern vorzugaukeln, GR währe mit seinen Reformen auf einem guten Weg, weshalb die nächste Zahlung freigegeben werden könne.
Aber die griechischen Phantomrentner und Scheinblinden, sowie die große Schar öffentlich Bediensteter sollte sich keine großen Sorgen machen, das Geld wird fließen.
Die Entschuldigung an den dt. Michel und andere Zahlmeister wird mitgeliefert!