In Italien hat sich die Neuverschuldung auf 8,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht. Das aktuelle Staatsdefizit ist laut nationalem Statistikamt demnach das höchste seit dem ersten Quartal 2009, als die Finanzierungslücke auf 9,5 Prozent des BIP gestiegen war.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Fehlbetrag um einen Prozentpunkt. Im Gesamtjahr 2011 lag das italienische Defizit bei 3,9 Prozent.

Das Amt wies darauf hin, dass die Neuverschuldung zwischen den Quartalen üblicherweise stark schwanke. Die Behörde begründete das höhere Defizit damit, dass Italien für neue Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen muss und dass der Staat aufgrund der schrumpfenden Wirtschaft weniger Steuern einnimmt.

Prognose korrigiert

Italien hat Staatsschulden in Höhe von mehr als 1,9 Billionen Euro. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti hat es sich zum Ziel gemacht, 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Um die Staatskasse zu entlasten, hat die Regierung das Renteneintrittsalter für Hunderttausende Italiener erhöht und andere Ausgaben stark gekürzt.

Die Prognose seiner Regierung für das diesjährige Haushaltsdefizit korrigierte Monti nach oben. Er rechne nunmehr mit einer Neuverschuldung von zwei Prozent, sagte er – wohingegen die bisherige offizielle Prognose bei 1,3 Prozent lag.