Euro-Krise: IWF will Griechenland kein Geld mehr geben
Der IWF verliert offenbar die Geduld mit Griechenland und will sich an einer weiteren Finanzhilfe nicht mehr beteiligen. Griechenland wäre dann bereits im Herbst pleite.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich angeblich nicht an weiteren Hilfen für Griechenland beteiligen. Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete am Samstag unter Berufung auf hochrangige Vertreter der EU-Kommission, der IWF habe seinen Rückzug bereits signalisiert. Damit werde eine Pleite Griechenlands im September wahrscheinlicher. Derzeit untersucht die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt.
Die griechische Regierung hat nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, ihre Sparauflagen im Gegenzug für internationale Finanzhilfen zu erfüllen. Für das laufende Jahr erwartet sie einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 6,7 Prozent. Das Land steckt damit im fünften Jahr in Folge in einer tiefen Rezession.
Dem Magazinbericht zufolge wird das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion in den Ländern der Euro-Zone mittlerweile für beherrschbar gehalten. Um die Ansteckungsgefahr für andere Länder zu begrenzen, wollten die Regierungen den Beginn des neuen Rettungsschirms ESM abwarten. Dieser sollte ursprünglich bereits am 1. Juli startklar sein, kann nun jedoch nicht vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über ESM und Fiskalpakt am 12. September in Kraft treten.
Am 26. Juli sollen die Vertreter der Troika wieder nach Griechenland zurückkehren. Zuletzt waren sie am 9. Juli unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister mit der Bilanz abgereist, dass Griechenland abermals die Ziele des Sparpaktes verfehlt habe und sich bei den Reformen anstrengen müssen, teilte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras mit.
Die griechische Koalitionsregierung war im Juni mit dem Ziel angetreten, die Fristen der für die Milliardenhilfen auferlegten Sparauflagen neu zu verhandeln. Ziel ist es, die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen über 11,5 Milliarden in den Jahren 2013 und 2014 auf die Jahre 2015 und 2016 zu verteilen. Die griechische Gesellschaft könne keine weiteren, zusätzlichen Sparmaßnahmen schultern, argumentiert die Regierung. Laut Spiegel würde dies zusätzlich zehn und 50 Milliarden Euro kosten. Die Bundesregierung stellt sich gegen einen Aufschub der Sparziele. Sie betonte zuletzt, dass neben den Reforminhalten auch der Zeitrahmen Teil der Verabredungen sei.
EIB will Griechenland-Hilfe reaktivieren
Hilfe soll Griechenland aber von der Europäischen Investitionsbank erhalten. Das Institut will Kredite im Umfang von 1,44 Milliarden Euro an griechische Firmen vergeben. Dies kündigte der griechische Finanzminister Yannis Stournaras nach einem Gespräch mit EIB-Chef Werner Hoyer an. Die Gelder würden in den kommenden drei Jahren an kleine und mittelgroße Unternehmen vergeben. Zudem sei die EIB bereit, Griechenland beim Straßenbau, Auslandsinvestitionen und Privatisierungsprojekten zu helfen, sagte Entwicklungshilfeminister Costis Hatzidakis ohne nähere Angaben zu machen.




Ich bezweifle, dass es keine glaubhaften Überlegungen gibt, die Griechenlanf-Hilfe einzustellen. Und das weiss auch die griechische Regierung. Die Eu denkt auch mehr an die Rettung der eigenen Investitionen als an Griechland oder gar die Menschen, die da Leben. Lieber die Leute sparen lassen als das System zu ändern, an dem man die Banken so gut verdienen...
Der Gerd
franzoesische Banken sind z.B. ziemlich stark in griechische involviert und solange beispielsweise deutsche Banken Profit aus diesen "Finanzhilfen" schlagen, wird man Griechenland nicht pleite gehen lassen. Es glaubt doch niemand, dass Deutschland aus reiner Hilfsbereitschaft Gelder nach Griechenland fliessen laesst.
den Menschen, die
arbeitslos sind und arbeiten wollen?
den mittelständischen Unternehmen, die i.d.R. den Großteil der produktiven Arbeitsplätze stellen?
den Menschen, die nicht verhungern wollen, medizinische Hilfe nicht mehr bezahlen können?
die Bildung brauchen?
Nach einem Bericht in den Schweizer Zeit-Fragen kommen in Athen z.b. immer mehr Schüler ohne Frühstück zur Schule, fallen im Unterricht vor Hunger ohnmächtig von den Stühlen...wem außer den Reichen, Bankern usw, wird da denn geholfen?
franzoesische Banken sind z.B. ziemlich stark in griechische involviert und solange beispielsweise deutsche Banken Profit aus diesen "Finanzhilfen" schlagen, wird man Griechenland nicht pleite gehen lassen. Es glaubt doch niemand, dass Deutschland aus reiner Hilfsbereitschaft Gelder nach Griechenland fliessen laesst.
den Menschen, die
arbeitslos sind und arbeiten wollen?
den mittelständischen Unternehmen, die i.d.R. den Großteil der produktiven Arbeitsplätze stellen?
den Menschen, die nicht verhungern wollen, medizinische Hilfe nicht mehr bezahlen können?
die Bildung brauchen?
Nach einem Bericht in den Schweizer Zeit-Fragen kommen in Athen z.b. immer mehr Schüler ohne Frühstück zur Schule, fallen im Unterricht vor Hunger ohnmächtig von den Stühlen...wem außer den Reichen, Bankern usw, wird da denn geholfen?
Änderung:
sollte natürlich heissen: Ich bezweifle, dass es glaubhafte Überlegungen gibt..
Das war zu erwarten und ist sicher nicht das Ende der Tranfers nach Griechenland. Hoffentlich kann man daraus die richtigen Lehren ziehen.
Spanien will offenbar gar nicht erst die Troika im Land haben, wird aber wohl nach der Sommerpause Hilfe brauchen. Nachdem der spanische Wirtschaftsminister die EZB attackiert hat, wird wohl der Streit losgehen, ob die EZB von Spanien und Italien instrumentalisiert werden darf. Das wäre sicher angenehmer für den Nationalstolz als offensichtliche Darlehen, die mit Auflagen verbunden sind.
Vielleicht hat das Bundesverfassungsgericht bis dahin Auflagen beschlossen, für deren Umsetzung Merkel die Zustimmung der anderen braucht. Dann wäre wieder Gelegenheit für eine Erpressung und diesmal werden die Herren wohl besser aufpassen, dass sie nicht mit interpretierungsbedürftigen Formulierungen übers Ohr gehauen werden.
....nicht "retten" kann, kann man Spanien nicht retten. Bleibt also nur die Frage, was man von den Eurolandern halten will, die einen Teil ihrer Bevölkerung behandeln, als Gabe es die Menschenrechtscharta der Europäer nicht und Ausländern sagten, es würde nie ein Land aus dem Euro austreten müssen. Unter aller Sau, wurde mancher sagen.
....nicht "retten" kann, kann man Spanien nicht retten. Bleibt also nur die Frage, was man von den Eurolandern halten will, die einen Teil ihrer Bevölkerung behandeln, als Gabe es die Menschenrechtscharta der Europäer nicht und Ausländern sagten, es würde nie ein Land aus dem Euro austreten müssen. Unter aller Sau, wurde mancher sagen.
...kann er nicht bis nach Weihnachten warten?
Ich hätte das friedliche Fest gerne noch friedlich gefeiert...
will sich an einer weiteren Finanzhilfe nicht mehr beteiligen. Griechenland wäre dann bereits im Herbst pleite. ““
Solche Schlagzeilen dienen nicht der Sache. Offenkundig wird das Versagen von vielen wirtschaftlichen und politischen Gruppierungen, die stets die Alternativlosigkeit der Rettungsversuche betonten, gefolgt von einigen Medien die diese Botschaften reflektionslos verbreiteten und verbreiten.
Es gab aber auch warnende Stimmen, die man nicht hören wollte, z. B. “ Dieser Rettungsversuch ist der falsche Weg“, Die Welt, 05. 05. 2012:
““ .... Es gibt gute politische und ökonomische Gründe dafür, den jetzt eingeschlagenen Weg für falsch zu halten. Denn es ist gerade nicht solidarisch, die Griechen an eine Währung zu ketten, deren Stabilitätsanforderungen sie schlichtweg überfordern und die ihre angeschlagene Wirtschaft strangulieren. Umgekehrt könnte hierzulande die in der Krise gewachsene Europaskepsis rasch in blanke Wut umschlagen, wenn in der neugeschaffenen Transferunion die Gemeinschaftswährung weich wird. Viele Deutsche fühlen sich ohnmächtig - zu Recht. ....““
http://www.welt.de/debatt...
ist das Gegenteil von Hilfe.
Es gibt Beispiele für Staatspleiten, die nach einer kurzen Phase des harten Übergangs ein neues Aufblühen ganzer Volkswirtschafen ermöglicht haben (Neuseeland, Argentinien, wohl auch Island und in gewisser Weise auch, mag es auch anders genannt worden sein, der ehemalige Ostblock). Diese Übergänge waren substanziell härter, aber zeitlich auch wesentlich kürzer als das, was die Pseudorettung den Griechen seither antut: verarmung eines Volkes zum Nutzen der Banken, ohne die Menschen wirklich - mit ALLEN negativen wie positiven Implikationen - FREIZUSETZEN aus ihren Abhängigkeiten.
Und das Schönste: Deutschland finaziert diese schrittweise, ziellose Verarmung der Griechen auch noch mit unglaublich vielen Geldern und Bürgschaften mit...
...sind die mittlerweile wieder annähernd da wo sie vorher waren. Ich weiss wovon ich rede, denn ich bin gerade da!
"....wird das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion in den Ländern der Euro-Zone mittlerweile für beherrschbar gehalten"
1) Warum nicht gleich so und die von verschiedenen Professoren, u.a. Prof. Hankel geforderte Lösung befolgen?
2) Wie hätte die Nachricht wohl gelautet, wenn der bedingungslose ESM unter Immunität der Verantwortlichen jetzt "Volle Power" laufen würde?
3) Das ist ein deutliches Signal an das Verfassungsgericht,
die Beschwörer über angebliche Alternativlosigkeit und "unabsehbare" Folgen auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu beurteilen, denn offensichtlich gibt es ganz REALE Alternativen.
Der ESM wurde aber nicht im Selbstlauf gestoppt
www.verfassungsbeschwerde.eu
Hintergründe
http://www.freitag.de/aut...
...sind die mittlerweile wieder annähernd da wo sie vorher waren. Ich weiss wovon ich rede, denn ich bin gerade da!
"....wird das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion in den Ländern der Euro-Zone mittlerweile für beherrschbar gehalten"
1) Warum nicht gleich so und die von verschiedenen Professoren, u.a. Prof. Hankel geforderte Lösung befolgen?
2) Wie hätte die Nachricht wohl gelautet, wenn der bedingungslose ESM unter Immunität der Verantwortlichen jetzt "Volle Power" laufen würde?
3) Das ist ein deutliches Signal an das Verfassungsgericht,
die Beschwörer über angebliche Alternativlosigkeit und "unabsehbare" Folgen auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu beurteilen, denn offensichtlich gibt es ganz REALE Alternativen.
Der ESM wurde aber nicht im Selbstlauf gestoppt
www.verfassungsbeschwerde.eu
Hintergründe
http://www.freitag.de/aut...
Also jetzt werden einige DInge auch für uns endlich ins Bewusstsein gerückt, zB dass der ESM gar nicht Griechenland dient, sondern den Ländern Griechenland 2, Griechenland 3, usw. (Spanien, Italien = Banken).
Das Chaos ist insofern eklatant, dass man gar nicht mehr durchblickt.
Der IWF setzt Signale, das ist klar. Was bedeutet es? Griechenland wird fallen gelassen. Wieder einmal in dewr Geschichte, wird ein Land dem Zerfall überlassen. Naja, wie in Somalia wird es nicht enden. Aber was erwarten die`? Dass die Geld erfinden um zu sparen´? Das Leben geht dort den bach runter.
Der IWF und alle anderen sind ziemlich engstirnig, achten nur aufs Geld.
Ist das die Welt, in der wir leben? Wer braucht diese Welt?
man Griechenland wirklich eher eine Lösung bieten können.
Man hatte doch nur Angst vor dem Zusammenbruch, jetzt hatte man in Europa ein paar Nächte drüber geschlafen und keine Angst mehr?
Das heisst, wo immer die Entscheider heute etwas entscheiden, sollte man ihre Angst ins Kalkül ziehen.
Ich kam und komme ja oft mit Sondereinsatzkommando. Es wird rgeelmässig in Verbindung gebracht mit Verbrecherjagd. Ich meine das nur als Ironie auf eine Truppe von Leuten, die nicht wissen, wie man das Land führt und die ironie soll sagen: Man muss ihnen das Ruder aus der Hand entreissen, weil sie es freiwillig nicht tun!
Entfernt. Bitte füllen Sie Ihre Kommentare mit Inhalt. Danke, die Redaktion/jz
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