Euro-KriseKrisendiplomatie für die Beruhigung der Märkte

Die Kanzlerin berät mit Italiens Premier Monti, US-Finanzminister Geithner besucht den Amtskollegen Schäuble auf Sylt. Einsatz im Urlaub für den Schutz der Euro-Zone von afp, dpa und reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpräsident Mario Monti Anfang Juli in Rom

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpräsident Mario Monti Anfang Juli in Rom  |  © Alberto Pizzoli/AFP/Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich aus dem Urlaub heraus erneut bemüht, ein beruhigendes Signal in der Schuldenkrise zu senden. Die Kanzlerin telefonierte am Samstag nach Angaben eines Regierungssprechers mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti . Die beiden Regierungschefs seien sich einig, "dass Deutschland und Italien alles tun werden, um die Euro-Zone zu schützen", erklärte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Sonntag.

Beide betonten, dass die Beschlüsse des letzten Euro-Gipfels zur langfristigen Sicherung der Euro-Zone rasch umgesetzt werden müssten. Mit einer fast gleichlautenden gemeinsamen Erklärung hatten sich Merkel und der französische Präsident François Hollande am Freitag zu Wort gemeldet. Zuvor hatte bereits der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi , beteuert, alles für den Erhalt der Gemeinschaftswährung tun zu wollen.

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Laut Der Spiegel will Draghi künftig in Form einer Arbeitsteilung mit dem Euro-Rettungsschirm EFSF auf den Staatsanleihemärkten eingreifen. Danach soll der Luxemburger Fonds den Regierungen die Kreditpapiere direkt abnehmen.

Griechenland beschließt offenbar Sparpaket

Im vom Euro-Ausschluss bedrohten Griechenland verständigte sich die Regierungskoalition Kreisen zufolge weitgehend auf ein neues Sparpaket, um eine Staatspleite abzuwenden. Über den größten Teil der Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro herrsche in der Regierung Einigkeit, hieß es in Athen . Wie aus dem griechischen Finanzministerium verlautete, verschob die Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds ihre Abreise aus Athen. Der Sparplan solle zuerst unter Dach und Fach gebracht werden.

Mit dem Paket reagieren die Griechen auf die wachsende Ungeduld ihrer internationalen Geldgeber und der deutschen Politik. Finanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) schloss weitere Hilfen aus. Der Minister, der am Montag im Urlaub auf Sylt mit seinem US-Kollegen Timothy Geithner über die Schuldenkrise berät, kritisierte die auch durch Wirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ) angeheizte Debatte über einen Euro-Austritt Griechenlands.

Leserkommentare
  1. Wenn die Politik diese naheliegende, gründliche und simple Lösung nicht umsetzt, muss sie uns erklären, warum sie nicht will, dass auch Großbanken insolvent werden dürfen! Ich habe da eine Vermutung.

    Antwort auf "Sehr guter Kommentar"
  2. Schäuble sonnt sich sorglos auf Sylt und lässt hochherrschaftlich die Leute zu sich kommen, und auch die Kanzlerin besucht unbesorgt Bayreuth und Südtirol als ob nichts los wäre. Es sind lediglich die anderen, die besorgt umher reisen, um den Euro noch irgendwie zu retten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Angela Merkel | Wolfgang Schäuble | Philipp Rösler | CDU | FDP | Horst Seehofer
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