NachhaltigkeitMit Öko-Steuern aus der Krise

Umweltschädliches muss teurer werden, sagt Finanzexperte Kai Schlegelmilch. Der ökologische Umbau des Steuersystems könne sogar helfen, einen Weg aus der Krise zu finden.

Braunkohletagebau im brandenburgischen Welzow (Archivbild)

Braunkohletagebau im brandenburgischen Welzow (Archivbild)

ZEIT ONLINE: Der Erdgipfel von Rio hat nichts daran geändert: Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde regenerieren kann. Was müsste passieren, um das zu ändern?

Kai Schlegelmilch: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssten sich ändern, und zwar so, dass Preise künftig die ökologische Wahrheit sagen. Je schädlicher die Herstellung eines Produkts für die Umwelt, desto höher der Preis. Verbraucher und Unternehmen müssten sich so nicht mehr aufwändig über die ökologischen Folgen ihrer Entscheidung informieren, und ökologisch sinnvolle Projekte würden sich rentieren.

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ZEIT ONLINE: Das klingt simpel, aber was bedeutet es praktisch?

Schlegelmilch: Energie aus Kohlekraftwerken müsste verteuert werden, damit sie mehr kostet als Strom aus Erneuerbaren Energien. Auch die Steuern auf Heizöl müssten steigen – Deutschland liegt da im EU-Vergleich im unteren Drittel.

ZEIT ONLINE: Höhere Energiepreise treffen die Armen besonders.

Kai Schlegelmilch
Kai Schlegelmilch

Der Volkswirt und Bankkaufmann ist ehrenamtlicher stellvertretender Vorsitzender des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) und Vizepräsident von Green Budget Europe (GBE). Er war maßgeblich an der Einführung der Ökosteuer in Deutschland beteiligt und hat zahlreiche weitere Staaten bei der Konzipierung und Einführung einer Ökosteuer beraten.

Schlegelmilch: So pauschal kann man das nicht sagen. Hartz-IV-Empfänger zum Beispiel bekommen den Anstieg der Heizkosten in der Regel voll erstattet. Es stimmt, dass höhere Heizölkosten besonders die Bezieher kleiner Einkommen treffen; aber die Luftverkehrsteuer zahlen vor allem wohlhabende Vielflieger, und auch eine stärkere Besteuerung von Dienstwagen würde die Wohlhabenden deutlich mehr treffen als andere. Höhere Kraftstoffsteuern wiederum belasten vor allem die Mittelklasse, denn die Armen haben oft gar kein Auto. Aber letztlich hat jeder die Wahl, zu entscheiden, ob er vermeiden oder lieber zahlen will. Daher verträgt sich eine Ökosteuer so gut mit der Marktwirtschaft und der grundsätzlich freien Wahl der Konsumenten.

Zentrales Ziel ist es, die Abhängigkeit der Unternehmen und Konsumenten von den stark steigenden Energiepreisen zu verringern. Denn weder Wind noch Sonne schicken Rechnungen. Die Nation, die also zuerst vollkommen auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gesetzt hat, wird also die Nase vorne haben. So werden Arbeitsplätze geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht.

ZEIT ONLINE: Was muss noch passieren?

Schlegelmilch: Ganz allgemein: Wir müssen klimaschädliche Subventionen abschaffen, fossile Energien verteuern und so Effizienz und Erneuerbare fördern. Einige ökologisch wirksame Steuern und Abgaben haben wir bereits, etwa die Ökosteuer, die Luftverkehr- und die Kernbrennstoffsteuer, oder die Lkw-Maut. Als nächstes steht die Reform der Dienstwagenbesteuerung, aber auch die des Spitzenausgleichs der Ökosteuer an...

ZEIT ONLINE: … letzterer regelt, dass energieintensive Unternehmen die Ökosteuer nur bis zu einem gewissen Höchstbetrag zahlen müssen...

Schlegelmilch: Die EU-Kommission hat diese Ausnahmeregel nur bis zum Ende des Jahres genehmigt. Vermutlich wird sie auch danach bestehen bleiben, aber dann müssen sich die Unternehmen im Gegenzug verpflichten, in ihren Betrieben nach Energiesparmöglichkeiten zu suchen und diese auch umzusetzen. Entscheidend ist: Die Firmen wissen, dass die Politik weiter in diese Richtung gehen wird; das gibt ihnen Impulse, jetzt schon ökologisch zu investieren. Die Rahmenbedingungen müssen langfristig verlässlich sein. Darauf kommt es ganz besonders an.

ZEIT ONLINE: Ist die Richtung der Regierung tatsächlich eindeutig? Zuletzt fiel die Koalition vor allem dadurch auf, dass Wirtschafts- und Umweltministerium sich um die Energiepolitik stritten.

Schlegelmilch: Im Fall des Spitzenausgleichs kommt Druck von Seiten der EU-Kommission, da ist die Richtung klar. Was die Energiewende betrifft: Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird der Widerstand. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Ausbau der Erneuerbaren und der Stromnetze schnell vorangetrieben wird. Aber auch die Gebäudeisolierung als zentraler Baustein einer Effizienzpolitik muss endlich steuerlich gefördert werden. Zusammen mit höheren Heizstoffsteuern und dem Gebäudesanierungsprogramm kommt noch mehr Bewegung in den Markt.

ZEIT ONLINE: Auch innerhalb der Europäischen Union sind sich die Mitgliedsstaaten nicht einig.

Schlegelmilch: Nur teilweise. Es gibt Dissens über die Verschärfung des Klimaziels. Deutschland ist sehr klar dafür; das einzige Land, das blockiert, ist Polen. Aber der 20-20-20-Beschluss, der unter deutscher Präsidentschaft 2007 gefasst wurde, …

ZEIT ONLINE: ...das Ziel, den Anteil der Erneuerbaren an der Energieerzeugung bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern, die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen und die Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent zu senken...

Schlegelmilch: Das wird umgesetzt, und die EU-Kommission überprüft regelmäßig, ob die Mitgliedsländer im Plan sind. Was im Moment allerdings nicht gut läuft, ist der Emissionshandel. Der Preis der Zertifikate ist im Keller, deshalb setzt der Emissionshandel keine ausreichenden Anreize für ökologische Investitionen. Würde man die Klimaziele verschärfen, wie es Deutschland fordert, würde sich das ändern.

Ich hoffe, dass es hier im Laufe des Jahres eine Einigung geben wird, damit die Wirtschaft wieder verlässliche Rahmenbedingungen hat. Wenn es um Entscheidungen über die Energie- und CO2-Besteuerung geht, müsste das Prinzip der Einstimmigkeit abgeschafft werden, damit hier stärkere Anreize durchgesetzt werden können und nicht ein einzelner Staat durch sein Veto die Klimaschutzziele der EU gefährdet. Das ist heute nicht mehr akzeptabel.

ZEIT ONLINE: Vertreiben wir nicht trotzdem Wertschöpfung aus Deutschland, oder Europa, wenn wir Energie verteuern?

Schlegelmilch: Dass Unternehmen ihre Produktion verlagern, ist ganz normal – und ebenso normal ist es, dass Unternehmen wieder zurück nach Deutschland kommen. So sind einige der Firmen, die in den neunziger Jahren nach Osteuropa oder China gingen, inzwischen wieder hier. Sie haben gemerkt, dass anderswo zwar die Lohnkosten niedriger sein mögen, aber der Vorteil durch eine fehlende Infrastruktur, verkrustete Bürokratie oder staatliche Willkür wieder zunichte gemacht wird.

ZEIT ONLINE: Dennoch: Wie viel kostet uns der ökologische Umbau der Wirtschaft?

Schlegelmilch: Das kommt darauf an, wie schnell die Politik ihn vorantreibt. Je eiliger man vorangeht, desto mehr volkswirtschaftliches Kapital wird durch den Umbau entwertet. Alte Kühlschränke oder Autos zum Beispiel, die dann nicht mehr lohnend zu betreiben sind und vor der Zeit ausgetauscht werden müssen, ebenso wenig wie unmoderne Kraftwerke oder Industrieanlagen. Allerdings müssen wir auch immer die Kosten des Klimawandels durch Krankheiten, Stürme, Versteppung und steigenden Meeresspiegel sehen. Der Klimawandel verursacht wesentlich höhere Kosten als durch den Umbau der Wirtschaft entstehen.

Wenn die Politik aber auf einen Umbau durch Re-Investitionen setzt, wenn also primär das erneuert wird, was praktisch abgeschrieben ist und ausgetauscht werden muss, dann entstehen daraus volkswirtschaftlicher und sozialer Nutzen, weil wir so hohe Kosten durch ständig teurere Energieimporte einsparen. Das wäre aus meiner Sicht der optimale Weg. Nur er ermöglicht einen breiten gesellschaftlichen Konsens.

ZEIT ONLINE: Kann sich der Staat den Umbau in der Krise überhaupt leisten?

Schlegelmilch: Eine Ökologische Finanzreform könnte sogar dazu beitragen, den Weg aus der Krise zu finden. Es wird Steuererhöhungen geben, so oder so, denn allein mit Ausgabensenkungen lassen sich die Staatshaushalte nicht sanieren. Die entscheidende Frage ist: Welche Steuern erhöhen wir, wenn wir vermeiden wollen, dadurch das Wachstum abzuwürgen? Welche zusätzlichen Steuern würden der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft am wenigsten schaden? Wir haben das gerade untersucht und unser Ergebnis ist eindeutig: Höhere Steuern auf Energie und Emissionen haben weniger negativen Einfluss auf das Wachstum insgesamt als höhere Mehrwert- oder Einkommensteuern.

 
Leserkommentare
    • oiso
    • 10.07.2012 um 12:21 Uhr

    "Es stimmt, dass höhere Heizölkosten besonders die Bezieher kleiner Einkommen treffen; aber die Luftverkehrsteuer zahlen vor allem wohlhabende Vielflieger, und auch eine stärkere Besteuerung von Dienstwagen würde die Wohlhabenden deutlich mehr treffen als andere."

    Wie kann man bitte die Kürzungen des realen Einkommens von (sehr) gering verdienenden Menschen damit rechtfertigen, dass die reicheren mehr abzugeben haben?!

    Alleine dass die Überschrift schon "öko steuern" und das wort "krise" enthält, lässt den wahren Grund erahnen, warum denn überhaupt soetwas eingeführt wird. Nicht weil den Politikern die Umwelt so sehr am Herzen liegt. Wenn es so wäre hätten sie schon LÄNGST ganz andere Maßnahmen ergriffen, schon vor jahren. Nein. Es geht einzig allein darum, den Bürger noch mehr zu besteuern unm die steigenden Zinsen auf geliehenes Geld zurück zu zahlen und noch mehr Schulden aufnehmen zu können.

    Staat. Du bist am Ende.

    4 Leserempfehlungen
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    Eine Steuer auf Heizöl ist nicht nur unsozial sondern macht bei der Momentanen Rechtslage keinen Sinn.

    Die Steuer sollte bewirken, dass in bessere Dämmung und effizientere Heizungen investiert wird, diese Investitionen aber sind Sache des Vermieters.

    Der Mietmarkt in Städten wie München oder Hamburg ist so leergefegt, dass ein Mieter nicht die Wahl hat eine Wohnung wegen zu hoher Heizkostzen abzulehnen und dadurch Druck auf Vermieter zu erzeugen in Energieefizienz zu investieren.

    Ein Ökosteuer für Ölheizungen muss also da ansetzen wo auch der Investitionsanreiz geschaffen werden kann beim vermieter. Mieteinnahmen sollten daher nach Umweltstandard des Hauses besteuert werden, nicht die Heizkosten.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:24 Uhr

    "Wie kann man bitte die Kürzungen des realen Einkommens von (sehr) gering verdienenden Menschen damit rechtfertigen, dass die reicheren mehr abzugeben haben?!"

    Wie wohl? Die Alternative ist ja nicht, keine Steuern zu erheben sondern Andere.
    Wenn Sie die Einkommensverteilung verändern möchten, erhöhen Sie halt Sozialleistungen und Freibeträge. Aus Verteilungsgründen billige Energie zu wollen, verursacht gewaltige Kollateralschägen (falsche Anreize im Verhältnis der Güterpreise) und bringt wenig Verteilungswirkung.

    Der geschilderte Zustand, dass es für manche Leute in Portmonaie keinen Unterschied macht, wieviel Heizkosten sie verursachen, ist an sich ein Skandal. Hier müssen wir weg von Kostenübernahmen und hin zu Pauschalen. Schließlich ist es ökologisch wie ökonomisch besser, wenn ein Harz4-Empfänger beim Heizen spart und von dem Geld lieber zum Friseur geht (bloß sollte er die Ersparnis eben behalten dürfen - sonst bestehtkein finanzieller Anreiz).

    Eine Steuer auf Heizöl ist nicht nur unsozial sondern macht bei der Momentanen Rechtslage keinen Sinn.

    Die Steuer sollte bewirken, dass in bessere Dämmung und effizientere Heizungen investiert wird, diese Investitionen aber sind Sache des Vermieters.

    Der Mietmarkt in Städten wie München oder Hamburg ist so leergefegt, dass ein Mieter nicht die Wahl hat eine Wohnung wegen zu hoher Heizkostzen abzulehnen und dadurch Druck auf Vermieter zu erzeugen in Energieefizienz zu investieren.

    Ein Ökosteuer für Ölheizungen muss also da ansetzen wo auch der Investitionsanreiz geschaffen werden kann beim vermieter. Mieteinnahmen sollten daher nach Umweltstandard des Hauses besteuert werden, nicht die Heizkosten.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:24 Uhr

    "Wie kann man bitte die Kürzungen des realen Einkommens von (sehr) gering verdienenden Menschen damit rechtfertigen, dass die reicheren mehr abzugeben haben?!"

    Wie wohl? Die Alternative ist ja nicht, keine Steuern zu erheben sondern Andere.
    Wenn Sie die Einkommensverteilung verändern möchten, erhöhen Sie halt Sozialleistungen und Freibeträge. Aus Verteilungsgründen billige Energie zu wollen, verursacht gewaltige Kollateralschägen (falsche Anreize im Verhältnis der Güterpreise) und bringt wenig Verteilungswirkung.

    Der geschilderte Zustand, dass es für manche Leute in Portmonaie keinen Unterschied macht, wieviel Heizkosten sie verursachen, ist an sich ein Skandal. Hier müssen wir weg von Kostenübernahmen und hin zu Pauschalen. Schließlich ist es ökologisch wie ökonomisch besser, wenn ein Harz4-Empfänger beim Heizen spart und von dem Geld lieber zum Friseur geht (bloß sollte er die Ersparnis eben behalten dürfen - sonst bestehtkein finanzieller Anreiz).

  1. ...vorallem Emissionen würden nur funktionieren wenn sie auch auf Importwaren aufgeschlagen würden.
    In Asien/Afrika/Amerika die Umwelt verpesten um dann Produkte billig zu importieren lohnt sich ja geradezu, da kann eine Ökosteuer in Deutschland oder von mir aus der ganzen EU nicht viel ändern.
    Wenn es sich rechnet Waren in Europa umweltschonender herzustellen weil auch Steuern auf Umweltverschmutzung ausserhalb der EU fällig werden liese sich zumindest darüber reden.
    Immerhin ist Europa der weltgrößte Markt, da sollte man mal "cojónes" haben.

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    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:27 Uhr

    "Wenn es sich rechnet Waren in Europa umweltschonender herzustellen weil auch Steuern auf Umweltverschmutzung ausserhalb der EU fällig werden liese sich zumindest darüber reden."

    Genau das lässt sich über Einfuhrzölle realisieren. Damit schafft man auch gleich Anreize für andere Regierungen, sich europäischen Umweltstandards anzunähern, weil dann die Reduzierung der Zölle lockt.

    Wettbewerbsvorteile, die dadurch entstehen, dass anderswo besonders schmutzig produziert werden darf, gehören an der Grenze wieder eingesammelt.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:27 Uhr

    "Wenn es sich rechnet Waren in Europa umweltschonender herzustellen weil auch Steuern auf Umweltverschmutzung ausserhalb der EU fällig werden liese sich zumindest darüber reden."

    Genau das lässt sich über Einfuhrzölle realisieren. Damit schafft man auch gleich Anreize für andere Regierungen, sich europäischen Umweltstandards anzunähern, weil dann die Reduzierung der Zölle lockt.

    Wettbewerbsvorteile, die dadurch entstehen, dass anderswo besonders schmutzig produziert werden darf, gehören an der Grenze wieder eingesammelt.

    • Bornie
    • 10.07.2012 um 12:48 Uhr

    Das ist mal eine kluge Lösung... Wen ich mir das so recht überlege geradezu genial. Wir erhöhen die Steuern solange bis sich keiner mehr traut zu heizen oder ein Auto zu fahren. Die Folge: Wir können wieder heizen weil ja Hartz 4 Empfänger dafür zuschüsse bekommen. Genial!

    Eine Leserempfehlung
  2. Es stimmt schon, ein Jeder, der nicht gerade am öffentlichen Verkehrsnetz einer Großstadt wohnt (welches auch völlig überlastet wäre wenn keiner mehr Auto fährt), sich völlig frei überlegen kann ob er mehr bezahlt um zur Arbeit zu kommen oder lieber darauf verzichtet und sich seinen Unterhalt aus der Harz-Kasse spendieren lässt.

    Ebenso absurd ist das Argument, nach welchem Ökosteuern all unsere Probleme lösen. Letztendlich sollen diese höheren Steuern ja den Bürger zum Sparen anregen und gleichzeitig mehr Geld in die Kassen spülen. Abgesehen davon, daß so Geld vom Binnenmarkt abgezogen wird, funktioniert auch nur eins von Beidem. Entweder das Volk spart nicht und generiert somit mehr Einnahmen beim Staat, oder es verbraucht weniger, womit die Steuereinnahmen bestenfalls gleich bleiben. Die Umwelt und den Staatshaushalt mit einer gemeinsamen Steuer retten funktioniert einfach nicht.

    Sehr volksnah klingt auch die Dämmung von Wohnraum vorranzutreiben, damit man die eingesparten Heizkosten höher besteuern kann. Die Investition soll sich also nicht armortisieren, sondern ist notwendig, damit man sich die höheren Steuern überhaupt leisten kann.

    Applaus für diese Phrasendrescherei des Herrn Schlegelmilch.

    7 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:34 Uhr

    Was Sie schreiben stimmt hinten und vorne nicht:

    "Es stimmt schon, ein Jeder, der nicht gerade am öffentlichen Verkehrsnetz einer Großstadt wohnt (welches auch völlig überlastet wäre wenn keiner mehr Auto
    fährt),"

    Unfug! Auf dem innerstädtischen Raum, den der Autoverkehr einnimmt, können Sie sehr viel mehr Leute mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern transportieren.

    "sich völlig frei überlegen kann ob er mehr bezahlt um zur Arbeit zu kommen oder lieber darauf verzichtet und sich seinen Unterhalt aus der Harz-Kasse spendieren lässt."

    Als ob es öffentlichen Verkehr nur in Großstädten gäbe...
    Ganz davon abgesehen, dass man vielfach auch Rad fahren kann und die Wohnortwahl ja auch freigestellt ist.

    "Abgesehen davon, daß so Geld vom Binnenmarkt abgezogen wird, funktioniert auch nur eins von Beidem."

    Nein. Wenn sich Konsum von importieren Rohstoffen zu lokaler Wertschöpfung verlagert, bleibt bei gleichem Steueranteil sogar mehr Geld auf'm Binnenmarkt.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:34 Uhr

    Was Sie schreiben stimmt hinten und vorne nicht:

    "Es stimmt schon, ein Jeder, der nicht gerade am öffentlichen Verkehrsnetz einer Großstadt wohnt (welches auch völlig überlastet wäre wenn keiner mehr Auto
    fährt),"

    Unfug! Auf dem innerstädtischen Raum, den der Autoverkehr einnimmt, können Sie sehr viel mehr Leute mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern transportieren.

    "sich völlig frei überlegen kann ob er mehr bezahlt um zur Arbeit zu kommen oder lieber darauf verzichtet und sich seinen Unterhalt aus der Harz-Kasse spendieren lässt."

    Als ob es öffentlichen Verkehr nur in Großstädten gäbe...
    Ganz davon abgesehen, dass man vielfach auch Rad fahren kann und die Wohnortwahl ja auch freigestellt ist.

    "Abgesehen davon, daß so Geld vom Binnenmarkt abgezogen wird, funktioniert auch nur eins von Beidem."

    Nein. Wenn sich Konsum von importieren Rohstoffen zu lokaler Wertschöpfung verlagert, bleibt bei gleichem Steueranteil sogar mehr Geld auf'm Binnenmarkt.

  3. nur die externalisierten kosten mitzahlen lassen
    jeder lieter benzin oder heitzöl mit seinem anteil an den kosten für luftverschmutzungsbedingte atemwegserkrankungen, oder gebäudesanierungen plus bearbeitungsgebühr
    eigentlich noch zu prognostizierende folgekosten (extremwetterlagen wg klimawandel)
    das gäbe eine ordentliche berechnungsgrundlage
    und einen echten fortschritt für nichtfossile energieerzeugung

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    Die externen Klima und Gesundheitskosten sind locker mit der Mineralölsteuer abgedeckt. Das ergeben sogar Gutachten im Auftrag der Bahnlobby...

    Die externen Klima und Gesundheitskosten sind locker mit der Mineralölsteuer abgedeckt. Das ergeben sogar Gutachten im Auftrag der Bahnlobby...

  4. Eine Steuer auf Heizöl ist nicht nur unsozial sondern macht bei der Momentanen Rechtslage keinen Sinn.

    Die Steuer sollte bewirken, dass in bessere Dämmung und effizientere Heizungen investiert wird, diese Investitionen aber sind Sache des Vermieters.

    Der Mietmarkt in Städten wie München oder Hamburg ist so leergefegt, dass ein Mieter nicht die Wahl hat eine Wohnung wegen zu hoher Heizkostzen abzulehnen und dadurch Druck auf Vermieter zu erzeugen in Energieefizienz zu investieren.

    Ein Ökosteuer für Ölheizungen muss also da ansetzen wo auch der Investitionsanreiz geschaffen werden kann beim vermieter. Mieteinnahmen sollten daher nach Umweltstandard des Hauses besteuert werden, nicht die Heizkosten.

    2 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:36 Uhr

    "Der Mietmarkt in Städten wie München oder Hamburg ist so leergefegt, dass ein Mieter nicht die Wahl hat eine Wohnung wegen zu hoher Heizkostzen abzulehnen und dadurch Druck auf Vermieter zu erzeugen in Energieefizienz zu investieren."

    Das passt so nicht. Der Anreiz für den Vermieter besteht ja gerade darin, dass er dem Mieter bei gleicher Gesamtbelastung (dem Mieter ist es ja egal, wofür er bezahlt) eine höhere Kaltmiete aufdrücken kann.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:36 Uhr

    "Der Mietmarkt in Städten wie München oder Hamburg ist so leergefegt, dass ein Mieter nicht die Wahl hat eine Wohnung wegen zu hoher Heizkostzen abzulehnen und dadurch Druck auf Vermieter zu erzeugen in Energieefizienz zu investieren."

    Das passt so nicht. Der Anreiz für den Vermieter besteht ja gerade darin, dass er dem Mieter bei gleicher Gesamtbelastung (dem Mieter ist es ja egal, wofür er bezahlt) eine höhere Kaltmiete aufdrücken kann.

  5. ...Strom der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, müsste dem Verbraucher demnach kostenlos angeboten werden, "denn weder Wind noch Sonne schicken Rechnungen"!
    Sollte die Idee von Hr. Schlegelmilch aufgegriffen werden, werden den Ökostromanbietern wohl die Türen eingerannt.

    • GDH
    • 10.07.2012 um 13:24 Uhr

    "Wie kann man bitte die Kürzungen des realen Einkommens von (sehr) gering verdienenden Menschen damit rechtfertigen, dass die reicheren mehr abzugeben haben?!"

    Wie wohl? Die Alternative ist ja nicht, keine Steuern zu erheben sondern Andere.
    Wenn Sie die Einkommensverteilung verändern möchten, erhöhen Sie halt Sozialleistungen und Freibeträge. Aus Verteilungsgründen billige Energie zu wollen, verursacht gewaltige Kollateralschägen (falsche Anreize im Verhältnis der Güterpreise) und bringt wenig Verteilungswirkung.

    Der geschilderte Zustand, dass es für manche Leute in Portmonaie keinen Unterschied macht, wieviel Heizkosten sie verursachen, ist an sich ein Skandal. Hier müssen wir weg von Kostenübernahmen und hin zu Pauschalen. Schließlich ist es ökologisch wie ökonomisch besser, wenn ein Harz4-Empfänger beim Heizen spart und von dem Geld lieber zum Friseur geht (bloß sollte er die Ersparnis eben behalten dürfen - sonst bestehtkein finanzieller Anreiz).

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    "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können“
    ...
    Heizkosten: Finanzsenator empfiehlt warmen Pulli - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/polit...

    diese Diskussion ist wie alles was von Thilo Sarrazin kommt nicht hilfreich.

    Wichtig ist, dass Steuern anreize für mehr Nachhaltigkeit schaffen. Hartz 4 Empfänger sind bestimmt nicht für unseren miesen CO2 Fußabdruck verantwortlich.

    Die wohnen nicht in 200qm Wohnungen und fahren auch keinen X6.

    "Sparanreize" für Hartz4 Empfänger zu fordern ist wie von Hungernden zu fordern mit weniger essen auszukommen, populistisch, verlogen und zynisch

    "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können“
    ...
    Heizkosten: Finanzsenator empfiehlt warmen Pulli - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/polit...

    diese Diskussion ist wie alles was von Thilo Sarrazin kommt nicht hilfreich.

    Wichtig ist, dass Steuern anreize für mehr Nachhaltigkeit schaffen. Hartz 4 Empfänger sind bestimmt nicht für unseren miesen CO2 Fußabdruck verantwortlich.

    Die wohnen nicht in 200qm Wohnungen und fahren auch keinen X6.

    "Sparanreize" für Hartz4 Empfänger zu fordern ist wie von Hungernden zu fordern mit weniger essen auszukommen, populistisch, verlogen und zynisch

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