Peter Altmaier: Der Beziehungspolitiker
Sechs Wochen ist der Umweltminister im Amt und kann eine stolze Bilanz vorweisen. Seine Methode: zuhören, reden, zuhören. Und unermüdlich Beziehungen knüpfen.
© Thomas Peter/Reuters

Umweltminister Peter Altmaier
Peter Altmaier ist gute sieben Stunden unterwegs, als er sich im Bordbistro des ICE von Hannover nach Frankfurt am Main ein Gähnen genehmigt. "Ich leg mich jetzt gleich auf den Boden", kündigt er an und lässt es dann doch lieber.
Der Bundesumweltminister absolvierte am Dienstag seine Antrittsbesuche in Niedersachsen und in Hessen. Um 5 Uhr 38 hat die Tour am Berliner Hauptbahnhof begonnen. Nun tritt er die zweite Etappe an. Altmaier seufzt und sagt: "Meine Wohnung ist unordentlich. Ich werde eine Nachtschicht einlegen müssen." Denn einen Tag später will er dort die Landesumweltminister zu Wein und Bier empfangen, "um sie besser kennen zu lernen". Altmaiers Charlottenburger Wohnung ist so etwas wie seine schärfste politische Waffe.
Bis vor sechs Wochen stellte sich 58-jährige Saarländer häufig in seine Küche, um die Laune der Gäste zu heben und sie umzustimmen. Oft waren das widerspenstige Mitglieder der CDU-CSU-Fraktion, deren politischer Geschäftsführer er bis vor kurzem gewesen ist. Doch seit sechs Wochen hat Peter Altmaier keine Zeit mehr, um zu kochen. Seither ist er Umweltminister und legt ein Tempo vor, das mittlerweile an ihm zu zehren beginnt. "Ich habe ewig nicht mehr richtig ausgeschlafen", sagt er und grinst dabei.
Kommunikation ist ihm wichtig
Dabei hat er keinen Witz gemacht, sondern gerade gestanden, dass er vor ein paar Tagen weit unter seinen eigenen Ansprüchen an sich selbst bleiben musste. Kürzlich hatte er zwei seiner Vorgänger im Amt, den grünen Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin und den SPD-Chef Sigmar Gabriel, eingeladen, um einen Kompromiss für das seit Monaten diskutierte Endlagersuchgesetz auszuloten. Statt Cuisine à la Altmaier aber gab es "Wraps von Butter-Lindner". Altmaier murmelt "schrecklich". Und es ist unklar, ob er das Essen oder das offenbar nicht hinreichende Ergebnis des Gesprächs meint. Denn der entscheidende Termin mit den Ministerpräsidenten der Länder hat nun doch nicht schon am Mittwoch stattgefunden, wie er sich dasvorgestellt hatte.
Peter Altmaier ist ein Beziehungspolitiker. Nichts ist ihm wichtiger als Kommunikation. Er redet, twittert, hört zu. Er ist überzeugt, dass die Basis für Kompromisse in der Politik auf der persönlichen Ebene gelegt wird. Deshalb ist er seit sechs Wochen unermüdlich dabei, Leute kennen zu lernen und die, die er schon seit Jahren oder Jahrzehnten kennt, in seiner neuen Funktion zu besuchen.
An diesem Tag ist das zunächst der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister von der CDU, der Altmaier höchstpersönlich mit einer Tüte Gebäck und ohne Schlips vom Bahnhof abholt. Altmaier besucht die Eon-Netzwarte in Lehrte und dann das Kabinett in Hannover. Die Pressekonferenz von McAllister, seinem Umweltminister Stefan Birkner und Altmaier findet im Foyer des Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung statt. Die Villa ist prachtvoll, Holz, Marmor, dicker Teppichboden.




muss nur auf seine Umfragewerte achten, sonst ist er schneller als man schauen kann gemerkelt.
.....aber: "Niedersachsen ist ein Prämiumpartner der Bundesregierung bei der Umsetzung der Energiewende."
Welche Prämien werden denn da gezahlt? :)
geführten Ländern (Hessen, Niedersachsen) die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden muß, um auch nur den Ansatz von Energiewende zu schaffen, ganz abgesehen von sonstigem Einsatz für ökologisch Nachhaltiges.
geführten Ländern (Hessen, Niedersachsen) die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden muß, um auch nur den Ansatz von Energiewende zu schaffen, ganz abgesehen von sonstigem Einsatz für ökologisch Nachhaltiges.
Einsatz; der ist bestimmt stressig und ermüdend; aber: Muß in diesem Ministerium immer noch bei Adam und Eva angefangen werden? Sonst bleibt mir die Aussage in der Überschrift über eine stolze Bilanz schleierhaft.
geführten Ländern (Hessen, Niedersachsen) die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden muß, um auch nur den Ansatz von Energiewende zu schaffen, ganz abgesehen von sonstigem Einsatz für ökologisch Nachhaltiges.
- Wenn einem Minister nach sechs Wochen noch keine abgeschriebene Doktorarbeit, oder Geklüngel mit der Wirtschaft nachgesagt werden kann.
- Wenn er einfach so etwas wie seinen Job macht
Dann muss das dann in der Zeit bejubelt werden? Stolze Bilanz?
Ich finde man kann durchaus erwähnen, wenn jemand einfach nur seinen Job macht. Es gibt genug Gelegenheit negativ aufzufallen. Wenn jemand alle diese Gelegenheiten erfolgreich auslässt, dann bin ich zufrieden. Wunder dauern bekanntlich etwas länger.
Ich finde man kann durchaus erwähnen, wenn jemand einfach nur seinen Job macht. Es gibt genug Gelegenheit negativ aufzufallen. Wenn jemand alle diese Gelegenheiten erfolgreich auslässt, dann bin ich zufrieden. Wunder dauern bekanntlich etwas länger.
Socializer wie Altmaier sind wunderbar geeignet, um als Eisbrecher, als Türöffner, als Stimmungsaufheller tätig zu werden.
Als Entscheider taugen sie nur bedingt, da ihre Entscheidungen den Drall haben, es allen Recht machen zu wollen. Was meist gar nicht anders sein kann, da sie nahezu zwanghaft der Lebensmaxime folgen, von anderen "gemocht zu werden". Eine Maxime, die häufig sehr fest in der Persönlichkeitsstruktur des Socializers verankert ist und seit vielen Jahren narzisstisch gepflegt wird.
Die Entscheidungen, Lösungen selbst fallen meist entsprechend vage und oberflächlich aus und helfen somit keinem Beteiligten richtig weiter. Lediglich der Socializer hat sein Ziel erreicht. Er bleibt beliebt und hilft auch bei den später folgenden Trauerarbeiten kräftig mit. An ihn wird sich später jeder gerne erinnern.
Ich finde man kann durchaus erwähnen, wenn jemand einfach nur seinen Job macht. Es gibt genug Gelegenheit negativ aufzufallen. Wenn jemand alle diese Gelegenheiten erfolgreich auslässt, dann bin ich zufrieden. Wunder dauern bekanntlich etwas länger.
... wie vielleicht auch bereits bei der FAZ (vgl. http://www.faz.net/aktuel...)?
Als wenn politische Entwicklungen nach sechs Wochen beurteilt werden könnten. Man sollte den Herren schon etwas mehr Zeit geben, denn für "Schön Wetter" sollen sie eigentlich nicht bezahlt werden.
(*fragt sicht allerdings für welches Lager)
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