Krisenmanager: IWF-Chefin Christine Lagarde, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (von links) beim EU-Gipfel im März in Brüssel © Francois Lenoir/Reuters

Nach Deutschland hat die Ratingagentur Moody's nun auch den Ausblick für einzelne Bundesländer und den Euro-Rettungsschirms EFSF gesenkt. Zur Begründung verwies Moody's auf ähnliche Schritte bei Deutschland , den Niederlanden und Luxemburg , die zu den Hauptzahlern des Rettungsschirms gehören. Zwar ließ die Ratingagentur auch dem EFSF die Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit. Allerdings ist ein negativer Ausblick der erste mögliche Schritt für eine Abwertung.

Moody's warnte, der Fonds könnte seine Bestnote innerhalb der kommenden zwölf bis 18 Monate verlieren . Dies wäre vor allem der Fall, wenn den wichtigsten Bürgen ebenfalls ihre Topnote entzogen würde. Für die Entscheidung, die Aussichten unter anderem für Deutschland auf "negativ" zu setzen, hatte die US-Ratingagentur die "wachsende Unsicherheit" über den Ausgang der Euro-Krise angeführt.

Der EFSF wurde im Frühsommer 2010 geschaffen. Er soll kriselnde Euro-Länder mit Krediten versorgen, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu untragbar hohen Zinsen Geld bekommen. Moody's und die Ratingagentur Fitch bewerten den EFSF mit AAA, Konkurrent Standard & Poor's mit AA+. Zuletzt hatte der EFSF sich ohne Probleme an den Finanzmärkten refinanzieren können und für seine Anleihen sogar noch Geld von den Investoren bekommen .

Von Bayern bis Sachsen-Anhalt

In Folge der Herabsetzung Deutschlands senkte Moody's zudem den Ausblick der deutschen Bundesländer Baden-Württemberg , Bayern , Berlin , Brandenburg , Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt von stabil auf negativ. Auch die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), die Teile der gestrauchelten WestLB abwickelt, könnte im Verbund mit Nordrhein-Westfalen herabgestuft werden.

Die genannten Bundesländer besitzen sehr gute Ratings, Bayern und Baden-Württemberg sogar die Bestnote AAA, wie die Bundesrepublik als Ganzes. Die Überprüfung der Länderratings erfolgt, weil Bund und Länder eng verflochten sind, und im Notfall für einander einstehen.

Bofinger teilt Moody's Einschätzung nicht

Ein schlechteres Rating kann bedeuten, dass für die Aufnahme von frischem Geld höhere Zinsen fällig werden. Denn Gläubiger müssen davon ausgehen, dass ihr Geld weniger sicher ist. Eine Abstufung ist mindestens aber ein Imageschaden.

Deutschland wird nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger trotzdem ein sicherer Hafen für Kapitalanleger sein. "Die Bonität der Bundesrepublik Deutschland wird so hoch geschätzt wie noch nie seit ihrer Gründung. Mehr Vertrauen geht nicht", sagte Bofinger. Die von der US-Ratingagentur Moody's festgestellten negativen Aussichten seien für ihn Schwarzmalerei.