Rating-Agentur: Moody’s stellt Deutschlands Spitzenbonität infrage
Die Rating-Agentur Moody's senkt den Ausblick auf die Zahlungsfähigkeit Deutschlands von stabil auf negativ. Grund sei die steigende Unsicherheit in der Euro-Krise.
© Sean Gallup/GettyImages

Neuwagen von Audi und Volkswagen vor dem Export im Hafen von Emden
Die Rating-Agentur Moody's will die Spitzenratings von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg untersuchen. Sie setzte den Ausblick für alle drei Länder von stabil auf negativ. Das bedeutet, dass eine Herabstufung drohen könnte. Bislang haben die Staaten eine stabile Bestnote von Aaa. Dagegen sieht Moody's Finnlands Spitzenrating weiterhin ungefährdet.
Als Grund für die Überprüfung der Ratings nannte Moody's die steigende Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenkrise in Europa. Es sei immer wahrscheinlicher, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen müsse, schrieben die Experten der Rating-Agentur. Selbst wenn dies nicht passiere, sei davon auszugehen, dass Länder wie Spanien und Italien weitere Hilfen bräuchten.
Dabei sei davon auszugehen, dass die europäischen Staaten mit einer sehr guten Bonität die neuen Hilfen tragen müssten, führten die Moody's-Analysten weiter aus. Deutschland und die anderen wirtschaftlich starken Länder der Euro-Zone haben die schwächeren Partner bereits finanziell unterstützt.
Bundesfinanzministerium kritisiert Rating-Entscheidung
Das Bundesfinanzministerium kritisierte die Rating-Entscheidung indirekt als einseitig und erklärte, Deutschland sei "weiterhin Stabilitätsanker in der Euro-Zone". Die von der US-Rating-Agentur genannten Risiken in der Euro-Zone seien "nicht neu, wobei die Einschätzung vor allem die kurzfristigen Risiken in den Vordergrund stellt, während längerfristige Stabilisierungsaussichten unerwähnt bleiben". An den internationalen Finanzmärkten sei das Vertrauen in Deutschland hoch.
"Die Euro-Zone hat eine ganze Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Euro-Zone führen werden. Deutschland selbst befindet sich unverändert in einer sehr soliden Wirtschafts- und Finanzsituation", hieß es. Deutschland erwarte ab 2014 einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Die Kapitalisierung des Bankensektors habe sich deutlich verbessert.
"Die Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Deutschland sind solide. Auch an den internationalen Finanzmärkten ist das Vertrauen in Deutschland hoch; dies spiegelt sich in den niedrigen Refinanzierungskosten deutscher Anleihen wider", meldete das Finanzministerium weiter. Die Bundesrepublik werde durch solide Wirtschafts- und Finanzpolitik ihren Status eines sicheren Hafens wahren "und seine Ankerrolle in der Euro-Zone weiterhin verantwortungsvoll ausüben".
Eine Abstufung der Note für die Kreditwürdigkeit kann zu höheren Zinsen bei der Aufnahme neuer Schulden führen. Denn Investoren müssen von einer höheren Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass sie ihr Geld nicht zurückbekommen. Im Falle Deutschlands und der anderen Länder dürfte ein Verlust des Spitzenratings indes in erster Linie einen erheblichen Imageschaden bedeuten.
Auch die führende Rating-Agentur Standard & Poor's hatte Deutschlands Topbonität zwischenzeitlich einer Prüfung unterzogen, die Note letztlich aber nicht angetastet. Dagegen haben die USA ihre Bestnote bei S&P bereits verloren – und können sich dennoch zu sehr niedrigen Zinsen frisches Geld leihen. Ein Grund dafür ist, dass viele Investoren angesichts der Schuldenkrise in Europa nicht wissen, wohin mit ihren Milliarden.







Wem die drei privaten Rating Agenturen gehören und welches Ziel sie verfolgen ist doch klar. Aber die ganze europäische Welt scheint die Urteile der US-Auguren wie gottgegeben zu akzeptieren.
Wenn wir schon sowas brauchen wie eine Ratings Agentur, warum gibt es dann keine europäische ? Vorschläge dazu gab es schon um 1990.
Wenn wir dieser Sozialstaaterei in Europa ein Ende setzen würden, dann wären auch die Staatshaushalte konsolidiert und die Märkte beruhigt.
Ihr Kommentar ist ziemlich oberflächlich. Vielleicht sollten Sie ihn mal überdenken.
Wenn die "Sozialstaaterei" komplett abgeschafft würde, könnten Ihre Konzerne, die saftige Gewinne einfahren, keinen Nagel mehr verkaufen, weil sie eben die Gewinne selbst einstecken und mit niemandem teilen wollen.
Schritt für Schritt würde immer mehr Kapital in immer weniger Hände gleiten und wir hätten früher oder später eine Situation wie in den Entwicklungsländern bzw. wie am Anfang der industriellen Revolution. Arme Massen und stinkreiche Kapitalisten, welche die Massen wie Sklaven halten.
Die Lösung für das augenblickliche Problem ist daher genau das Gegenteil, von dem was Sie schreiben: Die Politik muss für einen effektiven Ausgleich zwischen arm und reich sorgen, dass Geld wieder in Umlauf kommt und nicht bei den Banken und ihren Aktionären verrottet. Durch Steuerpolitik und auch durch verteilen der eingenommenen Steuern an jene, die nichts haben.
Also Sozialstaaterei, wie Sie es hier abfällig nennen.
Wie kommt es dann, dass Finnland, Schweden und Dänemark sehr viel weniger Schulden und vor (und teilweise sogar in) der Krise Überschüsse erwirtschaftet haben, trotz hohen Staatsausgaben, ausgebauten Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystemen? Wieso waren die Schuldenstände seit Jahren Rückläufig?
Wieso sind ihre Volkswirtschaften sehr stabil? Wieso die Arbeitslosenzahlen niedriger? Wieso ist der Lebensstandard soviel höher (Existenzminimum, Löhne usw.) Wieso sind sie die unkorruptesten Länder der Welt? Wieso sind die Arbeitnehmerrechte und Kündigungsschutz so stark, die Sozialabgaben für Arbeitgeber mehr als doppelt so hoch wie für Arbeitnehmer?
Dafür gibt es keine bis kaum Milliardäre und geringe Einkommensunterschiede.
Die Liste kann man ewig weiterführen.
Ihre Wunschvorstellungen, nach der der Sozialstaat angeblich zu teuer sei, prallen leider an der Realität ab.
Ihr Kommentar ist ziemlich oberflächlich. Vielleicht sollten Sie ihn mal überdenken.
Wenn die "Sozialstaaterei" komplett abgeschafft würde, könnten Ihre Konzerne, die saftige Gewinne einfahren, keinen Nagel mehr verkaufen, weil sie eben die Gewinne selbst einstecken und mit niemandem teilen wollen.
Schritt für Schritt würde immer mehr Kapital in immer weniger Hände gleiten und wir hätten früher oder später eine Situation wie in den Entwicklungsländern bzw. wie am Anfang der industriellen Revolution. Arme Massen und stinkreiche Kapitalisten, welche die Massen wie Sklaven halten.
Die Lösung für das augenblickliche Problem ist daher genau das Gegenteil, von dem was Sie schreiben: Die Politik muss für einen effektiven Ausgleich zwischen arm und reich sorgen, dass Geld wieder in Umlauf kommt und nicht bei den Banken und ihren Aktionären verrottet. Durch Steuerpolitik und auch durch verteilen der eingenommenen Steuern an jene, die nichts haben.
Also Sozialstaaterei, wie Sie es hier abfällig nennen.
Wie kommt es dann, dass Finnland, Schweden und Dänemark sehr viel weniger Schulden und vor (und teilweise sogar in) der Krise Überschüsse erwirtschaftet haben, trotz hohen Staatsausgaben, ausgebauten Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystemen? Wieso waren die Schuldenstände seit Jahren Rückläufig?
Wieso sind ihre Volkswirtschaften sehr stabil? Wieso die Arbeitslosenzahlen niedriger? Wieso ist der Lebensstandard soviel höher (Existenzminimum, Löhne usw.) Wieso sind sie die unkorruptesten Länder der Welt? Wieso sind die Arbeitnehmerrechte und Kündigungsschutz so stark, die Sozialabgaben für Arbeitgeber mehr als doppelt so hoch wie für Arbeitnehmer?
Dafür gibt es keine bis kaum Milliardäre und geringe Einkommensunterschiede.
Die Liste kann man ewig weiterführen.
Ihre Wunschvorstellungen, nach der der Sozialstaat angeblich zu teuer sei, prallen leider an der Realität ab.
Die Überschrift ist nicht polemisch gemeint. Sondern das Handeln von Banken und Hedgefonds erfüllt tatsächlich den Tatbestand der organisierten Kriminalität.
Dirk Müller dazu (ab 4:50):
http://www.cashkurs.com/Ajaxvideo.90.0.html?&ajax=1&cHash=7e6cea6a1a&tx_t3blog_pi1[daxBlogList][showUid]=12292
Nur Island behandelt die Bankster entsprechend:
http://www.wirtschaftsfac...
Das neoliberale Krebsgeschwür, die großen Banken, müssen endlich zerschlagen werden, sonst reißen sie die Welt in den Abgrund, wie 1929. Wenn es nicht schon eh zu spät ist.
Wilfried Schmickler zum Thema Gier:
http://www.youtube.com/wa...
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk
Nein, so einfach ist das nicht. Wenn schon, dann wenigstens LEGALISIERTE organisierte Kriminalität. Und wer hat legalisiert? Und wer ist den Rattenfängern des "mehr Geld für weniger Arbeit", des "leichten Lebens bei wenig Verantwortung" nachgelaufen?
Unsere Nase kann nie so lang werden, dass wir uns alle daran fassen könnten wie wir müssten.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk
Nein, so einfach ist das nicht. Wenn schon, dann wenigstens LEGALISIERTE organisierte Kriminalität. Und wer hat legalisiert? Und wer ist den Rattenfängern des "mehr Geld für weniger Arbeit", des "leichten Lebens bei wenig Verantwortung" nachgelaufen?
Unsere Nase kann nie so lang werden, dass wir uns alle daran fassen könnten wie wir müssten.
haben einen "Selbsbedienungs-Kapitalismus" sondersgleichen für sich und ihre Klientel entwickelt. Und die Parteien, die dagegen vorgehen müßten, sind längst Teil dieses Systems !!! Das Ganze wird mit dem Wort "Korruption" zusammengefaßt (siehe letzter Fall: Mappus... da wird dann mal ein bisschen "aufgeräumt"; das ist dann lapidares Mediendeutsch zu einem Riesenskandal und Frau Merkel schweigt sowieso). Was sollen, nein müssen, junge Menschen von so einer Gesellschaft denken ? Kann man solche Entartungen, Verwerfungen und Wucherungen noch reformieren ?
Es würde sich erst was ändern, wenn wirkliche Linke in Griechenland und allen anderen €-Ländern vor den Palästen, den Luxusjachten, den Bankzentralen, den Vorstandszentralen der großen Konzerne, usw. die Polizei aufmarschieren liessen. Dazu müssen sie aber erst mal auf demokratischem Weg an die Regierung, ohne Beteiligung und Zustimmung der Mehrheit des Volkes geht das nicht. Aber es ist notwendig, oder wollen wir im €- Land solange warten, bis ein chinesischer Gouverneur hier das Sagen hat?
Hochmut kommt vor dem Fall, wie man so sagt. Und der Hochmut der Kanzlerin mit ihrer Gurkentruppe (nicht nur die FDP, nein, auch die anderen Koalitionspartner) ist auf dem besten Wege, ins unermessliche zu steigen und den Griechen zu erzählen, wie toll doch Deutschland spart. Dies ist allerdings überhaupt nicht wahr und der soziale Verfall ist auch in Deutschland schon seit ca. 20 Jahren auf dem Wege, dank Klientelpolitik die wider jeglicher Volkswirtschaftlicher Vernunft eisern durchgezogen wird.
Jetzt fängt der soziale Verfall auch in Deutschland an, auf dessen Wirtschaft durchzuschlagen während die "Ratingagenturen" ihre Macht, die Dank des Deutschen Alleingangs gegen die "faulen Südländer" ins unermessliche gestiegen ist, gnadenlos gegen alles und jeden ausspielen, wo Spekulanten etwas zu holen gedenken.
Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland in den Spekulationsstrudel geriet. Und unsere Gurkentruppe hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Aus purer Arroganz bzw., schlimmer, deutscher Ignoranz die seit mehr als 100 Jahren berüchtigt ist und in letzter Zeit ihre übelste Fratze gezeigt hat.
Wenn man mit den anderen zusammenarbeitete anstatt ihnen zu diktieren, was sie tun und lassen müssen, wäre es möglich gewesen, Spekulanten und ihren Helfern, den Ratingagenturen, auf die Finger zu hauen. So sind sie die lachenden Dritten. Und den Fehler hat niemand anderer als die Deutsche Regierung gemacht.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
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Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk
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"Im Gegensatz zu den dortigen Verhältnissen leben viele Empfänger von Transferleistungen wie Könige." Wenn Sie da leben würde, das haben sie vergessen. Und der, der 20 Euro über Hatz IV verdient, lebt dann wie Kaiser?
"Man sollte immmer das ganze immer im Verhältnis sehen." In der Tat. Und im Verhältnis ist es schier unglaublich, dass ein Land wie Deutschland mit der Masse an ausgebildeten Menschen, bester Infrastruktur, friedlicher Arbeitsbereitschaft so weit gekommen ist, sich von Moodys so runter zeihen zu lassen. Ein Schlag ins Gesicht derer, die hier jeden Tag malochen. Wenn Deutschland auch sehr öfentlichdienstlastig geworden ist, es wird immer genug privat und fleissig gearbeitet.
Das ist das Problem, dass das zunehmend uninteressant wird, als wäre Deutschland eien Firma, die zuviel Arbeiternehmer beschäftigt und zur Gesundung jede Menege entlassen muss. Da muss man ran und nicht pauschal die Transferempfänger oder sontige Feindbilder konstruieren. Und schon gar nicht mit der Mea Culpa Attitude.
Warum nicht an Moodys und Co. ein "jetzt erst recht" von der Politk und der Aufruf an alle mitzumachen.
Sieht er auf Deutschland wird doch mancher Afrikaner sagen: Hätte ich diese Möglichkeiten an Bildung, Wohnen und Entwicklung, wärs kein Thema mit gutem Leben.
"Sieht er auf Deutschland wird doch mancher Afrikaner sagen: Hätte ich diese Möglichkeiten an Bildung, Wohnen und Entwicklung, wärs kein Thema mit gutem Leben."
Natürlich, aber nur mit humanen und sozialverträglichen Abgaben. Arbeitsentgelt und Abgaben müssen leistungsorientiert sein und es ist nicht akzeptabel, dass die Bürgerinnen und Bürger, die wirklich etwas für die Gesellschaft erbringen, ausgedrückt werden wie eine Zitrone.
"Sieht er auf Deutschland wird doch mancher Afrikaner sagen: Hätte ich diese Möglichkeiten an Bildung, Wohnen und Entwicklung, wärs kein Thema mit gutem Leben."
Natürlich, aber nur mit humanen und sozialverträglichen Abgaben. Arbeitsentgelt und Abgaben müssen leistungsorientiert sein und es ist nicht akzeptabel, dass die Bürgerinnen und Bürger, die wirklich etwas für die Gesellschaft erbringen, ausgedrückt werden wie eine Zitrone.
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