Euro-KriseDie Willkür der Rating-Agenturen

Egal, wie es einem Land wirklich geht: Ab einem gewissen Rating wird die Lage hoffnungslos. Eine Studie zeigt, wie die Rating-Agenturen die Krise verschärfen.

Bankenmetropole Frankfurt am Main

Bankenmetropole Frankfurt am Main

Welchen Einfluss haben die Rating-Agenturen auf die Euro-Krise und deren Verlauf? Wenn es nach Manfred Gärtner von der Universität St. Gallen geht, einen großen. Die Rating-Agenturen hätten die Krise erst verursacht und dann angeheizt. In einer Studie hat er volkswirtschaftliche Daten von 16 OECD-Staaten für die Jahre 1999 bis 2011 ausgewertet, darunter Staatsverschuldung, Inflation, Wirtschaftsleistung und die Rendite auf Staatsanleihen.

Diese Daten setzt er in Beziehung zu den Bonitätseinstufungen von Fitch, einer der drei weltweit wichtigsten Rating-Agenturen. Sie bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen, entsprechend ihrem Urteil investieren Anleger in die Papiere. Je schlechter ein Land bewertet wird, desto höhere Zinsen muss es für neue Schulden zahlen, da die Investoren eine Risikoprämie verlangen.

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Die Studie von Gärtner belegt erstmals den immensen Einfluss der Agenturen auf den Verlauf der Euro-Krise. Mit ihren Entscheidungen, so Gärtner, hätten sie die Schuldenkrise sogar noch verschärft. Entscheidend für ein Land ist, in welcher Liga es zu Beginn der Krise spielt. Einem Staat, der bislang ein AAA-Rating genießt, macht eine Senkung um eine Stufe oder ein negativer Ausblick wenig aus. Die Märkte bleiben oftmals gelassen.

Self-fulfilling prophecy

Das zeigen auch die jüngsten Zweifel von Moody's am deutschen Spitzen-Rating AAA. Die Rating-Agentur hatte am Montag den Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Märkte berührte das kaum: Der Euro schwankte nur minimal, ein Ausverkauf deutscher Staatsanleihen blieb aus. Deutschland gilt weiterhin als sicherer Hafen in der Euro-Krise.

Doch es gibt einen point of no return, so Gärtner: Ab einem gewissen Punkt gerät ein Land in einen Teufelskreis von Herabstufungen, höheren Zinsen und weiteren Herabstufungen. Die reale wirtschaftliche Lage des Landes spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Spätestens, wenn das Rating den B-Status (will heißen, es handelt sich nur noch um eine durchschnittlich gute Anleihe) erreicht hat, nimmt die Häufigkeit und die Frequenz der Herabstufungen zu, auch wenn sich an der wirtschaftlichen Situation nichts oder nur wenig geändert hat. Die Finanzmärkte verlangen höhere Zinsen auf Staatsanleihen, weil sich das Rating verschlechtert hat.

Das wiederum erhöht das Staatsdefizit – und führt am Ende wiederum zu einer Herabstufung. Ein sich selbst verstärkender Prozess, dem das betroffene Land nur wenig entgegen setzen kann. "Ab einem A- ist die Lage höchst gefährlich", sagt Gärtner, "ab einem BB- wird sie hoffnungslos."

Leserkommentare
    • Ron777
    • 24.07.2012 um 18:04 Uhr

    Zu meinen, die Ratingsagenturen seien an der Finanzkrise in Europa schuld, ist doch wohl etwas naiv. Es sind unsere Politiker, die in der Vergangenheit und auch noch jetzt alles tun, damit sich fundamental nichts an unserem Schuldendebakel ändert. Italiens Regierungspräsident hat unlängst zu Protokoll gegeben, dass seine Regierung nun alle Reformen umgesetzt habe!!! Man weiß nicht, ob man hysterisch lachen oder weinen soll.

    14 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Hallo Ron777
    danke für Ihren Kommentar. Sicherlich trägt die Politik auch eine Mitschuld. Aber spannend finde ich auch tatsächlich den Aspekt, dass es auf ein "Henne-Ei"-Problem hinausläuft: Was war zuerst: Ein Land in schlechter finanzieller Verfassung und dann anschließend das entsprechende Rating? Oder doch ein Rating, das erst dann zu einer Abwärtsentwicklung in dem Land führte.
    Herzliche Grüße
    M.Uken

    • aether
    • 24.07.2012 um 18:28 Uhr

    .... nicht zu sehen, dass hier ein veritabler wirschaftskrieg tobt. die ratingagenturen verschaerfen intentionell durch negatives rating die haushaltsverschuldung von eu-staaten, - wie es gaertner in seiner studie darlegt, - um den euro als potentielle konkurrenz der leitwaehrung dollar zu schwaechen.
    dies nicht erfassen verbindet den autoren des kommentars "doch wohl etwas naiv" offenbar mit vielen europaeischen politikern, zumindest denen der oeffentlichen sphaere.

    noch jetzt alles tun, damit sich fundamental nichts an unserem Schuldendebakel ändert."

    Ich musste auch grinsen. Noch vor ein paar Monaten waren die Ratingagenturen "nur die Überbringer der schlechten Nachrichten". Da ging's darum, dass man dem Fußvolk das Sparen aufschultert.

    Heute sind sogar Studien des berühmtberüchtigten Professors Gärtner aus der Uni St. Gallen willkommen, der in einer anderen Studie mal ausgerechnet hat, wie viel die Schweizer bei der Einkommensteuer, Rente usw. von der Steuerflucht in ihr Land profitieren.
    http://content.stuttgarte...

    Das muss daran liegen, das nun auch Redakteure der liberalkonservativen Presse die Einschläge der Finanzkrise auf ihre Geldbörse näher rücken fühlen.

    So lange die Studien nicht aussagen, dass diejenigen mehr Steuern zahlen müssten, die das ganze Geld, das die Staaten sich einstmals geliehen haben, an sich gezogen haben und es freiwillig nicht mehr hergeben, können die Studien immerhin auch in der Zeit referenziert werden. Da ist wenig Gefahr, wenn's nur gegen die Ratingagenturen geht.

    • Ron777
    • 24.07.2012 um 18:55 Uhr

    Vielen Dank für Ihre Kommentierung. Ein Henne-Ei-Problem kann ich hier im Kern aber nicht entdecken. Natürlich verstärken Ratingagenturen Zinsentwicklungen durch ihre Bewertung. Doch auch ohne den daraus resultierenden Zinsaufschlag wäre Spanien heute am Ende. Eine kleine Rechnung macht es deutlich. Die 27 Mrd. Euro, die das Land im Herbst refinanzieren muss, kosten das Land bei 7 statt 3 Prozent Zinsen pro Jahr gerade mal eine Mrd. Euro an Zusatzzinskosten. Wenn das Land so knapp ist, dass es selbst diesen Aufpreis nicht zahlen kann, dann hat das Problem mit Ratingagenturen wenig zu tun. Zur Veranschaulichung: Die 25 Prozent an arbeitslosen Bürgern kosten Spanien pro Jahr fast das Hundertfache!

    Rating-Agenturen wären nur so etwas wie bloßen Überbringer von schlechten Nachrichten.
    Sie sind aktive Player und haben auch die Subprime-Krise 2008 in den USA entscheidend mitbefeuert und verschuldeten so einen massiven Anstieg an Arbeitslosen und einen Schaden von im dreistelligen Milliardenbereich!

    Bereits im Juni 2011 hätten man wissen können, welches Spiel die Ratingagenturen im Doppelpass-Spiel mit den Investmentbanken treiben, um dem Euro das Genick zu brechen. Das hat der Ökonom Stephan Schulmeister so beschrieben:

    "Das Doppelpassspiel zwischen Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken spielt die Euroländer gegeneinander aus. Die Begünstigten, insbesondere Deutschland, spielen mit, sie wollen ihren Zinsvorteil nicht verlieren[...]
    Populistische Politiker und Medien in den „ordentlichen“ Ländern stärken alte Ressentiments („Südländer“), neoliberale Grundwerte („Geiz ist geil“) und damit die Zinsvorteilsgesinnung. In den Krisenländern wird die Aktivierung antideutscher Ressentiments nicht auf sich warten lassen.
    Wenn es den US-Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken gelingt, einen Anstieg der Zinsen spanischer und italienischer Staatspapiere gegen 7 Prozent zu erreichen, hat das Endspiel um den Euro begonnen[...]
    Eine solche Schubumkehr im europäischen Einigungsprozess haben sich die USA gar nicht erhofft, sie ist auch mehr Verdienst europäischer Dummheit."
    http://www.fr-online.de/m...

    ...trotz einer halbe Dekade Jubelarien und Hurra-Trompeterei offensichtlich nicht geschafft die Welt zu verändern. "Alles wird gut. Geh' einkaufen, Dein Nachbar ist schon da. Der Boom geht ab wie eine exorbitale Mondrakete. Usw."

    Die Rating-Agenturen haben sind einfach Ärzte, die den Blinden erklären, dass es für lau einfach keine schnelle Medizin geben wird.

    Und wer meint, die Rate-Agenturen wären ungerecht in Bezug auf USA... Nein. Warum denn: Die USA beweisen doch seit Jahren, dass wenn die Geld Geld mehr haben, sich die Rohstoffen eben für umsonst holen. Da kann der Präsident noch so negerich und changerisch sein.
    Europa als dümmlicher Büttel macht sich dafür gar noch den Rücken krumm.

    Wäre ich Ratinagentur, dann würde ich Europa ein CCC- geben, oder halt das volkstümliche: F*ck Y*u! (sowieso die einzig reale Bewertung).

    Naiv ist wohl eher Ihre Argumentationslinie, wenn Sie für eine so komplexe Situation einer eindimensionalen Schuldigensuche "die Politiker" folgen!

    Der Artikel und die Studie entlassen die Politiker überhaupt nicht aus der Verantwortung. Aber man kann die Situation nur richtig beurteilen, wenn man ALLE Einflussfaktoren, deren Einfluss nennenswert ist, mit in den Topf nimmt. Und genau da gehören die Ratingagenturen genauso rein wie die Banken, die Spekulanten - und auch der "kleine Mann", der über sein Verhältnisse lebt und / oder meint, wider jede Vernunft plötzlich zum Börsencrack zu werden.

    Falsch wäre es, die Schuld einseitig bei Ratingagenturen und Banken abzuladen. Falsch wäre aber auch, sie aus ihrer Mitverantwortung zu entlassen!

    Wobei - wie immer, wenn es um Krisen geht - die Suche nach dem Schuldigen ohnehin rein gar nichts bringt. Frage müsste vielmehr lauten: Was muss zukünftig anders gemacht werden, welche anderen Strukturen brauchen wir, dass bestimmte Dinge nicht mehr passieren? Die Antwort in Bezug auf die Ratingagenturen ist ganz simpel (wenn auch nicht simpel umzusetzen): Ratingagenturen sollen die Kreditwürdigkeit angemessen ABBILDEN, aber nicht maßgeblich beeinflussen!

    Redaktion

    Hallo Ron777
    danke für Ihren Kommentar. Sicherlich trägt die Politik auch eine Mitschuld. Aber spannend finde ich auch tatsächlich den Aspekt, dass es auf ein "Henne-Ei"-Problem hinausläuft: Was war zuerst: Ein Land in schlechter finanzieller Verfassung und dann anschließend das entsprechende Rating? Oder doch ein Rating, das erst dann zu einer Abwärtsentwicklung in dem Land führte.
    Herzliche Grüße
    M.Uken

    • aether
    • 24.07.2012 um 18:28 Uhr

    .... nicht zu sehen, dass hier ein veritabler wirschaftskrieg tobt. die ratingagenturen verschaerfen intentionell durch negatives rating die haushaltsverschuldung von eu-staaten, - wie es gaertner in seiner studie darlegt, - um den euro als potentielle konkurrenz der leitwaehrung dollar zu schwaechen.
    dies nicht erfassen verbindet den autoren des kommentars "doch wohl etwas naiv" offenbar mit vielen europaeischen politikern, zumindest denen der oeffentlichen sphaere.

    noch jetzt alles tun, damit sich fundamental nichts an unserem Schuldendebakel ändert."

    Ich musste auch grinsen. Noch vor ein paar Monaten waren die Ratingagenturen "nur die Überbringer der schlechten Nachrichten". Da ging's darum, dass man dem Fußvolk das Sparen aufschultert.

    Heute sind sogar Studien des berühmtberüchtigten Professors Gärtner aus der Uni St. Gallen willkommen, der in einer anderen Studie mal ausgerechnet hat, wie viel die Schweizer bei der Einkommensteuer, Rente usw. von der Steuerflucht in ihr Land profitieren.
    http://content.stuttgarte...

    Das muss daran liegen, das nun auch Redakteure der liberalkonservativen Presse die Einschläge der Finanzkrise auf ihre Geldbörse näher rücken fühlen.

    So lange die Studien nicht aussagen, dass diejenigen mehr Steuern zahlen müssten, die das ganze Geld, das die Staaten sich einstmals geliehen haben, an sich gezogen haben und es freiwillig nicht mehr hergeben, können die Studien immerhin auch in der Zeit referenziert werden. Da ist wenig Gefahr, wenn's nur gegen die Ratingagenturen geht.

    • Ron777
    • 24.07.2012 um 18:55 Uhr

    Vielen Dank für Ihre Kommentierung. Ein Henne-Ei-Problem kann ich hier im Kern aber nicht entdecken. Natürlich verstärken Ratingagenturen Zinsentwicklungen durch ihre Bewertung. Doch auch ohne den daraus resultierenden Zinsaufschlag wäre Spanien heute am Ende. Eine kleine Rechnung macht es deutlich. Die 27 Mrd. Euro, die das Land im Herbst refinanzieren muss, kosten das Land bei 7 statt 3 Prozent Zinsen pro Jahr gerade mal eine Mrd. Euro an Zusatzzinskosten. Wenn das Land so knapp ist, dass es selbst diesen Aufpreis nicht zahlen kann, dann hat das Problem mit Ratingagenturen wenig zu tun. Zur Veranschaulichung: Die 25 Prozent an arbeitslosen Bürgern kosten Spanien pro Jahr fast das Hundertfache!

    Rating-Agenturen wären nur so etwas wie bloßen Überbringer von schlechten Nachrichten.
    Sie sind aktive Player und haben auch die Subprime-Krise 2008 in den USA entscheidend mitbefeuert und verschuldeten so einen massiven Anstieg an Arbeitslosen und einen Schaden von im dreistelligen Milliardenbereich!

    Bereits im Juni 2011 hätten man wissen können, welches Spiel die Ratingagenturen im Doppelpass-Spiel mit den Investmentbanken treiben, um dem Euro das Genick zu brechen. Das hat der Ökonom Stephan Schulmeister so beschrieben:

    "Das Doppelpassspiel zwischen Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken spielt die Euroländer gegeneinander aus. Die Begünstigten, insbesondere Deutschland, spielen mit, sie wollen ihren Zinsvorteil nicht verlieren[...]
    Populistische Politiker und Medien in den „ordentlichen“ Ländern stärken alte Ressentiments („Südländer“), neoliberale Grundwerte („Geiz ist geil“) und damit die Zinsvorteilsgesinnung. In den Krisenländern wird die Aktivierung antideutscher Ressentiments nicht auf sich warten lassen.
    Wenn es den US-Ratingagenturen und Finanzalchemiebanken gelingt, einen Anstieg der Zinsen spanischer und italienischer Staatspapiere gegen 7 Prozent zu erreichen, hat das Endspiel um den Euro begonnen[...]
    Eine solche Schubumkehr im europäischen Einigungsprozess haben sich die USA gar nicht erhofft, sie ist auch mehr Verdienst europäischer Dummheit."
    http://www.fr-online.de/m...

    ...trotz einer halbe Dekade Jubelarien und Hurra-Trompeterei offensichtlich nicht geschafft die Welt zu verändern. "Alles wird gut. Geh' einkaufen, Dein Nachbar ist schon da. Der Boom geht ab wie eine exorbitale Mondrakete. Usw."

    Die Rating-Agenturen haben sind einfach Ärzte, die den Blinden erklären, dass es für lau einfach keine schnelle Medizin geben wird.

    Und wer meint, die Rate-Agenturen wären ungerecht in Bezug auf USA... Nein. Warum denn: Die USA beweisen doch seit Jahren, dass wenn die Geld Geld mehr haben, sich die Rohstoffen eben für umsonst holen. Da kann der Präsident noch so negerich und changerisch sein.
    Europa als dümmlicher Büttel macht sich dafür gar noch den Rücken krumm.

    Wäre ich Ratinagentur, dann würde ich Europa ein CCC- geben, oder halt das volkstümliche: F*ck Y*u! (sowieso die einzig reale Bewertung).

    Naiv ist wohl eher Ihre Argumentationslinie, wenn Sie für eine so komplexe Situation einer eindimensionalen Schuldigensuche "die Politiker" folgen!

    Der Artikel und die Studie entlassen die Politiker überhaupt nicht aus der Verantwortung. Aber man kann die Situation nur richtig beurteilen, wenn man ALLE Einflussfaktoren, deren Einfluss nennenswert ist, mit in den Topf nimmt. Und genau da gehören die Ratingagenturen genauso rein wie die Banken, die Spekulanten - und auch der "kleine Mann", der über sein Verhältnisse lebt und / oder meint, wider jede Vernunft plötzlich zum Börsencrack zu werden.

    Falsch wäre es, die Schuld einseitig bei Ratingagenturen und Banken abzuladen. Falsch wäre aber auch, sie aus ihrer Mitverantwortung zu entlassen!

    Wobei - wie immer, wenn es um Krisen geht - die Suche nach dem Schuldigen ohnehin rein gar nichts bringt. Frage müsste vielmehr lauten: Was muss zukünftig anders gemacht werden, welche anderen Strukturen brauchen wir, dass bestimmte Dinge nicht mehr passieren? Die Antwort in Bezug auf die Ratingagenturen ist ganz simpel (wenn auch nicht simpel umzusetzen): Ratingagenturen sollen die Kreditwürdigkeit angemessen ABBILDEN, aber nicht maßgeblich beeinflussen!

  1. Interessant wäre zu wissen, wer an den Down-Ratings verdient. Ich denke, die Spekulanten verdienen an der von den Rating-Agenturen erzeugten Volatilität an den Finanzmärkten.

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  2. Redaktion

    Hallo Ron777
    danke für Ihren Kommentar. Sicherlich trägt die Politik auch eine Mitschuld. Aber spannend finde ich auch tatsächlich den Aspekt, dass es auf ein "Henne-Ei"-Problem hinausläuft: Was war zuerst: Ein Land in schlechter finanzieller Verfassung und dann anschließend das entsprechende Rating? Oder doch ein Rating, das erst dann zu einer Abwärtsentwicklung in dem Land führte.
    Herzliche Grüße
    M.Uken

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Doch wohl etwas naiv"
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    • AZ
    • 24.07.2012 um 18:45 Uhr

    Eine Henne-Ei-Problematik kann ich nicht erkennen. Alle Schuldenkrisen fangen immer damit an, dass Staaten sich verschulden. Punkt.

    Mehr noch: wenn Staaten sich über ein gewisses verkraftbares Maß hinaus verschulden, dann legen sie damit ihr Schicksal faktisch in die Hände von Ratingagenturen. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern vermutlich auch illegal, da damit das Volk als verfassungsgemässer Souverän teilentmachtet wird. Und es ist eindeutig die Verantwortung der Politik. Kein Staat wird von Ratingagenturen gezwungen, sich zu verschulden.

    Staaten mit soliden Haushalten, wie die Schweiz, die Niederlande, Finnland und Deutschland hatten alle AAA mit stabilem Ausblick. Die zwei der vier Staaten die ohne Sicherheiten massive Verpflichtungen gegenüber maroden Staaten eingegangen sind wurden nun im Ausblick herabgesetzt, die anderen zwei nicht.
    Was gibt es hier noch über Ursache und Wirkung zu spekulieren?

    Seit wann tragen diejenigen die Schuld, die die Katastrophe Ansprechen und darauf aufmerksam machen und nicht diejenigen, die die Katastrophe verursachen (miserable Haushaltspolitik der Politiker)?

    ..., Schweden, Finnland, usw. nicht abgestuft werden, das wissen Sie natürlich auch nicht.

    Seitdem es "Brillen" gibt, verzerrt die "politische Brille" das Bewusstsein des Menschen erheblich. Selbständiges Denken hilft allerdings recht oft.

    • AZ
    • 24.07.2012 um 18:45 Uhr

    Eine Henne-Ei-Problematik kann ich nicht erkennen. Alle Schuldenkrisen fangen immer damit an, dass Staaten sich verschulden. Punkt.

    Mehr noch: wenn Staaten sich über ein gewisses verkraftbares Maß hinaus verschulden, dann legen sie damit ihr Schicksal faktisch in die Hände von Ratingagenturen. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern vermutlich auch illegal, da damit das Volk als verfassungsgemässer Souverän teilentmachtet wird. Und es ist eindeutig die Verantwortung der Politik. Kein Staat wird von Ratingagenturen gezwungen, sich zu verschulden.

    Staaten mit soliden Haushalten, wie die Schweiz, die Niederlande, Finnland und Deutschland hatten alle AAA mit stabilem Ausblick. Die zwei der vier Staaten die ohne Sicherheiten massive Verpflichtungen gegenüber maroden Staaten eingegangen sind wurden nun im Ausblick herabgesetzt, die anderen zwei nicht.
    Was gibt es hier noch über Ursache und Wirkung zu spekulieren?

    Seit wann tragen diejenigen die Schuld, die die Katastrophe Ansprechen und darauf aufmerksam machen und nicht diejenigen, die die Katastrophe verursachen (miserable Haushaltspolitik der Politiker)?

    ..., Schweden, Finnland, usw. nicht abgestuft werden, das wissen Sie natürlich auch nicht.

    Seitdem es "Brillen" gibt, verzerrt die "politische Brille" das Bewusstsein des Menschen erheblich. Selbständiges Denken hilft allerdings recht oft.

  3. Es mag vielleicht die erste umfangreiche Studie zu dem Thema sein, aber bei weitem nicht die erste Berechnung die den Ratingagenturen eine potenzierende Wirkung der Spekulationskrise von 2008 bescheinigt haben. Die Frage bleibt warum eben gerade diese Agenturen, auch immer erst reagieren wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und dann vorsorglich noch Wasser hinterher schütten. Ich dachte diese Agenturen werden bezahlt um auf ein Problem hinzuweisen bevor es entstanden ist.

    Aber solang die drei marktführenden Ratingagenturen einfach Ratings herrausgeben dürfen ohne diese empirisch nachvollziehbar belegen zu müssen, wird dem immer ein Hauch von Willkür anhaften.

    6 Leserempfehlungen
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    Genau dies tut Moody´s doch jetzt, sie warnen vor den Schulden, die Deutschland schultern muss, wenn die Bürgschaften fällig werden.

    Genau dies tut Moody´s doch jetzt, sie warnen vor den Schulden, die Deutschland schultern muss, wenn die Bürgschaften fällig werden.

  4. Würden die Rating-Agenturen doch einfach nur die Klappe halten! Dann könnte man mit der ewigen Schuldenmacherei ungestört fortfahren. Aber selbst bei schlimmsten Gegenwind scheut ein Hollande nicht davor zurück, die marode französische Autoindustrie mit gepumpten Staatsgeldern vor dem Niedergang zu bewahren. Nötigenfalls werden dann die Rating-Agenturen beschimpft, die das schöne Schulden-Spiel in ihrem Gleichklang stören. Ist das wirklich alles zu diesem Thema, Frau Uken?

    12 Leserempfehlungen
    • fm1304
    • 24.07.2012 um 18:21 Uhr

    Doch nur, weil der entsprechende Staat auf eine Refinanzierung seiner Altschulden angewiesen ist.
    Nur zum Verständnis: Er bezahlt alte Schulden mit Neuen, was für ein Irrsinn!
    Jetzt den Ratingagenturen vorzuwerfen, sie würden die hoffnungslose Lage verschulden, ist lächerlich.
    Wenn jeder nur so viel ausgibt, wie er durch Steuern einnimmt, können uns die Ratingagenturen vollkommen egal sein.
    Deshalb schimpft z.B. Finnland auch nicht über ungerechte Ratings.

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  5. ich wusste es!
    sobald die bonität deutschlands in frage gestellt wird, tauchen hier artikel auf, die das sagen, was in den krisenländern seit längerem gesagt wird. klar, wenn es ein italiener oder spanier sagt ist es geplärre, aber nun wendet sich das blatt.
    hoffentlich schafft es dieses selstame gebilde europa endlich sich selbst zu helfen bevor es zu spät ist. ein bisschen angst könnte deutschland vielleciht die nötige einsicht bringen.
    "hoffmamal"

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  6. Mehr muss ich nicht sagen.

    Dass die Regierungen sich so erpressbar gemacht haben, verstehe ich nicht. Wie konnte das passieren???

    Ich wünsche mir einen Sozialstaat mit vielen verstaatlichen Einrichtungen und mittelständischen kleinen PRIVATEN Betrieben. Ich bin kein Kommunist, aber linker Sozialdemokrat. Wenn Helmut Schmidt damals Kanzler geblieben wäre, wäre einiges anders gelaufen...

    Danke an Kohl, Schröder und Merkel. Habt ihr fein gemacht... NICHT

    3 Leserempfehlungen
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    • Thetis
    • 24.07.2012 um 19:19 Uhr

    hat mit dem großen Schuldenmachen angefangen und seitdem gab es kein Zurück mehr.

    • Thetis
    • 24.07.2012 um 19:19 Uhr

    hat mit dem großen Schuldenmachen angefangen und seitdem gab es kein Zurück mehr.

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