Finanzpolitik: Steuerpflicht für alle!
Wer in Deutschland Steuern sparen will, muss nur ins Ausland ziehen. Deshalb sollten wir alle Bürger für steuerpflichtig erklären – egal wo sie wohnen.
Wie können wir unseren reichsten Mitbürgern ein gerechtes Maß an Steuern abverlangen? Scheinbar diskutieren wir diese Frage seit Jahren – man denke nur an den endlosen Streit über den Ankauf von "Steuersünder-CDs". Tatsächlich aber haben wir ob unserer Aufregung über geheime Nummernkonten ein genauso großes Problem aus den Augen verloren: die ganz legale Steuerflucht.
Denn wenn wohlhabende Deutsche wirklich darauf erpicht sind, Steuern zu sparen, dann müssen sie gar nicht erst das Gesetz brechen. Sie können schlicht in ein Billigsteuerland ziehen, und sich dann hochoffiziell vom deutschen Fiskus verabschieden. Der Grund ist einfach. Ob jemand in Deutschland steuerpflichtig ist, hängt im Regelfall nicht von seiner Staatsbürgerschaft ab, sondern von seinem gewöhnlichen Aufenthalts- und Wohnort.
Inländische Einkünfte müssen zwar auf jeden Fall hierzulande versteuert werden – viele Senioren, die außerhalb der EU leben, zahlen auf ihre bescheidenen deutschen Renten deshalb beträchtliche Steuern. Aber deutsche Multimillionäre, die ihr Vermögen "steuereffizient" in aller Welt investieren und sich außerdem damit abfinden können, 183 Tage im Jahr an einem Luxusstrand in der Karibik zu liegen, zahlen in Deutschland nicht einen Cent. Abermillionen Euro gehen dem Bundeshaushalt auf diese Weise jedes Jahr verloren.
Dass es recht einfach wäre, dieser legalen Steuerflucht ein Ende zu bereiten, zeigt das Beispiel der Vereinigten Staaten. Als einziges Land der Welt verlangen die USA, dass alle Staatsbürger in ihrem Heimatland in vollem Umfang Steuern zahlen – wo auch immer in der Welt sie wohnen mögen. Anders als ihre deutschen Standesgenossen haben amerikanische Multimillionäre von einem Umzug in die Karibik deshalb keine steuerlichen Vorteile zu erwarten.
Wenn wir es also ernst damit meinen, Deutschlands Superreichen einen fairen Beitrag zu unserer Solidargemeinschaft abzuverlangen, dann gibt es eine erstaunlich einfache Lösung. Wir müssten nur dem amerikanischen Beispiel folgen und unsere Staatsbürger unabhängig von ihrem Wohnort hier in Deutschland für voll steuerpflichtig erklären.
Die Vorteile einer solchen Reform liegen auf der Hand. Nicht nur könnten wir das gewonnene Mehraufkommen an Steuern in der Krise dringend gebrauchen. Auch vom Blickpunkt der Gerechtigkeit her ergibt es Sinn, unseren wohlhabendsten Mitbürgern selbst dann noch einen Beitrag zum Gemeinwohl abzuverlangen, wenn sie in ein Steuerparadies verzogen sind. Denn ihren Erfolg haben die meisten von ihnen nicht nur ihrer eigenen Energie und Intelligenz zu verdanken – sondern eben auch gemeinschaftlich finanzierten Ressourcen. Die meisten Superreichen haben schließlich eine von allen deutschen Steuerzahlern finanzierte Erziehung genossen, auf eine von allen deutschen Steuerzahlern finanzierte Infrastruktur zugegriffen, und vielleicht sogar von allen deutschen Steuerzahlern finanzierte Wirtschaftssubventionen erhalten. Es ist also kaum ungerecht, wenn wir ihnen einen Beitrag zur Weiterfinanzierung dieser Errungenschaften abverlangen, selbst dann, wenn sie diese nicht mehr nötig haben.




... errichten.
Ich sehe keine Mauer um die USA.
...an diesem Absatz so schwer verständlich?
"Bei solch einer Reform ginge es also keineswegs darum, deutsche Staatsbürger davon abzuhalten, ins Ausland zu ziehen. Die Ausreisefreiheit ist moralisch von größter Bedeutung. Rein davon, dass ein Wegzug aus Deutschland fortan keine Steuervorteile mehr böte, würde sie aber nicht beeinträchtigt. Und ohnehin: Wenn jemandem das Steuersparen wirklich wichtiger ist als die Solidarität mit seinen Mitbürgern, dann steht es ihm in letzter Konsequenz natürlich frei, seine deutsche Staatsbürgerschaft abzutreten."
Ich sehe keine Mauer um die USA.
...an diesem Absatz so schwer verständlich?
"Bei solch einer Reform ginge es also keineswegs darum, deutsche Staatsbürger davon abzuhalten, ins Ausland zu ziehen. Die Ausreisefreiheit ist moralisch von größter Bedeutung. Rein davon, dass ein Wegzug aus Deutschland fortan keine Steuervorteile mehr böte, würde sie aber nicht beeinträchtigt. Und ohnehin: Wenn jemandem das Steuersparen wirklich wichtiger ist als die Solidarität mit seinen Mitbürgern, dann steht es ihm in letzter Konsequenz natürlich frei, seine deutsche Staatsbürgerschaft abzutreten."
Ich sehe keine Mauer um die USA.
ist für reiche US-Amerikaner ja auch gar nicht nötig - sie leben ja bereits in einem Land mit für Reiche niedrigen Steuersätzen.
Da kann man sich die Mauer sparen.
Natürlich gelten für die USA ebenfalls Doppelbesteuerungsabkommen. Da die USA ohnehin niedrige Steuersätze hat, kommt es faktisch nicht dazu, dass ein im Ausland lebender US-Bürger Steuern in die USA abführen muss.
Zudem sei bei allen Ansätzen, der "legalen Steuerflucht" ein Ende zu bereiten, an die unrühmliche Rolle der "Reichsfluchtsteuer" erinnert.
ist für reiche US-Amerikaner ja auch gar nicht nötig - sie leben ja bereits in einem Land mit für Reiche niedrigen Steuersätzen.
Da kann man sich die Mauer sparen.
Natürlich gelten für die USA ebenfalls Doppelbesteuerungsabkommen. Da die USA ohnehin niedrige Steuersätze hat, kommt es faktisch nicht dazu, dass ein im Ausland lebender US-Bürger Steuern in die USA abführen muss.
Zudem sei bei allen Ansätzen, der "legalen Steuerflucht" ein Ende zu bereiten, an die unrühmliche Rolle der "Reichsfluchtsteuer" erinnert.
...die "anwesenheitspflicht" von 183 tagen auf 250-300 erhöhen - wäre noch einfacher.
... sondern um eine Abwesenheitspflicht. Die anzuheben geht nicht, weil es Standard in den weltweiten Doppelbesteuerungsabkommen ist.
... sondern um eine Abwesenheitspflicht. Die anzuheben geht nicht, weil es Standard in den weltweiten Doppelbesteuerungsabkommen ist.
Es gibt duzende Steueroasen, da muss man sich nicht mal beim Namen nennen um über eine Scheinfirma das Geld im Ausland zu Bunkern. Fast alle global agierenden Firmen werden über solche Steueroasen abgewickelt. [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf die Rechtfertigung von Straftaten. Danke, die Redaktion/mk
"Das sind die dicken Fische, nicht die paar Mittelständler, welche verständlicherweise nicht alles dem Fiskus verschachern wollen."
Steuern sollten immer nur die anderen zahlen, oder? Egal ob Superreicher oder Mittelständler.
Eigentlich doch eine ganz faire Angelegenheit: Du zahlst in Deutschland deine vollen Steuern und kannst die im Ausland gezahlten Steuern davon abziehen.
Für Leute, die Deutschland wegen des Wetters verlassen ist das eine faire Lösung.
Und für alle anderen Schmarotzer nur gerecht.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/mk
"Das sind die dicken Fische, nicht die paar Mittelständler, welche verständlicherweise nicht alles dem Fiskus verschachern wollen."
Steuern sollten immer nur die anderen zahlen, oder? Egal ob Superreicher oder Mittelständler.
Eigentlich doch eine ganz faire Angelegenheit: Du zahlst in Deutschland deine vollen Steuern und kannst die im Ausland gezahlten Steuern davon abziehen.
Für Leute, die Deutschland wegen des Wetters verlassen ist das eine faire Lösung.
Und für alle anderen Schmarotzer nur gerecht.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/mk
Sehr vernünftig: Wer lange Zeit seines Lebens vom deutschen Gemeinwesen und dessen Rechte profitiert hat, sollte umgekehrt, wenn er mit Hilfe dieses Systems wohlhabend wurde, auch die Pflicht haben, zum Erhalt des Systems beizutragen.
Und nicht einfach ins Ausland fliehen.
Eigentlich erstaunlich dass eine solche (Ab-)Art von Rosinenpickerei geduldet wird.
Klar, ich wohne im Ausland. Meine Kinder sind auch Deutsche, besuchen aber hier die Schule. Die sollen dann auf einmal auch in DE versteuern?
rhadamanthys
Was Sie schreiben finde ich völlig richtig. Aber warum lässt der deutsche Staat das durchgehen?
Ich sehe das so:
Politiker kommen eher aus wohlhabenden Kreisen, und wenn nicht, wie z. B. Schröder, dann wollen sie nicht nur einflussreich sondern auch richtig reich werden. Dazu muss man reiche Freunde haben. Diese Leute finden sie eher nicht in Gewerkschaften, bei gewöhnlichen Arbeitnehmern usw.
Um dort hinzukommen, wo sie sein möchten, quälen sie lieber die die nichts oder nur wenig haben.
Genau genommen gehören diese Leute vor Gericht. Sie begünstigen aus niederen Motiven durch Unterlassung, dass dem deutschen Staat riesiger finanzieller Schaden absichtsvoll zugefügt wird.
Klar, ich wohne im Ausland. Meine Kinder sind auch Deutsche, besuchen aber hier die Schule. Die sollen dann auf einmal auch in DE versteuern?
rhadamanthys
Was Sie schreiben finde ich völlig richtig. Aber warum lässt der deutsche Staat das durchgehen?
Ich sehe das so:
Politiker kommen eher aus wohlhabenden Kreisen, und wenn nicht, wie z. B. Schröder, dann wollen sie nicht nur einflussreich sondern auch richtig reich werden. Dazu muss man reiche Freunde haben. Diese Leute finden sie eher nicht in Gewerkschaften, bei gewöhnlichen Arbeitnehmern usw.
Um dort hinzukommen, wo sie sein möchten, quälen sie lieber die die nichts oder nur wenig haben.
Genau genommen gehören diese Leute vor Gericht. Sie begünstigen aus niederen Motiven durch Unterlassung, dass dem deutschen Staat riesiger finanzieller Schaden absichtsvoll zugefügt wird.
. . . . allerdings hat natürlich auch das Wohnsitzland ein Recht zu besteuern und deshalb regeln zwischenstaatliche Verträge (sog. Doppelbesteuerungsabkommen), welches Land jeweils welchen Teil besteuern darf.
...ein Riesenverdienst. Wäre es gerecht, wenn die Türkei deshalb deutsche Arbeitnehmer mit türkischer Staatsbürgerschaft nochmal besteuert, so dass sie i.E. erheblich weniger verdienen als ihre Kollegen...?
...und könnte man als Deutscher in der Schweiz überhaupt noch leben und arbeiten (Lebenshaltungskosten sind dort fast doppelt so hoch), wenn man nach deutschen Steuersätzen veranlagt würde.
Wenn alles so einfach wäre, hätten wir es längst gemacht. Wichtiger ist m.E. wirklich zu kontrollieren, wie lange die Leute in Deutschland aufenthältich sind. Oft liegt der Lebensmittelpunkt doch noch hier und dann ist man auch in Deutschland steuerpflichtig und nicht in Monaco (Fall Boris Becker).
...ein Riesenverdienst. Wäre es gerecht, wenn die Türkei deshalb deutsche Arbeitnehmer mit türkischer Staatsbürgerschaft nochmal besteuert, so dass sie i.E. erheblich weniger verdienen als ihre Kollegen...?
...und könnte man als Deutscher in der Schweiz überhaupt noch leben und arbeiten (Lebenshaltungskosten sind dort fast doppelt so hoch), wenn man nach deutschen Steuersätzen veranlagt würde.
Wenn alles so einfach wäre, hätten wir es längst gemacht. Wichtiger ist m.E. wirklich zu kontrollieren, wie lange die Leute in Deutschland aufenthältich sind. Oft liegt der Lebensmittelpunkt doch noch hier und dann ist man auch in Deutschland steuerpflichtig und nicht in Monaco (Fall Boris Becker).
Das glaube ich schlichtweg nicht, dass ein Amerikaner zwei mal Steuern zahlen muss. Vermutlich kann er das im Ausland gezahlte anrechnen oder es gibt Abkommen.
Aber denken wir weiter. Eine Million in einem Jahr in England als Fussballer 50% und in Deutschland 53%. Welche Lösung haben Sie im Sinn jetzt? Am besten hier bleiben. Immer mehr Studenten gehen schon nicht mehr ins Ausland, Europa auch nicht gut. Also bleibe im Land und nähre dich redlich.
Es gibt Normalverdiener. Vermutlich die wenigsten.
Gutverdiener und sehr gut Verdiener. Wer ist jetzt mit Superreichen gemeint?
Im übrigen hat Deutschland schon mit x anderen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen. Die Autorin plädiert damit für Sonderbesteurung.
Ich glaube aber die Superreichen werden nicht zögern, sich der Statsangehörigkeit zu entledigen. Würde ich auch, wenn solche Ausnahmeerscheinungen zur Gesetzesgrundlage gemacht würden.
Jemand der 200.000 Euro in Deutschland an Steuern zahlen würde und im Ausland wirklich 150.000 Euro an Steuern zahlt, sollte die übrigen 50.000 Euro an den deutschen Fiskus zahlen.
Damit gibt es keine Steuerquoten über 100% sondern man zahlt einfach die maximale Steuer einer der beiden Länder.
Wenn man dagegen im Ausland mehr Steuern zahlen sollte, ändert sich nichts.
Nur der Steuervorteil wird aufgebraucht.
Zum Thema Staatsbürgerschaft abgeben:
Ich kenne mich da juristisch nicht aus, aber ich kann mir vorstellen, dass Deutschland zustimmen muss, dass du deinen deutschen Pass abgibst, gerade wenn die neue Staatsbürgerschaft, sagen wir mal von den Cayman-Islands, kurzfristig und ohne kulturelle Zugehörigkeit, sprich rein aus finanziellen Aspekten, ergibt.
Jeder Deutsche hat auch eine Verantwortung gegenüber seinem Land und deren sollte er sich nicht einfach entledigen können, gerade wenn man die soziale Absicherung und Co nicht mehr braucht, weil man - auch sehr oft mit Hilfe des eigenen Landes und ihrer Bürger - nur zu diesem Wohlstand gekommen ist.
Sie den Artikel lesen, bevor Sie kommentieren
Sie: "Das glaube ich schlichtweg nicht, dass ein Amerikaner zwei mal Steuern zahlen muss. Vermutlich kann er das im Ausland gezahlte anrechnen oder es gibt Abkommen."
Artikel: "Amerikaner können entweder (...). Oder sie lassen sich die im Ausland gezahlten Steuern in voller Höhe von den zu Hause anfallenden Abgaben abziehen. "
Steht aber auch auf der zweiten Seite des Artikels....
Es gibt zwei Möglicheiten: Entweder Sie haben den Artikel nicht gelesen oder Sie haben ihn nicht verstanden.
Jemand der 200.000 Euro in Deutschland an Steuern zahlen würde und im Ausland wirklich 150.000 Euro an Steuern zahlt, sollte die übrigen 50.000 Euro an den deutschen Fiskus zahlen.
Damit gibt es keine Steuerquoten über 100% sondern man zahlt einfach die maximale Steuer einer der beiden Länder.
Wenn man dagegen im Ausland mehr Steuern zahlen sollte, ändert sich nichts.
Nur der Steuervorteil wird aufgebraucht.
Zum Thema Staatsbürgerschaft abgeben:
Ich kenne mich da juristisch nicht aus, aber ich kann mir vorstellen, dass Deutschland zustimmen muss, dass du deinen deutschen Pass abgibst, gerade wenn die neue Staatsbürgerschaft, sagen wir mal von den Cayman-Islands, kurzfristig und ohne kulturelle Zugehörigkeit, sprich rein aus finanziellen Aspekten, ergibt.
Jeder Deutsche hat auch eine Verantwortung gegenüber seinem Land und deren sollte er sich nicht einfach entledigen können, gerade wenn man die soziale Absicherung und Co nicht mehr braucht, weil man - auch sehr oft mit Hilfe des eigenen Landes und ihrer Bürger - nur zu diesem Wohlstand gekommen ist.
Sie den Artikel lesen, bevor Sie kommentieren
Sie: "Das glaube ich schlichtweg nicht, dass ein Amerikaner zwei mal Steuern zahlen muss. Vermutlich kann er das im Ausland gezahlte anrechnen oder es gibt Abkommen."
Artikel: "Amerikaner können entweder (...). Oder sie lassen sich die im Ausland gezahlten Steuern in voller Höhe von den zu Hause anfallenden Abgaben abziehen. "
Steht aber auch auf der zweiten Seite des Artikels....
Es gibt zwei Möglicheiten: Entweder Sie haben den Artikel nicht gelesen oder Sie haben ihn nicht verstanden.
"Und ohnehin: Wenn jemandem das Steuersparen wirklich wichtiger ist als die Solidarität mit seinen Mitbürgern, dann steht es ihm in letzter Konsequenz natürlich frei, seine deutsche Staatsbürgerschaft abzutreten."
Ich finde diesen Satz (diesen Artikel allgemein) doch ziemlich daneben. HIer werden alle in einen Topf geworfen und es werden gleich mal alle, die im Ausland leben, als Steuersuender angeprangert. Populistischer geht es nicht mehr.
Wenn ich als Deutscher Staatsbürger im Ausland lebe, dort meinen Wohnsitz habe, meinen Lebensmittelpunkt, meinen Beruf und dort auch Steuern zahle, dann trage ich sehr wohl zum Gemeinwohl meiner Mitbürger bei, nur eben nicht in Deutschland. Warum soll jemand, der keine Leistungen in Deutschland in Anspruch nimmt, denn dort Steuern zahlen, nur weil man einen Deutschen Pass hat - wofür man übrigens viel Geld bezahlen muss.
Wenn schon USA als Vergleich, dann aber auch richtig. Also: keine Steuern auf Erbschaften, keine Steuern auf Einkommen aus Investments, in vielen Faellen keine oder lachhafte Einkommenssteuer.
Es gibt viele Gruende fuer einen Umzug ins Ausland, dem Deutschen Fiskus zu entgehen ist sicherlich nicht ausschlaggebend fuer die Meisten Expats. Der typisch deutsche Hammelneid hingegen schon!
1. Sind sie Bürger des Staates X und haben im Außland Probleme. Welcher Staat hilft ihnen dann bitte? Der Staat dessen Bürger sie sind oder der Staat wo sie gerade ihre Steuern zahlen?
2. Es gibt sehr viele Staaaten, in denen man kaum Steuern zahlt. Die schweiz leider nur eines von vielen Beispielen.
Wenn ich in meinem Heimatland reich geworden bin, dann bin ich das u.a. deshalb, weil die dort herschenden Bedingungen dies ermöglicht haben. So fliehen wenn ich davon was zurück geben muß ist nunmal unsozial!
3. Griechenland, Spanien, Italien. Eigentlich haben die Menschen dort genug Geld. Die Staaten sind nicht wirklich arm. Es sind halt "nur" die Staaten die arm sind und ein größteil der Bürger. Die Menschen die dies Systeme ausnutzen konnten um Reich zu werden, fliehen jetzt.
Für mich klingt das sehr nach verbrannter Erde.
MfG
"Warum soll jemand, der keine Leistungen in Deutschland in Anspruch nimmt, denn dort Steuern zahlen, nur weil man einen Deutschen Pass hat - wofür man übrigens viel Geld bezahlen muss."
Weil sich die allermeisten Deutschen eine Schulbildung vom Staat haben zahlen lassen. Die Universität ist gerade auch im Vergleich zu den USA (mehrere 10.000 Dollar pro Jahr) fast umsonst.
Wenn du im Ausland festsitzt, Rechtsschwierigkeiten hast, hilft dir die Deutsche Botschaft.
Wenn es im Ausland vielleicht nicht mehr ganz so rosig läuft, dann kannst du zurückkommen und von Sozialleistungen leben, Weiterbildungen in Anspruch nehmen.
Wenn in manchem Boomland ein Bürgerkrieg ausbricht, dann kannst du jederzeit zurück nach Deutschland.
Wenn du alt und krank bist, dann bekommst du in Deutschland eine Rente oder Grundsicherung, Krankenversicherung, Pflege usw.
Aber das zählt wohl nicht im hier und jetzt? Das Angebot des Staates funktioniert nicht, wenn die Leute die gerade durch den Staat zu ihrem Reichtum gekommen sind, sich dann zeitweilig vom Geben und Nehmen verabschieden.
Aber natürlich muss man sagen, dass nicht jeder im Ausland lebende Deutsche ein Steuerflüchtling ist. Den Ingenieur in der Schweiz oder der Gastronom in Österreich fällt nicht darunter.
Jedoch fallen darunter Leute, die ihren Wohnsitz nicht nach dem Arbeitsort, sondern nach dem Steuersatz aussuchen.
>> Wenn ich als Deutscher Staatsbürger im Ausland lebe, dort meinen Wohnsitz habe, meinen Lebensmittelpunkt, meinen Beruf und dort auch Steuern zahle, dann trage ich sehr wohl zum Gemeinwohl meiner Mitbürger bei, nur eben nicht in Deutschland. Warum soll jemand, der keine Leistungen in Deutschland in Anspruch nimmt, denn dort Steuern zahlen, nur weil man einen Deutschen Pass hat - wofür man übrigens viel Geld bezahlen muss. <<
>> Wenn schon USA als Vergleich, dann aber auch richtig. Also: keine Steuern auf Erbschaften, keine Steuern auf Einkommen aus Investments, in vielen Faellen keine oder lachhafte Einkommenssteuer. <<
Sie sprechen mir (einem Deutschen, der im europäischen Ausland lebt, arbeitet und brav Steuern zahlt) aus dem Herzen. Das Gleiche gilt für die weit überwiegende Mehrheit der im Ausland lebenden Deutschen.
Der Autor hat - bei allem Respekt - entweder keine Ahnung, worüber er spricht, oder er setzt bewusst auf die "Reiche sind an allem Schuld" Karte, um davon abzulenken, dass sein Plädoyer nur eines bedeutet: Doppelbesteuerung. Wohl kaum ein Weg zu mehr Steuergerechtigkeit.
Falls es hier darum gehen sollte, Missbrauch zu verhindern, dann sollte der Vorschlag auch genau darauf abzielen: Missbrauch verhindern. Den Rest der ganz normalen Steuerzahler im In- und Ausland verschonen Sie dann bitte mir ihren Ideen, Herr Mounk.
PS: Sollte Yascha ein weiblicher Vorname sein, bitte ich um Verzeihung für die falsche Anrede, Frau Mounk.
Die Einkommensteuer in den USA beginnt überhaupt erst auf einer sehr hohen Basis, so dass mehr als 50% aller Einwohner gar keine Steuern zahlen.
Das klingt so, als würden "die Reichen" (wer auch immer das ist) überhaupt keine Steuern zahlen, sondern sich alle in der Sonne räkeln. Dabei zahlen sie die allermeisten Steuern. Je nach Steuerklasse und Einkommen arbeiten Spitzenverdiener bis September nur für den Staat. Wenn das mal nicht solidarisch sein soll.
Anstatt dauernd zu überlegen, wem man noch aufgrund von fadenscheinigen Begründungen Geld abknöpfen sollte, müssten wir uns überlegen, ob wir uns unsere Sozialsysteme überhaupt leisten können. Zukünftige Generationen müssen immer mehr Lasten tragen. Wenn ein Arbeitnehmer 2 oder 3 Rentenempfänger aushalten soll, bleibt für ihn bei dem jetzigen System kaum noch was zum Leben. Konsequenz: Er wandert aus. Und das wird dann kriminalisiert werden. Denn der Staat wird Wege finden, an Geld zu kommen.
Solidarisch wäre es, jedem nach seinem Glück streben zu lassen und ihn nicht an die kurze Leine zu nehmen.
Kommentar 8: "Wenn schon USA als Vergleich, dann aber auch richtig. Also: keine Steuern auf Erbschaften, keine Steuern auf Einkommen aus Investments, in vielen Faellen keine oder lachhafte Einkommenssteuer."
Kommentar 8 kennt offenbar die US-Steuern nicht. Erbschaftsteuern ("estate tax") sind happig, Einkommen auf Investments (meint vermutlich: aus Kapitalvermögen) werden besteuert wie normale Einkünfte - also keine Sonderbehandlung wie in Deutschland mit der Abschlagsteuer (auf Wertzuwächse zahlt man allerding im Moment nur 15% "capital gains tax" an die Bundesregierung), und je nachdem wo man wohnt, zahlt man neben der Bundeseinkommensteuer zusätzlich Einkommensteuer an den Bundestaat. (Es gibt aber keine Mehrwertsteuer und die lokale "sales tax" ist geringer.) Auch wenn die Steuern in den USA insgesamt geringer sein mögen, die Darstellung von Kommentar 8 trifft absolut nicht zu.
1. Sind sie Bürger des Staates X und haben im Außland Probleme. Welcher Staat hilft ihnen dann bitte? Der Staat dessen Bürger sie sind oder der Staat wo sie gerade ihre Steuern zahlen?
2. Es gibt sehr viele Staaaten, in denen man kaum Steuern zahlt. Die schweiz leider nur eines von vielen Beispielen.
Wenn ich in meinem Heimatland reich geworden bin, dann bin ich das u.a. deshalb, weil die dort herschenden Bedingungen dies ermöglicht haben. So fliehen wenn ich davon was zurück geben muß ist nunmal unsozial!
3. Griechenland, Spanien, Italien. Eigentlich haben die Menschen dort genug Geld. Die Staaten sind nicht wirklich arm. Es sind halt "nur" die Staaten die arm sind und ein größteil der Bürger. Die Menschen die dies Systeme ausnutzen konnten um Reich zu werden, fliehen jetzt.
Für mich klingt das sehr nach verbrannter Erde.
MfG
"Warum soll jemand, der keine Leistungen in Deutschland in Anspruch nimmt, denn dort Steuern zahlen, nur weil man einen Deutschen Pass hat - wofür man übrigens viel Geld bezahlen muss."
Weil sich die allermeisten Deutschen eine Schulbildung vom Staat haben zahlen lassen. Die Universität ist gerade auch im Vergleich zu den USA (mehrere 10.000 Dollar pro Jahr) fast umsonst.
Wenn du im Ausland festsitzt, Rechtsschwierigkeiten hast, hilft dir die Deutsche Botschaft.
Wenn es im Ausland vielleicht nicht mehr ganz so rosig läuft, dann kannst du zurückkommen und von Sozialleistungen leben, Weiterbildungen in Anspruch nehmen.
Wenn in manchem Boomland ein Bürgerkrieg ausbricht, dann kannst du jederzeit zurück nach Deutschland.
Wenn du alt und krank bist, dann bekommst du in Deutschland eine Rente oder Grundsicherung, Krankenversicherung, Pflege usw.
Aber das zählt wohl nicht im hier und jetzt? Das Angebot des Staates funktioniert nicht, wenn die Leute die gerade durch den Staat zu ihrem Reichtum gekommen sind, sich dann zeitweilig vom Geben und Nehmen verabschieden.
Aber natürlich muss man sagen, dass nicht jeder im Ausland lebende Deutsche ein Steuerflüchtling ist. Den Ingenieur in der Schweiz oder der Gastronom in Österreich fällt nicht darunter.
Jedoch fallen darunter Leute, die ihren Wohnsitz nicht nach dem Arbeitsort, sondern nach dem Steuersatz aussuchen.
>> Wenn ich als Deutscher Staatsbürger im Ausland lebe, dort meinen Wohnsitz habe, meinen Lebensmittelpunkt, meinen Beruf und dort auch Steuern zahle, dann trage ich sehr wohl zum Gemeinwohl meiner Mitbürger bei, nur eben nicht in Deutschland. Warum soll jemand, der keine Leistungen in Deutschland in Anspruch nimmt, denn dort Steuern zahlen, nur weil man einen Deutschen Pass hat - wofür man übrigens viel Geld bezahlen muss. <<
>> Wenn schon USA als Vergleich, dann aber auch richtig. Also: keine Steuern auf Erbschaften, keine Steuern auf Einkommen aus Investments, in vielen Faellen keine oder lachhafte Einkommenssteuer. <<
Sie sprechen mir (einem Deutschen, der im europäischen Ausland lebt, arbeitet und brav Steuern zahlt) aus dem Herzen. Das Gleiche gilt für die weit überwiegende Mehrheit der im Ausland lebenden Deutschen.
Der Autor hat - bei allem Respekt - entweder keine Ahnung, worüber er spricht, oder er setzt bewusst auf die "Reiche sind an allem Schuld" Karte, um davon abzulenken, dass sein Plädoyer nur eines bedeutet: Doppelbesteuerung. Wohl kaum ein Weg zu mehr Steuergerechtigkeit.
Falls es hier darum gehen sollte, Missbrauch zu verhindern, dann sollte der Vorschlag auch genau darauf abzielen: Missbrauch verhindern. Den Rest der ganz normalen Steuerzahler im In- und Ausland verschonen Sie dann bitte mir ihren Ideen, Herr Mounk.
PS: Sollte Yascha ein weiblicher Vorname sein, bitte ich um Verzeihung für die falsche Anrede, Frau Mounk.
Die Einkommensteuer in den USA beginnt überhaupt erst auf einer sehr hohen Basis, so dass mehr als 50% aller Einwohner gar keine Steuern zahlen.
Das klingt so, als würden "die Reichen" (wer auch immer das ist) überhaupt keine Steuern zahlen, sondern sich alle in der Sonne räkeln. Dabei zahlen sie die allermeisten Steuern. Je nach Steuerklasse und Einkommen arbeiten Spitzenverdiener bis September nur für den Staat. Wenn das mal nicht solidarisch sein soll.
Anstatt dauernd zu überlegen, wem man noch aufgrund von fadenscheinigen Begründungen Geld abknöpfen sollte, müssten wir uns überlegen, ob wir uns unsere Sozialsysteme überhaupt leisten können. Zukünftige Generationen müssen immer mehr Lasten tragen. Wenn ein Arbeitnehmer 2 oder 3 Rentenempfänger aushalten soll, bleibt für ihn bei dem jetzigen System kaum noch was zum Leben. Konsequenz: Er wandert aus. Und das wird dann kriminalisiert werden. Denn der Staat wird Wege finden, an Geld zu kommen.
Solidarisch wäre es, jedem nach seinem Glück streben zu lassen und ihn nicht an die kurze Leine zu nehmen.
Kommentar 8: "Wenn schon USA als Vergleich, dann aber auch richtig. Also: keine Steuern auf Erbschaften, keine Steuern auf Einkommen aus Investments, in vielen Faellen keine oder lachhafte Einkommenssteuer."
Kommentar 8 kennt offenbar die US-Steuern nicht. Erbschaftsteuern ("estate tax") sind happig, Einkommen auf Investments (meint vermutlich: aus Kapitalvermögen) werden besteuert wie normale Einkünfte - also keine Sonderbehandlung wie in Deutschland mit der Abschlagsteuer (auf Wertzuwächse zahlt man allerding im Moment nur 15% "capital gains tax" an die Bundesregierung), und je nachdem wo man wohnt, zahlt man neben der Bundeseinkommensteuer zusätzlich Einkommensteuer an den Bundestaat. (Es gibt aber keine Mehrwertsteuer und die lokale "sales tax" ist geringer.) Auch wenn die Steuern in den USA insgesamt geringer sein mögen, die Darstellung von Kommentar 8 trifft absolut nicht zu.
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