MaklerprovisionEin wenig mehr Transparenz vor dem Versicherungsabschluss

Versicherungsmakler bekommen für jede verkaufte Police Geld. Wie viel, wissen die Kunden nicht. Eine EU-Richtlinie will das ändern, Kritikern geht sie nicht weit genug.

Mit gerade einmal 25 Jahren verdient Mehmet Göker seine erste Million. Sein Erfolgsrezept: Er verkauft private Krankenversicherungen übers Telefon und kassiert dafür Provisionen, manchmal mehrere tausend Euro pro Kunde. In nur drei Jahren baut Göker so ein Unternehmen auf, das mit dem Verkauf von Versicherungspolicen einen Umsatz von 65 Millionen Euro macht. Eine Zeit lang ist er eine der schillernsten Figuren in der Versicherungsbranche – bis sein Unternehmen pleitegeht und Göker vor Gericht landet.

Gut 250.000 Versicherungsmakler arbeiten derzeit in Deutschland. Auch wenn die wenigsten von ihnen Makler à la Göker sind, hat ihr Berufsstand keinen guten Ruf. Das Problem: Sie verdienen nur dann gut, wenn sie möglichst viele Versicherungen an den Mann bringen. Freie Makler leben ausschließlich von Provisionen. Vermittler arbeiten dagegen nur für ein bestimmtes Versicherungsunternehmen: Sie verdienen zwar ein Grundgehalt, stocken das aber durch Provisionen auf. Lediglich Honorarberater kassieren kein Geld für die von ihnen verkauften Verträge.

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"Provisionen machen Versicherungen oft teurer, als sie eigentlich sein müssten", sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Oft wüssten die Verbraucher gar nicht, wie hoch die Provision des Maklers ist. Bislang müssen Versicherungsmakler ihre Provisionen nur auf Anfrage offenlegen. Das soll sich jetzt ändern. Künftig sollen die Makler den Kunden vor Vertragabschluss mitteilen müssen, wie viel sie an dem Geschäft verdienen. Das steht in einer EU-Richtlinie, die Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Dienstag vorlegen will. Laut Entwurf soll die Regelung für Lebensversicherungen sofort gelten – für alle anderen Policen ist eine Schonfrist von drei Jahren vorgesehen.

Verbraucherschützer bemängeln die Richtlinie

Verbraucherministerin Ilse Aigner hofft, dass die geplante Richtlinie eine höhere Kostentransparenz für die Kunden bringt. "Verbraucher müssen wissen, was sie zu welchen Konditionen erwerben, welcher Anteil ihres Geldes in das Finanzprodukt fließt und welcher Anteil in Provisionen und andere Kosten", sagt ein Ministeriumssprecher. Dem Bund der Versicherten (BdV) geht der Vorstoß der EU-Kommission aber noch nicht weit genug. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider nur ein Trippelschritt", kritisiert BDV-Vorstandschef Axel Kleinlein. "Was wir bräuchten, ist ein einheitliches Formular, in das Makler dann auch die Höhe ihrer Provision eintragen müssen." Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Makler ihre Einnahmen im Kleingedruckten verstecken.

Nach Ansicht des Verbands Deutscher Versicherungsmakler ist zudem nicht genau genug geregelt, wer Versicherungen vermitteln darf. Zwar muss sich jeder Makler bei der Industrie- und Handelskammer registrieren lassen. "Doch die im Vermittlerregister erfassten Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, formaler Status und Registernummer schaffen für den Verbraucher nicht den erhofften Mehrwert", bemängelt Verbandspräsident Peter Wesselhoeft. Zudem werde später nicht mehr überprüft, zu wie vielen Versicherungen der Makler Geschäftsbeziehungen habe. So könne sich auch jemand als unabhängiger Makler bezeichnen, der nur mit ein oder zwei Versicherungen zusammenarbeitet. "Dadurch wird der Verbraucher eher irregeführt als aufgeklärt", fürchtet Wesselhoeft.

Besonders hoch sind die Provisionszahlungen bei Lebens- und Krankenversicherungen, weil diese Versicherungen oft für ein Leben lang abgeschlossen werden. Gerade bei der Vermittlung privater Krankenversicherungen (PKV) hat das Folgen: Weil sich die Makler stärker an den Provisionen als an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, würden "PKV-Tarife mit teilweise existenziellen Leistungsausschlüssen im Krankheitsfall verkauft", heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IFMDA).

Leserkommentare
  1. in dem allg. EU Bashing geht unter, dass wir eine Großzahl an vebraucherfreundlichen Regelungen nur durch die EU haben.
    Wenn mal Regelungen kommen die keinen Sinn ergeben, dann beruht das meist auf egoistischen nationalen Interessen, die dort eingebracht werden.

    Von dem her, bitte mehr EU!

    Eine Leserempfehlung
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    Ich frage mich manchmal ob es nur Unwissenheit ist oder bewusste Verbreitung von Unwahrheit um Sachen in eine bestimmte Rchtng zu lenken um bestimmte Interesssen zu bedienen. Der Satz "lediglich Honorarberater kassieren kein Geld für die von ihnen v e r k a u f t e n Verträge! Honorrarberater verkaufen also Verträge und tun dies aus reiner nächstenliebe als Freizeitgestaltung oder so! Nebenbei sollte man auch erwähnen wie, womit und in welcher höhe dort Geld verdient wird, damit der verbraucher wirklich vergleichen kann! Wer mit diesem, an vielen Stellen höchst zweifelhaftem Artickel, bedient werden soll ist unschwer zu erkennen. 20 Monatsbeiträge für Krankenversicherung Provision! Wer damit Reklame macht und damit den Verbraucher massisv falsch unterrichtet sollte sich schämen! Ich arbeite seit über 20 Jahren als Makler, ja ich und die absolut übergroße Mehrheit seriöser Makler haben Prov. hier zwischen 7 und 9 Monatbeiträge bekommen und das war die Prov. für die absolute Masse wenn man wirklich die zum Kunden pasende Gesellschaft vermitelt hat, was die übergroße Masse auch getean hat. Hier solche Verbrecher wie M.Göker als Maßstab hin zu stellen (zumindest in Verbindung mit der Prov.) ist mehr als verlogen und unseriös. Der Verfasser wird hier ev. sagen ja so war das ja nicht gemeint - doch so ist es aber geschreiben und für den Laien kommt es so eindeutig heraus! Ist wohl auch beabsichtigt vom Verfasser, denke ich.

    Versicherungsmakler bekommen Geld für von ihnen vermittelte Verträge. Stimmt. Ausschließlichkeitsvermittler auch. Dass den Ausschließlichkeitsvermittlern "Ziele" vorgegeben werden, will sagen, Art und Anzahl der zu vermittelnden Verträge, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Genausowenig wie die Situation der Bankmitarbeiter, die ebenso gehalten sind, ein bestimmtes Kontingent zu erfüllen. Anderenfalls werden zunächst die Bezüge reduziert und dann die Stelle neu besetzt. Was daran nun kundenfreundlicher sein soll als die Arbeit eines Versicherungsmaklers, der schon rechtlich eine völlig andere Stellung (Sachwalter der Kundeninteressen) hat, müßte mir mal jemand erklären. Ist man hier in der Breite der Meinung, Versicherung kann jeder selbst? Dann viel Spaß bei der Fortbildung, mindestens Fachmann/-frau für Versicherungen ist Vertriebsvoraussetzung lt. EU-Vermittlerrichtlinie.
    Ich freue mich über jeden, der qualifizierte Arbeit zu schätzen weiß und mit der Entlohnung leben kann, Ärzte werden auch bezahlt, Apotheker, Lehrer etc. Nicht wahr?

    Ich frage mich manchmal ob es nur Unwissenheit ist oder bewusste Verbreitung von Unwahrheit um Sachen in eine bestimmte Rchtng zu lenken um bestimmte Interesssen zu bedienen. Der Satz "lediglich Honorarberater kassieren kein Geld für die von ihnen v e r k a u f t e n Verträge! Honorrarberater verkaufen also Verträge und tun dies aus reiner nächstenliebe als Freizeitgestaltung oder so! Nebenbei sollte man auch erwähnen wie, womit und in welcher höhe dort Geld verdient wird, damit der verbraucher wirklich vergleichen kann! Wer mit diesem, an vielen Stellen höchst zweifelhaftem Artickel, bedient werden soll ist unschwer zu erkennen. 20 Monatsbeiträge für Krankenversicherung Provision! Wer damit Reklame macht und damit den Verbraucher massisv falsch unterrichtet sollte sich schämen! Ich arbeite seit über 20 Jahren als Makler, ja ich und die absolut übergroße Mehrheit seriöser Makler haben Prov. hier zwischen 7 und 9 Monatbeiträge bekommen und das war die Prov. für die absolute Masse wenn man wirklich die zum Kunden pasende Gesellschaft vermitelt hat, was die übergroße Masse auch getean hat. Hier solche Verbrecher wie M.Göker als Maßstab hin zu stellen (zumindest in Verbindung mit der Prov.) ist mehr als verlogen und unseriös. Der Verfasser wird hier ev. sagen ja so war das ja nicht gemeint - doch so ist es aber geschreiben und für den Laien kommt es so eindeutig heraus! Ist wohl auch beabsichtigt vom Verfasser, denke ich.

    Versicherungsmakler bekommen Geld für von ihnen vermittelte Verträge. Stimmt. Ausschließlichkeitsvermittler auch. Dass den Ausschließlichkeitsvermittlern "Ziele" vorgegeben werden, will sagen, Art und Anzahl der zu vermittelnden Verträge, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Genausowenig wie die Situation der Bankmitarbeiter, die ebenso gehalten sind, ein bestimmtes Kontingent zu erfüllen. Anderenfalls werden zunächst die Bezüge reduziert und dann die Stelle neu besetzt. Was daran nun kundenfreundlicher sein soll als die Arbeit eines Versicherungsmaklers, der schon rechtlich eine völlig andere Stellung (Sachwalter der Kundeninteressen) hat, müßte mir mal jemand erklären. Ist man hier in der Breite der Meinung, Versicherung kann jeder selbst? Dann viel Spaß bei der Fortbildung, mindestens Fachmann/-frau für Versicherungen ist Vertriebsvoraussetzung lt. EU-Vermittlerrichtlinie.
    Ich freue mich über jeden, der qualifizierte Arbeit zu schätzen weiß und mit der Entlohnung leben kann, Ärzte werden auch bezahlt, Apotheker, Lehrer etc. Nicht wahr?

  2. Ich frage mich manchmal ob es nur Unwissenheit ist oder bewusste Verbreitung von Unwahrheit um Sachen in eine bestimmte Rchtng zu lenken um bestimmte Interesssen zu bedienen. Der Satz "lediglich Honorarberater kassieren kein Geld für die von ihnen v e r k a u f t e n Verträge! Honorrarberater verkaufen also Verträge und tun dies aus reiner nächstenliebe als Freizeitgestaltung oder so! Nebenbei sollte man auch erwähnen wie, womit und in welcher höhe dort Geld verdient wird, damit der verbraucher wirklich vergleichen kann! Wer mit diesem, an vielen Stellen höchst zweifelhaftem Artickel, bedient werden soll ist unschwer zu erkennen. 20 Monatsbeiträge für Krankenversicherung Provision! Wer damit Reklame macht und damit den Verbraucher massisv falsch unterrichtet sollte sich schämen! Ich arbeite seit über 20 Jahren als Makler, ja ich und die absolut übergroße Mehrheit seriöser Makler haben Prov. hier zwischen 7 und 9 Monatbeiträge bekommen und das war die Prov. für die absolute Masse wenn man wirklich die zum Kunden pasende Gesellschaft vermitelt hat, was die übergroße Masse auch getean hat. Hier solche Verbrecher wie M.Göker als Maßstab hin zu stellen (zumindest in Verbindung mit der Prov.) ist mehr als verlogen und unseriös. Der Verfasser wird hier ev. sagen ja so war das ja nicht gemeint - doch so ist es aber geschreiben und für den Laien kommt es so eindeutig heraus! Ist wohl auch beabsichtigt vom Verfasser, denke ich.

  3. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

  4. 4. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/lv

  5. 5. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/lv

  6. die Verfasserin Frau Neuhaus liegt leider faktisch mit Ihren Angaben daneben und zitier falsche Angaben aus dem UNABHÄNGIGEN Hause der ehrenamtlichen Verbraucherzentrale.

    Allgemeine PKV Provisionen (bis 9MB) kann ich bestätigen.

    Die Macht der Presse
    TraumProvisionen (10.000€) sind zudem aber nicht Einkommen! Eine Werbeseite im Boulevardblatt bringt 10.000€,
    die der Verlag nicht als komplette Einnahme für sich, sondern auf Steuern, Bürokosten und gut verdienende Redakteure und deren Schulung umlegen muss.

    Faire Transparenz wünschen wir uns alle. Bitte nicht auf Kosten der Verbraucher.

    FT
    Makler und Verbraucherschützer

    • und999
    • 03.07.2012 um 14:07 Uhr

    und in welcher Branche muss man den Verdienst zurückzahlen?

    Dem Becker bringe ich auch nicht die vertrockneten Brötchen zurück.. und wenn die Krankenversicherung gekündigt wird,
    muss ich die Provision zurückzahlen..Das hatte ich schon, obwohl der Mann oder die Frau die Versicherung benutzt hat..Ich habe der Versicherung den Kunden gebracht..

    Die Firma ist insolvenz gweorden - die Renten wurden gekündigt - ich zahlte meine Proviosion zurück.

    Und in der Presse wird ständig von der Altersarmut getrommelt und dagegen soll man den Leuten eine Rentenversicherung verkaufen - Betrug? Zu viele Versicherungen wenn zur Haftpflicht die Riester-Rente einer Familie mit 3 kleinen Kindern verkauft wird?

  7. Hier bekommt man im Schnitt 10,- EUR netto ausgezahlt.
    Kein Mensch würde davon leben können.
    Es muss daher in anderen Bereichen mehr Provision geben.
    Die deutschen Versicherungsmakler verdienen im Durchschnitt 60.000,- EUR Brutto. Es besteht angesichts der Arbeitszeiten und des verzerrten und schlechten Berufsbildes, welches durch solch unglaublich falschen Artikel weiter beschädigt wird, kein Grund für andere, selbständige Berufsgruppen eine Neiddebatte zu entfachen.
    Bitte nicht einen Versicherungsmakler mit einem Immobilienmakler verwechseln.

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