Die US-Notenbank steht möglicherweise vor einem neuen Konjunkturprogramm. Der Chef der Federal Reserve (Fed), Ben Bernanke, sagte in seiner Eröffnungsansprache auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole, zusätzliche Hilfsmaßnahmen könnten wegen der anhaltenden Wirtschaftsflaute und der hohen Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen werden. Die ökonomische Lage in den USA sei "weit entfernt von zufriedenstellend", die wirtschaftlichen Herausforderungen teilweise "beängstigend", sagte er in der mit Spannung erwarteten Ansprache. Konkrete Ankündigungen über mögliche Schritte der Zentralbank machte Bernanke jedoch nicht.

Bernanke bekräftigte die Absicht der Fed, die Konjunktur weiter zu stützen, sollte dies notwendig werden. Die Kosten möglicher Maßnahmen seien immer noch beherrschbar. Die Zentralbank hatte zwischen 2008 und 2011 schon zweimal für Hunderte Milliarden Dollar langfristige Staatsanleihen und Hypothekenpapiere gekauft, um dadurch Zinsen zu drücken und die Nachfrage anzukurbeln. Ob sie diesen Schritt wiederholt, ließ Bernanke offen.

Er verwies auch auf die Risiken einer weiteren geldpolitischen Lockerung: Sie könne die Stabilität der Finanzmärkte und die Glaubwürdigkeit der Notenbank beeinträchtigen. Vor allem könne die Fed keine nachhaltige Wirtschaftspolitik ersetzen, sagte Bernanke. Er hatte bereits zuvor mehrfach darauf verwiesen, dass die Euro-Krise und der politische Streit um US-Staatsausgaben außerhalb des Einflussbereichs der Zentralbank liegen.

Die Fed geht gegen das niedrige Wirtschaftswachstum in den USA aktuell mit einer Niedrigzinspolitik vor, die sie bis Ende 2014 aufrechterhalten will. Der Zielsatz liegt seit Ende 2008 auf einem Rekordtief von knapp über null Prozent. Auch läuft ein Anleihetausch bis zum Jahresende weiter, mit dem die Notenbank die Zinsen für langlaufende Kredite senken will. Mit weitergehenden Maßnahmen wird nicht vor Mitte September gerechnet, wenn der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.