Solarbranche: Chinesische Solarfirmen auf Shoppingtour in Deutschland
Chinesische Solarkonzerne nutzen die Krise und gehen auf Einkaufstour in Deutschland. So sichern sie sich reihenweise Expertise und Vertriebsstrukturen.
© Ed Jones/AFP/GettyImages

Installation eines Solarparks in Tianjin, China
Dünnschichttechnologie und Siliziumbänder. Lucas Flöther hat seit Anfang August mit einer neuen Welt und ihrem Vokabular zu tun. Der Rechtsanwalt ist Insolvenzverwalter für den angeschlagenen Modulhersteller Sovello aus Bitterfeld-Wolfen. Die einstige Tochter der Solarunternehmen Q-Cells und Evergreen ist seit Mitte Mai zahlungsunfähig, 1.200 Mitarbeiter fürchten um ihren Arbeitsplatz.
Jetzt fuchst sich Flöther in die Solarzellproduktion ein. Er ist auf der Suche nach möglichen Investoren. Konkrete Namen will er nicht nennen, aber es seien auch asiatische Unternehmen unter den Interessenten. "Natürlich auch aus China", sagt Flöther.
Sovello hat sich auf die string ribbon-Technologie spezialisiert. Indem Fäden durch flüssiges Silizium gezogen werden, entsteht ein hauchdünnes Siliziumband. Diese Dünnschichttechnologie gilt als besonders effiziente Art der Zellproduktion, da wenig Silizium und Energie gebraucht werden. "Das Unternehmen hat begehrtes Kapital, von der Technologie bis zum modernen Maschinenpark", sagt Flöther.
Für chinesische Energiekonzerne sind Firmen wie Sovello, die zurzeit verzweifelt auf einen Investoren hoffen, heiß begehrte Perlen. Sie nutzen die Krise der deutschen Solarbranche, um deutsche Modulhersteller zu übernehmen oder sich zumindest finanziell zu beteiligen. Dabei haben sie es vor allem auf kleinere Firmen mit Spezialverfahren wie der Dünnschichttechnologie abgesehen.
Patente und Vertriebsstrukturen sichern
Vom Ausverkauf der deutschen Modulhersteller sprechen bereits erste Branchenvertreter. "Chinesische Hersteller kaufen sich die Technologie, aber auch die Vertriebswege und die starken Markennamen ein", sagt Erkan Aycicek, Energiespezialist der LBBW. Viele dieser kleinen Firmen halten Patente an Technologien, die zwar noch nicht heute, aber vielleicht in einigen Jahren extrem wertvoll sein könnten. Wer heute zuschlägt, sichert sich den technischen Vorsprung.
Prominentestes Beispiel ist der kleine Solarspezialist Sunways aus Konstanz. Anfang des Jahres stieg der chinesische LDK-Solarkonzern als Großaktionär bei Sunways ein, dem es an Kapital fehlte, um die Krise zu überstehen. Von der "PV-System- und Designkompetenz" von Sunways schwärmten beide Firmen bei der Übernahme.
Dahinter verbirgt sich unter anderem das Geschäft mit Solarzellen in Fensterscheiben und Fassaden. Spezialtechnologie, die – kombiniert mit den etablierten Vertriebswegen auf dem deutschen Markt – Sunways für die Chinesen attraktiv machte.
Die Reihe lässt sich fortsetzen. Anfang Juni kaufte Hanergy, ein großer Energieversorger aus China, die Q-Cells-Tochter Solibro, einen Dünnschichtspezialisten. Glaubt man dem Branchenklatsch, dann könnten auch die beiden Berliner Firmen Soltecture sowie Global Solar Energy an Hanergy gehen. Der chinesische Solarzellhersteller Aikosolar schlug im Sommer im Ruhrpott zu und übernahm Scheuten Solar aus Gelsenkirchen.




....weil sie ihre ganze Kraft, das gesamte politische Kapital mit unsinnigen Projekten wie dem Tieferen Europa vergeudet.
Hier auch zeigen sich die Kosten dieses Projekts. Ob allerdings unsere Politiker es viel besser machen würden, würden sie über die chinesische Herausforderung nachdenken ist aus der Erfahrung mit der Qualität der Verträge von Maastricht, Lissabon oder nun dem ESM etwas fraglich. Das ist nämlich wie die in diesen behandelten Themen keine Problematik, zu der eine Bürokratie geprägte Weltanschauung besonders gute Lösungen findet, weil sie bürokratisch nicht lösbar sind.
Das ist nationalistischer Populismus nach dem Motto: wir finanzieren, die kassieren.
Trotzdem ist der chinesische Weg des Protektionismus erfolgreich während unser Freihandel für Chinesen schön blöd ist und Deutschland keinen Vorteil bringt.
Hinterherhecheln hinter der geraden „hippen“ öffentlichen Meinung, das Politiker veranlasst heute so und morgen so zu handeln.
Da die Trends in Zeiten von Facebook und Twitter immer schneller wechseln, wechselt auch die "Planungssicherheit" für Unternehmen immer schneller.
Atomausstieg erst ja, dann nein und dann doch wieder. Solarförderung ja und dann doch nicht soviel, Ich AG´s , Existenzgründungsförderung, Transrapid usw. usw. es gibt ein Haufen Beispiele wo mit riesigen Mengen an Steuergeldern subventioniert wurde und dann kam ein sinnloser Cut.
Ich verstehe so etwas nicht. Warum legt man nicht fest: 5 Jahre gibt es den Förderungshöchstsatz und 10 Jahre sinkt er dann um jeweils 10% bis auf Null.
Da kann sich jedes Unternehmen drauf einstellen und wenn nach 15 Jahren Förderung die Sache nicht alleine „laufen“ kann, taugt sie eh nix.
Aber von heut auf morgen 30 % kürzen überlebt kein Branche.
Und natürlich muss gegen staatlich subventionierten Konkurrenz etwas getan werden. In den USA geht das schließlich auch.
deshalb einfach nachgebaut werden können, hat sich wahrscheinlich schon rumgesprochen. Warum die richtige Hochtechnologien, als Grundlage auch unseren Fortschritts, wie Bio-, Kernkraft- und Gentechnologie aus dem Land vertrieben werden, muss man mal die Grünen fragen. Ach ja, wegen der Entsorgungsprobleme und des eigenen Profits. Die sind bei den hochgiftigen Solarmodulen noch nicht einmal ansatzweise geklärt. Machen das dann auch die Chinesen?
Man muss unterscheiden zwischen Modulen auf Siliziumbasis und sogenannten Dünnschichtmodulen.
Nur die Dünnschichtmodule können mit problematischen Stoffen (Cadmium) versetzt sein und daher umweltschädigend sein.
Siliziummodule sind völlig unproblematisch.
Allerdings wird die Dünnschichttechnologie momentan auf Siliziumbasis umgestellt, damit ist Ihr Argument etwas veraltet und betrifft eh nur einen winzigen Teil der Module in Deutschland.
Man muss unterscheiden zwischen Modulen auf Siliziumbasis und sogenannten Dünnschichtmodulen.
Nur die Dünnschichtmodule können mit problematischen Stoffen (Cadmium) versetzt sein und daher umweltschädigend sein.
Siliziummodule sind völlig unproblematisch.
Allerdings wird die Dünnschichttechnologie momentan auf Siliziumbasis umgestellt, damit ist Ihr Argument etwas veraltet und betrifft eh nur einen winzigen Teil der Module in Deutschland.
andererseits: während Griechenland etwa sich kaum ohne Gesetze nur mit freien Willen enthalten könnten,
ist es es ist ja nicht so dass es nicht in Deutschland Billionen an möglichen Kapital gibt,
nur will anscheinend niemand hier kaufen eben wegen der Rahmenbedingungen
und die Firmenbesitzer brauchen das Geld oder gehen einfach pleite,
wollen Sie diese Firmen nun eingehen lassen, einfach nur China heraushalten, bäh? ist das nicht Spielplatz-Niveau?
über die Subventionen, fehlende Zölle usw. kann man wunderbar meckern, aber das reine Fernhalten der chinesichen Investoren.., da sehe ich kein Ziel?
investieren gerne aber keine Übernahmen.
Anders machens die bei den deutschen Unternehmen in China ja auch nicht.
investieren gerne aber keine Übernahmen.
Anders machens die bei den deutschen Unternehmen in China ja auch nicht.
"Warum die richtige Hochtechnologien, als Grundlage auch unseren Fortschritts, wie Bio-, Kernkraft- und Gentechnologie aus dem Land vertrieben werden, muss man mal die Grünen fragen."
Ich glaube, das ist, weil sich hinter Biotechnologie vieles verbirgt, was so gar nicht natürlich ist,
hinter Kernkraft noch ein paar ungeklärte Entsorgungsprobleme bestehen
und hinter Gentechnologie eine Art von unbeherrschbarem Frankenstein lauern kann.
Wir sind da verantwortungsvoller als es der Turbo-Aufhol-kapitalismus der Chinesen denen gestattet.
Ich sehe für unseren Produktionsmarkt aber eher die Gefahr aus dem "wundersame Geldvermehrung"land USA.
Wenn die erst Ihre druckfrischen Blüten zur Shoppingtour in der deutschen und europäischen Realwirtschaft einsetzen, und das werden die ganz sicher, dann gehen BMW, Mercedes usw., weg wie warme Hamburger, und werden auch für den realen Gegenwert eines Hamburgers mit Pommes gekauft, denn in Blütenwährung bezahlt.
Und wenn wir das nicht mitmachen, wird einfach wieder "der Finanzmarkt unruhig".
Na, und das wollen wir doch nicht, oder?
Hallo tobmat
herzlichen Dank für die Anmerkung, tatsächlich ist Sovello ursprünglich ein Joint Venture von Q-Cells und Evergreen gewesen.
Herzliche Grüße
Marlies Uken
"Der hallesche Wirtschaftsforscher Ulrich Blum fordert die Gründung einer staatlichen Holding, um die Technologie und einzelne Firmen zu retten. Steffen Höhne sprach mit dem Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Halle und ehemaligen Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)."
interessantes interview.
http://www.mz-web.de/serv...
Man kann auch restriktive Entwicklungs- und Patent-Pools schaffen und von den Fertigungstätten trennen, dann sind Technologiejäger auch ausgeblockt.
Ich hielte es für durchaus eine gute Idee das der Staat ein Vorkaufsrecht auf Patente hat und diese aufkauft und dann auf 10 Jahre vermietet.
Man kann auch restriktive Entwicklungs- und Patent-Pools schaffen und von den Fertigungstätten trennen, dann sind Technologiejäger auch ausgeblockt.
Ich hielte es für durchaus eine gute Idee das der Staat ein Vorkaufsrecht auf Patente hat und diese aufkauft und dann auf 10 Jahre vermietet.
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