Haushaltspolitik: Wie Deutschland an der Euro-Krise verdient
Während der Süden sparen muss, saniert sich der deutsche Haushalt quasi von selbst. Allein die Zinskosten sinken durch die Krise um mehr als 60 Milliarden Euro.
© REUTERS/Miguel Vidal

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
Kein europäischer Finanzminister wird in diesen Tagen von seinen Kollegen so beneidet wie Wolfgang Schäuble. Im Süden Europas müssen die Kassenwarte die Haushalte zusammenstreichen und miterleben, wie die Zinsen für ihre Anleihen trotzdem weiter steigen. Schäuble dagegen kann sich quasi zurücklehnen: Sein Haushalt saniert sich praktisch von selbst. Die Steuereinnahmen steigen und gleichzeitig sinken die Zinsen, die der deutsche Staat für neue Schulden zahlen muss. Zuletzt gelang es dem Staat gleich mehrfach, Geld zu negativen Zinsen geliehen zu bekommen.
Tatsächlich profitiert der Bundeshaushalt massiv von der Euro-Krise, wie Berechnungen des Kieler Ökonomen Jens Boysen-Hogrefe zeigen: So wird der deutsche Staat für all die Anleihen, die er in den letzten dreieinhalb Jahren ausgegeben hat, nur noch 86 Milliarden Euro Zinskosten zahlen müssen.
Lägen die Zinsen dagegen noch immer auf dem Niveau wie zwischen 1999 und 2008, so wären es satte 154 Milliarden gewesen. Deutschland kann also 68 Milliarden einsparen – allein durch niedrigere Zinsen. "Schäuble fallen gerade reife Früchte in den Schoß", sagt Boysen-Hogrefe.
Die Zinsersparnisse in Milliardenhöhe relativieren auch die bislang ausgezahlten deutschen Hilfen für die Krisenländer deutlich. Ihm Rahmen des ersten Hilfspakets vergab Deutschland an Griechenland Kredite in Höhe von 15,2 Milliarden Euro, der deutsche Anteil an den Hilfen aus dem EU-Haushalt liegt bei 9,8 Milliarden Euro.
Betrachtet man allerdings die gesamte deutsche Haftungssumme aus allen Euro-Rettungsschirmen, so ist die Euro-Krise auch für Deutschland kein profitables Unterfangen. Insgesamt summieren sich die deutschen Hilfszusagen nach Angaben des Bundesfinanzministeriums auf 310,3 Milliarden Euro.




... - mit mindestens 80 Milliarden - finanziert werden müssen, dann dürfte sich dieser Vorteil in Luft auflösen. Deshalb sind die 60 Milliarden kein Grund, die Schuldvergemeinschaftungskeule auszupacken.
Mit dieser Einschätzung dürften Sie absolut recht haben. Daher grenzt dieser Artikel schon fast an Zynismus.
Dazu Erhellendes von Mark Schieritz -> http://blog.zeit.de/herde...
Bisher hat Deutschland fast nur Kredite und Bürgschaften an die Euro-Schuldenländer vergegeben - und kassiert dafür auch noch fette Zinsen. Aber selbst wenn die Darlehen etwa von Griechenland nicht zurückgezahlt werden können (wofür Einiges spricht), würde Deutschland immer noch weit mehr vom Euro profitieren. Denn ohne Gemeinschaftswährung stünde die D-Mark um ca. 40 bis 50 Prozent höher. Vorbei wäre es mit den schönen Exporterfolgen, die bei uns viele Arbeitsplätze sichern und für sprudelnde Steuereinnahmen sorgen. Dann wäre Deutschland wieder der "kranke Mann Europas", wie vor der Einführung des Euro.
Der Anwalt und Senator Marcus Tullius Cicero beschrieb die Krise 66 v. Chr.:
„Als sehr viele Leute große Vermögen in Asien verloren hatten, brach das Kreditgeschäft in Rom wegen der geminderten Zahlungsfähigkeit zusammen. Es ist nämlich unmöglich, dass viele Menschen Hab und Gut einbüßen, ohne dass sie noch andere mit sich ins gleiche Unglück reißen. Bewahrt den Staat vor dieser Gefahr! Es sind nämlich - glaubt mir dieses, weil ihr es selbst seht - dieses Kreditwesen und dieser Finanzmarkt, welcher in Rom auf dem Forum seinen Mittelpunkt hat, mit dem Geldwesen in Asien eng verflochten. Jene Dinge dort in Asien können nicht zusammenbrechen, ohne dass die hiesige Finanzwirtschaft von derselben Erschütterung erfasst wird und ebenfalls zusammenbricht.“
Wenn Sie das Wort "Finanzkrise" in google eingeben spuckt es diesen Link aus:
http://de.wikipedia.org/w...
Allein diese paar Seiten Wort sollte Ihnen zu denken geben.
Mal angenommen:
Falls wir für niemanden bürgen würden und es in Europa zu einer Depression kommt, klopft sie auch zeitnah bei uns in Deutschland an. Dann tritt diese Depression die amerikanische Tür ein und auch wenn der Chinese Sie dann mit Blumen und Pralinen erwarten würde, außer einem Lidschlag könnte er ihr nichts entlocken. Und all das an einem Tag.
Die Folgen? Auf Seite 2.
Noch am selben Tag(!) wäre dann klar was uns in kürzester Zeit erwarten würde:
- Die Menschen ziehen ihr Geld aus Angst ab
- immenser Vertrauensverlust der Menschen in alle Institutionen
- keine zukunftsichere Planung in Konzernen und Firmen, die Folge: Kündigungen, Auftragsrückgang
- Arbeitslosigkeit von mindestens 20%
- Staatspleiten
Das alles erwartet uns, ob nun mit oder ohne Bürgschaften.
Ohne jedoch kommt der Crash schneller und er würde auch von Europa ausgehen(Was das politische Todesurteil für Europa wäre).
Der Tag an dem wir anfangen Solidarität mit unseren Nachbarn zu üben, nicht nur mit Bürgschaften oder Eurobonds, sondern mit den Menschen der seine Kinder aus Geldnöten abgeben musste, der seinen Nächsten die Medizin nicht kaufen kann und allen anderen die nichts dafür können, weil eben jeder nur auf sich selber schaut. Müssen wir wirklich in eine tiefe Depression rutschen um die wahren Werte wieder zu erkennen?
Ich sage Nein.
Wie die Gewinne Deutschlands an der Eurokrise aussehen werden, läßt sich schon mal hier abschätzen.
http://www.faz.net/aktuel...
Fast ausnahmslos haben die Euroländer kontinuierlich weitere Schulden angehäuft. Welche Länder waren in der Lage, Schulden abzubauen?
Und warum sollen die Länder, für die Deutschland bürgt, in der Zukunft in der Lage sein, Schulden zurückzuzahlen?
Wer das versucht, den Bürgern weiszumachen, lügt wider besseres Wissen.
Mit dieser Einschätzung dürften Sie absolut recht haben. Daher grenzt dieser Artikel schon fast an Zynismus.
Dazu Erhellendes von Mark Schieritz -> http://blog.zeit.de/herde...
Bisher hat Deutschland fast nur Kredite und Bürgschaften an die Euro-Schuldenländer vergegeben - und kassiert dafür auch noch fette Zinsen. Aber selbst wenn die Darlehen etwa von Griechenland nicht zurückgezahlt werden können (wofür Einiges spricht), würde Deutschland immer noch weit mehr vom Euro profitieren. Denn ohne Gemeinschaftswährung stünde die D-Mark um ca. 40 bis 50 Prozent höher. Vorbei wäre es mit den schönen Exporterfolgen, die bei uns viele Arbeitsplätze sichern und für sprudelnde Steuereinnahmen sorgen. Dann wäre Deutschland wieder der "kranke Mann Europas", wie vor der Einführung des Euro.
Der Anwalt und Senator Marcus Tullius Cicero beschrieb die Krise 66 v. Chr.:
„Als sehr viele Leute große Vermögen in Asien verloren hatten, brach das Kreditgeschäft in Rom wegen der geminderten Zahlungsfähigkeit zusammen. Es ist nämlich unmöglich, dass viele Menschen Hab und Gut einbüßen, ohne dass sie noch andere mit sich ins gleiche Unglück reißen. Bewahrt den Staat vor dieser Gefahr! Es sind nämlich - glaubt mir dieses, weil ihr es selbst seht - dieses Kreditwesen und dieser Finanzmarkt, welcher in Rom auf dem Forum seinen Mittelpunkt hat, mit dem Geldwesen in Asien eng verflochten. Jene Dinge dort in Asien können nicht zusammenbrechen, ohne dass die hiesige Finanzwirtschaft von derselben Erschütterung erfasst wird und ebenfalls zusammenbricht.“
Wenn Sie das Wort "Finanzkrise" in google eingeben spuckt es diesen Link aus:
http://de.wikipedia.org/w...
Allein diese paar Seiten Wort sollte Ihnen zu denken geben.
Mal angenommen:
Falls wir für niemanden bürgen würden und es in Europa zu einer Depression kommt, klopft sie auch zeitnah bei uns in Deutschland an. Dann tritt diese Depression die amerikanische Tür ein und auch wenn der Chinese Sie dann mit Blumen und Pralinen erwarten würde, außer einem Lidschlag könnte er ihr nichts entlocken. Und all das an einem Tag.
Die Folgen? Auf Seite 2.
Noch am selben Tag(!) wäre dann klar was uns in kürzester Zeit erwarten würde:
- Die Menschen ziehen ihr Geld aus Angst ab
- immenser Vertrauensverlust der Menschen in alle Institutionen
- keine zukunftsichere Planung in Konzernen und Firmen, die Folge: Kündigungen, Auftragsrückgang
- Arbeitslosigkeit von mindestens 20%
- Staatspleiten
Das alles erwartet uns, ob nun mit oder ohne Bürgschaften.
Ohne jedoch kommt der Crash schneller und er würde auch von Europa ausgehen(Was das politische Todesurteil für Europa wäre).
Der Tag an dem wir anfangen Solidarität mit unseren Nachbarn zu üben, nicht nur mit Bürgschaften oder Eurobonds, sondern mit den Menschen der seine Kinder aus Geldnöten abgeben musste, der seinen Nächsten die Medizin nicht kaufen kann und allen anderen die nichts dafür können, weil eben jeder nur auf sich selber schaut. Müssen wir wirklich in eine tiefe Depression rutschen um die wahren Werte wieder zu erkennen?
Ich sage Nein.
Wie die Gewinne Deutschlands an der Eurokrise aussehen werden, läßt sich schon mal hier abschätzen.
http://www.faz.net/aktuel...
Fast ausnahmslos haben die Euroländer kontinuierlich weitere Schulden angehäuft. Welche Länder waren in der Lage, Schulden abzubauen?
Und warum sollen die Länder, für die Deutschland bürgt, in der Zukunft in der Lage sein, Schulden zurückzuzahlen?
Wer das versucht, den Bürgern weiszumachen, lügt wider besseres Wissen.
der das einseitige Bild etwas vervollständigt!
Wielange noch?
Wielange noch?
Mit dieser Einschätzung dürften Sie absolut recht haben. Daher grenzt dieser Artikel schon fast an Zynismus.
Erstens einmal ist es mir nicht eingängig, warum Deutschland "wegen der Euro-Krise" einen niedrigeren Zinssatz hat als ohne selbige. Und außerdem halte ich das Ganze für eine simple Milchmädchenrechnung, denn die Eurokrise kann man nur als Paket sehen. Das Euro Desaster wurde uns bereits von den Initiatoren des Euro ins Nest gelegt und wird uns noch Summen kosten, gegen die die paar Milliärdchen gar nichts sind. Meiner Ansicht nach soll auch mit diesem Artikel dem bereits verlorenen Euro noch weiter das Wort geredet werden.
..."wegen der Euro-Krise" einen niedrigeren Zinssatz hat als ohne selbige."
Das ist weil der Bund im Euro zur Fluchtanlage geworden ist. Wer im Euro sein muss, muss das Geld irgendwo unterbringen. Die Banken sind suspekt, die PIIGS sind suspekt, Frankreich ist suspekt und Holland ist zu klein. Es bleiben Bunds. Das ist der gleiche Grund, weshalb die Treasuries so teuer sind.
Einfach angebot und nachfrage. Viele menschen haben mehr geld, als sie ausgeben koennen. Dafuer suchen sie eine sichere anlage. Viele staaten sind keine sichere anlage mehr, dashalb wollen alle "deutschland ihr geld leihen". Deutschland braucht geld, aber nicht so viel, deshalb koennen wir uns aussuchen, von wem wir es nehmen. Ohne krise gaebe es mehr "sichere haefen" die nachfrage waere hoeher, der zins wuerede steigen :-)
Unser niedriger zins geht ja einher mit hohen zinsen anderswo.
Niemand macht hier eine milchmaedchenrechnung. Aus dem text ging deutlich hervor, dass es sich hier um einen temporaeren lokalen segen handelt und deutschland durch die krise selbst unterm strich keine gewinne machen wird...
Sorry fuer die rechtschreibung und zeichen - schreibe mobile
vodralba: "Erstens einmal ist es mir nicht eingängig, warum Deutschland "wegen der Euro-Krise" einen niedrigeren Zinssatz hat als ohne selbige. "
Wie im Artikel erwähnt: Die Märkze zweifeln an der Zahlungsfähigkeit der Krisenländer und sehen Deutschland (dadurch) als sicheren Hafen an (vgl. Seite 2, Absatz 1 des Artikels).
Deutschland wird in der Krise bislang als derart sicherer Hafen angesehen, dass Anleger in letzter Zeit nicht nur auf Zinsen für deutsche Staatsanleihen verzichten, sondern Deutschland sogar noch Zinsen auf das Geld zahlen, dass sie Deutschland leihen (negative Zinsen; Seite 1, Absatz 1 des Artikels).
..."wegen der Euro-Krise" einen niedrigeren Zinssatz hat als ohne selbige."
Das ist weil der Bund im Euro zur Fluchtanlage geworden ist. Wer im Euro sein muss, muss das Geld irgendwo unterbringen. Die Banken sind suspekt, die PIIGS sind suspekt, Frankreich ist suspekt und Holland ist zu klein. Es bleiben Bunds. Das ist der gleiche Grund, weshalb die Treasuries so teuer sind.
Einfach angebot und nachfrage. Viele menschen haben mehr geld, als sie ausgeben koennen. Dafuer suchen sie eine sichere anlage. Viele staaten sind keine sichere anlage mehr, dashalb wollen alle "deutschland ihr geld leihen". Deutschland braucht geld, aber nicht so viel, deshalb koennen wir uns aussuchen, von wem wir es nehmen. Ohne krise gaebe es mehr "sichere haefen" die nachfrage waere hoeher, der zins wuerede steigen :-)
Unser niedriger zins geht ja einher mit hohen zinsen anderswo.
Niemand macht hier eine milchmaedchenrechnung. Aus dem text ging deutlich hervor, dass es sich hier um einen temporaeren lokalen segen handelt und deutschland durch die krise selbst unterm strich keine gewinne machen wird...
Sorry fuer die rechtschreibung und zeichen - schreibe mobile
vodralba: "Erstens einmal ist es mir nicht eingängig, warum Deutschland "wegen der Euro-Krise" einen niedrigeren Zinssatz hat als ohne selbige. "
Wie im Artikel erwähnt: Die Märkze zweifeln an der Zahlungsfähigkeit der Krisenländer und sehen Deutschland (dadurch) als sicheren Hafen an (vgl. Seite 2, Absatz 1 des Artikels).
Deutschland wird in der Krise bislang als derart sicherer Hafen angesehen, dass Anleger in letzter Zeit nicht nur auf Zinsen für deutsche Staatsanleihen verzichten, sondern Deutschland sogar noch Zinsen auf das Geld zahlen, dass sie Deutschland leihen (negative Zinsen; Seite 1, Absatz 1 des Artikels).
Dazu Erhellendes von Mark Schieritz -> http://blog.zeit.de/herde...
"noch 86 Milliarden Euro Zinskosten"
Wenn man solche Zahlen kleine Zahlen präsentiert bekommt, wird durchaus klar, dass eine gemeinsame Schuldenverantwortung - in welcher Form auch immer - wesentlich weniger schlimm für Deutschland ist als so oft dargestellt. Spätestens, wenn man von den Kosten Deutschlands im Falle eines Zusammenbruchs der EU liest.
....gerechtfertigt wäre. Die Südländer sehen das und bekommen lange Zähne. Sie sind auch in EU, Euroland und ESM in der Mehrheit.
Zwar mag die höhere Zinslast bei Vergemeinschaftung von Schulden NOCH erträglich sein. Wer bürgt kann aber nicht so tun, als ob nicht die Gefahr bestünde, in Anspruch genommen zu werden. Letzendlich haftet der Bürge für die Schulden eines anderen genauso wie der Schuldner selbst. Einer Privatperson kann man nur wirklich abraten für den Bruder oder Ehegatten zu bürgen. So wurden ganze Familien in den Ruin getrieben. Warum soll der Spruch "wer bürgt, wird erwürgt" nicht auch auf der Markoebene gelten. Ich kann die SPD wirklich nicht verstehen, warum sie sich auf Eurobonds einlassen will. Das kostet Rot-Grün 2013 den ansich fast sicheren Wahlsieg.
....gerechtfertigt wäre. Die Südländer sehen das und bekommen lange Zähne. Sie sind auch in EU, Euroland und ESM in der Mehrheit.
Zwar mag die höhere Zinslast bei Vergemeinschaftung von Schulden NOCH erträglich sein. Wer bürgt kann aber nicht so tun, als ob nicht die Gefahr bestünde, in Anspruch genommen zu werden. Letzendlich haftet der Bürge für die Schulden eines anderen genauso wie der Schuldner selbst. Einer Privatperson kann man nur wirklich abraten für den Bruder oder Ehegatten zu bürgen. So wurden ganze Familien in den Ruin getrieben. Warum soll der Spruch "wer bürgt, wird erwürgt" nicht auch auf der Markoebene gelten. Ich kann die SPD wirklich nicht verstehen, warum sie sich auf Eurobonds einlassen will. Das kostet Rot-Grün 2013 den ansich fast sicheren Wahlsieg.
Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/mk
Das erklärt natürlich, warum Frau Merkel so sehr die Union behalten will, wie sie jetzt ist. Ich hatte vermutet, dass diese Tilgungen ja irgendwo hingehen müsste.
Wenn dies jedoch so ist wie beschrieben, unterstütze ich die Rettungsvorhaben komplett!
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