Einwanderer aus ChinaIn Flushing lebt der amerikanische Traum

Im Osten New Yorks gibt es ihn noch, den amerikanischen Traum. Doch gelebt und umgesetzt wird er nicht von Amerikanern, sondern von Einwanderern aus Asien.

Der Flushing Meadows Corona Park im New Yorker Stadtteil Flushing

Der Flushing Meadows Corona Park im New Yorker Stadtteil Flushing

Anzugträger drängeln, Kinder quengeln, Lieferanten schieben Handkarren hochgetürmt mit Ware durch die Menge. An den Buden links und rechts werden Dumplings verkauft – gefüllte Dampfnudeln nach asiatischem Rezept – und andere Spezialitäten, zum Mitnehmen, auf die Hand. Auslagen mit Tees und Gewürzen verströmen exotische Gerüche. An einem Treppenaufgang bietet ein Rentner DVDs mit Raubkopien populärer Filme und Untertiteln in Mandarin an.

"Hier gibt es alles, was sie wollen", begeistert sich Geschäftsmann Peter Tu. Es ist eine Straßenszene wie in Peking oder Taipeh. Doch sie spielt auf einem anderen Kontinent: In Nordamerika, genauer gesagt in Flushing. Auf den Straßenkarten ist Flushing nur einer der vielen Außenbezirke von New York, am Rande des Stadtteils Queens und an der Endstation der U-Bahnlinie 7 gelegen. In Wirklichkeit aber ist Flushing die jüngste asiatische Boomtown.

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Die Mehrheit der Einwohner kommt aus China, Korea, Taiwan oder Südostasien. Über eine halbe Million Asiaten leben hier, auf der Suche nach dem amerikanischen Traum: Hartes Arbeiten und ein ordentliches Leben versprechen in diesem Land Wohlstand und Glück. Der Traum scheint sich für viele auch zu erfüllen, sogar in diesen schwierigen Zeiten. "Von der Großen Rezession haben wir hier kaum was bemerkt", sagt Tu, Direktor der Flushing Chinese Business Association.

Wovon wir träumen

Auch unsere Träume bestimmen über den Wohlstand. Der American Dream etwa hat die USA zu einer Nation hart arbeitender Aufsteiger gemacht. Gibt es auch einen German Dream? Einen Chinese Dream? Davon handelt eine Serie auf ZEIT ONLINE.

Im ersten Teil berichtet die frühere Wanderarbeiterin Tian Taiwang, wie sie eine eigene Kleidungsfabrik gründete.

Im zweiten Teil schreibt Heike Buchter über Flushing im Osten von New York City, wo Einwanderer aus Asien den American Dream leben.

 Die neuesten Modelle von BMW und Mercedes sind hier inzwischen häufiger zu sehen als am Times Square. An allen Ecken, so scheint es, wird gebaut; neue Einkaufszentren und Luxusapartmenttürme entstehen, an deren Finanzierung sich Investoren aus Seoul, Hongkong und Shanghai beteiligen. Die Preise für Eigentumswohnungen sind um 30 Prozent gestiegen – in Manhattan fielen zur gleichen Zeit die Preise. Und während Unternehmen im Rest Amerikas in den Krisenjahren Millionen Arbeitsplätze strichen, stellten sie in Flushing ein. Löhne und Gehälter legten um 17 Prozent zu.

Fragt man Tu, was Flushing antreibt, überlegt er nicht lang. Es sei die einmalige Mischung aus chinesischem Fleiß und Genügsamkeit – und eben dem amerikanischen Traum. "Mehr als ökonomische sind es kulturelle Faktoren, das wird zu oft unterschätzt." FOB – Fresh off the Boat – nennen die Alteingesessenen die oft illegalen Neuankömmlinge, die es voller Hoffnung nach Flushing treibt. Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht hat nach Tus Beobachtung daran nichts geändert. In China sei man nicht frei. In China schrieben sie einem vor, wie man zu leben habe. 

Leserkommentare
    • xpeten
    • 30.08.2012 um 16:27 Uhr

    Es hat ihn noch nie gegeben, es gibt ihn nicht und es wird ihn auch nie geben,

    nichts als reaktionäre Propaganda, ein Mythos,

    die paar Menschen, die es in den USA von unten nach oben geschafft haben, gibt es in jedem Land, die hätten es sowieso und überall sonst auch geschafft,

    wie die genannten Einwanderer aus Asien.

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    Ich finde es interessant, dass sie einem Traum sein Existenzrecht absprechen wollen.

    • Nero11
    • 30.08.2012 um 18:30 Uhr

    Zur Zeit der Amerikanischen Revolution, als die erste institutionelle Demokratie entstanden ist und Menschenrechte zum ersten Mal in einer Verfassung festgeschrieben wurden.

    Das wars dann aber leider auch schon...

    Ich finde es interessant, dass sie einem Traum sein Existenzrecht absprechen wollen.

    • Nero11
    • 30.08.2012 um 18:30 Uhr

    Zur Zeit der Amerikanischen Revolution, als die erste institutionelle Demokratie entstanden ist und Menschenrechte zum ersten Mal in einer Verfassung festgeschrieben wurden.

    Das wars dann aber leider auch schon...

  1. Wieso sind diese Menschen denn eigentlich nicht bei uns ? Schade!

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    keinen "Deutschen Traum" gibt.

    • Hermez
    • 30.08.2012 um 17:41 Uhr

    ...die Asiaten sind auch bei uns. Schon mal umgeschaut?
    In den letzten Jahren sind mir immer mehr aufgefallen. Beliebte asiatische "Übernahmeprojekte" scheinen bspw. Kioske oder Imbissbuden zu sein.
    Mich stört`s nicht:)

    • bayert
    • 31.08.2012 um 8:05 Uhr

    und Geld verdienen. Ich habe zahlreiche Inder getroffen, die mit dem deutschen Steuersystem ihre Probleme hatten. Die Abzüge waren ihnen deutlich zu hoch. Wenn sie feststellen, dass ihre Freunde in den USA mehr verdienen, ist klar, wohin die Reise geht.

    keinen "Deutschen Traum" gibt.

    • Hermez
    • 30.08.2012 um 17:41 Uhr

    ...die Asiaten sind auch bei uns. Schon mal umgeschaut?
    In den letzten Jahren sind mir immer mehr aufgefallen. Beliebte asiatische "Übernahmeprojekte" scheinen bspw. Kioske oder Imbissbuden zu sein.
    Mich stört`s nicht:)

    • bayert
    • 31.08.2012 um 8:05 Uhr

    und Geld verdienen. Ich habe zahlreiche Inder getroffen, die mit dem deutschen Steuersystem ihre Probleme hatten. Die Abzüge waren ihnen deutlich zu hoch. Wenn sie feststellen, dass ihre Freunde in den USA mehr verdienen, ist klar, wohin die Reise geht.

  2. Ich finde es interessant, dass sie einem Traum sein Existenzrecht absprechen wollen.

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    Gibt es ein Existenz-Recht für Träume?

    Gibt es ein Existenz-Recht für Träume?

  3. Waere schoen, wenn de mal ne einwanderungspolitik hinbekommen wuerde, die solche menschen auch nach de hieht und nicht wahllos jeder reingelassen wird.

    Eine Leserempfehlung
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    • newbie
    • 30.08.2012 um 20:36 Uhr

    wenn sie die deutsche Einwanderungspolitik an der der USA ein Vorbild macht. Fangen wir doch an:

    -- Jedes im Lande geborene Kind bekommt automatisch die Staatsbürgerschaft
    -- Doppelte Staatsbürgerschaft
    -- Erwachsene sind Berechtigt, unbefristete Aufenthaltserlaubnis (Greencard) für die Eltern zu beantragen
    -- Auch "Illegale" können zur Schule und Uni gehen
    -- Polizei ist bis auf wenige Ausnahmen (man erinnere sich an die Aufregung um das umstrittene Gesetz Alabamas) nicht berechtigt, Aufenthaltstatus zu überprüfen.

    Es wäre in der Tat wünschenswert, wenn die deutsche Einwanderungspolitik bei diesen Punkten mitmacht!

    • newbie
    • 30.08.2012 um 20:36 Uhr

    wenn sie die deutsche Einwanderungspolitik an der der USA ein Vorbild macht. Fangen wir doch an:

    -- Jedes im Lande geborene Kind bekommt automatisch die Staatsbürgerschaft
    -- Doppelte Staatsbürgerschaft
    -- Erwachsene sind Berechtigt, unbefristete Aufenthaltserlaubnis (Greencard) für die Eltern zu beantragen
    -- Auch "Illegale" können zur Schule und Uni gehen
    -- Polizei ist bis auf wenige Ausnahmen (man erinnere sich an die Aufregung um das umstrittene Gesetz Alabamas) nicht berechtigt, Aufenthaltstatus zu überprüfen.

    Es wäre in der Tat wünschenswert, wenn die deutsche Einwanderungspolitik bei diesen Punkten mitmacht!

  4. keinen "Deutschen Traum" gibt.

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    Der handelt von Windturbinen, Solarzellen und Elektroautos.

    Und das meine ich nicht mal ironisch!

    • tecnyc
    • 30.08.2012 um 18:22 Uhr

    Ich bin der Ansicht, dass es in Deutschland noch viel einfacher geht, aus sich etwas Großes zu machen. Diskriminierungen sind verboten, es wird also niemand benachteiligt. Wir haben auch ein sehr üppiges Sozialsystem (die ganzen Sozialversicherungen, Bafög, Kindergeld, Elterngeld etc pp). Das alles haben die USA nicht. Trotzdem jammern wir auf höchstem Niveau, wie schlecht es uns doch angeblich geht.
    Es mangelt uns stark an Vitalität, Leistungsbereitschaft und einer insgesamt positiveren Lebenseinstellung. Das alles nämlich haben die ostasiatischen Einwanderer in den USA. Deshalb sind sie so erfolgreich. Sie sind ein klassisches Lehrstück bezüglich der Mentalität von Aufsteigern.

    Der handelt von Windturbinen, Solarzellen und Elektroautos.

    Und das meine ich nicht mal ironisch!

    • tecnyc
    • 30.08.2012 um 18:22 Uhr

    Ich bin der Ansicht, dass es in Deutschland noch viel einfacher geht, aus sich etwas Großes zu machen. Diskriminierungen sind verboten, es wird also niemand benachteiligt. Wir haben auch ein sehr üppiges Sozialsystem (die ganzen Sozialversicherungen, Bafög, Kindergeld, Elterngeld etc pp). Das alles haben die USA nicht. Trotzdem jammern wir auf höchstem Niveau, wie schlecht es uns doch angeblich geht.
    Es mangelt uns stark an Vitalität, Leistungsbereitschaft und einer insgesamt positiveren Lebenseinstellung. Das alles nämlich haben die ostasiatischen Einwanderer in den USA. Deshalb sind sie so erfolgreich. Sie sind ein klassisches Lehrstück bezüglich der Mentalität von Aufsteigern.

  5. …nunmal kaum Träumer in Deutschland (mehr) zu geben. Und dies beschränkt sich leider nicht nur auf den Wirtschaftssektor des hiesigen Lebens, was vermutlich die der viel tragischere Aspekt ist.

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    Die allerdings träumen vom bedingungslosen Grundeinkommen. So wird dat aber nix.

    Die allerdings träumen vom bedingungslosen Grundeinkommen. So wird dat aber nix.

  6. Der handelt von Windturbinen, Solarzellen und Elektroautos.

    Und das meine ich nicht mal ironisch!

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    Antwort auf "Weil es"
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    davon träumt janz bestimmt eine laaaaaaaaaaaarge amount von narrow minded teutonals for sure ...

    davon träumt janz bestimmt eine laaaaaaaaaaaarge amount von narrow minded teutonals for sure ...

  7. Das überflüssige ›die‹ ist zu zu ignorieren… simultanes Denken und Schreiben.

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