Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, im Bundestag © Tim Brakemeier/dpa

Unionsfraktionschef Volker Kauder und weitere CDU-Politiker haben sich gegen neue Zugeständnisse an  Griechenland ausgesprochen. "Die Griechen müssen einhalten, was sie zugesagt haben, da gibt es keinen Spielraum mehr, weder beim Zeitrahmen noch in der Sache selbst", sagte Kauder dem Spiegel . "Denn das wäre schon wieder ein Bruch von Vereinbarungen."

Für ein drittes Griechenland-Hilfspaket sehe er in der Koalition "wenig Chancen", sagte Kauder. Die Griechen müssten "irgendwann die Frage beantworten: Strengen wir uns vielleicht noch mehr an, oder verlassen wir den Euro?"

Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) wandte sich am Wochenende gegen ein weiteres Hilfspaket. "Wir können nicht schon wieder ein neues Programm machen", sagte Schäuble. Es gebe Grenzen und man könne nicht verantworten, "Geld in ein Fass ohne Boden zu werfen".

Finanzierungslücke größer als angenommen

Am Samstag war bekannt geworden , dass Griechenlands Finanzierungslücke wohl größer ist als bisher angenommen: Laut einem Spiegel -Bericht fehlen der Regierung in den beiden kommenden Jahren nicht 11,5 Milliarden Euro, sondern bis zu 14 Milliarden Euro. Das geht aus Gesprächen der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalen Währungsfonds hervor. Ursache sollen Rückschläge bei geplanten Privatisierungen und ausbleibende Steuereinnahmen sein.

Die neue Finanzierungslücke hat die Debatte um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone weiter angetrieben. Nach Informationen der Welt am Sonntag dringt Frankreich mit den südeuropäischen Ländern darauf, Athen notfalls neue Hilfen zu gewähren, um ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion zu vermeiden. Außerdem soll Griechenland mehr Zeit für seine Sparpläne bekommen. Die deutsche Regierung ist strikt gegen derartige Pläne, gleichzeitig betont sie, wie wichtig Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone ist.

Schäuble sagte: "Wenn der Euro nicht zusammenbleibt, zahlen wir den höchsten Preis." Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sieht keinerlei Grund für Austrittsszenarien. Eine Vorbereitung von Banken und Versicherungen sei nicht notwendig, sagte Juncker. "Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletzt alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung." Erst im Falle einer totalen Verweigerung bei Haushaltskonsolidierung und Reformen würde man sich mit dieser Frage beschäftigen müssen, sagte der luxemburgische Regierungschef. Technisch sei ein Austritt Griechenlands möglich, aber er sei mit unabsehbaren Folgen verbunden, sagte Juncker weiter.