Wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen ermitteln US-Behörden offenbar gegen die Münchner HypoVereinsbank . Das berichtet die Financial Times . Die Bank bestätigte, sie kooperiere mit Behörden in den USA "im Hinblick auf Personen und Unternehmen, die mit US-Sanktionen belegt sind". Die Ermittlungen seien durch Dokumente bekannt geworden, die der Mutterkonzern Unicredit bereits vor längerer Zeit veröffentlicht hatte, die aber zunächst keine Beachtung in den Medien gefunden hätten, berichtete die Zeitung.

Die Untersuchungen sollen Iran-Geschäfte der Bank betreffen. Die HypoVereinsbank teilte am Sonntag auf Anfrage mit, hinsichtlich der andauernden Ermittlungen gebe das Unternehmen keine weiteren Kommentare ab. Das Institut erklärte lediglich, es überprüfe die Einhaltung der von den USA verhängten Wirtschaftssanktionen breit angelegt und auf eigene Initiative.

Die US-Behörden prüfen schon seit Jahren, ob internationale Banken für Geschäfte mit Ländern wie dem Iran , Sudan , Myanmar , Nordkorea und Kuba gegen Sanktionen verstoßen haben. Auch gegen die Deutsche Bank sollen die Behörden laut einem Bericht der New York Times ermitteln. Ein Sprecher der Deutschen Bank hatte dies seinerzeit nicht kommentieren wollen, aber betont, die Bank habe bereits 2007 die Entscheidung getroffen, keine neuen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran, Sudan, Syrien und Nordkorea aufzunehmen und bestehende Geschäftsbeziehungen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu kündigen.

Die Commerzbank zählt ebenfalls zu den untersuchten Banken. Das Institut weist bereits in Börsenprospekten auf finanzielle Risiken aus möglichen Verstößen gegen die US-Sanktionen hin. Daraus könne aber nicht abgeleitet werden, dass diese Risiken auch tatsächlich eintreten werden, hatte die Commerzbank kürzlich gesagt. Zuletzt hatte die britische Bank Standard Chartered wegen ähnlicher Vorwürfe mit der US-Finanzaufsicht einen Vergleich geschlossen und dafür 340 Millionen Dollar (275,4 Millionen Euro) gezahlt.