MietpreiseDeutsche Großstädte sind nichts für Geringverdiener

Immobilien- und Mietpreise in Deutschland sind stark gestiegen. Es droht zwar keine Blase, doch bezahlbare Wohnungen für Geringverdiener werden in Städten immer knapper. von 

Wohnen wird teurer: Mit den Preisen steigen auch die Mieten.

Wohnen wird teurer: Mit den Preisen steigen auch die Mieten.  |  © Soeren Stache/dpa

Immobilien in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Wie eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ergab, sind insbesondere in den Großstädten die Preise für Wohnungen drastisch gestiegen . Weil sich zugleich auch die Mieten entsprechend verteuert haben, wird es in den Ballungszentren für Menschen mit geringem Einkommen immer schwerer, noch bezahlbare Wohnungen zu finden.

Besonders Gruppen wie Rentner und Hartz-IV-Empfänger können sich die teureren Wohnungen kaum noch leisten. Weil die staatliche Grundsicherung kaum steige und auch die Miethöchstbeträge nur selten angepasst würden, "besteht die Gefahr, dass Bedürftige kaum noch bezahlbare Wohnungen finden oder sogar ihre Wohnkosten nicht mehr tragen können", schreiben die IW-Forscher. Sie fordern eine Anhebung der staatlichen Unterstützung, sollten die Mieten in den Großstädten weiter steigen. Andernfalls befürchten die Autoren "soziale Spannungen".

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Wie schwer es für Geringverdiener wird, bezahlbaren Wohnraum in Ballungszentren zu finden, belegt auch die Entwicklung bei Sozialwohnungen . Ihre Zahl ist einem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen. So habe es 2002 noch 2,47 Millionen Sozialwohnungen in Deutschland gegeben, berichteten die Ruhr Nachrichten unter Berufung auf eine Antwort des Bundesbauministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay. Bis Ende 2010 sank diese Zahl um etwa 800.000 auf nur noch 1.660.000 Wohnungen.

Till Schwarze
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Till Schwarze ist Nachrichtenredakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Lay warnte in der Zeitung vor einer "neuen Wohnungsnot" und warf der Bundesregierung Versagen vor. "Ohne sozialen Wohnungsbau steigen die Mieten ohne Ende. Wir brauchen eine Neuauflage des sozialen Wohnungsbaus", sagte die Bundestagsabgeordnete. Der Mieterbund rechnet mit einem Bedarf von 825.000 Wohnungen bis zum Jahr 2017.

Die Experten des IW lehnen einen solchen Ausbau allerdings ab. Sozialer Wohnungsbau sei wegen dessen geringer Treffsicherheit keine Lösung, sagte Direktor Michael Hüther. "Lieber sollte man die Märkte offen halten."

Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent

An den Märkten stiegen die Preise für Eigentumswohnungen dem IW zufolge von 2003 bis 2011 bundesweit um etwa 10,5 Prozent. Sehr viel stärker verteuerten sich die Immobilien in den fünf Großstädten, die in der Studie untersucht wurden: in Hamburg um 31 Prozent, in Berlin sogar um 39 Prozent. In München stiegen die Preise mit 23 Prozent nicht ganz so stark, in Frankfurt (plus 14 Prozent) und Köln (plus 9 Prozent) fielen die Steigerungen am geringsten aus. Vor allem im Jahr 2011 habe es noch einmal einen deutlichen Anstieg gegeben, sagte IW-Direktor Michael Hüther: Am teuersten seien Eigentumswohnungen derzeit in München mit 4.200 Euro pro Quadratmeter. Etwas billiger sind sie in Hamburg mit 3.118 Euro, gefolgt von Frankfurt (2.911 Euro). Am günstigsten schneiden Berlin (2.240 Euro) und Köln (2.100 Euro) ab.

Die Forscher des IW gingen in ihrer Studie vor allem der Frage nach, ob wegen solch massiv ansteigender Preise Deutschland eine Immobilienblase drohen könnte, wie es sie in den USA , Irland oder Spanien gegeben hat – mit entsprechend negativen Folgen für die Gesamtwirtschaft.

Leserkommentare
  1. München und Paris sollen kostentechnisch nur max. 35 % des zur Verfügung stehenden Einkommens einfordern ? Hamburg ist günstiger als Köln ?
    Ich weiss, dass man in München mehr verdient,als in Köln, aber nur, weil sonst dort keiner wohnen könnte.1998 hat ein Bekannter von mir dort gewohnt. In der Probezeit hat er eine Wohnung von einem Studenten übernommen, der für ein Jahr im Ausland war : 15 qm für 1000,- DM kalt ! Dann hat er eine Familie gegründet und ein Haus gemietet (200 Meter weiter, wäre es schon nicht mehr München gewesen): 2.600, €, kalt selbstverständlich ! Nach ihrer Rechnung hätte er dann über 10.000,- € zur Verfügung haben müssen ! Das hört sich eher nach Gesundbeterei an !!!

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    Das Problem ist, dass die statistisch erhobenen Wohnkosten auch jene Wohnungen enthalten, die seit 20 Jahren bereits an dieselben Mieter vermietet sind. Und da Deutschland sehr viele langfristige Mieter hat und in vielen Staedten, z.B. in Berlin, aber auch im Ruhrgebiet diese "Altwohnungen" immer noch sehr guenstig vermietet sind, drueckt das die Gesamtstatistik. Fuer jemanden, der HEUTE eine Wohnung sucht, ist aber nur relevant, was er JETZT dafuer zahlen muesste, nicht, wie hoch die fiktive Durchschnittsmiete ist. Ausserdem sind die Single Wohnungen ein schlechter Referenzpunkt. In Deutschland steigen die Kosten pro Quadratmeter viel deutlicher an als in vielen anderen Laendern. Eine 4-Zimmer-Wohnung in Koeln ist deutlich teurer, als eine vergleichbare Wohnung in Dublin - obwohl in Dublin die Single-Wohnung teurer ist.

    • hefe60
    • 02. August 2012 22:26 Uhr

    Meine Stieftochter lebt aktuell in einem 1-Zimmer-Appartement im 2.OG. mit ca. 25 m² in München (nebst Balkon und Keller) in unmittelbarer Nähe zum Oktoberfestplatz. Warmmiete EUR 406,00. Wo also ist das Problem? Diese Mieten sind beinahe in Nürnberg in guten Lagen erzielbar. Und Bekannte sowie Fakten von 1998 sind immerhin 14 Jahre überholt - wenn überhaupt nachprüfbar!

    • _bla_
    • 03. August 2012 6:03 Uhr

    München und Paris sollen kostentechnisch nur max. 35 % des zur Verfügung stehenden Einkommens einfordern ?
    Für eine, vermutlich ziemlich kleine und schlecht gelegenen, 1-Zimmer Wohnung. Sobald die Lage etwas besser wird, man etwas mehr Platz will werden auch Leute mit etwas überdurchschnittlichem Einkommen schnell mehr als 35% auf den Tisch legen müssen. Das sind alles kein ungewöhnlichen Ansprüche, sondern Sachen, die von sehr vielen geteilt werden.

    • kimiko
    • 03. August 2012 8:58 Uhr

    „In der Probezeit hat er eine Wohnung von einem Studenten übernommen, der für ein Jahr im Ausland war : 15 qm für 1000,- DM kalt ! Dann hat er eine Familie gegründet und ein Haus gemietet (200 Meter weiter, wäre es schon nicht mehr München gewesen): 2.600, €, kalt selbstverständlich ! Nach ihrer Rechnung hätte er dann über 10.000,- € zur Verfügung haben müssen ! Das hört sich eher nach Gesundbeterei an !!!

    In Ihre Rechnung hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Bei der ersten Wohnung müsste er 4000,- Euro verdienen und bei der zweiten 5.200,- Euro, da ja zumindest seine Frau die Hälfte beitragen kann. Im Vergleich zur ersten Wohnung ist das Haus eigentlich günstiger.

  2. Eine familienfreundliche und soziale Politik müsste dafür sorgen, dass Wohnraum nicht zur reinen Ware, zum Spielball der Spekulanten werden kann. Wenn man sieht, wie z.B. in Hamburg die jungen Familien immer mehr an den Stadtrand gedrängt werden, wie die Makler geradezu obszöne Preise verlangen, und dann auch noch bedenkt, dass reiche Griechen und Russen in Blankenese und Pöseldorf ihr Schwarzgeld parken, dann wünscht man sich, dass diese Blase ganz schnell platzt - und den Profiteuren um die Ohren fliegt wie ein Kaugummi.
    Wohnen ist ein Menschenrecht!

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    • hefe60
    • 02. August 2012 22:30 Uhr

    Die Mehrheit der bundesdeutschen Vermieter sind Privatpersonen, die mit einer vermieteten Immobilie ihre Rente ergänzen wollen (siehe Haus + Grund). Wer allerdings die letzen 20 Jahre darauf SPEKULIERT hat, dass sich der Wohnungsmarkt nochmals 20 Jahre im Dornröscheschlaf halten lässt, der hat sich verspekuliert.

    • hefe60
    • 02. August 2012 22:33 Uhr

    Arbeiten auch. Und leider zeigt die Tendenz der letzten Jahre, dass der Arbeitende der Vermieter ist um die Mietausfälle derjenigen zu kompensieren, die "soziale Spaltung 2.0" im persönlichem Verweigerungsverfahren durchziehen wollen.

    • drusus
    • 02. August 2012 20:33 Uhr
    3. Makler

    Ich sehe ein großes Problem auch in dem "Beruf" des Maklers. Es ist bekannt, dass die in der Zwischenzeit sogar auf Beerdigungen gehen. Makler bekommen für sehr wenig Aufwand sehr viel Geld und werden nocht nicht mal vom Auftraggeber bezahlt. Es kann doch nicht sein, dass da ein Vertrag zwischen einem Verkäufer und einem Makler zuungunsten des Käufers gemacht werden. Das entspricht nicht meinem rechtgefühl. Der Verkäufer kann doch den Makler bezahlen. Es würde sich am Immobilienmarkt einiges tun.

    Eine Freundin möchte gerade eine Wohnung in begehrter Lage verkaufen ohne Makler. Sie hat regelrechten Telefonterror von ALLEN Maklerbüros der Stadt!

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    Interessante Dokumentation zu dem Thema von ZDFzoom: http://www.zdf.de/ZDF/zdf...

  3. könnte man die Aussichten für Deutschlands attraktivste Metropolen zusammen fassen.

    Eine weitere sozioökonomisch bedingte Segregationswelle ist bereits im Anlaufen - womit nicht nur sozial Schwächere, insbesondere junge Familien und Leute mit sog. Migrationshintergrund, ausgegrenzt werden, sondern auch diverse Subkulturen und sog. Kreative, die damit aus dem Business gedrängt werden.

    Zurück bleibt im öffentlichen Leben ein kommerzieller mainstream, jede Menge Franchise-Unternehmen auf den shopping-malls usw. - kurz: eine Konsumkultur die man sich leisten können muß, um dazu zu gehören. Prädestiniert für die neue schöne Großstadtwelt: Dink´s und gutverdienende Job-Nomaden, die sich schon seit einigen Jahren in die hippen Quartiere eingekauft haben. Die anderen müssen vom Land in die Stadt pendeln - was dem sozialen Klima wie der Umwelt nicht gut tut...

    Aber es wird auch noch ein paar bezahlbare Löcher für die Servicekräfte in den Vorstädten geben, die Politik wird´s richten...

    Soziale Spaltung 2.0 - aber Hauptsache "die Märkte sind gesund". Bei so viel platter BWL-Weisheit kann einem übel werden.

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  4. Ja, Frankreich hat ein neues Gesetz! Mieterhöhung nur der Inflationsrate entsprechend.

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    Es wird nicht helfen, da die derzeitige Finanzpolitik darauf ausgerichtet ist, dass die Inflation ansteigt, die Zinsen aber niedrig bleiben, und die Gehaltserhöhungen eher die Zinsen als die Inflation folgen.

    Frankreich ist und bleibt des deutschen Sozen-Paradies.

    Man sollte sich aber nicht von der Romantik des Frankreich-Urlaubs täuschen lassen. Die niedlichen Zimmerchen in Paris, sind für den der dort Lebenden teuerste Bruchbuden. Wenn man mal nicht Paris durch die Linse des Fotoapparats betrachtet und sich die Häuser dort _wirklich_ anschaut, kann man gar nicht anders als Paris zum General-Sanierungsgebiet zu erklären. Und wer selbst danach noch verträumt ist, dem sei mal ein Blick in die örtlichen Wohnungsanzeigen gegönnt, die Miet-Preise sind astronomisch. Das Arrondissement ist unbezahlbar für Familien.

    Und wer ist schuld? Nun einer sicher nicht: Der freie Wohnungsmarkt, den den gibt es in Paris seit Jahrzehnten nicht mehr. Dank eben jenen Schreien nach "sozialer Gerechtigkeit" und "Erhaltung des Stadtbildes" werden Politiker von links und rechts ins Amt gewählt, die diesen dumpfen Wünschen genüge tun.

    Dieses neue Gesetz wird die Lage der Menschen in Frankreich nur noch verschlechtern.

    • hefe60
    • 02. August 2012 22:37 Uhr

    Warum nicht gleich alle Immos verstaatlichen? Hätten Vermieter während der letzten 20 Jahre via Mieterhöhungen auch nur den Inflationsausgleich erhalten, wären sie als Miethaie abgestempelt worden. Warum nur regen sich alle auf, wenn mal seit vielen Jahren die Mieten steigen? Hat man wohl zu lange auf die Börse gesetzt? Hätten Vermieter die Mieten derart erhöht, wie die Wohnnebenkosten primär von Energieversorgern erhöht worden sind, dann wäre ein gigantischer Aufschrei durch die Medien gegangen.

    • cardiac
    • 02. August 2012 20:45 Uhr

    Hier zeigt sich vor allem auch, dass mit etwas einfach nicht gerechnet wurde: Dem Wachstum der großen Großstädte Deutschlands. Bis vor einigen Jahren waren sämtliche Bevölkerungswachstumsprognosen für deutsche Städte noch von Stagnation oder Schrumpfung geprägt. Dann setzte der Wandel ein, und schnell wurden neue Prognosen erstellt, die immer noch vorsichtiger sind als die Realität in den letzten 3 Jahren. Bestes Beispiel Frankfurt und München, hier exlodiert die Bevölkerung regelrecht, mit Wachstumsraten von 2% pro Jahr. Kein Wunder, dass da auch Wohnraum teurer wird. In Frankfurt wird gebaut wie der Teufel, und trotzdem kompensiert es die Nachfrage nicht vollends.

    Wir Deutschen sollten aufhören so viel Geld in das "Land" zu stecken, was in 10-20 Jahren eh beinahe ausgestorben sein wird, sondern uns auf unsere STädte konzentrieren.

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    "Wir Deutschen sollten aufhören so viel Geld in das "Land" zu stecken, was in 10-20 Jahren eh beinahe ausgestorben sein wird, sondern uns auf unsere STädte konzentrieren."

    Kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ohne Not in eine Stadt gefahren wäre, und auch in 10, 20 Jahren wird's noch genug Leute geben, die auf dem Land wohnen und die "Stadt" mit "Vorhölle" übersetzen. Habe auch mal mitten drin in der Metropole gewohnt (Fußweg ins Büro) und habe damals entsetzlich viel Sprit verbraucht, um ihr wann immer es ging zu entfliehen. Im Zeitalter von Internet und Home-Office gibt's jedoch endgültig keinen Grund mehr, in so'n Dreckloch* zu ziehen.

    *(Die schlimmsten Drecklöcher sind mittlerweile wenigstens als solche gekennzeichnet (Dummweltzone).)

    Was meinen Sie denn mit dem folgenden Satz?

    "Wir Deutschen sollten aufhören so viel Geld in das "Land" zu stecken, was in 10-20 Jahren eh beinahe ausgestorben sein wird, sondern uns auf unsere STädte konzentrieren."

    Entweder glauben Sie, dass die Fehlinvestitionen der Stadt-Politik nicht genug waren oder merken nicht, dass die Fehlinvestitionen in das Land die Landflucht auch nicht verhindert haben.

    "Wir" sollten schon mal gar nichts machen, so lange "wir" vor allem "die anderen" meint.

  5. Das Problem ist, dass die statistisch erhobenen Wohnkosten auch jene Wohnungen enthalten, die seit 20 Jahren bereits an dieselben Mieter vermietet sind. Und da Deutschland sehr viele langfristige Mieter hat und in vielen Staedten, z.B. in Berlin, aber auch im Ruhrgebiet diese "Altwohnungen" immer noch sehr guenstig vermietet sind, drueckt das die Gesamtstatistik. Fuer jemanden, der HEUTE eine Wohnung sucht, ist aber nur relevant, was er JETZT dafuer zahlen muesste, nicht, wie hoch die fiktive Durchschnittsmiete ist. Ausserdem sind die Single Wohnungen ein schlechter Referenzpunkt. In Deutschland steigen die Kosten pro Quadratmeter viel deutlicher an als in vielen anderen Laendern. Eine 4-Zimmer-Wohnung in Koeln ist deutlich teurer, als eine vergleichbare Wohnung in Dublin - obwohl in Dublin die Single-Wohnung teurer ist.

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    Antwort auf "Glaube ich nicht !"
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    Die Mietpreisbindung ist hier nicht ganz unschuldig. Egal wie teuer Ihnen die Miete zum Einzug vorkam, die Mieten um Sie herum steigen unwillkürlich höher als die eigene. Schauen Sie 10 Jahre nach Einzug in die Wohnungsannoncen, kommt Ihnen Ihre einst überteuerte Wohnung wie ein Schnäppchen vor.

    Wie Sie bereits schrieben, das Problem solcher Statistiken ist die Datengrundlage. Wenn wir "sozial Gerecht" mal lieber mit "bezahlbar" umschreiben, kommen wir näher an das, was den Mietpreis treibt: Angebot und Nachfrage.

    Es zählt nie die Gesamtmenge an Wohnraum, sondern die Menge an freiem Wohnraum. Bei letzterem herrscht Mangel weil:

    1. Regulierungen es sehr schwer machen neu zu bauen und wenn, dann nie unter 12 EUR/qm

    2. Die Mietpreisbindung (als auch Bequemlichkeit) dazu führt, dass man selten umzieht. Das Verhältnis Wohnungen VS freie Wohnungen ist sehr schlecht für jemanden der sucht. (Nennen wir das Verhältnis mal "Erzeugnisse und verfügbare Erzeugnisse")

    3. Ein historisch sonderbarer Zuzug in die Städte stattfindet, welcher das obige Verhältnis stark unter Druck setzt.

    Wer jetzt beklagt, dass so viel Gewerberaum freistünde und fordert diesen per Zwang umzuwandeln, scheint leider nichts gelernt zu haben. Warum ist denn bitte bei Gewerbeimmobilien das in Verhältnis zwischen "Erzeugnissen und verfügbaren Erzeugnissen" so gravierend anders?

    Gewerbeimmobilien sind weitaus weniger reguliert. Und dank der oben beschriebenen Situation oft günstiger zu mieten als Wohnraum.

    • hefe60
    • 02. August 2012 22:44 Uhr

    50 von mir vermieteten Wohnungen teilen sich wie folgt auf: 1x Mieter seit 24 Jahren, 1x Mieter seit 17 Jahren, 1x Mieter seit 10 Jahren. 47 Mieter weniger als 10 Jahre Mietdauer. Von den 47 Mieter wechselten während der vergangenen 5 Jahre ca. 35.

    Wo haben Sie Ihre Statistik her?

  6. Man muss überhaupt mal über dieses ganze System der Miete nachdenken - es ist einfach nur krank. Man geht die Hälfte seines Monats allein dafür arbeiten, dass man irgendwo SEIN darf! Deutschland hat eine der gerinstem Quoten an Wohneigentum in der westlichen Welt. In jedem Drittweltland kann ich mir mit ein paar einfachen Mitteln ein Haus zimmern und habe lebenslang eine Bleibe, während ich in Deutschland mein Leben lang Vermieter bezahlen muss, die oft genug den Hals nicht vollkriegen oder Hunderttausende abbezahle, bis mir mein kleines Häuschen dann irgendwann mal gehört, kurz bevor ich in das Gras des dazugehörigen Gartens beiße. Ich fordere von der Politik, dass es breiten Schichten der Bevölkerung ermöglicht wird, Wohneigentum zu erwerben! Und zwar jetzt!

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    • hefe60
    • 02. August 2012 22:46 Uhr

    ...Man geht die Hälfte seines Monats allein dafür arbeiten, dass man irgendwo SEIN darf!"

    Und ich gehe die Hälfte des Monats arbeiten, um die Mietausfälle von Mietnomaden und Sozialschmarozern zu kompensieren!

    Dann kaufen Sie sich doch einen Wohnwagen und stellen Sie ihn auf den Campingplatz. Dann haben Sie Wohneigentum von weit besserem Standard als eine Huette aus Wellblech, Karton und Abfall in Kalkutta.

    Mir kommen die Tränen. Soooo viele Wohnungen (50, laut Ihrer Antwort auf Kom. 7) und immer noch soooo viel Monat am Ende des Geldes übrig???

    Und: Wer sich bei seinen 50 (!!) Mietwohnungen Mietausfälle vom Staat durch volle Abrschreibung komplett subventioneren lässt, sollte mit dem Begriff "Sozialschmarotzer" SEHR vorsichtig umgehen, das Glashaus....

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