Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Forderungen nach einer Banklizenz für den Euro-Rettungsschirm ESM abgelehnt. Mit einer solchen Lizenz könnte der ESM unbegrenzt Kredite bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufnehmen. Eine Bankenlizenz sei nicht mit den Verträgen vereinbar, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti . Sie stimme hier mit EZB-Präsident Mario Draghi überein.

Monti hingegen schloss eine Banklizenz für den ESM dagegen auf längere Sicht nicht aus. Diese sei denkbar, sollte aber nicht dramatisiert werden. Alles müsse längerfristig gesehen werden.

Der italienische Regierungschef sagte mit Blick auf das Reformprogramm , sein Land habe in den vergangenen sieben bis acht Monaten große Fortschritte beim Sparen und Reformieren erzielt. "Die Märkte sind dabei, diese Erfolge anzuerkennen." Dies zeigte auch der Verkauf von Staatsanleihen. Die EZB hatte zuletzt den Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer in Aussicht gestellt, darauf sanken am Dienstag die Zinsen für spanische und italienische Staatsanleihen.

Merkel zeigte sich von den Reformbemühungen der italienischen Regierung beeindruckt. Sie gab zu, dass die hohen Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen zwar die großen Unterschiede zwischen Deutschland und Italien aufzeigten. Doch die jüngste Ausgabe italienischer Anleihen sei ein hoffnungsvolles Signal.

Bei der Zusammenarbeit in der Euro-Zone sei man noch nicht am Ende, sagte Merkel. Zugleich müsse jedes Land seine Probleme bewältigen.