Wohnungsmarkt : Wie der Mietwucher gestoppt werden kann

Wohnen wird vielerorts richtig teuer. Dabei könnte die Regierung die Mietsteigerung begrenzen. Dieser Schritt zu mehr Gerechtigkeit ist nicht in Sicht. Von Z. Zacharakis

Wenn man über die steigenden Mieten in deutschen Städten diskutiert, wird immer wieder ein Argument vorgebracht: München , Hamburg und Düsseldorf seien doch viel günstiger als Paris, London oder New York . In diesen Städten müssten bis zu 50 Prozent des Monatsgehalts allein für die Miete aufgewandt werden. Deshalb sei es völlig normal, dass in Deutschland die Mieten vor allem in den großen Städten steigen.

Doch dem müsste nicht so sein. Es wäre Sache der Politik zu entscheiden, ob in Deutschland Verhältnisse wie in den internationalen Metropolen herrschen sollen. Familien mit mittlerem oder geringem Einkommen können sich dort in den Innenstädten keine angemessene Wohnung mehr leisten. Wollen wir, dass es auch in Deutschland so weit kommt?

Seit 2010 haben sich die Immobilienpreise in Deutschland um bis zu 4,5 Prozent erhöht, hat eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ergeben. Das ist deutlich über der Inflationsrate. Die Mieten haben laut IW in einem ähnlichen Rahmen zugelegt. Für Menschen mit geringem Einkommen wird es jetzt schon immer schwerer, in den Ballungszentren bezahlbare Wohnungen zu finden.

Preisanstieg wird durch Rechtslage begünstigt

Ein Grund für die Entwicklung ist die Finanz- und Wirtschaftskrise . Die Investoren suchen Sicherheit; viele stecken ihr Geld in Immobilien. Gewaltige Summen fließen in den deutschen Wohnungsmarkt, der als besonders wertbeständig gilt. Wegen der hohen Nachfrage steigen die Preise für den Neukauf einer Immobilie momentan rasant. Wollen die Käufer, dass sich ihre hohe Investition lohnt, müssen sie auch die Mietpreise anheben.

Die Preis-Spirale wird durch die geltende Rechtslage begünstigt: Wird ein neuer Mietvertrag abgeschlossen, kann der Vermieter die Miete beliebig erhöhen. Eine gesetzliche Obergrenze existiert nicht. Hinzu kommt, dass Mieter in Deutschland recht häufig ihre Wohnung wechseln – statistisch gesehen alle zehn Jahre. Jedes Mal kann der Eigentümer einen höheren Preis für das Überlassen seiner Wohnung verlangen. Dem Deutschen Mieterbund zufolge werden in Ballungsgebieten die Mieten um bis zu 30 Prozent angehoben, wenn ein neuer Mietvertrag abgeschlossen wird. In beliebten Lagen in Hamburg oder Berlin ist eine Erhöhung von 60 Prozent keine Seltenheit.

Die Bundesregierung könnte etwas dagegen unternehmen. Die SPD will die Mieterhöhung bei Neuabschluss eines Vertrags auf zehn Prozent im Vergleich zum örtlichen Mietspiegel deckeln. So könnte man das soziale Gleichgewicht in den Städten besser schützen. Doch es ist nicht zu erwarten, dass Schwarz-Gelb der Regelung zustimmt. Die Koalition vertraut lieber auf die regulativen Kräfte des Marktes. Das aber könnte zur Folge haben, dass die Innenstädte bald nur von wohlhabenden Menschen bewohnt werden und Geringverdiener an die Stadtränder abwandern müssen.

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Kommentare

142 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Wie das System funktioniert

Die Finanzkrise lässt also die Mieten steigen.
Ganz simpel- so funktioniert der Markt.
Und der Markt soll also dafür sorgen dass Mieten erschwinglich bleiben? Absurd.
Die "unsichtbare Hand" ist nicht nur unsichtbar sondern tatsächlich nicht existent.

Die CDU lässt wie immer die FDP die Drecksarbeit machen und versucht sich hinter dieser 4,9%-Partei zu verstecken. Armselig..
Schön übrigens dass hier mal nicht von "Schuldenkrise" geschrieben wird. Denn das ist eine Schlag-Wort, oder eine Wort-Waffe im Verteilungskrieg. Der bisher ausschließlich Opfer unter den Finanzschwachen fordert. Es ist doch nur zu maximal einem Drittel eine Ausgaben-Krise, sonder ebenso eine Einnahmen-Krise und eine Systemkrise (Deregulierung, usw.). Das nur nebenbei...

Nicht absurd

"Und der Markt soll also dafür sorgen dass Mieten erschwinglich bleiben?"
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Das ist ganz und gar nicht absurd. Steigen die Mieten, so werden aufgrund der Lukrativität mehr Wohnungen gebaut.
Na ja, die Rechtslage zu Ungunsten der Vermieter hält natürlich viele vom Bauen ab, ich würde mir das auch nicht mehr antun.

Außerdem kann man ja auch auf dem Land oder in kleineren Städten wohnen, auch wenn es nicht so en vogue ist. Es gibt genügend bezahlbare Wohnungen.

Zum Leben gehört mehr als bezahlbarer Wohnraum

"Außerdem kann man ja auch auf dem Land oder in kleineren Städten wohnen, auch wenn es nicht so en vogue ist. Es gibt genügend bezahlbare Wohnungen."

Für Erwerbstätige ist eine bezahlbare Wohnung in einer Gegend, in der sie keine Arbeit finden können, leider kein annehmbares Angebot. Renter mögen das anders sehen - solange sie gesund sind. Von ernstlich erkrankten Rentnern habe ich schon einige Male Klagen über die beschwerlichen Wege zum nächstgelegenen Facharzt und zum Kreiskrankenhaus gehört.

Ich weiß natürlich, dass die Befindlichkeiten Arbeitssuchender ebenso wie die Befindlichkeiten kränkelnder Rentner keine politischen Faktoren auf dem Wohnungsmarkt sind. Damit sich politisch etwas ändert, müssten schon die in den Ballungszentren tonangebenen Großbetriebe bei der Personalgewinnung in Schwierigkeiten geraten. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis die Autobauer in München und Stuttgart ihre Wehklagespezialisten mit dem Thema befassen.

Metro - boulot - dodo [@ # 2]

Der Markt sorgt bei einem Nachfrageüberhang über den Preisanstieg jedenfalls grundsätzlich dafür, dass es einen Anreiz gibt, das Angebot auszuweiten. Soweit die Theorie. In der Praxis des Wohnungsbaus kann das schon mangels geeigneten Baulands schwierig werden. Ohne staatliche Intervention könnte es für Mieter mit geringerem Einkommen in Großstädten wie Hamburg bald auch kein bezahlbares Angebot mehr geben. Warum sollte ich als Investor auch für geringe Rendite und hohes Risiko für wirtschaftlich schwachbrüstige Mieter bauen, wenn ich in der gleichen Lage an eine betuchtere Klientel Eigentumswohnungen mit EUR 3.500 pro m² und besser verkaufen kann? In Paris und London hat man die Geringverdiener schon in die Vorstädte entsorgt mit stundenlangen Anreisewegen zu ihren Arbeitsplätzen. In Frankreich sagt man Metro – boulot – dodo, was man wohl mit Pendeln, Malochen, Pennen übersetzen kann.

Der grüne Traum

"Für Erwerbstätige ist eine bezahlbare Wohnung in einer Gegend, in der sie keine Arbeit finden können, leider kein annehmbares Angebot."
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Die Mehrausgaben der u.a. dank "Klima-Sanierungen" immer teurer werdende Wohnungen können, wenn man den grünen Traum verfolgt durch Pandelverkehr wieder ausgeglichen werden. Deshalb soll ja auch der ÖPNV ausgebaut werden. Dass die beiden Autobauer klagen werden halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Arbeitsplätze gibt es nicht nur in den Hip-Cities wie Münschen und Hamburg.

@thbode

"Und der Markt soll also dafür sorgen dass Mieten erschwinglich bleiben? Absurd."

Ja. Absurd, denn der Markt ist nicht dafür da, dass Mieten zum Vorteil des Mieters erschwinglich bleiben. Wie kommen sie denn auf solch' lustige Ideen? Genauso wenig ist der Markt aber auch dazu da, dass die Mieten zum Vorteil der Vermieters exorbitant hoch sind. Der Markt ist vielmehr dafür da, dass die Nachfrage und das Angebot in Enklang,also in einem Gleichgewicht(-szustand) geraten. Und dieses Gleichgewicht, dass kann sich sich nunmal darin äußern, dass die Mieten wie von dem Jahr 1994 bis ca. Mitte 2009 inflationsbereinigt fallen, oder, -wie aktuell- so ab Mitte des Jahres 2009 bis heute stark oder sogar auch sehr stark steigen. That's life. Sometimes rainy, sometimes sunny.

@janowitsch

"Die "der Markt regelt sich von alleine" Theorie hinkt gewaltig....Man kann nicht einfach mal seinen Job kündigen wenn der schlecht bezahlt wird oder die Wohnung wechseln und in eine andere Region ziehen."

Ihre Logik hinkt mindestens genauso. Man kann nämlich genauso wenig mal eben aufhören zu essen, oder zu trinken, auf Strom oder Heizung oder Kommunikation(Telefon, Internet) verzichten, oder nackt auf den Strassen wandeln, weil man keine Lust hat neue Kleidung zu kaufen, oder lieber jeden Tag 80 km zur Arbeit zu wandern, weil man kein Benzin für sein Kfz. oder auch keine Bahnfahrkarte erwerben möchte, und, und, und, und, und. Das Leben besteht nunmal von Geburt an aus Abhängkeiten. Als Säugling ist man von der Mutterbrust abhängig und als pflegebedürftiger Senior von der Schnabeltasase der Pflegerin, mit den man den Haferscheim eingeträufelt bekommt. Also daher mal bitte nicht so wehleidig, lieber Poster Janowitsch.

zu kurz gedacht

"Außerdem kann man ja auch auf dem Land oder in kleineren Städten wohnen, auch wenn es nicht so en vogue ist. Es gibt genügend bezahlbare Wohnungen."

Städte leben nicht allein von den besser Verdienenden. Ich weiß, dass Pflegedienste und andere Dienstleister, die gering Verdienende beschäftigen, unter Personalmangel leiden, weil potentielle Mitarbeiter in der Stadt keine bezahlbare Wohnung finden. Und Pendeln lohnt sich bei geringen Gehältern auch nicht.

Davon abgesehen ist das auch eine befremdliche Idee: Die Stadt als Terrain für eine homogene Gruppe von besser Verdienenden? Alle anderen ab in die Pampa?

Wer eine Stadt zerstören will, muss nur die Mieten...

...festschreiben. Irgendwann sieht der verfügbare Wohnraum dann aus wie in der DDR, weil es sich für Hausbesitzer nicht mehr lohnt zu investieren. Festgeschriebe Mieten bei Wohnungsknappheit führen oft auch zu Korruption - z.B. dazu, dass Verwalter Schmiergeld nehmen, Mieter ihre günstige Wohnung nicht aufgeben, sondern teurer untervermieten (z.B. in Stockholm) oder eben sich den Auszug teuer bezahlen lassen. Von Maklern möchte ich hier gar nicht reden. Wenn Dritte den Reibach machen, davon hat auch niemand etwas. Wir brauchen einfach ausreichend Wohnraum, dann stimmen auch die Mietpreise.

Private Investoren wird man kaum mit festgeschriebenen Mieten locken können. Zudem sollten die Städte vielleicht auch mehr Baugebiete ausweisen.

man schaue sich nur Paris an

Man schaue sich nur Paris an. Die Stadt ist ein einziger Sanierungsfall und trotzdem ist der Wohnraum unbezahlbar.

Zur Mietpreisbindung, die ja eh schon ihr Unheil anrichtet in Deutschland, kommen Bauvorschriften. Niemand kann ohne Vater Staat einfach ein Wohnhaus hinbauen. Und Vater Staat heißt konkret: Beliebig missmutige oder wohlwollende Bürokraten. Einige nennen das "Planungsunsicherheit" andere "weiche Korruption".

Und zu guter letzt ist da noch die Nachbarschaft. Wir alle sind Nachbarn von irgendwem. Die meisten Kommentare hier, sprudeln ja nur so vor Gentrifizierungsangst. Aber wenn die Forderung nach mehr Wohnraum darin mündet, dass Wohnraum in der eigenen Nachbarschaft entsteht, hört es mit dem solidarisch sein schlagartig auf.

Dann beginnt der Spießbürger auf "sein Recht" zu pochen, anderen in das Bauvorhaben hineinzuplappern. Immobilien sind alles andere als ein sicheres Investment.

In einer Sache aber sind sich die "solidarischen Nachbarn" und Väterchen Staats Bürokraten einig: Es dürfe nie höher Gebaut werden als im Durchschnitt. Dass diese Bauhöhenbegrenzung einer der Hauptgründe für hohe Mieten ist, ist so dermaßen offensichtlich, das es fast wehtut die öffentliche Dummheit in Aktion zu sehen.

München lässt nicht höher als die Frauenkirche bauen - in der ganzen Stadt! Resultat: unbezahlbar. In Hamburg darf kein Haus die innerstädtliche Kirchen-Silhouette stören. Resultat: Tote Innenstadt.

Zum Artikel: Er trieft nur so Halbwissen.

"Er trieft nur so Halbwissen."

... ihr Beitrag.

"München lässt nicht höher als die Frauenkirche bauen - in der ganzen Stadt! Resultat: unbezahlbar."

In München gibt es kaum Wohnhäuser mit mehr als zehn Stockwerken, dennoch ist die Bevölkerungsdichte in München die höchste von allen deutschen Großstädten. Die hier in der Stadt errichteten Hochhäuser sind ausschließlich Bürogebäude ohne Wohnraum. Ferner ist insbesondere in München eine geringere Miete in Gebäuden mit mehr als 7 Stockwerken nur vor Baujahr 1979 statistisch signifikant. Insbesondere da dann die meisten Plattenbauten aus dem sozialen Wohnungsbau (z.B. Neuperlach) enthalten sind.

"Immobilien sind alles andere als ein sicheres Investment."

Deswegen stürzt sich auch alle Welt auf den deutschen Immobilienmarkt, und die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist 2011 gegenüber 2010 um gut 21% angestiegen.

@ hurt - Immobilien SIND unsicher

Das konnte man z.B. bei den DDR Immos sehen.

Deshalb JA, es stimmt:

"Immobilien sind alles andere als ein sicheres Investment."

Deswegen stürzt sich auch alle Welt auf den deutschen Immobilienmarkt, und die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist 2011 gegenüber 2010 um gut 21% angestiegen."

Das ist einzig und alleine der Sondersituation der Schuldenkrise zu verdanken. Wir haben z.B. in der Vermögensverwaltung für Berlin Anfragen nach Wohnimmobilien von asiatischen und südeuropäischen Investoren, die mit den politischen Risiken in D in keinster Weise vertraut sind.

Ebenso gehen viele konservative, unflexible Investoren noch die ausgetreten, unserer Meinung nach falschen Wege - einfach aus Gewohnheit. Ein Teil ist auch Flucht in Eigengenutztes.

Diese Gruppen bilden das Ausbeutungspotential für linke Politik der nahen Zukunft.

Der auf Vermögenserhalt und sogar -vermehrung orientierte Investor geht derweil andere Wege, vor allem im Ausland. Das erfordert aber neue Expertise, die sich gerade ältere oder sonst wenig flexible Investoren nicht mehr aneignen oder zukaufen wollen/können.

Sobald sich das politische Klima in D verschlechtert (2013) und/oder Zinsen steigen, etc., bricht das sehr schnell ab und kehrt sich ins Gegenteil.

Wir jedenfalls meiden derzeit D und haben viel angenehmeren Erfolg in Sachwerten anderer Länder, den wir auch als nachhaltiger betrachten.

Ahja...

wenn man die reine Wertentwicklung betrachtet, ist die Rendite von Immobilien häufig mit einer Lupe zu suchen. Aber es gibt ja immer noch die Miete, etc... Wenn man das mit beachtet, lag beispielsweise 2011 die Rendite von Immobilien in Deutschland bei knapp 5 % und seit über zehn Jahren stets deutlich über der Inflationsrate (zumindest laut DIX).

Aber einmal ganz abgesehen davon: Bei Wohnraum geht es eben nicht nur darum, für Kapitaleigner eine Rendite zu erwirtschaften, sondern im Wesentlichen darum, dass Menschen ein Dach über dem Kopf benötigen. Renditeinteressen von Kapitalanlegern haben da aus prinzipiellen Überlegungen eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Quatsch

Bei Wohnraum geht es eben nicht nur darum, für Kapitaleigner eine Rendite zu erwirtschaften, sondern im Wesentlichen darum, dass Menschen ein Dach über dem Kopf benötigen.
Renditeinteressen von Kapitalanlegern haben da aus prinzipiellen Überlegungen eine untergeordnete Rolle zu spielen.
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Klar, und mit Lebensmittelgeschäften ist es auch unanständig Gewinne zu erzielen, weil schließlich jeder essen muss...

Lesen hilft...

"Klar, und mit Lebensmittelgeschäften ist es auch unanständig Gewinne zu erzielen, weil schließlich jeder essen muss..."

Ich habe nicht in Abrede gestellt, dass ein Unternehmer eine Gewinnerzielungsabsicht haben kann oder sollte. Die Frage ist eher nach der Priorität. Und für einen Lebensmittelhändler sollte eben dann auch das vornehmliche Ziel sein, die Umgebung mit Lebensmitteln zu versorgen. Diesem Ziel mag Gewinnerzielung durchaus dienlich sein, um den Fortbestand des Ladens zu sichern.
Wenn jedoch besagter Händler seinen Laden lediglich als Investition betrachtet (und damit betrachten wir das andere Extrem), die stets maximale Rendite erwirtschaften soll, dann kann dies in besonderem Maße dazu führen, dass der Händler seinen Kunden und/oder seinen Lieferanten schadet, indem dieser z.B. seine Monopolstellung ausnutzt (ältere Kundschaft ist halt nicht so mobil), Preise diktiert oder den rechtlichen Rahmen maximal ausreizt.

Eine Gewinnerzielungsabsicht an sich halte ich nicht für unanständig, die Gewinnmaximierung als oberstes Ziel kaufmännischer Tätigkeit schon.

@hurt - Konsequenz

Die Rendite Überlegung des Immobilienbesitzers ist ja in den meisten Fällen schon jetzt "untergeordnet". Siehe Einschränkungen der Verfügungsmacht über das Eigentum.

OK lassen Sie uns ungefähr rechnen:

+ 5% langjähriger Durchschnittsertrag (Ihre Angabe)
./. 2% Durchschnittsinflation
./. 1% Instandhaltung (nach Peters)
./. 2% Mietausfallwagnis

./. 2,5% Durchschnittszins

Oha - so wird man also Multimillionär und ist prädestiniert für eine Abschöpfung durch die Vermögenssteuer

(Übrigens rechnen finanzierende Banken viel härter)

Wertsteigerung ist aber recht spekulativ=böse. Wenn Wertsteigerung nicht eintritt (z.B. Milieuschutz oder einfach Markt - ja dann?)

Jetzt setzen Sie diese Planrendite einfach ins Verhältnis zur Rendite von anderen Investitionsmöglichkeiten - z.B. am Finanzmarkt und addieren Sie Arbeit und Ärger.

Wenn man so das Renditeinteresse dem Nutzungsinteresse unterordnet, begeistert man bestimmt viele zum Mietwohnungsinvestment

Inflationsbereinigt 2,5%?

Ja, da wirds finster. Macht bei 100.000 Euro Investition grad mal 2500 Euro p.a. Und dann hat der Immobilienbesitzer möglicherweise auch noch Arbeit und Ärger, obwohl der sich doch schon die Mühe gemacht hat, Geld zu investieren. Mir kommen die Tränen.

Lohnarbeit verursacht auch Arbeit und Ärger. Und 2500 Euro liegt für viele Menschen im Bereich von einem oder zwei Monatsgehältern.

Diese Verweise auf den freien Markt

behandeln Wohnungen wie jede andere Ware. Das sind sie aber nicht. Sie sind Lebensgrundlage und nicht beliebig austauschbar. Es gibt da kein "take it or leave it", das ist kein Luxusgut, das man sich auch mal verkneifen kann. Sondern eine Notwendigkeit, vor allem für Berufstätige, die nicht beliebig weit weg von der Arbeit wohnen können.
Leute, die so argumentieren, mögen sich bitte mal vorstellen, sie würden durch die Umstände gezwungen, in einer beträchtlichen Entfernung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder in einer gesundheitschädlichen Lage (Hauptstraße) zu wohnen. Die so argumentieren, haben es meist nett im Grünen und zwei Autos vor der Tür.

Ursachen angehen

Wenn die Leute in die Großstädte ziehen, ist das v.a. ein Warnsignal, dass der ländliche Raum und die Mittelstädte zu wenig attraktiv sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass dir Metropolen über das Stadtstaatenprivileg im Länderfinanzausgleich bevorzugt werden (Hamburg, Berlin) bzw. als Landeshauptstadt die öffentlichen Mittel an sich ziehen (München, Düsseldorf).
Das flache Land bekommt vor allem Straßenbau ab, der den Regionem eher schadet, oder nicht in die Struktur passende Großprojekte.
Mit dem Geld für den Nürburgring beispielsweise hätte man tausend Lebensmittelgeschäften in Orten ohne vernünftige Einkaufsmöglichkeiten einen soliden Zuschuss zu den Fixkosten für die Dauer einer Generation geben können. Aber die "kleinen Bedürfnisse" auf dem Land liegen offenbar unter der Sicht der städtischen Ministerialbürokratie.

Nicht verwechseln

... Hamburg zahlt im Landesfinanzausgleich, weil es wohlhabend ist. Es bekommt aber einen Bonus, weil Stadtstaatenprivileg.
Dazu kommt, dass im Finanzausgleich auch die Altersgruppe unzureichend berücksichtigt wird, die besonders hohe öffentliche Ausgaben verursacht, nämlich die Kinder und Jugendlichen. Die ziehen dann oft anschließend in die Großstädte, die dann davon profitieren und nicht an den Kosten, neudeutsch könnte man sagen des aufziehenden "human capitals", beteiligt werden.

Nicht verwechseln

... Hamburg zahlt im Landesfinanzausgleich, weil es wohlhabend ist. Es bekommt aber einen Bonus, weil Stadtstaatenprivileg.
Dazu kommt, dass im Finanzausgleich auch die Altersgruppe unzureichend berücksichtigt wird, die besonders hohe öffentliche Ausgaben verursacht, nämlich die Kinder und Jugendlichen. Die ziehen dann oft anschließend in die Großstädte, die dann davon profitieren und nicht an den Kosten, neudeutsch könnte man sagen des aufziehenden "human capitals", beteiligt werden.

abstimmung mit den füßen

es könnte auch daran liegen das die besitz und lebensverhältnisse in kleinstädtischen und ländlichen gebieten noch verkrusteter ist als in den städten und jungen nicht-erben ausser unterordnung keinerlei perspektive bietet
in den städten können sie wenigstens eigenverantwortlich scheitern
an diesen besitz und lebensverhältnissen liegt ja sowohl die unterentwicklung des öpnv wie das veröden der ortskerne zugunsten der mals

Mietgrenzen sind unsozial

... sie führen dazu, dass Wohnungen gar nicht erst zur Vermietung kommen, also nur noch im Eigentum zur Verfügung stehen (vgl. Italien) oder dass sich ein Vermieter, weil sie/er es sich ka auss uchen kann, im Zweifel den solventeren Mieter aussucht. Und z.B. bestimmt nicht an eine WG oder Familie mit Kindern vermietet, wenn dieselbe "ermäßigte" Miete auch von einem Single gezahlt würde.

Das künftige "Öl"- Business

Natürlich können Regierungen Mietsteigerungen nachhaltig begrenzen. Die Bundesrepublik hat es doch jahrzehntelang vorgemacht. Es wurden in dieser Zeit auch vielerorts genug Wohnungen gebaut.
Das Problem ist, Regierungen wollen (!) nicht mehr.
Für Kapital gibt es nicht genügend (aktuell verstärkt durch die Finanzkrise) profitable Anlagemöglichkeiten. Deshalb z. B. der Griff nach Bahn, Wasser usw. Wohnen müssen die Leute, wird wenig gebaut, steigen die Preise. Wie beim Öl. Wird Öl aus irgendeinem Grund knapper, steigen die Preise - es fallen aber nicht die Gewinne der Multis - sondern diese steigen kräftig. So möchten es die Immobiliengesellschaften, entsprechend handeln die Regierer im Bund, im Land, in den Kommunen. Wohnungen vermieten oder verkaufen soll zum neuen "Öl-Business" werden.

Re: Mieten kein Problem. Löhne sind das Problem.

Genau das wollte ich auch schreiben.
Ich kenne Vermieter, die zahlreiche Wohnungen besitzen. Nach deren Auskunft sind die Mieten in den letzten 10 Jahren nicht gestiegen, inflationsbereinigt sind die billiger geworden.

Nur sind die Löhne im Verhältnis stark gesunken, was aber nicht das Problem der Vermieter sein kann.

Was jeder gerne vergisst: Vermieter sind Investoren, die fremden Leuten, den Mietern, erhebliche Werte anvertrauen und akzeptieren müssen, dass Schäden eine *normale Abnutzung* sind.

Wir wissen nicht wer was wählt...

...und welche wieviel.

In Bezug auf Ihre Antwort, so handhabe ich es zumindest für mich selbst, möchte ich Ihnen raten, niemals anderen etwas zu unterstellen, wenn Ergebnisse nicht so sind, wie sie sein müssten.

Tatsächlich traue ich eher meinen Nachbarn als den Fernsehrepräsentatoren, die das Ergebnis vor tragen.

Bis zum heutigen Tag konnte ich noch nicht einmal nachvollziehen, wo meine Stimme konkret gelandet ist und was sie bewirkt hat. Dies war für mich der entshcluss nciht zu wählen, sondern mich selbst zu vertreten (oder eben leider nicht, weil man mich nicht lässt).

Vermieter sind Investoren - genau!

Sehr geehrte Nomandenseele,

Sie sagen es selbst: Vermieter sind Investoren. Sie überlassen den Mietern also nicht aus reiner Freundlichkeit und Menschenliebe ihren Eigentum. Sie wollen mit der Vermietung einer Wohnung in erster Linie Geld verdienen. Die Frage ist nur, ob das in einem angemessenen Rahmen geschieht oder eben nicht.

Beste Grüße,
Zacharias Zacharakis

Ja - es ist im angemessenen Rahmen.

Das kann ich so mit konkreten Zahlen bestätigen.

Abgesehen von Fördermitteln und gesetzlichen Vorschriften (zB. zur Wärmedämmung) und auch die Forderungen selbstverwirklichender Lokalpolitiker ist die Berechnete Rendite angemessen. Das eigentliche Bauwerk ist sowieso nur ein Witz. Die Kosten sind Nebenkosten, Vorschriften, Grundstück und Zinslasten.

Und die Summe, die am Ende übrig bleibt muss man eben nicht nach moralischen Maßstäben messen, sondern mit den Renditen und Abgeltungssteuern von optionalen Finanz- und Spekulationsprodukten vergleichen.
eine Politik, die Menschen in die Obdachlosigkeit entlässt, aber die Immobilien-Hypotheken-Gewinne der Banken rettet, muss sich nicht wundern...

RE: Vermieter sind Investoren - genau!

Sie sagen es selbst: Vermieter sind Investoren. Sie überlassen den Mietern also nicht aus reiner Freundlichkeit und Menschenliebe ihren Eigentum. Sie wollen mit der Vermietung einer Wohnung in erster Linie Geld verdienen. Die Frage ist nur, ob das in einem angemessenen Rahmen geschieht oder eben nicht.
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Schließen Sie aus dem Wort *Investor*, dass die Leute automatisch reich sind?
Dann sind Sie ganz schief gewickelt, für viele Mietwohnungen müssen Kredite abgetragen werden und das Risiko auf Schäden sitzen zu bleiben, liegt bei der deutschen Rechtsprechung zu 100% beim Vermieter. Oft ist es so, dass von den Mieten kaum etwas übrig bleibt.

Wenn Mieten so ein tolles Investment sind, schlage ich vor, dass Sie dort auch einsteigen. Ich rate zu Einzimmerwohnungen, da haben Sie bei günstigen Krediten 100 Euro über und haben in ihrer Freizeit massig Beschäftigung sich mit Mietersuche, Abrechnungen und Handwerkern zu beschäftigen. Die größeren Wohnungen würde ich lassen, da zahlen Sie eher den Mietern den Wohnraum.

Oder Sie recherchieren im Rahmen von Eigentümerversammlungen mal auf der Vermieterseite, die werden nur nichts anderes sagen, als ich auch.

Nachtrag: zudem ist es die politische Doktrin das Kapital...

...auf wenige Neoliberale zu konzentrieren.

Wenn man diesen die Macht gibt, soll man isch nicht beschweren, wenn diese die Macht verwenden.

Gäbe es angemessene Löhne, dann könnten sich die Arbeiter eigene Häuser leisten und müssten nicht für die zusätzlichen Gewinnerwartungen (und Verwaltungskosten) der Investoren geradestehen..

Immer ruhig bleiben

die meisten Journalisten schreiben oder bilden sich eine Meinung über Sachverhalte, die sie teilweise nur peripher betreffen oder von denen sie selbst die Finger lassen würden und im extremsten Fall nur vom Hören Sagen kennen. Einfach mal die sehr einfach gestrickte Argumentation der EE Expertin der ZEIT lesen, die sich dann im Rahmen der Finanzkrise über Subventionen beschwert.

Mieten sind zur Zeit die nächste Kuh die durch Dorf getrieben wird, und es ist doch nur vernünftig, wie übrigens auch hier in Canada, dass die Miete nur ein drittel der monatlichen Nettoeinnahmen betragen sollte. Jetzt rächt sich die Agenda 2010, massives Lohndumping führt zu den jetzigen Verhältnissen und wird sich mit der abzeichnenden Altersarmut noch verschärfen.

Big Picture I

Angemessene Miete

Das ist ein guter Punkt. Menschen leiden an der Geldillusion, weil sie Mietverträge in Euro Nennwerten abschliessen. Die Inlfation ändert den Beurteilungs-Maßstab ständig. In Chile gibt es die inflationsbereinigte Rechnungswährung "Unidad de Fomento" mit der Mietverträge abgeschlossen werden können. Die Geldillusion hat auchh sehr viele Menschen in der suprime-Krise verleitet, Baudarlehen und Hypotheken aufzunehmen, weil sie fälschlicherweise die Inflation nicht aus den Häuserpreisen rausrechnen.

Der deutsche Staat kann also dem chilenischen Beispiel folgen und ein Gesetz machen, dass Mietverträge in einer inflationsbereinigten Rechnungswährung abgeschlossen werden müssen. Ebenso sind alle Hypothekenvereinbarungen und Baudarlehen in der Rechnungswährung abzuschliessen.

Häuser- und Wohnungsmarkt neu regulieren

Der Immobiliensektor macht etwa ein Drittel des volkswirtschaftlichen Vermögens aus. Anders als bei Portfolio-Investitionen gibt es für Wohnungsbaugenossenschaften und Bauherren keine Risikodiversifikationsmöglichkeit wie bei Aktienmärkten, bei denen es möglich ist einen Index-Fonds zu investieren. Kommunale Statistikämter könnten also angehalten werden Häuser-Preisindizes für einen zu schaffenden Index-Markt für Immobilien herauszugeben. Die Portfolio-Investitionen in die Index-Märkte hinter denen Immobilienmärkte der G20 stehen, ermöglicht via Risikodiversifikation preiswerten Wohnraum zu finanzieren.

Big Picture II

Rolle der Versicherungen

Versicherungen sind sehr gut in der Lage Versicherungsprodukte für Vermieter zu designen, die die Vermieter vor demographische Risiken & Arbeitsmarktrisiken der Mieter hedgen.

Rolle der Pensionfonds

Betriebsrenten sind nicht-ausgezahlte Löhne, die auf dem Kapitalmarkt investiert werden. Der Gesetzgeber kann bestimmen, dass ein bestimmter Prozentsatz der Vermögen in preiswerten Wohnraum für die Begünstigten investiert wird. Das Leitbild der Fondmanager sollte nicht das shareholder-Value sein, sondern das holistische Wirtschaftsinteresse der späteren Pensionäre als Konsument, Mieter und Bürger. Das Gesetz kann im Aufsichtsrat und im Management der Pensionfonds Parität zwischen der Arbeitgeberseite und der Arbeitnehmerseite vertreten durch Gewerkschaften und Mieterbünde vorschreiben. Das benötigte Fachpersonal kann an der Frankfurter Akademie der Arbeit herangezogen werden, wenn die Finanzlehrstühle um einen Finanz-Lehrstuhl für Immobilienmärkte erweitert wird. Vorbild könnten da die kanadischen "labor pension fonds" sein.

Kautionsbanken

Die Kanadier haben spezielle "Rent Banks" mit der Aufgabe jungen Familien die Kaution vorzuschiessen und bei Zahlungsschwierigkeiten zinsgünstige Kredite zu vergeben. Die Leerstände der Vermieter könnten rasch zurückgefahren werden, wenn wir ebenfalls solche Institutionen hätten. Gegenwärtig bildet sich ein Markt für Kautionsversicherungen, die viel zu überteuert sind. Hier ist der Staat gefragt.

Big Picture III

Big Data

Das Risiko von Bauvorhaben auf einen lokalen Häusermarkt wäre leihter einzuschätzen, wenn das Forschungsdatenzentrum der deutschen Rentenversicherung Einkommensindizes für Berufsgruppen und geographischen Regionen berechnen würde und der Investment-Communities zur Verfügung stellen würde.

Die Meldeämter könnten sehr viel genauere Wanderungsstatistiken veröffentlichen nach Bevölkerungskategorien.

Ebenso sollten die Statistischen Ämter aussagekräftige Zeitreihen zu Preisindizes für Warenkörbe, Durchschnitts-Löhne und Energiepreise veröffentlichen.

Im Prinzip ist es möglich mit Hilfe solcher Daten Tilgungsformeln für Baudarlehen zu erstellen, wenn man die Parameter hat um den lokalen Häusermarkt und die Mieterpopulation zu modellieren. Wir haben sehr viele Graduierte an den Universitäten, die auf eine solche Aufgabe angesetzt werden können.

Allerdings haben diese Graduierten nur begrenzt Datenzugriff. Wir benötigen eine Datenaufbereitung für Indexmärkte und Datenbroker. Es muss also ein Gesetz her, dass Meldeämter, die Rentenversicherung und die statistischen Ämter zu einer solchen Arbeit verpflichten.

Auf Grundlage solcher Datenquellen können wir gezielt Baudarlehen und Hypothekengeschäfte für Bauherren, Wohnungsbaugenossenschaften und staatliche Kreditgarantien für preiswerten Wohnraum designen.

Auf gar keinen Fall sollten wir Höchstmieten im Gesetz haben, weil die Höchstmieten mit Sicherheit unter dem Gleichgewichtspreis (Unterversorgung) liegen werden.

Zweifel an der Richtigkeit der Wahl?

Wenn Sie Zweifel daran haben, ob bei der Stimmenauszählung alles mit rechten Dingen zugeht, bewerben Sie sich beim Wahlamt, bei der nächsten Wahl im Wahlvorstand eines Wahlbezirkes eingesetzt zu werden.

Dann können Sie sich mit eigenen Augen überzeugen, dass alles korrekt ist, oder, falls dem nicht so sein sollte, Beweismaterial sammeln und die Wahl anfechten.

Nur mit Herumjammern ist es eben nicht getan, man muss aktiv werden und nicht darauf warten, dass Andere das für einen tun!

@Zacharias Zacharakis

Ihre Frage ist einfach zu pauschal, die lässt sich nicht pauschal beantworten. Vom Macro- zum Mikroblick: Ich besitze zwei Wohn-/Geschäftshäuser (jeweils EG plus zwei Etagen). Im EG sind eine Kunstgalerie und zwei weitere Geschäfte. Weiter oben sind insgesamt vier Wohnungen. Mit den Geschäften gibt es gegenwärtig überhaupt keine Probleme. In der Vergangenheit gab es 'mal einen Mieter, der nicht zahlen wollte oder konnte; der war dann auch sehr schnell raus.
Mit einem der Wohnungsmieter habe ich Riesenprobleme. Bei buchstäblich jedem tropfenden Wasserhahn wird die Miete gekürzt, obwohl ihm das Amtsgericht schon mehrfach gesagt hat, dass das bitte selbst zu regeln ist. Auch kommt die Miete nie zum vereinbarten Zeitpunkt (3. Werktag des Monats), sondern häufig erst zum Monatsende (der ist wohl mit dem Rhytmus ducheinander geraten).
Was ist dafür eine "angemessene Miete". Sagen Sie es mir, bitte: Wert der Immobilien ca. 2,1 Mio EUR. 50% davon finanziert. Darf ich auf meine Eigenkapital Zinsen rechnen? Darf ich für den Ärger und die Arbeit kalkulatorisches Entgeld rechnen? Muss ich die Wohnungen aus den Geschäften quer subventionieren? Darf ich Instandhaltungsreserven rechnen? Darf ich das Risiko für Mietausfälle einbringen?

Sie scheinen doch alles zu wissen, Herr Zacharias Zacharakis, also sagen Sie es mir.

@99 Klaus-Ablage -- Sie werden keine plausible Antwort erhalten

Die gibts nämlich nie von diesen Forderern.

Die trifft es meist finanziell zunächst auch mal nicht. Nur die Konsequenzen, nämlich, dass es den angeblich Befürsorgten nach einer kurzen Entlastungsphase viel schlechter geht, zwingt dann evtl. wieder zu einer Reaktion. Die lautet dann aber: noch mehr Staat - noch mehr Steuern!

Das Schicksal der gesellschaftlichen Mitte mit Immobilienbesitz ist denen letztendlich völlig egal, weshalb genau Sie dann mit Einführung der Vermögenssteuer zusammen mit der verfassungsrechtlich nötigen Änderung der Einheitswertermittlung noch einmal eins drauf bekommen werden. Jeder kann es sich selbst ausrechnen:

Miete
./. Zins
./. Instandhaltungsrücklage
./. Mietausfallwagnis
./. Inflationsausgleich

verringert um ESt
zukünftig verringert um VSt

Dieser Rest ins Verhältnis zum gebundenen Kapital gesetzt
wird dann sehr oft zum reinen Verlustgeschäft.

Arbeit und Ärger sind auch noch nicht bezahlt - aber da empfehlen ja die Protagonisten meist eine Verwaltung (die nochmals den Ertrag senkt)

Andererseits koennen Sie

jede Menge wertsteigernde Renovierungen an Ihren Haeusern vornehmen, die Kosten dafuer von der Steuer absetzen und muessen bei einem Verkauf mit Gewinn nichts von dem durch den Steuerzahler ermoeglichten Zugewinn wieder abfuehren.

Ihre Mieter koennen jedenfalls nichts dafuer, dass Sie (faelschlicherweise) dachten, Vermietung sei auch bereits kurzfristig eine gute Investition und Sie konkurrieren nun einmal mit den Vermietern, die die Kredite fuer ihre Immobilie bereits getilgt haben oder ihre Immobilie von vorneherein geerbt haben. Fuer einfache Mittelstaendler ist eine Immoblie nur dann eine gute Investition, wenn man es als relativ wertstabile Ruecklage fuer die Kinder betrachtet - erst in der 2. Generation wird vermieten wirklich lukrativ. In der ersten Generation kann man froh sein, wenn man einigermassen die Kredite aus den Mieten bedienen und eine kleine Ruecklage fuer Ausfaelle und Renovierungen bilden kann. Das ist ganz normal - da muss man weder auf den Staat, noch auf seine Mieter wuetend werden. Die Immoblie finanziert dann sozusagen sich selbst - das ist doch auch was.