EnergiepolitikNiederlande ebnen Weg für Offshore-Ausbau in Deutschland

Die Anbindung von Nordsee-Windparks an das deutsche Stromnetz stockt. Schuld ist ein klammer niederländischer Staatskonzern – der sich nun um Investoren bemühen darf. von reuters

Die niederländische Regierung lenkt im Streit über weitere Investitionen in die Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz in Deutschland ein. Der niederländische Wirtschaftsminister Maxime Verhagen sagte, seine Regierung erlaube es dem Netzanbieter Tennet, weitere Investoren in die Projekte einzubeziehen. Beispielsweise kämen große Versicherungen infrage, sagte er nach einem Treffen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ).

Der niederländische Staatskonzern Tennet ist maßgeblich für die Anbindung der Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee zuständig. Vor zwei Jahren hatte der Konzern das Übertragungsnetz von E.on gekauft hat.

Anzeige

Den Verträgen zufolge wäre Tennet eigentlich verpflichtet, genehmigte Windparks in der Nordsee innerhalb von 30 Monaten an das deutsche Stromnetz anzuschließen. Allerdings stockt die Umsetzung bislang. Rösler sprach nun von einem "Durchbruch" in einem für die deutsche Energiewende zentralen Feld. Der Weg sei frei für den dringend notwendigen Ausbau der Windenergie auf See, sagte Rösler. Denn auch die Haftungsfrage bei Netzausfällen sei inzwischen geklärt und solle vom Kabinett noch im August beschlossen werden.

Ministerium: Versicherungen wollen investieren

Tennet könne und wolle "auch mehr Privatkapital für künftige Investitionen akquirieren", sagte Verhagen. "Dagegen hat die niederländische Regierung überhaupt keine Einwendungen." Voraussetzung seien verlässliche Regeln und Planungssicherheit, sagte der niederländische Minister.

Rösler äußerte Verständnis, dass die niederländische Regierung keine Kapitalerhöhung bei Tennet vornehmen könne, um die riesigen Finanzierungsvolumen für die Netzanbindungen in der Nordsee aufzubringen. Es sei vernünftig, Kapital für die vier oder fünf konkreten Anbindungsvorhaben durch weitere private Investoren zu suchen. Interesse gibt es nach Angaben aus Ministeriumskreisen bereits von großen institutionellen Anlegern wie Versicherungen.

Leserkommentare
  1. Ich verstehe nicht, warum Deutschland die Verträge nicht gekündigt hat. Wenn Tennet troz Verpflichtung die Windparks nicht anbinden kann, ist dass denn nicht ein Vertragsbruch?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Auf Wunsch des Lesers/der Leserin entfernt. Die Redaktion/mak

  2. 2. [...]

    Auf Wunsch des Lesers/der Leserin entfernt. Die Redaktion/mak

    • Nikson
    • 21. August 2012 16:31 Uhr
    3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/kvk

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service