Euro-KriseDer nächste Rettungskandidat heißt Slowenien

Slowenien war lange Zeit ein Musterland Europas. Doch eine Bankenkrise und ausbleibende Reformen führten das Land in die Krise. Jetzt muss Europa helfen.

Menschen stehen in eine Bank in Ljubljana, Slowenien (Archivbild)

Menschen stehen in eine Bank in Ljubljana, Slowenien (Archivbild)

Wer abergläubisch ist, hätte schon 2006 mahnend den Finger gehoben. Vor sechseinhalb Jahren stellte Slowenien offiziell den Antrag, Mitglied der Euro-Zone zu werden – als 13. Land. Doch unbeeindruckt ob der Unglückszahl zogen die Europäische Union und das aufstrebende ost-europäische Land die Abschaffung des Tolar innerhalb von wenigen Monaten durch. Am 1. Januar 2007 führte Slowenien den Euro ein. Heute steht das Land so schlecht da wie zuletzt nach dem Jugoslawien-Krieg Anfang der 1990er-Jahre.

Die Ratingagentur Moody's senkte Anfang August die Kreditwürdigkeit Sloweniens gleich um drei Stufen. Jetzt steht das Euro-Land nur noch zwei Stufen über dem "Ramsch"-Status. Auch Standard & Poor's und Fitch halten Slowenien nur noch für einen zweifelhaften Schuldner. Die Folge: Inzwischen muss das Land über sieben Prozent Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen berappen.

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In der vergangenen Woche folgten die Abwertung der staatlichen "Telekom Slovenije", der öffentlichen Versicherung "Triglav" und des Rückversicherers "Pozavarovanlnica Sava". Die einst solide Slowenien AG, in der ausländische Investoren weitgehend ausgeschlossen wurden und der Staat in allen wichtigen Unternehmen und Fonds meist das Sagen hat, wankt.

Die Banken sind nicht alleine schuld

Wie in Spanien sind es auch in dem kleinen Adrialand mit zwei Millionen Einwohnern in erster Linie die Banken, die mit ihrer Schieflage das ganze System gefährden. Rund 18 Prozent aller Bankkredite sollen vom Ausfall bedroht sein. Im eingebrochenen Bausektor sind es sogar 50 Prozent. Moody's schätzt, dass das marode Bankensystem, wo auch der Staat den Ton angibt, bis zu drei Milliarden Euro Sanierungskosten benötigt. Der slowenische Wirtschaftsprofessor Joze Damijan bezifferte den Bedarf an frischem Geld zur Aufstockung des Kapitals und zur Ablösung fauler Kredite auf bis zu acht Milliarden Euro.

Doch wer alleine den Banken die Schuld für Sloweniens missliche Lage zuweisen will, liegt falsch. Denn für Landeskenner war schon vor dem Ausbruch der Banken-Krise klar: Sloweniens Höhenflug wird nicht mehr lange andauern. "Es war absehbar, dass die Wirtschaft des Landes nicht weiter um jährlich vier oder fünf Prozent wachsen würde. Dafür ist zu vieles falsch gelaufen", sagt Gertrud Rantzen, Geschäftsführerin der deutsch-slowenischen Industrie- und Handelskammer in Ljubljana. "Mit dem EU-Beitritt und der Aussicht auf die schnelle Einführung des Euro stieg das Wachstum rasant. Gleichzeitig stiegen aber auch die Begehrlichkeiten: Die Löhne wurden drastisch erhöht, Reformen verschleppt und Investitionen getätigt – auch jene, die nicht nachhaltig waren."

Ein Blick in die Dokumente des slowenischen Statistikbüros verdeutlicht die Problematik. So sind die Lohnnebenkosten seit der Euro-Einführung 2007 bis heute um 18 Prozent gestiegen. Eine Arbeitsstunde kostet nun im Durchschnitt 14,40 Euro. Das ist zwar noch deutlich unter dem Schnitt der Länder der Europäischen Union (23,10 Euro). Gleichzeitig kostet die Arbeitsstunde in Slowenien aber mehr als in der Slowakei (8,40 Euro), in Polen (7,10 Euro) oder in Estland (8,10 Euro).

Zum Problem werden die hohen Kosten erst dann, wenn die Produktivität nicht im gleichen Maße steigt. Genau das aber ist in Slowenien passiert. "Hier wurden in der Vergangenheit viele Managementfehler begangen", sagt Rantzen. "Gut laufende Unternehmen haben sich andere Spielfelder gesucht und viel Geld in Immobilen gepumpt oder sich bei Banken und in der Bauwirtschaft eingekauft, anstatt in neue Maschinen und Anlagen zu investieren. Andernorts wurde der Gewinn komplett aus den Unternehmen gezogen." Während die Kosten explodierten, stagnierte die Leistungsfähigkeit. Heute sind viele Unternehmen überschuldet. Die Zahl der Unternehmenspleiten ist im zweiten Quartal um 24 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

Die Beamten und Angestellten hingegen nahmen die Lohnerhöhungen dankbar an und investierten vielerorts in ein Eigenheim. Solides Eigenkapital war selten vorhanden, doch an ein Ende des Booms dachte keiner. Auch die Banken nicht. Durch die Einführung des Euro konnte sich Slowenien und dessen Bankensektor günstig Geld beschaffen. Dieses Geld wurde bereitwillig weitergereicht, auch an zweifelhafte Schuldner. "Hinzu kommt ein slowenischer Sonderfall: Hier herrscht das Bauherrenmodell", sagt Gertrud Rantzen. "Baufirmen kaufen Grundstücke auf und ziehen ganze Kolonien hoch – obwohl vorauszusehen war, dass die Nachfrage irgendwann nachlässt." Eine Immobilienblase bildete sich, ähnlich wie in den USA und in Spanien.

Der Ernst der Lage wird verkannt

Inzwischen ist der Traum von den eigenen vier Wänden bei vielen Slowenen geplatzt. Die Banken sitzen auf faulen Krediten, die Bauwirtschaft ist nahezu vollständig kollabiert. Auch die Möbelindustrie ist schwer angeschlagen. Wer kein Haus kauft, braucht schließlich auch keine neue Einrichtung.

Doch Staat und Bürger haben die Alarmzeichen viel zu spät erkannt. "Slowenen sind grundsätzlich immer optimistisch. Man geht hier gelassener mit Krisen um als etwa in Deutschland", weiß Gertrud Rantzen. Keine Frage: Es ist eine positive Eigenschaft, das Glas halbvoll, statt halbleer zu sehen. Zumal die Slowenen durchaus Kraft aus ihrer Vergangenheit ziehen können. "Nach der Unabhängigkeit des Landes sind große Märkte in Osteuropa weggebrochen. Slowenien rutschte in eine große Krise, aus der man sich aus eigener Kraft herausgezogen hat", berichtet die Geschäftsführerin der deutsch-slowenischen Handelskammer. Zum Problem wird diese lobenswerte Charaktereigenschaft nur, wenn sie den Blick auf die Realität trübt. Genau davon berichtet Rantzen: "Die jungen Menschen sind es gewohnt, dass es immer nur aufwärts geht. Vielen von denen haben den Ernst der Lage noch nicht erkannt, sie sind noch nicht ganz in der Realität angekommen."

Ähnliches gilt für den Staat. Slowenien hat sich auf seinen Ruf als Euro-Musterschüler ausgeruht. Schaut man nur auf die nackten Zahlen, steht das Land noch ordentlich da. Die Staatsschulden sollen Ende 2012 bei 54,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen und damit unter dem Maastricht-Richtwert von 60 Prozent. Das schaffen neben Slowenien nur vier weitere Euro-Länder. Allerdings: 2010 betrugen die Staatsschulden gerade einmal 38,8 Prozent des BIP. Alleine 2011 nahm Slowenien neue Schulden in Höhe von knapp 17 Milliarden Euro auf, mehr als doppelt so viel als noch 2008. "Die Schnelligkeit mit der die Schulden wachsen, machen uns Sorgen", sagt Rantzen. "Ein Ende dieses Trends ist in den kommenden Monaten nicht in Sicht."

Müsste Slowenien die Banken aus eigener Kraft rekapitalisieren, würde das slowenische Budgetdefizit auf 20 bis 28 Prozent des BIP emporschießen, rechnet Ökonom Damijan vor. "Momentan kann es Slowenien nicht aus eigener Kraft schaffen, die Banken zu stabilisieren", so Rantzen. "Ich würde mal vorsichtig schätzen, dass man im Herbst die europäischen Partner um Unterstützung bittet."

Ähnlich wie Spanien dürfte Slowenien nicht komplett unter den Rettungsschirm schlüpfen, sondern lediglich Hilfe bei der Bankenrettung beantragen. So umgeht das Land den strengen Blick der Troika und kann unpopuläre Reformen links liegen lassen. Dabei wäre es für das Land so wichtig, endlich verkrustete Strukturen in den Amtsstuben zu beseitigen und den Arbeitsmarkt sowie das Rentensystem zu modernisieren.

Starrer Arbeitsmarkt, unfähige Behörden

"Slowenien muss eine ganze Reihe von Strukturreformen anschieben. Eines der wichtigsten Projekte ist die Reform des Arbeitsmarktes", sagt Gertrud Rantzen. "Hier gibt es noch immer einen rigiden Rahmen, der jede Form von Flexibilität zunichtemacht. Der Kündigungsschutz muss gelockert werden und Arbeitszeiten müssen – gerade in der Krise – flexibler gestaltet werden. Hier muss dringend etwas passieren, damit der Anschluss nicht komplett verloren geht." Dass Slowenien in der Krise steckt, daran gibt es keine Zweifel. Die Wirtschaft steckt seit dem vergangenen Jahr in der Rezession und schrumpft 2012 voraussichtlich um 1,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 12,4 Prozent. Doch passiert ist bislang nichts.

Gleiches gilt beim Abbau der Bürokratie. In den Behörden werden noch immer viele Positionen politisch besetzt. Leistungen und Qualifikation sind oftmals zweitrangig. Viele Amtsvorgänge bleiben nicht nachvollziehbar und intransparent. Die Erteilung einer Baugenehmigung kann zuweilen Monate dauern. "Das schreckt nicht nur potenzielle Investoren ab, sondern blockiert auch die Unternehmen, die schon vor Ort tätig sind", sagt Rantzen.

Das dritte Feld, auf dem dringend Reformen nötig sind, ist das Rentensystem. Slowenien erlaubt es sich, seine Bürger schon mit 58 Jahren in den Ruhestand zu schicken, viele gehen bereits mit 57 Jahren. Kein anderes Industrieland hat ein derart geringes, offizielles Renteneintrittsalter. Mehrere Regierungen versuchten schon eine schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf bis zu 65 Jahre. Doch bisher sind noch alle Reformversuche – und gleichzeitig ganze Regierungen – an dem Widerstand der "Demokratischen Rentnerpartei Sloweniens" (DeSUS) gescheitert. "Sie ist sehr populär und die einzige Konstante im politischen System. Die Rentnerpartei ist seit Jahren an allen Regierungskoalitionen beteiligt", berichtet Rantzen. "Und sie bedient ihr Klientel."

Auch an der derzeitigen Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Janez Janša, die aus fünf Parteien besteht, ist die "DeSUS" beteiligt. Dennoch hofft die Geschäftsführerin der deutsch-slowenischen Handelskammer, dass Reformen auf den Weg gebracht werden. "Janez Janša ist ein Politiker, der die Fäden in der Hand hält und pragmatisch genug ist, um zu wissen, dass das Land Reformen braucht."

Zweifel sind allerdings angebracht. Nicht nur, weil die Rentnerpartei mit im Boot. Janša selbst war bereits von 2004 bis 2008 der starke Mann in Ljubljana. Damals erlebte das Land eine Boom-Zeit. Es wäre einfach gewesen für den Ministerpräsidenten, Reformen durchzusetzen. Doch nichts ist passiert. "Er hat die Möglichkeit verstreichen lassen", sagt auch Rantzen, die aber auf einen Lernprozess hofft und erklärt: "Janša muss jetzt liefern, sonst hat diese Regierung keine Überlebenschance."

Wichtige Impulse dank Deutschland

Reformunwillige Politiker, marode Banken und ein starrer Renten- und Arbeitsmarkt: Kann Slowenien auf bessere Zeiten hoffen? Ja – unter Umständen. Positiv ist, dass die jungen Leute in Slowenien sehr gut ausgebildet sind. Zwar stehen bei den Schülern und Studenten Jobs in der Finanzwelt höher im Kurs als in der Industrie, doch die Krise könnte auch die Stimmung im Land – und damit die Berufswünsche der Jugend – verändern.

Weitere Pluspunkte: Slowenien ist traditionell ein Industrieland. Das Land ist sehr gut aufgestellt in der Automobilbranche – und profitiert von den engen Verflechtungen mit Deutschland. Die Bundesrepublik ist im Allgemeinen der wichtigste Handelspartner Sloweniens und ein großer Investor. "Wir gehen von etwas über 300 deutschen Unternehmen in Slowenien aus", sagt Gertrud Rantzen.

Deutsche Marken sind sehr stark in der Automobilbranche vertreten und im Handel. Bosch und Siemens Haushaltgeräte haben ein eigenes Werk in Slowenien, das den weltweiten Markt beliefert, zudem haben alle großen deutschen Baumarktketten Filialen in Slowenien, aber auch die Drogeriemärkte "dm" und "Müller" sowie die Modeketten "New Yorker", "C&A", "Peek & Cloppenburg".

Es könnten bald noch deutlich mehr sein. Viele slowenische Unternehmen sind auf der Suche nach ausländischen Investoren und bereit, Firmenanteile abzutreten. Auch der Staat muss sich in nächster Zeit von Unternehmensanteilen trennen. "Hier winken deutschen Investoren lukrative Angebote", so Gertrud Rantzen.

Für Teilprivatisierungen stehen unter anderem die Fluglinie "Adria Airways" und die "Telekom Slovenije" ganz oben auf der Liste. An letztere hatte sich die "Deutsche Telekom" schon 2008 interessiert gezeigt, und zwar über ihre ungarische Tochter "Magyar Telekom". Es war allerdings zu keinem Abschluss gekommen. Für einen Anteil von knapp 75 Prozent an der Fluglinie "Adria Airways" – davon über 90 Prozent im Staatsbesitz – läuft bis Anfang September 2012 eine erste Ausschreibungsrunde. Im Herbst 2011 hatte die Fluglinie vom Staat eine Kapitalspritze in Höhe von 50 Millionen Euro erhalten.

In der Privatwirtschaft sind die Chemieunternehmen "Helios" und "Cinkarna Celje" auf Partnersuche. Der Reifenhersteller "Goodyear Dunlop Sava Tires" will sich von seiner Tochter "Savatech" trennen. Sie ist auf die Entwicklung und Herstellung von Kautschukmischungen, leichten Reifen (für einspurige Fahrzeuge und industrielle Zwecke), Fördergurten sowie unter anderem von elastischen Kopplungen für die Autoindustrie ausgerichtet.

Slowenien braucht das Geld aus den Privatisierungen, um die Wirtschaft in Gang zu bekommen und wichtige Investitionsprojekte, die zum Teil schon vor der Krise angestoßen wurden, zu verwirklichen. Dazu gehören Kraftwerksbauten, aber auch die Erneuerung von Autobahnen und Bahnstrecken. Wichtigstes Projekt ist die Verbindung der Hauptstadt Ljubljana mit dem Hafen von Koper. "Der ist auf dem neuesten Stand und expandiert weiter. Der Hafen ist sehr interessant für Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg", erklärt Rantzen. "Er hat aber ein Problem: die Bahnstrecke Richtung Ljubljana. Sie ist teilweise nur eingleisig."

Alle müssen an einen Strang ziehen

Alles in allem hat Slowenien das Potenzial, langfristig wieder auf Wachstumskurs zurückzukehren. Dafür braucht es neben der Hilfe der Euro-Partner bei der Stabilisierung der Banken aber auch ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Reformen müssen angepackt, Gier und Vetternwirtschaft zurückgedrängt werden.

"Das Land muss jetzt eine richtige Rosskur machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Slowenien auch 2013 nicht aus der Krise kommen wird", bilanziert Gertrud Rantzen. "Aber ab 2014 kann es wieder aufwärts gehen – wenn Politik und Wirtschaft sowie die Sozialpartner an einen Strang ziehen."

Erschienen in der WirtschaftsWoche

 
Leser-Kommentare
  1. Weitere Pluspunkte: Slowenien ist traditionell ein Industrieland. Das Land ist sehr gut aufgestellt in der Automobilbranche – und profitiert von den engen Verflechtungen mit Deutschland. Die Bundesrepublik ist im Allgemeinen der wichtigste Handelspartner Sloweniens und ein großer Investor. "Wir gehen von etwas über 300 deutschen Unternehmen in Slowenien aus", sagt Gertrud Rantzen.

    Irgentwie habe ich das Gefühl, dass deutsche Experten den Slowenen die "Flexibilisierung" des Arbeitsmarktes und die Senkung von Unternehmensteuern empfehlen werden.

    Löhne runter, Flattax einführen und ein paar günstige Staatsunternehmen kaufen wir euch auch gerne ab.

    Weil wir Deutschen der barmherzige Retter sind ;)

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  2. Slowenien und die Slowakei sind keine Nachbarländer.

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    Redaktion

    Hallo BrunoTraven,

    danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

    Beste Grüße!

    Redaktion

    Hallo BrunoTraven,

    danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

    Beste Grüße!

  3. "Der Kündigungsschutz muss gelockert werden und Arbeitszeiten müssen – gerade in der Krise – flexibler gestaltet werden"
    Bis dahin hab ich gelesen...

    Eine tolle Zukunft für mich und meine nichtkommenden Kinder, Verhältnisse wie in Deutschland? NEIN danke! Was hat der Slowene den falsch gemacht und was der Grieche? Der Deutsche freut sich ja über sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Hartz 4 Empfänger, in 3 Schichten arbeiten um später beim Staat das Geld betteln(Aufstocker). Schaut so etwa die Zukunft Europas aus?

    Deutsche Verhältnisse für alle und dann noch den Maastricht-Vertrag verletzten, ohje mein liebes Deutschland.

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    • joG
    • 20.08.2012 um 18:06 Uhr

    ....was will man sagen? Die Bevölkerungen zahlen nun den Preis für ihre Gutgläubigkeit. Es ist eben nicht so, dass man Regierenden trauen darf. Das ist schlecht. Hier kostet es Billionen. In der Demokratie darf man nicht Regierenden, Bürokraten und Richtern trauen. Man muss kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren und wieder kontrollieren. Und jedes Mal, jedes einzelne Mal, dass eine erwischt wird, muss er härtestens bestraft werden.

    Und das geht nur mit einer halbwegs ordentlichen Verfassung. Die hat man offensichtlich nicht. Weder auf europäischer noch auf deutscher Ebene war man geschützt noch konnte man sich schützen.

    Auch ist eine gute Regel, dass man Gruppen, die Einen bereits betrogen haben, wie das mit der Europapolitik geschah keine M;acht mehr geben sollte. Den Fehler machten die Amis mit Nixon. Hier sind es aber nicht einzelne Politiker. Es sind die Parteien.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Redaktion

    Hallo BrunoTraven,

    danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

    Beste Grüße!

    Antwort auf "Nachbarland Slowakei?"
  5. ZEIT: "Die Löhne wurden drastisch erhöht, Reformen verschleppt und Investitionen getätigt – auch jene, die nicht nachhaltig waren."

    Kurzum: Wachstum auf Pump - demnächst auf Geschenkebasis. Wie gehabt: Kreditparty - etwa in Spanien. Jedermann erhält Kredit - spätestens, wenn der Vetter die Filiale leitet. Man leistet sich, was sich hierzulande Arbeiter in 40 Jahren nicht gönnten.

    Und so werden wohl die Bundesbürger, wo nur eine Eigentumsquote von 43% herrscht, "Solidarität" üben müssen mit jenen Menchen südlich der Alpen, wo oft Eigentumsquoten von 80-85% usus sind. Etwa der Armutsrentner aus Wanne-Eickel, oder der lohn- und sozialgedumpte Niedriglöhner aus Essen, der seinen letzten Cent für die Miete aufbringt (Nebenkosten wie teure Heizung nicht eingerechnet).

    Damit die Häuslebauer südlich der Alpen nicht aus ihren Kreditparty-Verträgen fallen, hält die EZB den Leitzins viel zu niedrig - dies führt mittelfristig zur Entwertung von Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgen und Einkommen überhaupt (Inflation) in Deutschland. Zudem steigen die Importpreise (etwa Benzin) hierzulande rasant. Die Bundesrepublik wirtschaftet längst mit einer Währung, die nicht zu ihr passt.

    Die wirtschaftlichen und vor allem PRIVATEN VERLUSTE in der Bundesrepublik dürften mittlerweile so enorm sein, dass man es tunlichst vermeidet, konkrete Zahlen zu nennen. Fest steht: Alleine über Targetkredite finanziert Deutschland den Clubmed bereits mit über 1 Milliarden Euro TÄGLICH !

    4 Leser-Empfehlungen
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    • FZ
    • 20.08.2012 um 18:30 Uhr

    "dies führt mittelfristig zur Entwertung von Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgen und Einkommen überhaupt (Inflation) in Deutschland."

    Kappes. Der Ausfall der Kredite führt genau zu diesen Entwertungen. Es ist nicht ausschließlich das Großkapital, dessen Geld in den faulen Krediten steckt. Jeder Euro Habenzins ist irgendwo als Sollzins BEZAHLT worden. Nicht als Leitzins, und nicht von einer von der EZB dazu zwangsverpflichteten Bank.

    Mit Verlaub vorneweg: Ihren "Kappes" (o. Blumen?) reiche ich gerne zurück.

    Vorneweg: Die Garantieverzinsung der Versicherungen wird schon heute nur noch über Altverträge erreicht.

    Längst ist die EZB "lender of last resort" - verteilt in Großem Maße 1%-Kredite an die Sekundärmärkte (demnächst Primärmärkte), weil der Interbanken-Markt im Zuge der Schuldenorgien zusammengebrochen ist. Kurzum: Für Zinsen unterhalb der Inflationsrate. (Anschließen füllen sich Banken damit die Tresore mit toxischen Staatsanleihen ihrer Heimatländer)

    Nicht umsonst wurde der Garantiezins bei Versicherungsverträgen längst nach unten korrigiert - doch auch dieser Betrag bereitet den Instituten zunehmend Sorge. Sichere Staatsanleihen (Versicherungen sind angewiesen, hier 90% der Beiträge zu investieren) - etwa Bundesschatzbriefe - erreichen heute immer öfters Negativ-Zinsen.

    Und Sie erkennen den Zusammenhang zwischen Krise und diesen Fakten nicht?

    ...ff...

    Dazu kommt: Was glauben Sie eigentlich, wo die Vermögen für all die Lebensversicherungen oder privaten Altervorsorgen - die laut Gesetz zu 90% etwa in sichere Staatsanleihen (mit ehemals höchster Note) angelegt werden müssen - lagern? Bei Ihnen in der Hausbank um die Ecke?

    Der Großteil wurde verpfändet über die Bundesbank, um Exporte in die PIIGS auf Pump vorzufinanzieren - kurzum über das innereuropäische Kontokorrentsystem TARGET-II. Dafür erhielt die Bundesbank nicht fällig stellbare Forderungen - bunte Zettelchen etwa aus Griechenland mit teils haarsträubenden "Sicherheiten":

    Die Bundesbank gingen übrigens Ende 2011 diese Assets bereits aus, der wahre Grund für LTRO-1+2 und die Begehrlichkeiten des Clubmeds nach dem deutschem Gold.

    • FZ
    • 20.08.2012 um 18:30 Uhr

    "dies führt mittelfristig zur Entwertung von Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgen und Einkommen überhaupt (Inflation) in Deutschland."

    Kappes. Der Ausfall der Kredite führt genau zu diesen Entwertungen. Es ist nicht ausschließlich das Großkapital, dessen Geld in den faulen Krediten steckt. Jeder Euro Habenzins ist irgendwo als Sollzins BEZAHLT worden. Nicht als Leitzins, und nicht von einer von der EZB dazu zwangsverpflichteten Bank.

    Mit Verlaub vorneweg: Ihren "Kappes" (o. Blumen?) reiche ich gerne zurück.

    Vorneweg: Die Garantieverzinsung der Versicherungen wird schon heute nur noch über Altverträge erreicht.

    Längst ist die EZB "lender of last resort" - verteilt in Großem Maße 1%-Kredite an die Sekundärmärkte (demnächst Primärmärkte), weil der Interbanken-Markt im Zuge der Schuldenorgien zusammengebrochen ist. Kurzum: Für Zinsen unterhalb der Inflationsrate. (Anschließen füllen sich Banken damit die Tresore mit toxischen Staatsanleihen ihrer Heimatländer)

    Nicht umsonst wurde der Garantiezins bei Versicherungsverträgen längst nach unten korrigiert - doch auch dieser Betrag bereitet den Instituten zunehmend Sorge. Sichere Staatsanleihen (Versicherungen sind angewiesen, hier 90% der Beiträge zu investieren) - etwa Bundesschatzbriefe - erreichen heute immer öfters Negativ-Zinsen.

    Und Sie erkennen den Zusammenhang zwischen Krise und diesen Fakten nicht?

    ...ff...

    Dazu kommt: Was glauben Sie eigentlich, wo die Vermögen für all die Lebensversicherungen oder privaten Altervorsorgen - die laut Gesetz zu 90% etwa in sichere Staatsanleihen (mit ehemals höchster Note) angelegt werden müssen - lagern? Bei Ihnen in der Hausbank um die Ecke?

    Der Großteil wurde verpfändet über die Bundesbank, um Exporte in die PIIGS auf Pump vorzufinanzieren - kurzum über das innereuropäische Kontokorrentsystem TARGET-II. Dafür erhielt die Bundesbank nicht fällig stellbare Forderungen - bunte Zettelchen etwa aus Griechenland mit teils haarsträubenden "Sicherheiten":

    Die Bundesbank gingen übrigens Ende 2011 diese Assets bereits aus, der wahre Grund für LTRO-1+2 und die Begehrlichkeiten des Clubmeds nach dem deutschem Gold.

  6. Die hastige Aufnahme des Entwicklungslandes in das Euro-System hatte keinerlei vernünftige wirtschaftliche Gründe. Es ging um das Ziel, westeuropäische Grenzen weitestmöglich nach Osten zu verlagern und zu zementieren. Um politischen Einflußbereich also.
    Und nun führt das Ergebnis zu Verwunderung?

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    Das ist noch nie gut gegangen. Die Politik hat im Rahmen eines demokratischen Prozesses sinnvolle Leitplanken zu erstellen; nicht mehr. Es wird den Politikern und dem Staat leider immer zuviel zugetraut. Die Politiker sind nicht klüger als der durchschnittliche Bürger und der Staat sind wir selbst.

    Das ist noch nie gut gegangen. Die Politik hat im Rahmen eines demokratischen Prozesses sinnvolle Leitplanken zu erstellen; nicht mehr. Es wird den Politikern und dem Staat leider immer zuviel zugetraut. Die Politiker sind nicht klüger als der durchschnittliche Bürger und der Staat sind wir selbst.

    • FZ
    • 20.08.2012 um 18:30 Uhr

    "dies führt mittelfristig zur Entwertung von Lebensversicherungen, privaten Altersvorsorgen und Einkommen überhaupt (Inflation) in Deutschland."

    Kappes. Der Ausfall der Kredite führt genau zu diesen Entwertungen. Es ist nicht ausschließlich das Großkapital, dessen Geld in den faulen Krediten steckt. Jeder Euro Habenzins ist irgendwo als Sollzins BEZAHLT worden. Nicht als Leitzins, und nicht von einer von der EZB dazu zwangsverpflichteten Bank.

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