Die Nationalbank Spaniens © Paul Hanna/Reuters

Spanien will laut einem von der Ministerrunde beschlossenen Haushaltsentwurf bis 2014 insgesamt 102 Milliarden Euro einsparen. Die Regierung hat damit ihr Sparziel seit Juli nahezu verdoppelt. Bisher sollte das Defizit in den kommenden zweieinhalb Jahren um etwa 65 Milliarden Euro sinken, die Mehrwertsteuer dafür von 18 auf 21 Prozentpunkten steigen.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte angekündigt , dass Beamte dieses Jahr auf einen Teil ihrer Sonderzahlungen verzichten müssen. Zudem wollte die Regierung die Hilfen für Arbeitslose überprüfen. Auch die indirekten Steuern auf Energie sollten steigen.

Spanien erhält wegen seiner wirtschaftlich geschwächten Banken Finanzhilfe der EU . Dafür muss es schon 2012 hart sparen. Die Euro-Finanzminister hatten dem Land bis 2014 Zeit gegeben, um das Staatsdefizit wieder unter den EU-Grenzwert von drei Prozent seiner Wirtschaftskraft zu senken. Ende 2011 hatte das Haushaltsdefizit bei 8,9 Prozent gelegen.

Angesichts hoher Zinsen, die Spanien für seine Kreditaufnahme zahlen muss, wird jedoch befürchtet, dass die Regierung in Madrid auch für seinen Staatshaushalt internationale Hilfe benötigen könnte. Das könnte Kredithilfe aus dem Rettungsfonds EFSF sein. Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi , hatte zudem am Donnerstag nicht ausgeschlossen , dass die Bank Anleihen geschwächter Euro-Staaten aufkauft.

Entscheidung im Interesse der Spanier

Ministerpräsident Rajoy schloss weitere Anträge seines Landes auf Finanzhilfen am Freitag nicht aus. Er wolle die von der Zentralbank angekündigten Schritte gegen die Krise prüfen und danach "die beste Entscheidung im Interesse der Spanier" treffen, sagte er mit Blick auf diese Möglichkeit.

Entlastung schaffen sollen aber auch die Steuereinnahmen. Die in Brüssel von Rajoy vorgelegten Pläne sehen vor, dass Spaniens Wirtschaft 2013 noch einmal um 0,5 Prozent schrumpft. 2014 ist ein Wachstum von 1,2 Prozent angepeilt.