Umfrage: Deutsche wünschen sich neue Wirtschaftsordnung
Wachstum und Geld sind den Deutschen nicht so wichtig. Die Umwelt und sozialer Ausgleich umso mehr. Laut einer Umfrage möchten viele eine neue Wirtschaftsordnung.
Acht von zehn Bundesbürgern wünschen sich angesichts der europaweiten Krise eine neue Wirtschaftsordnung. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Emnid, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde und der ZEIT exklusiv vorliegt.
Zwei von drei Befragten misstrauen demnach bei der Lösung der Probleme den Selbstheilungskräften der Märkte. Der Kapitalismus sorge weder für einen "sozialen Ausgleich in der Gesellschaft" noch für den "Schutz der Umwelt" oder einen "sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen".
Das Volk sei demnach gar nicht so stark an kurzfristigen Zielen interessiert. "Nachhaltigkeit, Umwelt und Soziales liegt vielen Bürgern mehr am Herzen, als Politiker glauben", sagte Aart De Geus, Leiter der Bertelsmann Stiftung.
Grundsätzlich hält die Mehrheit der Deutschen Wirtschaftswachstum zwar für wichtig. Gegenüber 2010 ging allerdings der Anteil derjenigen, die es als "sehr wichtig" für die Lebensqualität in der Gesellschaft einschätzen, um 14 Prozentpunkte zurück. Zudem glauben zwei Drittel der Befragten nicht mehr daran, dass Wirtschaftswachstum die eigene Lebensqualität steigere.
Menschen haben sich an die Krise gewöhnt
Die von der Euro-Krise ausgelösten Sorgen der Deutschen werden inzwischen durch andere Ängste verdrängt. Das belegen bislang unveröffentlichte Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW. Während sich 2009 noch 49 Prozent der Bürger vor instabilen Märkten fürchteten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 30 Prozent. "Man darf nicht vergessen, dass die breite Bevölkerung sich seit einigen Jahren an die Krise gewöhnt hat, und auch die hohe Erwartung an stabile Finanzmärkte gesunken ist", sagte Jürgen Schupp, Leiter der SOEP-Forschergruppe.
In einer Rangfolge der persönlich wichtigen Dinge stehen für die Befragten zunehmend postmaterielle Ziele oben: "Gesundheit" liegt auf dem Spitzenplatz, gefolgt von "Zufriedenheit mit der persönlichen Lebenssituation" und dem "Schutz der Umwelt". Erst als Letztes wünschen sich die Deutschen "Geld und Besitz zu sichern und zu mehren".
Uneins sind sich die Bundesbürger, wie der beste Weg aus der aktuellen Krise in Europa aussehen könnte. In der Emnid-Umfrage plädieren 46 Prozent der Deutschen für Wachstumspolitik, 44 Prozent für einen strikten staatlichen Sparkurs.





Aber eine Partei, die die "Systemfrage" stellt, würde sofort als radikal und undemokratisch abqualifiziert. Die angeblichen 80 % wissen wohl selber nicht so recht, was sie eigentlich wollen.
Denn den Teufel, den man hat, kennt man ...
"Aber eine Partei, die die "Systemfrage" stellt, würde sofort als radikal und undemokratisch abqualifiziert..."
...wieso *würde*?
Alleine die Partei die in den Verdacht kommt, sie würde an dem bestehenden System zu sehr rütteln, wird von allen Seiten sofort bekämpft!
Dies bekamen die Grünen zuspüren, wie auch die ehemalige PDS, die später gegründete Linke oder die Piraten.
...das Deutsche Volk soll gar nicht erst merken, dass es in der Mehrheit eigentlich ein sehr soziales und solidarisches Volk ist. Ich habe diese Solidarität vor zehn Jahren beim Elbehochwasser spüren dürfen - das hat mich berührt und mit Stolz auf die Menschen erfüllt!
Regelmäßig werden Neid- Debatten in den Medien los getreten, damit wir untereinander 'uneins' sind. Eine perfide Politik, um das Volk (die vermeintlich) Untergebenen besser in Schach zu halten. Deshalb wurde/wird auch der Bergbau (als Keimzelle von Demonstrationen/Revolutionen) in Deutschland bis zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft!
Leider zerstreitet sich das linke Lager immer wieder auf - bei der SPD ist es schon Tradition (1917 USPD, 2004 WASG)...
...das konservative Lager, kann dadurch seine Macht konservieren ;-)
Das Deutsche Volk hat auch regelmäßig seine Revolutionen; keine großen, wie die Französische 1789-99, aber kleiner 1848, 1918-23, 1968(Studenten), 1989(Mauerfall) & 2012(Atomaustieg)...
...irgendwann trifft sich das Volk von Marx und Engels an den Tafeln!
das Parteien welche die "Systemfrage" stellen idR ein total gescheitertes System einführen wollen.
...ist schon blöd formuliert.
Alle großen Alternativentwürfe sind bisher gescheitert und niemand wünscht sich zentrale Planwirtschaft zurück, zumindest diejenigen nicht, die sie miterlebt haben.
Gefragt sind Alternativen die nicht zuviel ändern, das Wohlstandsniveau nicht wahllos senken und trotzdem nachhaltig und einigermaßen gerecht sind.
Für die einen ist das das BGE (wenn man glaubt dass das eine sinnvolle Richtung ist und funktionieren kann, ich tue es nicht).
Für die anderen ist der der demokratische Sozialismus ala Linke, also mehr oder weniger eine soziale Marktwirtschaft, wie sie für D mal gedacht war.
Aber es gibt auch exotischere Entwürfe, wie der vom langweilerblog:
http://langweilerblog.wor...
Man müsste nur mal anfangen darüber zu diskutieren und in die entsprechende Richtung zu gehen und demokratisch zu entscheiden. Davon bemerke ich medial nur wenig, politisch gar nichts und demokratische Entscheide sind in D eh nicht vorgesehen.
Wer stellt die Systemfrage (war wohl in den 1970ern mal ein großes Wort)?
- Die SPD hat sich seit dem Godesberger Programm mit der Marktwirtschaft und seit Schröders Agenda mit den Marktradikalismus versöhnt
- Die Grünen taten es in den 80ern und nach 2000 trugen sie dazu bei Arbeitnehmer den rauhen Marktkräften weit schutzloser auszuliefern als es in den Dekaden zuvor der Fall war
- Die PDS / Linke / Linkspartei stellt die Frage rhetorisch und streicht genauso Stellen im öffentlichen Dienst und kappt Daseinsvorsorge wie alle anderen auch, wenn sie in einer Koalition mitregieren darf
- Die Piraten haben kein vollständiges Konzept, aber immerhin Ansätze (z.B. BGE, kostenlose Bildung, kostenloser Nahverkehr), deshalb werde ich denen wohl 2013 eine Chance geben...
- der Rest der Parteien, die Zweifel am Wirtschaftssystem äußern, sind Splitterparteien, die entweder die DDR zurückwollen oder Maos China oder am rechten Rand zu Hause sind
Legislaturperioden spiegel unseren Planungshorizont wider, und da sind 4/5 Jahre deutlich zu kurz. Da auch mehrmalige Wiederwahl moeglich ist setzen die Beteiligten natuerlich auf all das, was ihnen Macht weiter sichert oder Zugang zu ihr verschafft. Es liesse sich leicht loesen wenn man einerseits die Legislaturperiode auf 7/8 Jahre verlaengerte, andererseits aber die direkte Demokratie staerkte indem mehr Entscheidungen vom Volk selbst zu treffen sind.
"Aber eine Partei, die die "Systemfrage" stellt, würde sofort als radikal und undemokratisch abqualifiziert..."
...wieso *würde*?
Alleine die Partei die in den Verdacht kommt, sie würde an dem bestehenden System zu sehr rütteln, wird von allen Seiten sofort bekämpft!
Dies bekamen die Grünen zuspüren, wie auch die ehemalige PDS, die später gegründete Linke oder die Piraten.
...das Deutsche Volk soll gar nicht erst merken, dass es in der Mehrheit eigentlich ein sehr soziales und solidarisches Volk ist. Ich habe diese Solidarität vor zehn Jahren beim Elbehochwasser spüren dürfen - das hat mich berührt und mit Stolz auf die Menschen erfüllt!
Regelmäßig werden Neid- Debatten in den Medien los getreten, damit wir untereinander 'uneins' sind. Eine perfide Politik, um das Volk (die vermeintlich) Untergebenen besser in Schach zu halten. Deshalb wurde/wird auch der Bergbau (als Keimzelle von Demonstrationen/Revolutionen) in Deutschland bis zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft!
Leider zerstreitet sich das linke Lager immer wieder auf - bei der SPD ist es schon Tradition (1917 USPD, 2004 WASG)...
...das konservative Lager, kann dadurch seine Macht konservieren ;-)
Das Deutsche Volk hat auch regelmäßig seine Revolutionen; keine großen, wie die Französische 1789-99, aber kleiner 1848, 1918-23, 1968(Studenten), 1989(Mauerfall) & 2012(Atomaustieg)...
...irgendwann trifft sich das Volk von Marx und Engels an den Tafeln!
das Parteien welche die "Systemfrage" stellen idR ein total gescheitertes System einführen wollen.
...ist schon blöd formuliert.
Alle großen Alternativentwürfe sind bisher gescheitert und niemand wünscht sich zentrale Planwirtschaft zurück, zumindest diejenigen nicht, die sie miterlebt haben.
Gefragt sind Alternativen die nicht zuviel ändern, das Wohlstandsniveau nicht wahllos senken und trotzdem nachhaltig und einigermaßen gerecht sind.
Für die einen ist das das BGE (wenn man glaubt dass das eine sinnvolle Richtung ist und funktionieren kann, ich tue es nicht).
Für die anderen ist der der demokratische Sozialismus ala Linke, also mehr oder weniger eine soziale Marktwirtschaft, wie sie für D mal gedacht war.
Aber es gibt auch exotischere Entwürfe, wie der vom langweilerblog:
http://langweilerblog.wor...
Man müsste nur mal anfangen darüber zu diskutieren und in die entsprechende Richtung zu gehen und demokratisch zu entscheiden. Davon bemerke ich medial nur wenig, politisch gar nichts und demokratische Entscheide sind in D eh nicht vorgesehen.
Wer stellt die Systemfrage (war wohl in den 1970ern mal ein großes Wort)?
- Die SPD hat sich seit dem Godesberger Programm mit der Marktwirtschaft und seit Schröders Agenda mit den Marktradikalismus versöhnt
- Die Grünen taten es in den 80ern und nach 2000 trugen sie dazu bei Arbeitnehmer den rauhen Marktkräften weit schutzloser auszuliefern als es in den Dekaden zuvor der Fall war
- Die PDS / Linke / Linkspartei stellt die Frage rhetorisch und streicht genauso Stellen im öffentlichen Dienst und kappt Daseinsvorsorge wie alle anderen auch, wenn sie in einer Koalition mitregieren darf
- Die Piraten haben kein vollständiges Konzept, aber immerhin Ansätze (z.B. BGE, kostenlose Bildung, kostenloser Nahverkehr), deshalb werde ich denen wohl 2013 eine Chance geben...
- der Rest der Parteien, die Zweifel am Wirtschaftssystem äußern, sind Splitterparteien, die entweder die DDR zurückwollen oder Maos China oder am rechten Rand zu Hause sind
Legislaturperioden spiegel unseren Planungshorizont wider, und da sind 4/5 Jahre deutlich zu kurz. Da auch mehrmalige Wiederwahl moeglich ist setzen die Beteiligten natuerlich auf all das, was ihnen Macht weiter sichert oder Zugang zu ihr verschafft. Es liesse sich leicht loesen wenn man einerseits die Legislaturperiode auf 7/8 Jahre verlaengerte, andererseits aber die direkte Demokratie staerkte indem mehr Entscheidungen vom Volk selbst zu treffen sind.
statt Umfragen abzuhalten, den Wählern tatsächliche politische Alternativen zur Wahl zu stellen?
Ich bin es müde, von Meinungen zu lesen, die auch in meinem Namen verkündigt werden, ohne dass ich überhaupt gefragt worden wäre. Dies übrigens völlig unabhängig davon, ob ich der Verkündigung inhaltlich zustimmen würde (wenn ich denn gefragt zu werden die Gnade bekäme) oder nicht.
Das ganze Verfahren (oder wie immer das nennen soll) ist eine einzige FRECHHEIT!
Worin Sie da eine "Frechheit" sehen, ist mir nicht ganz klar. Zunächst einmal werden die Ergebnisse ja nicht "in ihrem Namen" veröffentlicht, es werden lediglich zentrale Tendenzen innerhalb in der Bevölkerung präsentiert - dass sich darin nicht jeder wieder findet, versteht sich eigentlich von selbst.
Zum anderen sind ja die Meinungsforschungsinstitute wohl kaum für den "Mangel an politischen Alternativen" verantwortlich - wo sollen die denn überhaupt herkommen? Grundsätzlich muss eine Alternative erst einmal gewählt werden, um sich durchsetzen zu können.
Das "Verfahren" nennt sich übrigens Umfragenforschung.
"Ich bin es müde, von Meinungen zu lesen, die auch in meinem Namen verkündigt werden, ohne dass ich überhaupt gefragt worden wäre."
Das sehe ich genauso. Das hängt aber vor allem mit der Formulierung zusammen. Im Text wird manchmal der Fehler gemacht, von der Meinung der Befragten ein generelles Faktum abzuleiten:
"Acht von zehn Bundesbürgern wünschen sich angesichts der europaweiten Krise eine neue Wirtschaftsordnung."
Es müsste heißen: 8 von 10 befragten Bundesbürgern...
Oft wird es auch richtig gemacht:
"Zwei von drei Befragten misstrauen demnach bei der Lösung der Probleme den Selbstheilungskräften der Märkte."
Am Ende kommt es dann zu dieser Zuspitzung in der Überschrift "Deutsche wünschen sich neue Wirtschaftsordnung". Aber man kann das auch verstehen. Dadurch erhöht sich einfach Klickrate.
Der größte Fehler allerdings wird schon bei der Umfrage begangen, wenn dort wirklich unsere Wirtschaftsordnung als "Kapitalismus" bezeichnet wurde, ist sowieso die ganze Umfrage hinfällig.
Entfernt. Bitte setzen Sie sich argumentativ mit dem Artikelinhalt auseinander und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/sh
Worin Sie da eine "Frechheit" sehen, ist mir nicht ganz klar. Zunächst einmal werden die Ergebnisse ja nicht "in ihrem Namen" veröffentlicht, es werden lediglich zentrale Tendenzen innerhalb in der Bevölkerung präsentiert - dass sich darin nicht jeder wieder findet, versteht sich eigentlich von selbst.
Zum anderen sind ja die Meinungsforschungsinstitute wohl kaum für den "Mangel an politischen Alternativen" verantwortlich - wo sollen die denn überhaupt herkommen? Grundsätzlich muss eine Alternative erst einmal gewählt werden, um sich durchsetzen zu können.
Das "Verfahren" nennt sich übrigens Umfragenforschung.
"Ich bin es müde, von Meinungen zu lesen, die auch in meinem Namen verkündigt werden, ohne dass ich überhaupt gefragt worden wäre."
Das sehe ich genauso. Das hängt aber vor allem mit der Formulierung zusammen. Im Text wird manchmal der Fehler gemacht, von der Meinung der Befragten ein generelles Faktum abzuleiten:
"Acht von zehn Bundesbürgern wünschen sich angesichts der europaweiten Krise eine neue Wirtschaftsordnung."
Es müsste heißen: 8 von 10 befragten Bundesbürgern...
Oft wird es auch richtig gemacht:
"Zwei von drei Befragten misstrauen demnach bei der Lösung der Probleme den Selbstheilungskräften der Märkte."
Am Ende kommt es dann zu dieser Zuspitzung in der Überschrift "Deutsche wünschen sich neue Wirtschaftsordnung". Aber man kann das auch verstehen. Dadurch erhöht sich einfach Klickrate.
Der größte Fehler allerdings wird schon bei der Umfrage begangen, wenn dort wirklich unsere Wirtschaftsordnung als "Kapitalismus" bezeichnet wurde, ist sowieso die ganze Umfrage hinfällig.
Entfernt. Bitte setzen Sie sich argumentativ mit dem Artikelinhalt auseinander und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/sh
ich wünsch mir Kapitalismus und Du?
"Erst als Letztes wünschen sich die Deutschen "Geld und Besitz zu sichern und zu mehren"
Kommt der so oder so nicht in Gang...
Die Auswirkungen des Kapitalismus kennen wir nun seit zweihundert Jahren. Diese mündeten bisher in mehrere Weltwirtschaftskrisen, indirekt in zwei Weltkriege und den Vietnamkrieg sowie auch künftig um Nah-Ost-Kriege.
Man sollte also tatsächlich mal über ein neues Wirtschaftssystem nachdenken. Es gibt ja nicht nur den Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus. Man könnte auch mal über einen Hybriden aus allen drei nachdenken.
Und nein, die soziale Marktwirtschaft ist kein Hybrid. Wobei die ja ohnehin kaum noch existent ist.
... ein aussagekräftiger Nickname ;-)
Marktwirtschaft solltest Du wünschen. Die gibt es im Kapitalismus nur in den Nischen. Da, wo das große Geld "verdient" wird, herrscht im Kapitalismus die Kartellwirtschaft.
"Erst als Letztes wünschen sich die Deutschen "Geld und Besitz zu sichern und zu mehren"
Kommt der so oder so nicht in Gang...
Die Auswirkungen des Kapitalismus kennen wir nun seit zweihundert Jahren. Diese mündeten bisher in mehrere Weltwirtschaftskrisen, indirekt in zwei Weltkriege und den Vietnamkrieg sowie auch künftig um Nah-Ost-Kriege.
Man sollte also tatsächlich mal über ein neues Wirtschaftssystem nachdenken. Es gibt ja nicht nur den Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus. Man könnte auch mal über einen Hybriden aus allen drei nachdenken.
Und nein, die soziale Marktwirtschaft ist kein Hybrid. Wobei die ja ohnehin kaum noch existent ist.
... ein aussagekräftiger Nickname ;-)
Marktwirtschaft solltest Du wünschen. Die gibt es im Kapitalismus nur in den Nischen. Da, wo das große Geld "verdient" wird, herrscht im Kapitalismus die Kartellwirtschaft.
Es wird immer wieder von Zweifeln am Kapitalismus gesprochen. Tatsächlich geht es nicht um Kapitalismus, sondern um die Form der Marktwirtschaft. Eigentlich sollte es bei uns eine soziale Marktwirtschaft sein (und eben keine entfesselte und total freie). Deshalb geht es eigentlich nur darum, nach all den Lockerungen und Entgrenzungen - auch und gerade zu Zeiten Rot/Grün 1998 bis 2005 - wieder zur sozialen Marktwirtschaft mit ihrem ordnungspolitischen Rahmen zurückzukehren.
Eine "Systemveränderung" braucht es dazu nicht. Zu welchem System auch ?
Eine "Systemveränderung" braucht es dazu nicht.
Zu welchem System auch?
Zu einem, welches nicht systemimmanent Geld=Machtkonzentrationen=Korruption fördert, und zu einer ständigen Rückkehr zu einer mehr oder weniger verschleierten Form des Feudalismus neigt?
Der Mensch ist in seiner evolutionären Anlage schon "defekt" genug, Gemeinwohl und Gesellschaft nicht im Blick zu haben, wenn es nicht auch unmittelbar zu seinem eigenen Vorteil ist ("Tragik der Allmende"). Es braucht nicht auch noch einen gesellschaftlichen Rahmen, der diesen Trend sogar laufend verstärkt.
Ansetzen könnte man zum Beispiel am Finanzsystem - vor allem an dem einen, welches uns wirklich alle verbindet: am Geld. Es gibt wirklich genug Kritiker die hier Vorschläge bringen, aber alles in diese Richtung wird unterdrückt und tabuisiert. In den Medien sowieso, bei politischer Meinungsbildung auch, bei Diskussionen wird man schnell in extreme oder Verschwörungsecken gesteckt, und bei Grundschul- und Hochschulbildung und Forschung ist das auch alles Ablage "Esoterik". Warum?
Wenn jemand das aktuelle System in Frage stellt kommt immer sofort "es ist mit Mängeln, aber es gibt nunmal nix besseres" - in der Regel mit Hinweis auf den gescheiterten Kommunismus. Nun, das Scheitern des Kapitalismus erleben wir gerade. Wieder mal.
Warum nicht z.B. das Beste aus Monarchie, Aristokratie und Demokratie vereinen (siehe Sparta)? Wenigstens mal drüber nachdenken? Forschen?
Denkverbote bringen keinen Fortschritt.
Ich denke auch, unser System hat durchaus gute Ansätze.
Die Probleme die das System in seiner derzeitigen Form verursacht, gilt es einzudämmen:
* Öffnung der Schere Reich-Arm
* Gier und Narrenfreiheit der Finanzindustrie
* Misswirtschaft, Lobbyismus und Korruption in der Politik
Die Probleme hängen natürlich zusammen. Warum fangen wir nicht damit an, endlich die UN-Antikorruptionsgesetze auch mal in DEUTSCHLAND zu implementieren nicht nur in Afrika?
Den Lobbyismus zerschlagen. Wozu brauchen wir zehntausende Interessenvertreter, die u.a. den Politikern den Kopf verdrehen.
Ich bin alles andere als ein Polit-Experte, aber wir müssen das Gesamtsystem nicht unbedingt in Frage stellen (auch wenn ein Sinnieren durchaus sinnvoll ist), sondern vor allem die Konstruktionsfehler beseitigen.
waren all die "Lockerungen und Entgrenzungen" gut?
Doch wohl nicht um sie jetzt wieder rückgängig zu machen und zum alten Sozialstaat keynesianischer Prägung zurückkehren zu können?
Die Lockerungen und Entgrenzungen waren ja gerade die Antwort auf das Ende des keynesianischen Nachkriegszeitalters, ein Zurück ist im bestehenden System nicht möglich.
Es müsste schon was anderes her.
Darüber wird in den nächsten Jahren noch viel zu sprechen sein. Oder auch nicht.
Eine "Systemveränderung" braucht es dazu nicht.
Zu welchem System auch?
Zu einem, welches nicht systemimmanent Geld=Machtkonzentrationen=Korruption fördert, und zu einer ständigen Rückkehr zu einer mehr oder weniger verschleierten Form des Feudalismus neigt?
Der Mensch ist in seiner evolutionären Anlage schon "defekt" genug, Gemeinwohl und Gesellschaft nicht im Blick zu haben, wenn es nicht auch unmittelbar zu seinem eigenen Vorteil ist ("Tragik der Allmende"). Es braucht nicht auch noch einen gesellschaftlichen Rahmen, der diesen Trend sogar laufend verstärkt.
Ansetzen könnte man zum Beispiel am Finanzsystem - vor allem an dem einen, welches uns wirklich alle verbindet: am Geld. Es gibt wirklich genug Kritiker die hier Vorschläge bringen, aber alles in diese Richtung wird unterdrückt und tabuisiert. In den Medien sowieso, bei politischer Meinungsbildung auch, bei Diskussionen wird man schnell in extreme oder Verschwörungsecken gesteckt, und bei Grundschul- und Hochschulbildung und Forschung ist das auch alles Ablage "Esoterik". Warum?
Wenn jemand das aktuelle System in Frage stellt kommt immer sofort "es ist mit Mängeln, aber es gibt nunmal nix besseres" - in der Regel mit Hinweis auf den gescheiterten Kommunismus. Nun, das Scheitern des Kapitalismus erleben wir gerade. Wieder mal.
Warum nicht z.B. das Beste aus Monarchie, Aristokratie und Demokratie vereinen (siehe Sparta)? Wenigstens mal drüber nachdenken? Forschen?
Denkverbote bringen keinen Fortschritt.
Ich denke auch, unser System hat durchaus gute Ansätze.
Die Probleme die das System in seiner derzeitigen Form verursacht, gilt es einzudämmen:
* Öffnung der Schere Reich-Arm
* Gier und Narrenfreiheit der Finanzindustrie
* Misswirtschaft, Lobbyismus und Korruption in der Politik
Die Probleme hängen natürlich zusammen. Warum fangen wir nicht damit an, endlich die UN-Antikorruptionsgesetze auch mal in DEUTSCHLAND zu implementieren nicht nur in Afrika?
Den Lobbyismus zerschlagen. Wozu brauchen wir zehntausende Interessenvertreter, die u.a. den Politikern den Kopf verdrehen.
Ich bin alles andere als ein Polit-Experte, aber wir müssen das Gesamtsystem nicht unbedingt in Frage stellen (auch wenn ein Sinnieren durchaus sinnvoll ist), sondern vor allem die Konstruktionsfehler beseitigen.
waren all die "Lockerungen und Entgrenzungen" gut?
Doch wohl nicht um sie jetzt wieder rückgängig zu machen und zum alten Sozialstaat keynesianischer Prägung zurückkehren zu können?
Die Lockerungen und Entgrenzungen waren ja gerade die Antwort auf das Ende des keynesianischen Nachkriegszeitalters, ein Zurück ist im bestehenden System nicht möglich.
Es müsste schon was anderes her.
Darüber wird in den nächsten Jahren noch viel zu sprechen sein. Oder auch nicht.
Das Bedingungslose Grundeinkommen, eine neue Wirtschaftsordnung für die Europäische Union:
Gekürzt: Defekter Link. Danke, die Redaktion/ds
Ich las vor kurzem einen Leserbrief (ich glaube: in der FAZ): das bedingunglose Grundeinkommen ist eine Idee von Leute, die aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten haben, morgens aus dem Bett zu kommen. Ich finde, das trifft es. Ein Zeichen der Dekadenz, nichts anderes.
Ich las vor kurzem einen Leserbrief (ich glaube: in der FAZ): das bedingunglose Grundeinkommen ist eine Idee von Leute, die aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten haben, morgens aus dem Bett zu kommen. Ich finde, das trifft es. Ein Zeichen der Dekadenz, nichts anderes.
"Zudem glauben zwei Drittel der Befragten nicht mehr daran, dass Wirtschaftswachstum die eigene Lebensqualität steigere.
Kein Kunststück, wenn man schon alles hat. Umwelt, abstrakter gehts nimmer, Gesundheit ist jetzt schon ordentlich gewährleistet und die Versorgung wird eher von Staat zu Grunde gerichtet und Soziales ist auch auf hohem Niveau.
Die Selbstheilungskräfte des Marktes sind natürlich alleine nichts. Staat muss sein, aber zuviel Staat gibt ihnen erst gar keine Chance.
...die Deutschen haben *alles*. Zumindest soviel wie du ihnen zugestehst ;-)
Und nein, "der Markt" hat überhaupt nur sehr begrenzte Selbstheilungskräfte, die auch nur solange wirken, wie Geld und Informationen einigermaßen fair verteilt sind.
Sobald aufgrund Massenarbeitslosigkeit ganze Bevölkerungskreise als Nachfrager ausfallen, kümmert sich der Markt nicht mehr um sie. Sobald eine Branche gelernt hat, mit maximaler Intransparenz Kunden auszunehmen (z.B. Versicherungsbranche, Handytarife, Bankprodukte etc.) reguliert sich da auch nichts mehr, der Markt arbeitet dann nicht mehr im Sinne der Menschen, hat also versagt. Beispiele gibts viele.
Dummerweise sind beide Trends (Intransparenz und Kapitalkonzentration) grundlegende Eigenschaften des Kapitalismus, denen man ständig massiv entgegensteuern müsste...
...die Deutschen haben *alles*. Zumindest soviel wie du ihnen zugestehst ;-)
Und nein, "der Markt" hat überhaupt nur sehr begrenzte Selbstheilungskräfte, die auch nur solange wirken, wie Geld und Informationen einigermaßen fair verteilt sind.
Sobald aufgrund Massenarbeitslosigkeit ganze Bevölkerungskreise als Nachfrager ausfallen, kümmert sich der Markt nicht mehr um sie. Sobald eine Branche gelernt hat, mit maximaler Intransparenz Kunden auszunehmen (z.B. Versicherungsbranche, Handytarife, Bankprodukte etc.) reguliert sich da auch nichts mehr, der Markt arbeitet dann nicht mehr im Sinne der Menschen, hat also versagt. Beispiele gibts viele.
Dummerweise sind beide Trends (Intransparenz und Kapitalkonzentration) grundlegende Eigenschaften des Kapitalismus, denen man ständig massiv entgegensteuern müsste...
"Erst als Letztes wünschen sich die Deutschen "Geld und Besitz zu sichern und zu mehren"
Kommt der so oder so nicht in Gang...
Hallo Shi ke wei,
danke für den Einwurf aus Peking! Ist doch lustig, ihr Chinesen bezeichnet euch als Kommunisten und handelt so kapitalistisch, dass man als Deutscher nur neidisch sein kann. Wir hier bezeichnen uns als Kapitalisten und die meisten Chinesen werden uns wohl um unser Sozialsystem beneiden. Wenn sich die Leute hier anlässlich dieses Artikels, über unser Wirtschaftssystem beschweren, beschweren sie sich eigentlich über Folgen eines recht sozialistischen Systems.
Hallo Shi ke wei,
danke für den Einwurf aus Peking! Ist doch lustig, ihr Chinesen bezeichnet euch als Kommunisten und handelt so kapitalistisch, dass man als Deutscher nur neidisch sein kann. Wir hier bezeichnen uns als Kapitalisten und die meisten Chinesen werden uns wohl um unser Sozialsystem beneiden. Wenn sich die Leute hier anlässlich dieses Artikels, über unser Wirtschaftssystem beschweren, beschweren sie sich eigentlich über Folgen eines recht sozialistischen Systems.
Liebe Mitbürger, jetzt müssen Sie nur noch die richtigen Parteien wählen!
Das ist doch nicht wahr, einerseits wünscht man, andererseits wählt man dasselbe.
Eine Forschungsgruppe wäre angesagt, zu untersuchen, warum die Leute die Stammparteien wählen.
Einige Vermutungen:
Misstrauen gegenüber den unbekannten Parteien.
Angst vor Veränderung (eine Art Schizzophrenie).
Medienpropaganda, denn was man nicht thematisiert sieht, spielt keine Rolle.
Also mein Vorschlag wäre, dass die Medien diese neue Sachlage in einer extra Rubrik thematisieren: So wie Sport, Politik dann eine Rubrik, deren Namen man noch finden muss.
Das würde zumindest eine Diskussion in Gang bringen und die etablierten Parteien könnten dann davon genährt werden.
Viele gehen ja nicht wählen, oder glauben, mit einem ungültigen Stimmzettel, könnten sie ihre Ablehnung des Systems demonstrieren, aber genau das ist eine abslute Zustimmung zum System, weil diese Stimmen dann prinzipiell zu den Etablierten gezählt werden (weil diese die meisten Stimmen bekommen).
Nicht-Wählen ist auch keine Lösung!
Diejenigen, die nicht wählen gehen, bekunden damit letztlich nur ihre Gleichgültigkeit. Dabei kann man im Zweifel - sofern einem die etablierten Parteien unwählbar erscheinen - immer noch irgendeine Klein-, Kleinst - oder Spaßpartei wählen. Auswahl gibt's genug, da sollte jede(r) irgendwas finden. Ansonsten muss man halt selbst eine Partei gründen.
Ich glaube, die meisten Menschen in Deutschland akzeptieren die Lage so wie sie ist und sind sogar zufrieden. Das viel gemeckert wird, ist Teil der Mentalität. Ich kenne das gut von dem Ende der Studienzeit. Alle fanden "das System" total schlimm und meinten, es wäre untragbar im Lande und viele wollten sogar auswandern. Keiner aus diesem Bekanntenkreis arbeitet aktiv gegen die herrschenden Verhältnisse oder versucht im kleinen etwas zu ändern. Es wird gerne geschimpft, aber getan wird nichts, oft mit der Begründung "Wenn ich etwas mache, bringt es sowieso nichts.". Aber gemeckert über die Zustände wird noch. Aus dieser Gruppe bin ich, als einer der damals weniger unzufrieden war, der einzige gewesen der es im Ausland ausprobiert hat und dann geblieben ist.
Ich denke, das Land braucht echten Leidensdruck bis sich etwas verändert. Momentan sind die Leute zu eigelullt, zu fett und zu gut versorgt um sich zu wehren.
Nicht-Wählen ist auch keine Lösung!
Diejenigen, die nicht wählen gehen, bekunden damit letztlich nur ihre Gleichgültigkeit. Dabei kann man im Zweifel - sofern einem die etablierten Parteien unwählbar erscheinen - immer noch irgendeine Klein-, Kleinst - oder Spaßpartei wählen. Auswahl gibt's genug, da sollte jede(r) irgendwas finden. Ansonsten muss man halt selbst eine Partei gründen.
Ich glaube, die meisten Menschen in Deutschland akzeptieren die Lage so wie sie ist und sind sogar zufrieden. Das viel gemeckert wird, ist Teil der Mentalität. Ich kenne das gut von dem Ende der Studienzeit. Alle fanden "das System" total schlimm und meinten, es wäre untragbar im Lande und viele wollten sogar auswandern. Keiner aus diesem Bekanntenkreis arbeitet aktiv gegen die herrschenden Verhältnisse oder versucht im kleinen etwas zu ändern. Es wird gerne geschimpft, aber getan wird nichts, oft mit der Begründung "Wenn ich etwas mache, bringt es sowieso nichts.". Aber gemeckert über die Zustände wird noch. Aus dieser Gruppe bin ich, als einer der damals weniger unzufrieden war, der einzige gewesen der es im Ausland ausprobiert hat und dann geblieben ist.
Ich denke, das Land braucht echten Leidensdruck bis sich etwas verändert. Momentan sind die Leute zu eigelullt, zu fett und zu gut versorgt um sich zu wehren.
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