Die Politiker der Euro-Zone haben die Zukunft Griechenlands an ein Pdf gehängt. In wenigen Wochen erscheint der Troikabericht über die Sparanstrengungen der Griechen – bis dahin werden Angela Merkel und ihre Kollegen nicht viel sagen. Sollte der Bericht allerdings negativ ausfallen, spricht nicht viel dafür, dass das Land noch lange in der Euro-Zone bleibt.

Wie die New York Times berichtet, bereiten sich US-Unternehmen mittlerweile sehr konkret auf diesen Fall vor. Das Zeitung zitiert Unternehmensberater, laut denen Banken und Großunternehmen in den vergangenen Monaten immer häufiger Notfallplanungen für drei Szenarien verlangen: Austritt eines Landes aus der Euro-Zone, Austritt mehrerer Länder, kompletter Zusammenbruch der Euro-Zone.

Manche der Pläne wirken abenteuerlich. Ein deutscher Unternehmensberater berichtet, einige Unternehmen hätten vor, jemanden mit einem Koffer mit 50.000 Euro in den Zug nach Athen zu setzen, um die Angestellten zu bezahlen. Einige US-Konzerne ließen sich bereits jetzt Konten in Griechenland einrichten, die für die Einrichtung einer neuen Drachme reserviert seien.

Natürlich haben auch Bundesfinanzministerium und die Zentralbanken Pläne für den Fall des griechischen Austritts gemacht. Doch während die staatlichen Vorbereitungen fast immer geheim gehalten werden, sprechen die Unternehmen inzwischen ganz offen über Tag X.

Das Kreditkartenunternehmen Visa etwa brüstet sich, es sei in der Lage, "einen schnellen Übergang zu einer neuen Währung mit geringsten Störungen für Kunden und Händler zu gewährleisten". Konkurrent Mastercard schätzt, eine Umstellung würde höchstens ein, zwei Tagen dauern.

Die Zeitung berichtet, US-Firmen suchten stärker nach Rat für den Fall des griechischen Euro-Austritts als europäische Unternehmen. Gut möglich, dass demnächst auch die Euro-Unternehmen aktiv werden. Denn es steht nicht nur das Testat der Troika an, es bleibt auch der Unmut vieler Bürger. Eine Umfrage der britischen Financial Times ergab, nur rund ein Viertel der Deutschen sei für den Verbleib der Griechen in der Euro-Zone.