Die Bundesagentur für Arbeit (BA) plant, angesichts sinkender Arbeitslosenzahlen bei der eigenen Verwaltung den Rotstift anzulegen: 17.000 Stellen sollen in den kommenden Jahren gestrichen werden. Bis 2016 wolle die Nürnberger Bundesbehörde eine Milliarde Euro an Verwaltungskosten einsparen, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise . Entlassungen lehnt er jedoch strikt ab. Der Stellenabbau verspreche eine Kosteneinsparung von etwa 750 Millionen Euro. Derzeit beschäftigt die Bundesagentur 115.300 Mitarbeiter.

Weise setzt auf eine restriktivere Einstellungspolitik. Zudem gingen in den kommenden Jahren viele ältere Mitarbeiter in den Ruhestand, und nicht jede freiwerdende Stelle werde wieder besetzt. Darüber hinaus soll die Arbeitsagentur bei Informationstechnologie und Sachkosten sparen. Der Service werde darunter aber nicht leiden, versprach Weise. Die BA werde weiterhin ihr Netz von 1.000 Arbeitsagenturen und Geschäftsstellen aufrechterhalten.

Der Verwaltungsratsvorsitzende der Bundesagentur, Peter Clever , widersprach Forderungen der Politik nach einem "überzogenen" Personalabbau bei der BA: "Wer meint, mit einem Drittel weniger Arbeitslosen könne auch die Belegschaft der Bundesagentur um ein Drittel gekürzt werden, verkenne die Dynamik am Arbeitsmarkt." Mit der wachsenden Flexibilität am Arbeitsmarkt seien Vermittler weitaus häufiger mit Anliegen von Arbeitslosen konfrontiert als noch zum Start der Hartz-Reformen im Jahr 2005.

"Jetzt kommt die schwierige Klientel"

Clever, der die Arbeitgeber im BA-Verwaltungsrat vertritt, warnte zudem vor weiteren Kürzungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Wer dies mit Hinweis auf die gesunkene Arbeitslosigkeit fordere, verkenne die arbeitsmarktpolitische Realität. Mit dem Rückgang der Arbeitslosenzahlen kristallisiere sich immer stärker der harte Kern der Arbeitslosen heraus: "Jetzt kommt die schwierige Klientel. Da wird man pro Arbeitslosem noch mehr investieren müssen, wenn man eine nachhaltige Vermittlung ermöglichen will." Für diese Gruppe seien längerfristige berufliche Bildungsmaßnahmen erforderlich, sagte Clever.