Das französische Atomkraftwerk Fessenheim © Vincent Kessler/Reuters

Frankreichs Präsident François Hollande hat angekündigt, das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bereits in vier Jahren zu schließen. Das älteste französische AKW werde Ende 2016 vom Netz genommen, sagte er bei einer Umweltkonferenz in Paris . Laut Hollande sollen durch die Stilllegung keine Arbeitsplätze verloren gehen. Fessenheim solle weltweit ein Beispiel für den vorbildhaften Rückbau von Kernkraftwerken werden.

Im Wahlkampf hatte Hollande versprochen, die mehr als 30 Jahre alte Anlage im Elsass bis zum Ende seiner Amtszeit 2017 abzuschalten. Bis 2025 wollte er den Anteil des Atomstroms insgesamt auf 50 Prozent reduzieren. Umweltschützer fordern seit Langem die Abschaltung der Anlage. Das 1977 in Betrieb genommene Atomkraftwerk mit zwei Druckwasserreaktoren liegt in der Erdbebenzone des Rheingrabens und ist nach Meinung der Atomkraftgegner veraltet und pannenanfällig.

Erst am Mittwoch vergangener Woche hatte es wieder einen Zwischenfall gegeben. Bei Routinearbeiten mit nicht radioaktivem Wasserstoffperoxid trat nach Angaben des Betreibers EDF Dampf aus, der einen Feueralarm auslöste. Zahlreiche Sicherheitskräfte und die Feuerwehr rückten aus. Im April war in einem Maschinenraum des Reaktors II ein Feuer ausgebrochen.

In Frankreich sind 58 Atomreaktoren in Betrieb, die mehr als drei Viertel des Strombedarfs des Landes decken. Frankreich ist der größte Atomstromproduzent Europas. Die Atomenergie ist im Land wenig umstritten , auch wenn nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima die Debatte kritischer geführt wird . Bei den von der EU nach dem Unglück angeordneten Stresstests stellte die französische Atomaufsichtsbehörde ASN Sicherheitslücken in praktisch allen Anlagen fest.