Es war bereits abzusehen : Auch der neu festgesetzte Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg ist nicht zu halten. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel , dass der neue Technikchef Horst Amann vorschlage, die Eröffnung im März 2013 um ein weiteres Mal zu verschieben. Man werde in einer kurzfristig anberaumten Aufsichtsratssitzung am Freitag darüber debattieren und über einen neuen Starttermin im Herbst 2013 entscheiden, sagte Platzeck, der mit im BER-Aufsichtsrat sitzt.

Amann werde voraussichtlich den 20. oder 27. Oktober als neuen Termin nennen, berichtete zuvor die Berliner Morgenpost und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Der 17. März 2013 sei nicht zu halten, zu groß seien die technischen Probleme. Die Bauarbeiten in Schönefeld ruhen der Zeitung zufolge fast vollständig. Die Brandschutzanlage funktioniere immer noch nicht. Amann wolle erst alle Planungen für das Milliardenprojekt aktualisieren, um weiteres Chaos auf der Baustelle zu vermeiden. Erst dann solle weitergebaut werden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Regierungskreise.

Baupläne sind unvollständig oder fehlen ganz

Der neue Hauptstadtflughafen sollte eigentlich im Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Wegen Problemen beim Brandschutz war die Eröffnung zuletzt auf März 2013 verschoben worden. Die Probleme auf der Baustelle in Schönefeld nehmen indes nicht ab. Am Freitag inspizierten laut dem Zeitungsbericht Experten des Bundesverkehrsministeriums den Flughafen. Dabei habe Amann deutlich gemacht, dass die Bauarbeiten erst "in einigen Wochen" wieder voll aufgenommen würden. Zuvor seien Probleme wie die richtige Belegung von Kabeltrassen zu lösen und weitere Anlagentests nötig. Derzeit werde nur noch an den Pavillons für den Check und für die Flugsicherheitskontrollen gebaut.

Der Verkehrsausschuss des Bundestags will die Baustelle am 12. September besichtigen, auf der nach wie vor die Brandschutzanlage die größten Probleme bereitet. Die technischen Abläufe funktionierten auch deshalb nicht, weil die Planungen der Firmen nicht aufeinander abgestimmt seien. Die Pläne seien nicht einmal vollständig. Auch seien bis zum 15. Juli lediglich 15 von 140 Notfall-Szenarien erfolgreich geprüft worden. Zudem arbeiteten Teile der Gepäckausgabe und Gepäckförderanlage nicht.