Europa : Berlusconi fordert Deutschland zum Austritt aus der Euro-Zone auf

Erst kritisierte er die deutschen Sparvorgaben, nun präsentiert Italiens Expremier Berlusconi Lösungsvorschläge für die Krise: Deutschland solle aus dem Euro austreten.
Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi © Filippo Monteforte/AFP/GettyImages

Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro wäre nach Ansicht des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi "keine Tragödie". Im Gegenteil sei dies eine von zwei Möglichkeiten, den Euro-Staaten bei der Krisenbewältigung zu helfen, sagte der Ex-Ministerpräsident bei der Vorstellung des Buches eines politischen Vertrauten. Deutschland sei "ein Hegemonialstaat, kein solidarisches Land".

Die zweite Antwort auf die Euro-Krise wäre Berlusconi zufolge, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Staaten nach dem Vorbild der USA unbegrenzt mit Geld versorgen könnte. Dies aber verhindere die deutsche Angst vor Inflation . Berlusconi machte die Bundesrepublik daher für die aktuelle Sparpolitik in Europa verantwortlich . Diese schaffe "ein Klima der Unsicherheit und der Angst", das "uns immer weiter verarmen lässt angesichts einer Krise, deren Ende nicht abzusehen ist".

Er selbst habe zu seiner Regierungszeit "viele Schlachten in Europa geschlagen gegen diejenigen, die Europa nur Regeln zum Sparen geben wollten mit der Illusion, die Wirtschaft wiederzubeleben", sagte Berlusconi. "Aber ich war einsam mit dieser Meinung."

Italiens früherer Regierungschef wurde auch noch grundsätzlicher: "Der große Betrug ist nicht die Technokraten-Regierung (des aktuellen Ministerpräsidenten Mario Monti ), auch nicht das, was derzeit in Italien geschieht. Der große Betrug ist der Euro." Es sei ein "Selbstmord" gewesen, dass sich Italien auf den bei der Euro-Einführung festgelegten Wechselkurs eingelassen habe.

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Kommentare

163 Kommentare Seite 1 von 20 Kommentieren

Mmmh, der "Duce spricht" also...

das die BRD bisher eine imperialistische Politik durch die EU betreibt scheint ihnen entgangen zu sein. Berlusconi mag seine Allüren haben, aber er war es der den italienischen Sozialstaat nicht schleifen wollte. Deshalb mußte er gestürzt werden und Monti ran. Letzten erse erregte sich die FAZ darüber das es in Italien immer noch faktisch einen Kündigungsschutz gibt. Der Michel glaubt doch nicht das er in der BRD bestehen bleiben sollte.

was für ein zusammenhang...

oder können sie bitte erklären, was an der eu ausweitung imperalistisch sein soll - vorallem warum daran die BRD (allein) schuld sein soll...
und natürlich hat kündigungsschutz was mit dem austritt der BRD mit dem euro zu tun.
was für eine grandiose logik...
mal ganz nebenbei bemerkt, das nicht schleifen lassen des sozialstaats, wie sie es so schön nennen, ganz sicher zur jetztigen lage italiens mit beigetragen hat.

Was für ein hemmoungsloser Populist

Ich seh es schon kommen, da Monti nur im Notfall (fals die Regierungsparteien keinen Regierungschef finden würden)weitermachen will, werden die Italiener wieder brav Berlusconi mit seinem derzeit so nationalen Geschwafel wählen.
Ja ich weiß, kein Italiener den man gefragt hat, hatte jemals Berluskoni gewählt, wo wie niemand Bildzeitung liest. Der Mann will einfach bis zu seiner nächsten Chance im Gespräch bleiben und mit seinem Medienimperium wird ihm das auch problemlos gelingen. Und er hat bestimmt auch schon gute Ideen in wessen Taschen das unbegrenzte Geld des EZB, welches er fodert, mit geringen Umwegen fließen könnte.

Warum bietet die Zeit diesem Selbstdarsteller mit seinem ausschließlich dem Wahlkampf dienenden Forderungen überhaupt noch eine Plattform?

Oooooh doch.

Ja ich weiß, kein Italiener den man gefragt hat, hatte jemals Berluskoni gewählt, wo wie niemand Bildzeitung liest.

Mir fallen spontan zwei ein, die ich während meinem Auslandsjahr kennengelernt habe, und das waren Politikstudenten, die hatten also definitiv nicht die Entschuldigung, dass sie es nicht besser hätten wissen können.

Aber was will man erwarten? Die italienische Linke mag zwar nicht so großmäulig aufgetreten sein wir Berlusconi, aber Korruption und Ineffizienz sind auch auf dieser Seite des politischen Spektrums endemisch gewesen.

Na dass ist doch mal eine gute Idee

Es ist wie es immer ist, egal was wir machen, am Ende sind wir mal wieder an allem Schuld. Ein Euro-Austritt Deutschlands würde ich begrüßen. Dann hätte der Wahnsinn endlich ein Ende. Als würde Europa untergehen, wenn der Euro weg ist. Der Euro ist das Problem, den hätte man so niemals einführen dürfen.

Aber...

vorher fordern wir noch die ausstehenden Schulden von Target2, dem ESM, dem EFSF, sowie den verschiedenen Staaten Europas ein.
Da wir die Eurozone verlassen, nehmen wir natürlich keine Währungen an, sondern nur Naturalien, also Gold, Platin, Silber, Diamanten und andere Rohstoffe(Kupfer, etc).
Ansonsten gerne noch die eine oder andere Insel, z.B. Malle oder so...

Danach verlässt Deutschland den Euroraum und wartet gespannt ab, um danach mit Staaten, wie z.B. Slowenien, Österreich, Niederlande und Finnland eine neue Währungsunion zugründen, wo jeder für seine Schulden, in seinem Kreditrahmen wirtschaftet und man keinerlei Transfer braucht zwischen den Ländern, da jeder für sich die Verantwortung übernimmt und nicht auf Kosten anderer Staaten sich finanzieren lässt.(Wo insbesondere keine Betrüger mit frisierten Zahlen reinkommen, die, damit es nicht auffällt von Goldman Sachs beraten werden, wie man ein solches Defizit verschleppt.)

ja, wirklich gute Idee

Nur schade dass es so ein Kasper wie Berlusconi sagt.

Der Euro ist sowieso bald zu Ende, also die gute Frage ist wie man es am besten beendet. Und ein Deutscher Austritt wäre eine sehr gute Lösung, und zwar für ganz Europa. Nämlich:

1) die neu eingeführte DM würde sich verstärken gegen den Euro (za. 30%), also die deutschen Schulden in Euro würden um 30% sinken. Nicht schlecht !

2) die deutschen Bürger würden auf einmal 30% mehr verdienen

3) die deutschen Gebühren wären zwar um 30% teurer, aber ....

4) ... die Importwahren wären gleichzeitig um 30% billiger, also deutsche Industrieprodukte wären nur mäßlich teurer, Deutschlands Exportmöglichkeiten wären also nur wenig beeinflusst.

5) die anderen Länder könnten Ihre Schulden weg-drucken, und damit Inflation bei ihnen verursachen. Das ist je schließlich ihre Sache.

Sie bedenken aber nicht die Konsequenzen

Wissen Sie wie viel Vorbereitung das braucht? Was das kostet? Was das für eine Umstellung für die Bürger wieder ist? Was das für wirtschaftliche Folgen hätte?
Darüber scheinen Sie sich nicht im Klaren zu sein? Der Euro ist eine der größten Errungenschaften Europas! Das Problem ist doch nur die Deregulation und der Schwachsinn, dass die EZB nur an andere Banken Kredite vergeben darf.

Handelsbilanzen? Nein.

Nein, die Handelsbilanzen sind nicht mehr das Problem!
Leider geht während der Euro-Debatte total unter, dass sich gerade in diesem entscheidenden Punkt die "Südstaaten" massiv bewegt haben - in Richtung ausgeglicher Bilanzen bzw. Überschüsse:

http://www.ftd.de/politik...

Warum auch nicht - wovon sollen arbeitslose Spanier denn bitte deutsche Produkte kaufen? Ausbleibende Lohnerhöhungen tuen ihr übriges.

Leider wird Italien seine ausgeglichene Handelsbilanz alleine nicht aus der Krise helfen (und Berlusconi auch nicht).

Willkommen am Stammtisch

"Da wir die Eurozone verlassen, nehmen wir natürlich keine Währungen an, sondern nur Naturalien, also Gold, Platin, Silber, Diamanten und andere Rohstoffe(Kupfer, etc).
Ansonsten gerne noch die eine oder andere Insel, z.B. Malle oder so..."

Und wenn die nicht zahlen? Was machen Sie dann?
Die Kavallerie schicken?

Und was machen Sie mit Ländern außerhalb der Eurozone, die de Facto Schulden in D haben (z.B. US, UK)? Bekommen wir von denen Hawaii oder die Isle of Wight?

Inzwischen hat D ja sogar China gegenüber Überschüsse. Vorsicht: die verstehen keinen Spaß, wenn's um Inseln geht.