Ein Schnellzug im chinesischen Guangzhou © Stringer/Reuters

China hat ein umfangreiches Infrastrukturprogramm gestartet und städtische Bahnprojekte in einem Umfang von 800 Milliarden Yuan (etwa 100 Milliarden Euro) beschlossen. Die oberste chinesische Planungsbehörde billigte 25 Bahnprojekte in mehreren Städten und Ballungszentren, darunter Shijiazhuang, Taiyuan, Lanzhou, Hangzhou, Chengdu , Guangzhou und Xiamen.

Experten sehen in dem Vorhaben einen weiteren Schritt der Regierung, um Chinas Wachstum angesichts des anhaltenden Exportrückgangs zu stabilisieren. Vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Weltwirtschaft und der Euro-Schuldenkrise hatte Chinas Wirtschaftswachstum sich zuletzt verlangsamt . Es legte im zweiten Quartal nur noch um 7,6 Prozent zu, das war das niedrigste Wachstum seit drei Jahren. Eine Reihe von Regierungsmaßnahmen zur Belebung der Wirtschaft hatte nur wenig Erfolg gezeigt.

Chinas Verkehrsbranche boomt dagegen seit Jahren, im ganzen Land entsteht ein gigantisches Schienennetz. Bis Ende 2012 soll es 110.000 Kilometer abdecken. Bereits im Juni 2011 eröffnete die Schnellfahrstrecke zwischen Peking und Shanghai : Sie durchquert vier Provinzen und ist mit einer Länge von 1.318 Kilometer die längste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt. Mit Investitionen von über 220 Milliarden Yuan ist sie zugleich das größte Investitionsprojekt in der Geschichte Chinas. In Shanghai eröffnete 2002 der erste kommerziell genutzte Transrapid.

Nach Informationen von China Daily wird das geschätzte Investitionsvolumen für die nun beschlossenen neuen Transit-Systeme in Shanghai mehr als 158 Milliarden Yuan betragen, in Guangzhou 124 Milliarden Yuan. In Städten wie Xiamen, Taiyuan oder Lanzhou sollen die U-Bahnen erneuert werden. Die von verschiedenen chinesischen Provinzen und Stadtverwaltungen in den letzten Monaten angekündigten Konjunkturpakete belaufen sich demnach auf bis zu zehn Billionen Yuan.