Das BASF-Werk in Ludwigshafen © dpa

Aus Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen warnen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemiebranche in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel vor unkalkulierbaren Folgen der Energiewende . Dies berichtet das Handelsblatt , dem der Brief samt Positionspapier vorliegt.

Demnach treibt die Branche, die für den absolut höchsten Energiebedarf aller Branchen in Deutschland stehe, vor allem die Sorge wegen kräftig steigender Strompreise um. So erhöhe jede Preissteigerung beim Strom um einen Cent je Kilowattstunde die Produktionskosten für die Chemiefirmen Branchenangaben zufolge um 500 Millionen Euro pro Jahr. 

Sorgen bereitet dem Wirtschaftszweig auch die Zuverlässigkeit der Energieversorgung. In ihrem Brief an Merkel beklagen der Verband der Chemischen Industrie (VCI), die Chemie-Gewerkschaft IG BCE und der Chemie-Arbeitgeberverband BAVC, dass die erneuerbaren Energien für die Grundlastversorgung gegenwärtig nicht geeignet seien. Schließlich würden Wind und Sonne immer nur zeitweise Strom produzieren.

Durch all diese Faktoren fürchtet die Chemieindustrie den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit . In der Folge "steht der Produktions- und Forschungsstandort auf dem Spiel und das Industrienetzwerk insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen", zitiert das Handelsblatt aus dem Schreiben.

Mit diesen Sorgen steht die Branche nicht allein da. Die von der schwarz-gelben Regierung beschlossene Energiewende ist in der heimischen Industrie insgesamt umstritten . Insbesondere die energieintensiven Branchen wie Stahl, Baustoffe, Glas, Nichteisen-Metalle und Papier schlagen ebenfalls seit der Entscheidung zum kompletten Ausstieg aus der Atomkraft Alarm. Für viele der betroffenen Firmen ist Strom schon jetzt der größte Kostenfaktor.

Die Energiewende dürfte deshalb auch Thema auf dem Tag der deutschen Industrie sein, zu dem der Bundesverband der deutschen Industrie am heutigen Dienstag nach Berlin geladen hatte. Neben Merkel und Wirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ) soll auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi , als Gast erwartet werden.